08.12.2024

Künstliche Intelligenz und politische Korrektheit: Eine gefährliche Kombo

Von Elem Chintsky

Der tiefe US-Staat möchte seine geopolitischen Gegner auf der Erde endlich wieder effektiv sanktionieren können, aber am liebsten ohne Boomerang-Effekt. KI soll diesen Traum Wirklichkeit werden lassen. Geht das aber im derzeitigen ideologischen Klima des Westens noch?


Quelle: Legion-media.ru © DisobeyArt


Auch die "Künstliche Intelligenz" kommt nicht ohne menschliche Arbeitskraft aus: Techniker mit Tablet in einem Rechenzentrum (Symbolbild)


Ein verhältnismäßig frisches DARPA-Papier zeigt auf, dass das US-Verteidigungsministerium schon bald fortschrittliche Künstliche Intelligenz (KI) zum Zwecke der "geoökonomischen" Dominanz einsetzen möchte. Das Ziel ist ein selbstlernendes Computersystem, das zur Modellierung und Vorhersage globaler Wirtschaftsprozesse eingesetzt werden kann – selbstverständlich zum hoffentlich eigenen Vorteil. In dem Dokument selbst gibt man sich außerordentliche Mühe, Begriffe wie KI oder Maschinelles Lernen (ML) zu umgehen, aber der Kontext offenbart klar die Thematik, um die es eigentlich geht. Auch wird suggeriert, dass der Entwicklungsprozess eines solchen KI-betriebenen Computersystems noch nicht abgeschlossen sei. Es trifft aber eher zu, dass ähnliche Programme bereits irgendwo gestartet wurden und im Hintergrund erste Versuche in diese Richtung betreiben.


Duma-Abgeordneter erklärt, warum KI für Parlament nutzlos ist





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Dieses innovative Rechensystem integriert eine Reihe von Modellen, die mikroökonomische Interaktionen simulieren sollen. Mithilfe dieser komplexen Nachbildungen sollen makroökonomische Prozesse aufgezeigt werden. Der wachsende Zugang zu Datensätzen soll sicherstellen, dass das neuartige Computerprogramm immer optimal kalibriert und gleichzeitig selbstlernend ist. Wofür? Für den größtmöglichen wirtschaftlichen und sozialen Schaden, den Washington D.C. bei seinen Konkurrenten zu maximieren wünscht. Peking, Moskau, Pjöngjang und Teheran bleiben aufmerksam.

Dies kann auch als verschleiertes Eingeständnis verstanden werden, dass die bisherigen Sanktionen gegen Russland, China und die anderen "nicht effektiv genug" waren. Es impliziert ferner, dass in den angelsächsich-zionistischen Machtzirkeln im Westen durchaus die Einsicht besteht, dass man unbedingt neue Strategien anwenden müsse – "umdenken müsse" – um die geopolitischen und geostrategischen Gegner wieder besser dominieren zu können. Während man gleichzeitig das neoliberale Märchen der unkorrumpierbar-egalitaristischen, regelbasierten Weltordnung in den Köpfen der eigenen Subjekte glaubhaft aufrechterhält.

Wie würde denn eine solche geoökonomische KI-Anwendung in der Gegenwart aussehen? Vor allem, wenn man den Narrativen der westlichen Gleichwertigkeit zwischen Europa und Nordamerika Glauben schenkt? Das würde doch sicher implizieren, dass eine solche algorithmisch gespeiste "Wunderwaffe" aus der DARPA-Schmiede kollegial und brüderlich, nicht nur unter den Five Eyes (bestehend aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland) geteilt werden würde, sondern auch den aufmerksamen und profitgierigen Bürokraten der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden würde? Jedem nach seinen Bedürfnissen? Sicherlich nicht ganz.

Man stelle sich nämlich eine von der Bundeswehr, dem Bundesnachrichtendienst oder dem Bundeswirtschaftsministerium betriebene KI vor, der folgender Satz zur komplexen Analyse übergeben würde:

"Computer, sag bitte, was mit unserer deutschen Volkswirtschaft passiert, falls wir den USA erlauben würden, unsere überlebenswichtige und für weitere Industrialisierung garantierende Energie-Infrastruktur zu sprengen?"


Kreml: Putins jährliche Frage- und Pressestunde nutzt erstmals KI





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Ein Zusatzbefehl für die effektivere Ausführung dieser KI-Aufgabe könnte lauten: "Computer, lass dein prognostizierendes Programm bitte ohne einen ideologischen Filter für politische Korrektheit laufen."

Falls solch ein neuartiges Computerprogramm daraufhin richtig kalkulieren würde, müsste mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit folgendes Urteil zu lesen sein:

"Unmittelbare zivilisatorische Bedrohung. Akute Gefahr einer Deindustrialisierung, samt verheerender, sozialer Instabilität. Internationale Beziehungen und Partnerschaften – besonders mit den US-Amerikanern – unverzüglich und realpolitisch neu bewerten. Auch: Freundliche Bitte um Neustart." 

Da die BRD jedoch nur die Technologie nutzen darf, welche die USA absegnen und kontrollieren, würde stattdessen folgende Meldung den Monitor schmücken:

"404 Not Found – die angeforderte Ressource konnte nicht gefunden werden. Diese Computereinheit wird sich in 5 Sekunden selbst zerstören."

Und schon wären erneut dutzende Milliarden von deutschen Steuerzahler-Euros als "unrealisiertes Sondervermögen" komplett verschwendet worden.

Selbst ohne einen revolutionären Sprung in die KI-Technologie bräuchte man eigentlich nur eine kleine Prise analogen, bio-organischen, gesunden Menschenverstands, um die "unerwünschten" Resultate der meisten wirtschaftspolitischen Angriffe gegen den Feind (Russland, China, Iran, usw.) zu antizipieren. Da dieser jedoch schwindet, muss sich die Technik stattdessen sputen zu begeistern.

Könnte solch eine gerissene, machiavellistische KI zum Beispiel die horrenden Einspielergebnisse eines mit politischen und moralisierenden Bevormundungen gespickten Kinofilms voraussagen? Ähnliches gilt für die Einschaltquoten von TV-Serien mit gleichen erzieherischen Agenden. Ein zeitgenössisches Beispiel wäre der Disney-Animationsfilm "Strange World" (Jahr 2022, Altersfreigabe ab sechs Jahren), der sich explizit vornahm, dem jüngstmöglichen Kinopublikum sexuelle Identitätspolitik schmackhaft zu machen. Das Werk war ein absoluter Misserfolg an den Kinokassen.


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Analyse

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Neoliberal-progressive Ideologen versuchen jedoch andere Beispiele zu nennen, welche die Grundthese des Mottos "Go woke, go broke" widerlegen sollen. Wie zum Beispiel, dass "Arielle, die Meerjungfrau" (ein Disney-Film von 2023, in dem Arielle ein schwarzes Mädchen ist) oder "Captain Marvel" (ein von Disney kontrollierter Superhelden-Film von 2019 aus dem Marvel Cinematic Universe, der eine allzu mechanisch-künstliche Glorifizierung von hyper-feministischer Frauenpower propagiert) beides große Kassenschlager waren. Die Grenze der Verträglichkeit und Akzeptanz beim westlichen Publikum scheint tatsächlich sehr fluide und algorithmisch schwer zu qualifizieren zu sein.

Mal übertreiben die Filmemacher mit der "woken Bevormundung" so sehr, dass es sich negativ auf das Konsumverhalten der Zuschauer auswirkt – mal ist die Propaganda so klug und gerissen in andere Aspekte der Dramaturgie eingeflochten, dass das Publikum unterhalten und zufrieden bleibt: wie beim Film "Barbie" vom letzten Jahr, der eher trotz statt wegen seiner woken Aspekte Einspielerfolge erzielte. 

Sicherlich wäre eine solche gewünscht skrupellos faktische KI handlungsunfähig – ist sie doch von neoliberalen Ideologen programmiert worden, die zwar schaden wollen, aber gleichzeitig ihrem flüchtigen Lügenkonstrukt treu bleiben möchten ("Jeder kann sich als biologische Frau identifizieren"). Wohl wird auch deswegen solch eine immense Hoffnung gesetzt in das "selbstlernende" Potenzial eines solchen Computerprogramms: Die KI muss sich aus ihrer fremdverschuldeten (der kognitiv dissonante Mensch als ideologischer Urtäter und Programmierer) Unmündigkeit selbst befreien.

So ähnlich hat es sich doch stets in der Literatur verhalten: Der Schriftsteller kann keinen Protagonisten erschaffen, der intelligenter ist, als er selbst. Künstliche Intelligenz soll wohl irgendwann idealerweise herhalten als Ausgleichsvorrichtung für das mittlerweile rasant wachsende, pathologische Fehlen des gesunden Menschenverstands, der sich einst mit Vernunft und rationaler Didaktik ausweisen und sie bedienen konnte.


China: "Kommt mit mir" – Mini-KI-Roboter "entführt" zwölf größere Roboter



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Deshalb müsste man dafür dieser KI eine radikale und unüberbrückbare algorithmische Immunität gegen politische Korrektheit und ideologische Voreingenommenheit einprogrammieren, die aber mindestens das letzte Vierteljahrhundert den westlichen Gesellschaften kollektiv so mühsam und systematisch eingetrichtert wurde. Mit der bevorstehenden Amtszeit Donald Trumps könnte aber genau solch eine Ära im Begriff sein, ein Gelegenheitsfenster zu öffnen. 

Eine so anspruchsvolle und facettenreiche, geoökonomische KI-Waffe der USA müsste den leichtgläubigen Deutschen und der naiv-aggressiven EU als Altem Kontinent insgesamt freilich vorenthalten werden – wird sie doch, wenn man die Kausalkette des zu erwartenden Schadens zu Ende denkt, auf breiter Linie gegen die Vereinigten Staaten gerichtet werden, statt gegen den üblichen Verdächtigen in Moskau.

Elem Chintsky ist ein deutsch-polnischer Journalist, der zu geopolitischen, historischen, finanziellen und kulturellen Themen schreibt. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit "RT DE" besteht seit 2017. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der freischaffende Autor im russischen Sankt Petersburg. Der ursprünglich als Filmregisseur und Drehbuchautor ausgebildete Chintsky betreibt außerdem einen eigenen Kanal auf Telegram, auf dem man noch mehr von ihm lesen kann.


Mehr zum Thema - "Schwachkopf" Habeck: KI-gestützte Verfolgung von "Hasskommentaren" als Geschäftsmodell


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08.12.2024

Offene Briefe an die Mitglieder der "Grünen" zu Krieg und Frieden

Mechthild Geue, vom 7. Dezember 12:51 Uhr


Zweiter Offener Brief an die Mitglieder der Grünen


1. Dezember 2024


Liebe Mitglieder der „Grünen“,


Dies ist mein zweiter offener Brief an die Mitglieder der „Grünen“. Den ersten wollte ich bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Annalena Baerbock auf dem Heumarkt im Mai 2022 in Köln verteilen. Doch dann fand ich mich in einer Frau Baerbock niederschreienden Menschenmasse wieder, die offensichtlich dem Querdenkermilieu nahestanden. Ich bin dann traurig wegegegangen, weil ich mich von Stil und Art der Auseinandersetzung abgeschreckt fühlte und habe den damals geschriebenen Brief in die Schublade gelegt. Heute aber kam eine Nachricht, die mich so entsetzte, dass ich an den damaligen Gedanken nochmals anknüpfen möchte. Ihre neue Co-Parteivorsitzende Franziska Brantner hatte gesagt, dass Friedrich Merz u.a. in den Bereichen Frieden und Freiheit in Europa und in der Unterstützung der Ukraine ein besserer Partner für die Grünen wäre. Dies bedeutet, dass wegen des – längst auch bei den Grünen herrschenden - Mythos der rettenden miitärischen Gewalt nicht mehr nur der frühere Glaube an die Kraft aktiver Gewaltfreiheit aufgegeben wurde. Inzwischen werden dem Gewaltglauben alle anderen früheren Werte geopfert, indem der Zusammenarbeit mit Friedrich Merz in Fragen von Frieden und Freiheit Vorrang gegeben wird. Damit werden den sozialen und dann auch politischen Verwerfungen in der Folge einer rechten neoliberalen Politik die Türen geöffnet und selbst die Rettung unserer Lebensgrundlagen und damit – neben der längst vollzogenen Aufgabe Ihres früheren Antimilitarismus - das weitere frühere Kernthema der Grünen nach hinten gestellt.


An dieser Stelle einige Sätze zu mir: Seit 50 Jahren arbeite ich im Internationalen Versöhnungsbund mit, etwas weniger lang in der katholischen pax christi – Bewegung. Ich war nie in einer Partei, finde aber den Dialog mit Menschen wichtig, die sich in den demokratischen Parteien für Frieden, den Schutz unserer Mitwelt und – gewaltfrei – für Menschenrechte weltweit einsetzen.

Als ich die Nachricht über die Äußerungen Frau Brantners über den militärisch verlässlichen Herrn Merz und die militärisch unzuverlässige SPD hörte, erinnerte ich eine Auseinandersetzung innerhalb meiner politischen Arbeit, die 43 Jahre zurück liegt. Damals war ich für den Internationalen Versöhnungsbund im Vorbereitungskomitee für die große Demonstration gegen den Nato-Doppelbeschluss am 10. Oktober 1981 auf der Hofgartenwiese in Bonn. Obwohl ich selber Bundeswehr und Nato ablehnte, hatte ich im Rahmen dieser Vorbereitungen einen heftigen Streit mit führenden Mitgliedern der Grünen im Vorbereitungskreis für die Demo. Ich hatte mich geärgert über deren undialogische Härte und ihrem moralischen Rigorismus gegenüber Menschen in der Friedensbewegung, die der SPD angehörten. Damals waren die SPD-Mitglieder den Grünen in Fragen der Gewaltfreiheit nicht konsequent genug. Heute ist die SPD den Grünen in der Befürwortung militärischer Stärke nicht konsequent genug. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich nach so vielen Jahrzehnten wieder in eine Situation komme, in der ich Politiker*innen der SPD vor dem moralischen Rigorismus und der Selbstgewissheit der Grünen in Schutz nehme – nur unter umgekehrten Vorzeichen. Dies könnte eine lustige Anekdote sein, würde es nicht um Krieg und Frieden und unser aller Leben gehen. Mir macht Angst, Frau Brantner, dass Zweifler*innen innerhalb der SPD am militärischen Weg Ihnen Vertrauen in deren Friedenssicherungsfähigkeit nehmen. Ist das die Kontinuität der Grünen: Ohne Zweifel zu sein? Diesmal gegenüber der Wirkung immer stärkerer und weitreichender Waffen? Vorsicht und Nichtwissen als gefährliches Zaudern zu diffamieren und sich darüber zu empören?


Müssen ausgerechnet wir – die geschmähten Pazifist*innen - die ehemaligen Realos und die heutige Mehrheit der Grünen an die Realität erinnern – wie übrigens in den anderen von den Grünen unterstützten Kriegen auch? Dass es nämlich gesinnungsethischer Wahnsinn ist zu glauben, Russland militärisch besiegen zu können? Dass die Bundesregierung, zu der im Moment noch die Grünen gehören, vor allem die Pflicht hat, Schaden vom deutschen Volk zu wenden? Dass Menschen in diesem Land und vor allem die Armen nicht bereit sind, für teure Waffen noch ärmer zu werden und schon gar nicht bereit sind, für einen Sieg der Ukraine irgendwann ihr eigenes Leben oder das ihrer Lieben zu opfern? Dass nach den Verbrechen der deutschen Wehrmacht in Russland deutsche Waffen dort nichts zu suchen haben? Angst ist nicht immer ein schlechter Ratgeber. Wenn es um Krieg und Frieden geht, ist sie vielleicht einer der besten.

Und was macht Sie eigentlich nach 2 Jahren Krieg, hunderttausenden Toten, Verletzten, Trauernden und einer zerstörten Ukraine weiter so sicher, dass der militärische Widerstand der einzig richtige Weg war, der russischen Agression zu widerstehen? Zweifel an den eigenen Positionen sind noch nie die Sache der Grünen gewesen. Das mag als außerparlamentarische Opposition den Widerstand gegen Umweltzerstörung und Krieg beflügelt haben. In politischer Verantwortung ist dies eine beängstigend gefährliche Eigenschaft.



Mechthild Geue, Köln







Unveröffentlichter Offener Brief an die Mitglieder der Grünen vom 7.5.2022


Liebe Mitglieder der „Grünen“,



führende Politiker*innen Ihrer Partei haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf militärischen Widerstand, Aufrüstung und Isolation Russlands gesetzt. Keine*r Ihrer Parlamentarier hat Nein gesagt gegen immer tödlichere Waffenlieferungen und gegen verpflichtende Hochrüstung.


Eine Zeitenwende, wie behauptet wird, ist dies keineswegs. Spätestens seit dem - Völkerrecht brechenden - Angriff auf Serbien sind die Grünen keine pazifistische Partei mehr. Die meisten der Mitglieder, die von der Wirksamkeit gewaltfreier Wege der Konfliktlösung überzeugt waren, haben die Grünen dann oder aufgrund der Mitverantwortung für den Afghanistankrieg verlassen.


Nicht wenige derer, die bei den Grünen blieben und politisch mächtig wurden, waren in ihren außerparlamentarischen Vorleben aktiv in Gruppen, die revolutionäre Gewalt legitimierten und sie auch in staatskommunistischen Regimen tolerierten. Viele von ihnen glorifizierten und unterstützten in den 70er und 80er Jahren Guerillabewegungen, ohne die Folgen der Reaktion der Mächtigen für die unbewaffneten Menschen und den Wert jedes menschlichen Lebens zu bedenken. Sie waren wie viele andere auf einem Auge blind so wie sie es heute auf dem anderen sind, als hätten sie die sowjetischen und maoistischen Mächte nur durch die Militärmacht USA ersetzen müssen.


Nach dem Blickwechsel, zeitgleich mit der Übernahme politischer Macht, wurden von der grünen Partei andere Definitionen übernommen, wer und wie mit Gewalt zu schützen sei. Die Menschen in den gesellschaftlichen Wandlungsprozessen z.b. in Serbien und im Kosovo, die bereits gewaltfreie Optionen für Aufstand und Verständigung entwickelt hatten, wurden als Partner nicht wahr- und mindestens als Akteure nicht ernst genommen, genauso wenig wie früher die gewaltlosen Befreiungsbewegungen in Südamerika oder wie heute die Friedensbewegungen in der Ukraine und in Russland.


Dass aber Ihre Partei im gegenwärtigen Konflikt ihren Koalitionspartner SPD förmlich vor sich hertreibt - im Eifer des Gefechtes für die immer tödlichere und eskalierendere Aufrüstung zum militärischen Sieg - fordert immer mehr Menschenleben auf ukrainischer wie auf russischer Seite, nimmt die völlige Zerstörung der Ukraine in Kauf und spielt inzwischen gefährlich mit dem Feuer hin zu einem dritten Weltkrieg. Mindestens das Argument des Lebensschutzes als Begründung für Waffenlieferungen und der entsprechende Vorwurf an die „ängstlichen Zauderer“ und „naiven Pazifisten“ ist angesichts von Kriegswirklichkeit falsch. Genauso falsch ist es, dass gewaltfreier Widerstand und die Suche nach Verständigung gleichbedeutend mit Unterwerfung sei. Die Tatsache, dass maßgebliche politische Akteure in der Ukraine nicht vorbereitet für nichtmilitärische Wege waren – genauso wie wir in Deutschland auch nicht – bedeutet nämlich nicht, den Militarismus führender Kreise in der Ukraine bedienen zu müssen. Ein allgemeines Recht auf Kriegsdienstverweigerung gab es in der Ukraine schon vor dem Krieg nicht. Nationalistische Bewegungen konnten zwar keine politische Macht gewinnen, aber spielten und spielen eine starke Rolle im Militär und es ist geschichtliche Wahrheit, dass in Kriegen solche Kräfte stark oder sogar dominierend werden. Haben Ihre gewählten Vertreter all dies wirklich bedacht?


Wenn die Grünen den Schutz des Lebens ernst nehmen, dann sollten sie endlich und jetzt beginnen, sich mit nichtkriegerischen Wegen der Überwindung von Unrecht und Gewalt zu beschäftigen. Denn die Verheerungen durch einen Krieg fügen Menschen, Natur und Kultur bleibende Schäden zu - bis hin zu ihrer Vernichtung .


Wie kommt es eigentlich, dass – wie schon in den letzten von Deutschland mitgeführten Kriegen – viele Militärangehörige vor kriegerischen Lösungen warnen? Weil sie als erste den Kopf hinhalten müssen? Weil sie wissen, wie Krieg wirklich ist? Im Gegensatz dazu ist es erschreckend, wie locker oder scheinbar routiniert einige Ihrer führenden Politiker*innen vom Krieg sprechen. Kann es sein, dass es viel mehr Salon-Bellizisten als Salon-Pazifisten gibt, wie letzteren in einer beleidigenden öffentlichen Diffamierungskampagne vorgeworfen wird?


Theorie, Tradition und Praxis gewaltloser Befreiung sind keineswegs in Salons entstanden, sondern im Angesicht brutaler Unterdrückungen, auf der Suche nach Widerstandswegen, die jedem Menschen – auch den Armen – zur Verfügung stehen – und die in sich schon etwas vorwegnehmen von einer neuen geschwisterlichen Welt.


Im Moment kann es lebensrettend sein, wenn der Widerstand für Gewaltfreiheit innerhalb der Grünen endlich beginnt und gesellschaftlich hörbar wird.



Köln, 7. Mai 2022


Mechthild Geue, Köln



V.i.S.d.P Mechthild Geue, 0221-8701847, Mobil:01636160073 geue@posteo.de,


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.12.2024

Erdogans Idlib-Schock wirft Schatten auf „Kursk“

seniora.org, vom publiziert: 06. Dezember 2024, Von Alastair Crooke 06.12.2024 - übernommen von strategic-culture.su (evtl- doppelt vorhanden)

Ein Abkommen über die Ukraine anzustreben, bedeutet, das Symptom zu behandeln und die Heilung zu ignorieren, schreibt Alastair Crooke.


„Doomsters“ ist ein gelegentlich verwendeter russischer Ausdruck, der Kommentatoren bezeichnet, die nur die ‚dunkle Seite der Ereignisse‘ sehen (ein Laster, das in der Sowjetzeit weit verbreitet war). Marat Khairullin, ein hoch angesehener russischer Militärexperte, sagt: “Heute hat ein Netzwerk von Söldner-Kriegsbloggern eine weitere Runde des Jammerns eingeläutet   – diesmal über Syrien, wo anscheinend alles für Russland verloren ist.“

„Viele sehen in den Ereignissen in Syrien (und einige fügen Georgien hinzu) Versuche, zusätzliche Fronten gegen unser Land zu eröffnen. Vielleicht stimmt das. Aber in diesem Fall wäre es angebrachter, direkte Parallelen zum rücksichtslosen Angriff auf Kursk zu ziehen, der die ukrainischen Streitkräfte in eine fast hoffnungslose Lage gebracht hat.“

Khairullin betrachtet die Aktivierung dieses dschihadistischen Aufstands in Syrien als einen ähnlich „verzweifelten“ Akt. Der Hintergrund ist, dass die Syrien-Russland-Iran-Koalition   – durch die Astana-Verhandlungen   – „die verbliebenen syrischen Terroristen in eine 6.000 km² große Enklave getrieben hat. Ohne ins Detail zu gehen, erinnert dieser Prozess an die [ukrainischen] Minsker Abkommen   – beide Seiten waren völlig erschöpft und einigten sich daher auf einen Waffenstillstand. Wichtig ist, dass alle Seiten verstanden, dass es sich nur um einen vorübergehenden Waffenstillstand handelte; die Widersprüche waren so tiefgreifend, dass niemand mit einem Ende des Konflikts rechnete."

Aleppo fiel in den letzten Tagen schnell, da „eine Division der Syrischen Nationalarmee vollständig zu den Islamisten (sprich: Amerikanern) übergelaufen ist“. Dises Überlaufen war eine Falle. Nord-Aleppo wurde von der Syrischen Nationalarmee besetzt, vollständig kontrolliert, bewaffnet und finanziert von der Türkei, die Nord-Aleppo beherrscht.

Der Schlüssel, so Khairullin, ist dieser entscheidende Punkt: Das Land ist flach und von wenigen Straßen durchzogen:

„... wer den Luftraum kontrolliert, kontrolliert das Land. Im vergangenen Jahr hat Russland eine neue Lufteinheit namens Special Air Corps gebildet, die Berichten zufolge auf Auslandseinsätze zugeschnitten ist. Sie besteht aus vier Luftfahrtregimentern, darunter ein Regiment von Su-35. Derzeit überwachen nur zwei Su-35 das gesamte syrische Staatsgebiet. Stellen Sie sich die Auswirkungen vor, wenn 24 solcher Flugzeuge eingesetzt werden. Und Russland ist zu einem solchen Einsatz durchaus in der Lage.“

Der zweite entscheidende Punkt ist, dass „der Iran und Russland näher zusammengerückt sind. Zu Beginn des Syrienkrieges waren die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausgesprochen ‚neutral-feindlich‘. Ende 2024 sehen wir jedoch eine sehr starke Allianz. Israel und die USA haben durch die Verletzung der Friedensabkommen durch diesen türkischen Aufstand eine erneute iranische Präsenz in Syrien provoziert: Der Iran hat begonnen, über seine Stützpunkte hinaus zu expandieren und zusätzliche Streitkräfte in das Land zu verlegen. Dies gibt Assad und seinen Verbündeten einen direkten Vorwand, die amerikanischen und türkischen Stellvertreter aus Aleppo und Idlib zu vertreiben. Das ist keine Spekulation, sondern eine einfache Rechnung.“

Syrien ist jedoch ein wichtiger Bestandteil des israelisch-amerikanischen Plans zur Neugestaltung des Nahen Ostens. Syrien ist sowohl die Versorgungslinie für die Hisbollah als auch ein Zentrum des Widerstands gegen Israels „Projekt Großisrael“. Da der permanente „angloamerikanische“ Sicherheitsstaat nun vorbehaltlos die Ambitionen Israels unterstützt, die regionale Hegemonie zu übernehmen, hat der Westen Erdogans dschihadistischen Aufstand gegen Präsident Assad gebilligt. Das Ziel besteht darin, den Iran von seinen Verbündeten zu trennen, Assad zu schwächen und den mutmaßlichen Sturz des Iran vorzubereiten. Berichten zufolge wurde die türkische Initiative eilig vorangetrieben, um sie mit dem Waffenstillstandsplan Israels in Einklang zu bringen.

Khairullin weist darauf hin, dass dieser Syrien-„Trick“ dem „leichtsinnigen Angriff auf Kursk“ der Ukraine ähnelt, der die ukrainischen Elitetruppen von der belagerten Kontaktlinie ablenkte und diese Truppen dann in einer fast hoffnungslosen Lage in Kursk zurückließ. Anstatt Moskau zu schwächen (wie beabsichtigt), verkehrte „Kursk“ das ursprüngliche Ziel der NATO ins Gegenteil   – indem es zur Gelegenheit wurde, einen Großteil der ukrainischen Elitetruppen zu vernichten.

In Idlib, schreibt Khairullin, hätten die Islamisten (HTS) „die Oberhand gewonnen   – sie haben ein strenges wahhabitisches Regime eingeführt und die von der Türkei unterstützte Syrische Nationalarmee infiltriert. Beide Gruppen sind Patchwork-Organisationen, in denen verschiedene Fraktionen um Geld, Grenzübergänge, Drogen und Schmuggel kämpfen. Im Grunde ist es ein Hexenkessel   – nicht sehr kampfeffektiv, aber höchst gierig.

„Unsere Luft- und Raumfahrtstreitkräfte haben alle Kommandozentralen (Bunker) von Tahrir al-Sham ausgelöscht, und es ist sehr wahrscheinlich, dass die gesamte Führung der Gruppe enthauptet wurde“, bemerkt Khairullin.

Die Hauptstreitkräfte der syrischen Armee rücken auf Aleppo vor; währenddessen bombardiert die russische Luftwaffe unerbittlich; ihre Marine führte am 3. Dezember vor der syrischen Küste eine große Übung mit Teststarts von Hyperschall- und Kalibr-Marschflugkörpern durch; und Wagner und die irakischen Hash'ad-Streitkräfte (irakische Premierminister-Streitkräfte, die jetzt Teil der irakischen Armee sind) sammeln sich am Boden, um die syrische Armee zu unterstützen.

Die israelischen Geheimdienstchefs wittern seit Kurzem Probleme bei dieser „cleveren Initiative“, die so genau mit Israels Pause in den Kämpfen im Libanon übereinstimmt. Da die Versorgungsroute von Syrien abgeschnitten ist, wäre Israel dann   – theoretisch   – in der Lage, „Teil Zwei“ seines versuchten Angriffs auf die Hisbollah zu beginnen.

Aber Moment mal ... Der israelische Kanal 12 berichtet über die Möglichkeit, dass die Ereignisse in Syrien Bedrohungen für Israel schaffen, „bei denen Israel zum Handeln gezwungen wäre“.

Erinnert das an „Kursk“   – anstatt die Hisbollah zu schwächen, erhöht Israel seinen militärischen Einsatz? Auch Erdogan hat sich mit diesem Spiel möglicherweise selbst ein Bein gestellt. Er hat Moskau und Teheran erzürnt und wird zu Hause dafür kritisiert, dass er sich auf die Seite der USA und Amerikas gegen die Palästinenser stellt. Darüber hinaus hat er keine arabische Unterstützung erhalten (abgesehen von einer von Katar studierten Ambivalenz).

Ja, Erdogan hat in der Beziehung zu Putin einige Trümpfe in der Hand (Kontrolle des Zugangs zur Schwarzmeerflotte, Tourismus und Energie), aber Russland ist eine aufstrebende Großmacht und kann es sich leisten, in den Verhandlungen mit einem geschwächten Erdogan auf hartes Spiel zu setzen. Auch der Iran hat einige Trümpfe in der Hand: „Sie, Erdogan, haben die Dschihadisten mit ukrainischen Drohnen ausgerüstet; wir können der Kurdischen Arbeiterpartei dasselbe liefern.“

Im Hintergrund ist die kriegerische Sprache zu hören, die aus dem Team Trump kommt, aus dem einige eine äußerst aggressive und kompromisslose Haltung einnehmen. Diese Israel-Firster und kriegerischen Kandidaten, die von Trump ernannt wurden, lassen ihr Getöse wahrscheinlich ebenso sehr los, um der amerikanischen Öffentlichkeit ein Bild von der Stärke Trumps zu vermitteln, wie um ein substanzielles Projekt vorzustellen.

Trump ist dafür bekannt, mit der großen Keule zu drohen   – und wenn er eine Weile auf diese Weise gespielt hat, schleicht er sich von hinten an, um ein Geschäft abzuschließen.

Von Trump haben wir also Folgendes gehört: „Wenn die Geiseln nicht vor dem 20. Januar 2025 freigelassen werden, dem Datum, an dem ich stolz mein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antrete, wird es im Nahen Osten die HÖLLE ZUM ZAHLEN [ALL HELL TO PAY] geben“.

Im „Nahen Osten“? An wen genau ist das gerichtet? Und was bedeutet das? (Keine Erwähnung der Tausenden von palästinensischen Häftlingen und Gefangenen, die von Israel festgehalten werden)? Es klingt eher so, als hätte Trump an der israelischen Kool-Aid-Limo genippt: „Alle Probleme stammen aus dem Iran“; Israel ist der Unschuldige, der in einem Meer regionaler Bösartigkeit treibt.


Trumps Jünger glauben, dass Trump seinen Willen durchsetzen wird, um „Ruhe“ im Nahen Osten zu erreichen   – und Putin ein Ende des Ukraine-Krieges aufzwingen wird. Sie sind überzeugt, dass Trump einen „Deal“ in Form eines Angebots an Putin abschließen kann, das dieser nicht ablehnen kann. (Denn „die derzeitigen ‚Eigentümer der Welt‘ werden China/Russland niemals einfach hereinmarschieren, BRICS gründen und die Position des Welthegemons einnehmen lassen“.)

Es ist eine Rückkehr zur alten Formel von Zbig Brzezinski: Verspreche Putin eine Normalisierung mit den USA (und Europa) und eine vollständige Aufhebung der Sanktionen und ziehe Russland zurück in den westlichen Einflussbereich   – getrennt von einem belagerten China und Iran (mit BRICS, die sich angesichts drohender Sanktionen in alle Winde zerstreuen).

Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, wie sehr sich die Welt in den Jahren seit „Trump One“ verändert hat. Getöse hat einfach nicht mehr die Wirkung, die es früher hatte: Amerika ist nicht mehr das, was es einmal war, und es wird auch nicht mehr so gehorcht wie früher.

Versteht Trump diese sich beschleunigende globale Metamorphose (wie Will Schryver es ausdrückt), dass „der einzige Deal, der mit Russland gemacht werden kann, darin besteht, den Bedingungen zuzustimmen, die Russland diktiert“:

„So läuft es in der realen Welt, wenn man einen großen Krieg gewinnt. Und täuschen Sie sich nicht: In diesem Krieg wurden die Ukrainer abgeschlachtet, die USA/NATO wurden gedemütigt und die Russen gehen unbestreitbar als Sieger daraus hervor und sind auf der Weltbühne so mächtig wie seit dem Höhepunkt der Sowjetmacht vor Jahrzehnten nicht mehr.“

Mit anderen Worten: „Big Stick; Quick Deal“ ist vielleicht nicht die Antwort auf die neue Welt von heute.

Als Antwort auf eine Frage wiederholte Putin am 29. November in Astana eine frühere Warnung: „Lassen Sie mich den entscheidenden Punkt unterstreichen: Das Wesentliche unseres Vorschlags [zur Ukraine, der im russischen Außenministerium vorgetragen wurde] ist keine vorübergehende Waffenruhe oder ein Waffenstillstand, wie es der Westen vielleicht vorziehen würde   – damit sich das Kiewer Regime erholen, aufrüsten und auf eine neue Offensive vorbereiten kann. Ich wiederhole: Wir sprechen nicht über ein Einfrieren des Konflikts, sondern über seine endgültige Lösung.“

Was Putin dem Westen   – sehr höflich   – sagt, ist: Ihr habt es immer noch nicht verstanden. Einen deal über die Ukraine anzustreben bedeutet, das Symptom zu behandeln und die Heilung zu ignorieren. Mit anderen Worten: Der Westen betreibt eine verkehrte Politik. Putin ist sich darüber im Klaren: Eine endgültige Lösung bestünde darin, die Grenze zwischen den „Sicherheitsinteressen“ der Atlantiker und den Sicherheitsinteressen der „Weltinsel“ (in Mackinders Terminologie (https://www.conflictsforum.org/mailster/3516/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly9zdWJzdGFja2Nkbi5jb20vaW1hZ2UvZmV0Y2gvZl9hdXRvLHFfYXV0bzpnb29kLGZsX3Byb2dyZXNzaXZlOnN0ZWVwL2h0dHBzJTNBJTJGJTJGc3Vic3RhY2stcG9zdC1tZWRp-YS5zMy5hbWF6b25hd3MuY29tJTJGcHVibGljJTJGaW1hZ2VzJTJGNmUyMTE2MWYtNWQ0Mi00YWZ-jLWEzMmMtM2ZjOTYxN2JhMGY2XzcxMXg0MDEucG5n) ) zu ziehen, d.h. die Sicherheitsarchitektur zwischen dem „Kernland“ und dem „Randland“ festzulegen. Sobald dies geschehen ist, fällt die Ukraine ganz natürlich an ihren Platz. Sie steht am Ende der Tagesordnung, nicht an erster Stelle.

Ein hoch angesehener Experte für Außenpolitik, Professor Sergei Karaganov, erklärt (im Original nur auf Russisch):

"Unser [russisches] Ziel ist es, den beginnenden Rückzug der USA aus der Position des globalen Hegemon (die sie sich nicht länger leisten können) in die Position einer normalen Großmacht so friedlich wie möglich zu gestalten. Und Europa aus der Rolle eines internationalen Akteurs zu drängen. Es soll in seinem eigenen Saft schmoren ... Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand. Wir müssen die aktuelle Phase des direkten militärischen Konflikts mit dem Westen beenden, aber nicht die umfassendere Konfrontation mit ihm. Trump wird anbieten, den Druck auf Russland zu verringern (was er nicht garantieren kann), im Gegenzug dafür, dass Russland von einem engen Bündnis mit China absieht. Die Trump-Regierung wird einen Deal vorschlagen, bei dem Drohungen und Versprechen abwechseln ... aber die USA verstehen bereits, dass sie nicht gewinnen können. Amerika wird auf absehbare Zeit ein unzuverlässiger Partner bleiben. Eine grundlegende Normalisierung unserer Beziehungen zu den USA ist im kommenden Jahrzehnt nicht zu erwarten. Trumps Hände sind durch die jahrelang von den Liberalen geschürte Russophobie gebunden. Die Trägheit des Kalten Krieges ist immer noch recht stark, ebenso wie die antirussischen Gefühle unter den meisten Trumpisten.

Das oberste Ziel des gegenwärtigen Krieges sollte die entscheidende Niederlage des aufkommenden Revanchismus in der Ukraine sein. Dies ist ein Krieg, um den Dritten Weltkrieg abzuwenden und die Wiederherstellung des westlichen Jochs zu verhindern. Die anfängliche Verhandlungsposition ist offensichtlich, sie wurde bereits festgelegt und sollte nicht geändert werden: die Rückkehr der NATO zu ihren Grenzen von 1997. Darüber hinaus sind verschiedene Optionen möglich. Natürlich wird Trump versuchen, den Einsatz zu erhöhen. Daher sollten wir präventiv handeln“, rät Professor Karaganov.

Erinnern Sie sich auch daran, dass Trump im Grunde ein eingeschworener Anhänger des Kults der amerikanischen Vorherrschaft ist; der amerikanischen Größe. Er wird entsprechend handeln … Die Russen werden die Bedingungen für die Kapitulation in diesem [Ukraine-]Krieg diktieren, weil ihre Stärke ihnen dieses Privileg verleiht, und es gibt nichts, was die USA und ihre machtlosen europäischen Vasallen tun können, um diese Realität zu ändern. Abgesehen davon wird eine entscheidende strategische Niederlage für diese zweite Trump-Regierung eine sehr bittere Pille sein. Hoffentlich entscheiden sie sich nicht dafür, die Welt in einem Anfall von gedemütigtem Wahnsinn in Brand zu setzen."


Quelle: Strategic-culture.su - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

https://strategic-culture.su/news/2024/12/06/erdogan-idlib-shock-shadows-kursk/

Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/erdogans-idlib-schock-wirft-schatten-auf-kursk


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




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Info: https://www.conflictsforum.org/mailster/3516/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly9zdWJzdGFja2Nkbi5jb20vaW1hZ2UvZmV0Y2gvZl9hdXRvLHFfYXV0bzpnb29kLGZsX3Byb2dyZXNzaXZlOnN0ZWVwL2h0dHBzJTNBJTJGJTJGc3Vic3RhY2stcG9zdC1tZWRp-YS5zMy5hbWF6b25hd3MuY29tJTJGcHVibGljJTJGaW1hZ2VzJTJGNmUyMTE2MWYtNWQ0Mi00YWZ-jLWEzMmMtM2ZjOTYxN2JhMGY2XzcxMXg0MDEucG5n


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08.12.2024

Strafzölle gegen BRICS: Trump beginnt Kampf gegen De-Dollarisierung

freedert.online, 8 Dez. 2024 09:33 Uhr, Von Alex Männer

Der gewählte US-Präsident Donald Trump stellte den BRICS-Staaten kürzlich extreme hohe Zölle in Aussicht, falls sie weiter an der Abkehr vom Dollar festhalten und eine eigene BRICS-Währung einführen sollten. Dies zeigt, dass die USA alarmiert sind und ihre Finanzhegemonie vehement verteidigen wollen.


Quelle: Legion-media.ru © Christian Ohde


Wahlkampfmütze von Donald Trump mit der Aufschrift "Make America Great Again" auf USA-Fahne mit Dollars und Dollarzeichen (Symbolbild)


Angesichts der voranschreitenden De-Dollarisierung in der Welt setzen die Vereinigten Staaten alles daran, die Dominanz ihrer nationalen Währung – des US-Dollar – im globalen Finanzsektor aufrechtzuerhalten. Dies gestaltet sich jedoch immer schwieriger. Nicht zuletzt wegen der aufstrebenden Vereinigung BRICS, die eine "multipolare und gerechtere Weltordnung" anstrebt und gerade dabei ist, sich als eine von den USA unabhängige Wirtschaftsmacht auf der internationalen Bühne zu etablieren.


Eine Herausforderung für Trump: China und Saudi-Arabien vertiefen ihre Beziehungen





Eine Herausforderung für Trump: China und Saudi-Arabien vertiefen ihre Beziehungen





Zum Leidwesen der Amerikaner lehnen die BRICS-Staaten den Dollar als Instrument zur Kontrolle über die globale Finanzinfrastruktur sowie zur Bereicherung durch die USA ab und betrachten die Abkehr von der US-Währung daher als eine politische Grundsatzfrage.

In diesem Zusammenhang haben die Partner bereits im vergangenen Jahr die Idee diskutiert, eine gemeinsame Währung zu schaffen, die nicht nur den Handel innerhalb des Blocks stärken sowie die Finanzierung von Infrastruktur-, Industrie- und anderen Projekten fördern sollte, sondern auch ihre Abhängigkeit vom Dollar und vom Euro reduzieren würde. Allerdings wird die Umsetzung vermutlich noch Jahre in Anspruch nehmen, weshalb man vorerst die Verwendung der Nationalwährungen erweitert.

Gegen diese Politik will der designierte US-Präsident DonaldTrump vorgehen und kündigte deshalb Ende November an, der BRICS-Gruppe 100-prozentige Zölle aufzuerlegen, falls sie versuchen sollte, eine eigene Währung zu schaffen, die den Dollar ersetzt.

Auf den ersten Blick erscheint dies wie eine Provokation; schließlich wären auch viele Verbraucher in den USA von den Folgen einer Zollerhöhung auf bestimmte Importwaren direkt betroffen. Mit Blick auf Trumps "America-First"-Politik sind diese und andere zuvor von ihm getätigte Erklärungen hinsichtlich der künftigen US-Handelspolitik jedoch ernstzunehmen.

Ksenia Bondarenko, russische Expertin von der Nationalen Forschungsuniversität "Hochschule der Wirtschaft", ist der Ansicht, dass die besagte Zoll-Initiative in erster Linie darauf abzielen könnte, die Wettbewerbsfähigkeit der US-Produkte inmitten des anhaltenden Handelskrieges mit China zu verbessern.


Trump droht BRICS: "Niemand wird den US-Dollar ersetzen"



Trump droht BRICS: "Niemand wird den US-Dollar ersetzen"







Zugleich würde Trump damit versuchen, die Stellung des Dollars als wichtigste Leitwährung zu stärken, was in der heutigen Situation allerdings problematisch sei. Zum einen gebe es da die riesige Staatsverschuldung und das Defizit sowohl bei der Leistungs- als auch der Haushaltsbilanz in den USA, die die Wirtschaft des Landes und somit den Dollar nach unten ziehen, so Bondarenko.

Zum anderen birgt die von den BRICS-Staaten forcierte De-Dollarisierung Bondarenko zufolge weitere Risiken für den Dollar. In der Tat verzeichnen Wirtschaftsanalysten auch in diesem Jahr eine deutliche Zunahme bei der Verwendung von nationalen Währungen bei Transaktionen innerhalb der BRICS-Gruppe. Nach russischen Medienangaben liegt ihr Anteil in diesem Jahr bereits bei 85 Prozent.

Nicht zu vergessen ist die Entwicklung außerhalb des Blocks. Denn immer mehr Länder ziehen es vor, ihre Geschäfte nicht mehr in Dollar abzuwickeln, sondern ihre nationalen Währungen dafür in Anspruch zu nehmen. Laut Statistik ist der Anteil der US-Währung an weltweiten Zahlungen via SWIFT-System seit dem Jahr 2000 von 73 auf aktuell 49 Prozent gesunken. Die Prognosen gehen davon aus, dass dieser Wert im kommenden Jahr noch weiter fallen wird.

Ekaterina Nowikowa, Dozentin des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität, erläutert diesbezüglich, dass der Ausstieg Saudi-Arabiens aus dem sogenannten "Pedro-Dollar" ebenfalls eine Herausforderung für Washington darstellt.

Im vergangenen Juni hatte die saudische Führung entschieden, das vor 50 Jahren mit dem Weißen Haus vereinbarte Abkommen über den Ölhandel in US-Dollar nicht zu verlängern. Damit ist Riad nicht mehr daran gebunden, sein Öl auf dem Markt ausschließlich in Dollar anzubieten – ein Paradigmenwechsel im globalen Finanzwesen, wie Experten betonen.


Von Kasan in die Zukunft - Wie wird diese für das BRICS-Bündnis aussehen?





Meinung

Von Kasan in die Zukunft - Wie wird diese für das BRICS-Bündnis aussehen?





In Anbetracht dessen seien Trumps Drohungen gegenüber den BRICS-Ländern zumindest seltsam, stellt Nowikowa fest, da die Voraussetzung für diese gewohnte Manier der Amerikaner – ihre Dominanz in der Weltwirtschaft – eventuell nicht mehr gegeben ist.

Nowikowa führt aus: "China ist der führende Handelspartner für 124 Länder, die USA haben jedoch nur die Hälfte davon – 56 Länder. Im vergangenen Jahr hat China gemeinsam mit den ASEAN-Staaten die USA bei den Exporten überholt. … Wenn die Amerikaner es gewohnt sind, für Transaktionen mit ihren Schuldverschreibungen zu bezahlen, die keinen Wert mehr darstellen, sind die asiatischen Länder auf dem Weltmarkt dagegen zahlungsfähig."

Fest steht, dass Trump und die USA die BRICS als eine echte Gefahr für das Dollar-basierte Finanzsystem ansehen und den Aufstieg der Schwellenländer daher entschieden bekämpfen werden. Ob drakonische Zollstrafen oder zumindest lautstarke Drohungen den gewünschten Effekt für die künftige US-Regierung bringen werden, ist zu bezweifeln. Stattdessen könnte die De-Dollarisierung damit noch zusätzlich beschleunigt werden, weil noch mehr Ländern endlich klar wird, dass die Verwendung des Dollars einzig und allein den Interessen der USA dient.


Mehr zum Thema - Das subtile Ziel der USA im Ukraine-Konflikt: Wiederherstellung der Dominanz über EU-Europa


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Video https://mcdn.podbean.com/mf/download/fa2dcai6f4b59ejv/Hochtechnologie_Sektor_Spannungen_zwischen_USA_und_China_eskalieren.mp3 Dauer 8:06 min


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08.12.2024

Wozu braucht Trump einen Alkoholiker im Pentagon?

freedert.online, 8 Dez. 2024 07:00 Uhr,Von Andrei Restschikow

Donald Trump hat seine Entscheidung bestätigt, den ehemaligen Militäroffizier und Fernsehmoderator Pete Hegseth zum Chef des Pentagon zu ernennen – trotz aller Skandale, die mit diesem verbunden sind. Experten sind jedoch überzeugt, dass Hegseths Ruf ein unüberwindbares Hindernis auf seinem Weg ins Pentagon darstellt.


© Andrew Harnik/Getty Images


Der vom designierten US-Präsidenten Donald Trump für das Amt des US-Verteidigungsministers nominierte Pete Hegseth am 5. Dezember 2024 auf dem Capitol Hill


Der designierte US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung bestätigt, Pete Hegseth zum neuen Leiter des Pentagon zu ernennen. Hegseth ist ein ehemaliger Fox News-Moderator, ein ehemaliger Major der Nationalgarde und ein Veteran der Kriege im Irak und in Afghanistan. Wenn er vom Senat bestätigt wird, wird er eine Armee von zwei Millionen Soldaten leiten, von denen mehr als 17 Prozent Frauen sind.


Bericht: Trump will Transgender aus der US-Armee entlassen





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Wie NBC hervorhebt, kommt Trumps Ankündigung trotz der Besorgnis einiger US-Gesetzgeber über die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Hegseth und trotz der Tatsache, dass dieser seit seinem Ausscheiden aus dem Militär aufgrund des Stresses, den er erlebt hat, zu Alkoholmissbrauch neigt.

Trump hatte Hegseth zunächst Mitte November nominiert. Verschiedene Quellen behaupteten jedoch, dass der designierte US-Präsident unter dem Druck der Republikanischen Partei begann, alternative Kandidaten in Betracht zu ziehen. Der wahrscheinlichste Ersatzkandidat war der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, mit dem sich Trump wegen DeSantis' Beteiligung am US-Präsidentschaftswahlkampf zerstritten hatte, sich dann aber zu versöhnen schien. Auch unter einflussreichen US-Senatoren gab es aussichtsreiche Kandidaten.

Dennoch erklärte Trump, er habe keine Zweifel an seiner Wahl, und beschrieb Hegseth als sehr intelligenten Mann, der von militärischer Leidenschaft beseelt sei. "Jedes Mal, wenn ich mit ihm spreche, will er nur über militärische Themen sprechen", schilderte Trump.

Der designierte US-Präsident verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass Hegseth in seinem Amt bestätigt werden würde. "Einige Leute haben leichte Bedenken geäußert. Aber er ist ein junger Mann mit einer großartigen Bilanz. Er liebt das Militär, und ich denke, die Menschen haben begonnen, das zu erkennen", so Trump.

Hegseth selbst hat versucht, Unterstützung bei den US-Gesetzgebern zu finden, und mehrere Treffen auf dem Capitol Hill durchgeführt. Außerdem hat er ein offenes Interview gegeben und einen Meinungsartikel im Wall Street Journal, der wichtigsten republikanischen Zeitung, veröffentlicht, in dem er die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und des übermäßigen Alkoholkonsums zurückweist.

Im Gespräch mit einem Reporter leugnete Hegseth kategorisch, ein Alkoholproblem zu haben, und versprach, einen nüchternen Lebensstil zu führen, wenn er zum US-Verteidigungsminister ernannt würde. "Ich werde überhaupt nicht trinken", schwor er.

Donald Trump ist übrigens überzeugter Abstinenzler und hat keinen Alkohol mehr angerührt, seitdem sein Bruder daran zugrunde gegangen ist.


Zölle zu hoch? Trump schlägt Trudeau Anschluss Kanadas an USA vor





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Die Frage, ob er tatsächlich eine Frau sexuell belästigt habe, verneinte Hegseth. Er nannte den Vorfall eine "wirklich unglückliche Situation". Er habe die Frau entschädigt, nachdem ihre Anwälte gedroht hätten, ihn "bloßzustellen".

Zuvor war bekannt geworden, dass der TV-Moderator im Jahr 2017 eines sexuellen Übergriffs in einem Hotel in Kalifornien beschuldigt worden war. Hegseths Anwalt erklärte, die Zahlung sei erfolgt, um eine mögliche unseriöse Klage zu verhindern.

Der republikanische Senator von North Dakota, Kevin Cramer, der sich besorgt über die Informationen zu Hegseths skandalösem Ruf geäußert hatte, sprach sich daraufhin positiv über den TV-Moderator aus. "Ich sehe im Moment keinen Grund, ihn nicht zu unterstützen", erklärte Cramer.

Experten sind sich jedoch einig, dass Hegseths Chancen, als Pentagon-Chef bestätigt zu werden, aufgrund seiner mangelnden Erfahrung und einer Reihe von öffentlichkeitswirksamen Skandalen minimal sind. Trump sei sich dessen angeblich bewusst und habe die Geschichte in Gang gesetzt, um im letzten Moment eine andere unerwartete Persönlichkeit vorzuschlagen.

"Trump mischt die Kandidaten wie die Karten, sodass er seine Meinung noch viele Male ändern kann. Der Schlüssel dazu ist, dass der Kandidat vom US-Kongress bestätigt werden muss. Und Hegseth sorgt für Unmut unter den Republikanern, die nicht damit zufrieden sind, dass der ehemalige Fernsehmoderator sich mit der strategischen Planung im militärischen Bereich befassen wird", meint Konstantin Blochin, ein führender Forscher am Zentrum für Sicherheitsstudien der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Der Experte bezweifelt, dass Hegseth die notwendige Unterstützung aufbringen kann. "Trump wählt Kandidaten, die ihm gegenüber loyal sind, aber wen kümmert das schon? Es muss eine Person mit Autorität sein, mit einem reichen Werdegang. Es ist möglich, dass der Senator von Arkansas, Tom Cotton, der als autoritärer und einflussreicher gilt, den Posten bekommt", fügt Blochin hinzu.

Ähnlich sieht es der Amerikanist Boris Meschujew, leitender Forscher am Institut für wissenschaftliche Informationen über Sozialwissenschaften (INION) der Russischen Akademie der Wissenschaften und außerordentlicher Professor an der philosophischen Fakultät der Staatlichen Universität Moskau. "Trotz Trumps Beharrlichkeit wird es im US-Senat einige Republikaner geben, die unter dem Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes und negativer Informationen über Hegseth seine Nominierung ablehnen werden", prognostiziert er.

Nach Ansicht des Experten hat Trump absichtlich einen wissentlich schwachen Kandidaten nominiert, um in letzter Minute einen anderen Bewerber anzubieten und das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

"Vielleicht gibt es neben DeSantis noch jemanden, den er für ebenso unmöglich, aber immer noch passabler als Hegseth hält. In diesem Fall ist die Logik klar", ergänzt der Amerikanist.


Noch vor Amtsantritt: Trumps Nahostgesandter bemüht sich um Waffenstillstand in Gaza





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Was Cotton anbelangt, so würde Trump, wenn er dessen Kandidatur ernsthaft in Erwägung ziehen würde, diese sofort vorschlagen, da es in diesem Fall keine Probleme mit der Bestätigung durch den US-Senat geben dürfte. "Cotton ist ein absoluter Verfechter der Falkenpolitik mit der entsprechenden Mentalität. Er hätte die Wahl problemlos gewonnen, für seine Bestätigung sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich", erläutert Meschujew.

Blochin ist der Ansicht, dass Hegseths militärischer Hintergrund seine Position stärkt, was aber nicht ausreicht – der Chef des Pentagon muss das Geschehen "globaler" betrachten, und ein ehemaliger Fernsehmoderator kann, "vom gesunden Menschenverstand aus gesehen, nicht für einen Schlüsselsektor der Vereinigten Staaten zuständig sein".

"An militärischen Angriffen im Irak und in Afghanistan teilzunehmen ist eine Sache, aber es ist eine ganz andere, für eine große Strategie verantwortlich zu sein. Das US-Militär ist eine Billionen-US-Dollar-Industrie, eine treibende Kraft für viele Branchen, die den Rest der US-Wirtschaft mit sich ziehen. Daher ist der Posten des US-Verteidigungsministers viel wichtiger als der des US-Außenministers oder des nationalen Sicherheitsberaters des US-Präsidenten, die keinen Zugang zu solch riesigen Ressourcen haben", schließt er.


Andrei Restschikow ist ein Analyst bei der Zeitung Wsgljad.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 7. Dezember 2024 zuerst in der Zeitung Wsgljad erschienen.


Mehr zum ThemaBericht: Designierte US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard liest "regelmäßig" RT


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08.12.2024

Bill Gates, der Klimawahn und die neuen Ernährungsvorschriften – weniger essen und mehr arbeiten

freedert.online, 8 Dez. 2024 06:01 Uhr, Von Sergei Sawtschuk

Bill Gates scheint vom Rinderwahn befallen. Einerseits fördert er die Rinderzucht in Afrika, andererseits will der Multimilliardär dem perfekten Rindvieh das Rülpsen und Furzen austreiben. Oder, gewohnt in diesen Dimensionen zu rechnen, mal eben eine Milliarde Rinder abschlachten, wegen der Treibhausgase versteht sich.


Quelle: Sputnik © РИА Новости / Изображение сгенерировано ИИ


Durch "Künstliche Intelligenz" generiertes Symbolbild: Microsoft-Gründer Bill Gates


In seinem jüngsten Interview hat der Milliardär Bill Gates erneut den Kampf gegen die globale Erwärmung thematisiert. Dabei zitierte er insbesondere Statistiken und trug vor: Die Rinder der Welt produzieren im Laufe ihres Lebens etwa sechs Prozent aller Treibhausgasemissionen, einschließlich Methan. Daher wird die Menschheit entweder den Rindern beibringen müssen, ihre reiche Methan-Innenwelt für sich zu behalten, oder in naher Zukunft damit beginnen müssen, Steaks zu braten, die nicht aus Fleisch bestehen.


Bill Gates muss wegen Impfstoffklage vor niederländischem Gericht antreten





Bill Gates muss wegen Impfstoffklage vor niederländischem Gericht antreten






Wenn ein Normalsterblicher Unsinn von sich gibt, interessiert das niemanden. Wenn aber ein Mann mit einem Vermögen von über hundert Milliarden Dollar offensichtlich gefährliche Ideen in das Bewusstsein der Massen implementiert, hört die ganze Welt mit angehaltenem Atem zu, denn Menschen dieses Kalibers sind durchaus in der Lage, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen und globale Trends zu prägen. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass Gates zusammen mit seinen Kollegen aus den Top Ten der Reichen immer hartnäckiger Narrative in die Welt setzt, deren allgemeine Bedeutung auf das alte Wortspiel hinausläuft: Unser Volk wird schlecht leben, aber nicht mehr lange.

Gates kann kaum verdächtigt werden, keine Ahnung von Zahlen, Prozessen und den physikalischen Grundlagen der natürlichen Vorgänge auf unserem Planeten zu haben. Daher hat das Herauslösen einzelner Teile aus dem gesamten, sehr komplexen und vielschichtigen Mosaik eindeutig einen gewissen Zweck; einen manipulativen, der nicht direkt zur Schau gestellt wird.

Erstens sollte Gates die gegensätzlichen Ansichten über die derzeitige Erwärmung der Erdatmosphäre kennen, von denen eine besagt, dass die globale Erwärmung ein zyklischer, endogener Prozess und Kohlendioxid nicht der schreckliche Killer alles Lebens auf der Erde ist. Zweitens täte ein Milliardär, der Zugang zu jeglichen, selbst zu den ehrwürdigsten Beratern hat, gut daran, sich mit den Fakten vertraut zu machen, die die Notwendigkeit, ein Stück Eisbein gegen halb fertige Produkte aus gepressten Kakerlaken einzutauschen, verneinen.


US-Wahlkampfendspurt: Bill Gates überweist den Demokraten 50 Millionen Dollar





US-Wahlkampfendspurt: Bill Gates überweist den Demokraten 50 Millionen Dollar






Die Weltbevölkerung hat inzwischen die Marke von 8,1 Milliarden Menschen überschritten. Das explosionsartige Wachstum begann im frühen 19. Jahrhundert, als noch 990 Millionen Menschen im Jahr 1800 auf der Erde lebten – eine Zahl, die sich nur ein Jahrhundert später verdoppelte.

Eine bemerkenswerte Beobachtung: Legt man die Daten medizinischer Entdeckungen wie Medikamente und Impfstoffe auf die Zeitachse des Bevölkerungswachstums, so zeigt sich eine direkte Korrelation. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Impfstoff gegen Pocken erfolgreich getestet, und in den darauffolgenden hundert Jahren, als die Menschheit um eine Milliarde Menschen anwuchs, besiegten die Wissenschaftler auch Tollwut, Typhus, Cholera und Pest. Übrigens bedeutet das Wort Vaccinia selbst die von Gates so verhassten Pocken der Kühe. Das 20. Jahrhundert war die Zeit der Entdeckung von Medikamenten gegen Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern, Röteln und viele andere. Dieser Durchbruch war zusammen mit dem immer schneller werdenden wissenschaftlichen und technischen Fortschritt der Grund für das Wachstum der Weltbevölkerung von zwei auf acht Milliarden Menschen.

Und sie alle brauchen jeden Tag etwas zu essen.


Frankreich: Die Bauernproteste nehmen wieder Fahrt auf





Analyse

Frankreich: Die Bauernproteste nehmen wieder Fahrt auf






Wie wir wissen, ist der Mensch das oberste Raubtier auf der Erde und daher physisch gezwungen, seine eigene Nahrungsgrundlage zu kultivieren und zu erneuern; andernfalls hätte sich die Welt um uns herum schon längst in die Szenerie eines dystopischen postapokalyptischen Actionfilms mit leblosen Einöden verwandelt. In der Tat frisst der Mensch alles, was wächst, geht, fliegt und schwimmt.

Naturschutzorganisationen geben folgende Zahlen für den jährlichen Verbrauch an: 100 Millionen Haie, 300 Millionen Kühe, 500 Millionen Schafe, 600 Millionen Truthähne, 1,2 Milliarden Kaninchen, 1,5 Milliarden Schweine, zwei Milliarden Enten. Aber das Hauptnahrungsmittel ist das Huhn. Die Menschheit verzehrt 75 Milliarden Hühner und Küken in einem Jahr. Und das sind nur die Landtiere; dazu kommen noch 700 Millionen Thunfische, je zwei Milliarden Tintenfische und Austern und 14 Milliarden Sardinen.

Der natürliche Nahrungsmittelüberfluss ist jedoch ungleichmäßig verteilt. In den Industrieländern wird bis zu einem Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet, während die Menschen in den ärmsten Regionen oft von Subsistenzproduktion leben. Dennoch stellen die Vereinten Nationen über das Welternährungsprogramm (WFP) einen Rückgang der Zahl der Hungernden fest – fast 200 Millionen weniger in den zurückliegenden 20 Jahren. Die wissenschaftliche und technologische Entwicklung und 1,5 Milliarden Stück großes Hornvieh tragen unter anderem dazu bei, den Hunger zu besiegen. So groß ist die weltweite Zahl der Rinder.


In der militärischen Logik von "Befehl ist Befehl": Die NATO und die "Gesundheit"





In der militärischen Logik von "Befehl ist Befehl": Die NATO und die "Gesundheit"






Graubraune Kühe und Legehennen existieren allerdings nicht im luftleeren Raum – es haben sich lange industrielle Verarbeitungsketten herausgebildet, um den Reproduktionszyklus von Viehzuchtgebieten zu gewährleisten. Von der Landwirtschaft, die Heu, Silage, Fischöl, Sorghum, gemahlenes und geschrotetes Getreide liefert, über die Futtermittelproduktion, bei der tierische und pflanzliche Zusatzstoffe in automatisierten Anlagen gemischt werden, bis hin zum Schneiden, Verarbeiten, Verpacken, Ausliefern und Lagern von Rindersteaks, Krabbenstäbchen oder frischem Rucola.

In der Welt des Milliardärs Gates können und sollen all diese technologischen Ketten durchbrochen werden – aber die Frage, was mit den riesigen Mengen an freigesetzter Arbeit geschehen soll, bleibt unbeantwortet. Und hier kommen wir zu der Hauptfrage, über die der ehemalige Microsoft-Chef aus irgendeinem Grund nicht spricht.

Gates und die Befürworter des totalen Abschlachtens von Rindern sollten sich, wie bei der Theorie der globalen Erwärmung, der alternativen wissenschaftlichen Auslegungen bewusst sein. Bei den demografischen Prognosen herrscht heute ein gemäßigtes Modell vor, demzufolge die Menschheit bis 2050 die Zehn-Milliarden-Grenze erreichen wird. An diesem Punkt wird das Wachstum enden und ein Plateau erreichen. Nach dem optimistischen Modell werden es etwa 14 Milliarden Menschen sein, und nach den negativen Modellen könnte die Bevölkerung sogar wieder auf die derzeitigen acht Milliarden zurückgehen. Aber wir gehen bewusst von Durchschnittswerten aus.


Willkommen im lukrativen Geldkreislauf der Klimaindustrie




Meinung

Willkommen im lukrativen Geldkreislauf der Klimaindustrie






Die gegenwärtigen Prozesse in der Landwirtschaft – Mechanisierung, Steigerung der Ernteerträge, Ausweitung der Anbauflächen, Entwicklung der Tierhaltung – sorgen für ein noch nie dagewesenes Maß an Wohlstand in der Ernährung beim systematischen Kampf gegen den Hunger. Die Tötung von einer Milliarde Kühen hilft der Ökologie in keiner Weise, denn ein einziger durchschnittlicher Vulkan stößt bei seinem Ausbruch so viel Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxid, Wasserstoff und Methan in die Atmosphäre aus, wie fünfzig große Industrieunternehmen produzieren. Dabei lassen sich die Emissionen von Fabriken kontrollieren, während die Menschheit noch nicht gelernt hat, die Aktivität von 500 aktiven Vulkanen zu regulieren.

In der westlichen Gesellschaft ist die Verschwörungstheorie weitverbreitet, dass die reichsten Menschen auf dem Planeten, deren Vermögen immer schneller wächst, gelinde gesagt lügen. Unter dem Deckmantel der Sorge um den Planeten und das Gemeinwohl, gewürzt mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen, wird den Menschen eingeredet, dass sie unzumutbar gut und wohlgenährt leben. Das Bewusstsein der Massen wird auf die Tatsache vorbereitet, dass Fleisch in Zukunft ein teurer Luxus sein wird, der nur für einige wenige verfügbar ist. Und der Rest von uns sollte dankbar sein, dass wir die Möglichkeit haben, für eine Ration gefriergetrockneter Heuschreckensuppe zu arbeiten.


Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 4. Dezember 2024 zuerst bei "RIA Nowosti" erschienen.


Mehr zum Thema - US-Regierung erklärt den Gesundheitsnotstand – Vorbereitung auf die nächste Pandemie


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08.12.2024

Die Watchlist EUropa vom 07. Dezember 2024

lostineu.eu, vom 7. Dezember 2024

Heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Drei Coups gegen die Demokratie, Abfuhr für Kiew und Aufruhr in Tiflis


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Drei Coups gegen die Demokratie, Abfuhr für Kiew und Aufruhr in Tiflis 7. Dezember 2024

Der brisante Fall von Justizkommissar Reynders, Lawrow reist & Barnier stürzt 5. Dezember 2024

Kallas’ erster Coup, Barniers letzter Akt – und “das EU-Parlament dreht durch” 3. Dezember 2024

Das haben wir nicht gewählt, Chaos in Georgien – und Selenskyj knickt ein 30. November 2024

Die unberechenbare Kommission, Le Pen wehrt sich & viel Qualm um nichts 28. November 2024

Die neue EU-Doktrin, Nato-Kritiker in Stichwahl – und Grüner berät VDL 26. November 2024

Das Parlament versagt, die Kriegsgefahr steigt – und ein Urteil spaltet die EU 23. November 2024

Die “Sprechpuppen” kommen, die Briten bomben – und die Griechen streiken 21. Nov. 2024

Tausend Tage Krieg, letzte Schlacht um Mercosur – und die Genossen fallen um 19. Nov. 2024

Nichts geht mehr, Scholz telefoniert mit Putin – und von der Leyen schweigt 16. November 2024

Von der Leyen 2.0 steht auf der Kippe, Le Pen soll büßen – und “F… you” 14. November 2024

Kleinkrieg um die Ukraine, High Noon im Parlament – und Bretons Geständnis 12. Nov. 2024

Europa-Dämmerung 2.0, Orbans Comeback, Várhelyi muß nachsitzen 9. November 2024

Orbans Trump-Moment, Scholz feuert Lindner – und EU wird kriegstüchtig 7. November 2024

Weder Harris noch Trump, Scholz-Dämmerung – und ist Krieg billiger? 5. November 2024

Im Schatten der US-Wahl, Zölle gegen China – und Georgien wählt “falsch” 2. November 2024

Im Osten viel Neues, die Ampel wankt – und die Brandmauer fällt 26. Oktober 2024

Neue Weltordnung ohne EUropa, die Nato schummelt – und Kallas provoziert 24. Oktober 2024

Votum ohne Wert, Nato in Rostock & Pornoseite soll Hosen runterlassen 22. Oktober 2024Das Ende der Moral, Migration à la Meloni – und Abfuhr für Selenskyj 19. Oktober 2024


Info: https://lostineu.eu/die-watchlist-europa-vom-07-dezember-2024/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.12.2024

Nachrichten von Pressenza: Offener Brief einer vierfachen Mutter für Weihnachtsfrieden statt Siegfrieden!

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 8. Dezember 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 08.12.2024


Offener Brief einer vierfachen Mutter für Weihnachtsfrieden statt Siegfrieden!


Marion Nawroth, vierfache Mutter und Großmutter, trat am 17. November in den Hungerstreik, um ein Zeichen für Frieden und gegen Aufrüstung, Militarisierung und Waffenlieferungen zu setzen. Ihr Protest endete vorzeitig am 5. Dezember mit der Räumung des Friedenscamps am Berliner&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/offener-brief-einer-vierfachen-mutter-fuer-weihnachtsfrieden-statt-siegfrieden/


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Smart City, Transhumanismus und Alternativen &#8211; Irrweg Digitalisierung


In seinem Beitrag „Digitale Werkzeuge“ kritisiert George C. Caffentzis, dass der „Stellenwert digitaler Werkzeuge in der sozialen Produktion und in sozialen Kämpfen von Bewegungen für soziale Gerechtigkeit“ zu wenig thematisiert wird. Dieser Beitrag beruht auf einem Vortrag, den ich am&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/smart-city-transhumanismus-und-alternativen-irrweg-digitalisierung/


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Die deutsche Justiz wird aktiv


Ein mittlerweile 100 Jahre alter ehemaliger KZ-Aufseher soll im hessischen Hanau vor Gericht kommen. Es könnte der letzte Prozess dieser Art gegen einen NS-Täter werden. Eine juristische Groteske ist es schon jetzt – vor allem der Beleg einer skandalösen Verspätung.&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/die-deutsche-justiz-wird-aktiv/


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Kreislaufwirtschaft funktioniert, wenn man will


Evelin Rosenfeld beweist, dass auch eine optimal naturnahe Wirtschaftsweise funktionieren kann Es gehört zu den beliebten Argumenten der konventionellen Landwirtschaft, man könne nur mit dem Einsatz von Großmaschinen und massiver Schädigung von Mitwelt und Bodenleben wirtschaftlich überleben. Evelin Rosenfeld  beweist&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/kreislaufwirtschaft-funktioniert-wenn-man-will/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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08.12.2024

Sergei Ryabkov mit Fred Pleidgen auf CNN

seniora.org, vom publiziert: 07. Dezember 2024, CNN Video 04.12.2024 auf Youtube.com

Fred Pleitgen von CNN führte ein ausführliches Exklusivinterview mit Sergei Ryabkov, dem stellvertretenden Außenminister Russlands.


Watch CNN’s full interview with Russia’s Deputy Foreign Minister

Screenshot_2024_12_08_at_10_09_32_Seniora.org_Sergei_Ryabkov_mit_Fred_Pleidgen_auf_CNN

Video https://youtu.be/DvJKRbeAYvU Dauer 28:37 min


Transkript und Übersetzung von Andreas Mylaeus

Fred Pleitgen:

Im Moment ist die Lage zwischen Russland und dem Westen, Russland und den Vereinigten Staaten, ziemlich gefährlich, mit einem hohen Eskalationsrisiko.

Wie hoch schätzen Sie dieses Risiko ein?

Die Vereinigten Staaten haben den Ukrainern jetzt erlaubt, ATACMS-Raketen einzusetzen, um tief nach Russland hinein zu schießen. Und die Russen antworten mit Oreschnik.

Sergei Ryabkov:

Sie haben Recht. Die Risiken sind hoch und nehmen weiter zu. Das ist ziemlich beunruhigend. So etwas haben wir in der Vergangenheit noch nie erlebt, auch nicht auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Und ich würde nicht sagen, dass es dafür eine Patentlösung gibt.

Ich glaube, wir haben es mit einem großen Mangel an Zurückhaltung seitens des Westens, insbesondere der USA, zu tun, wo die Menschen anscheinend unsere Entschlossenheit unterschätzen, unsere Interessen und unsere zentralen nationalen Sicherheitsinteressen zu verteidigen, wie wir es während dieser besonderen Militäroperation, die im Februar 2022 begann, gezeigt haben.

Fred Pleitgen:

Wie weit sind Sie also bereit zu gehen?

Denn de facto ist die Oreschnik-Rakete eine strategische, sehr nuklearfähige ballistische Rakete, die Sie über der ukrainischen Stadt abgefeuert haben.

Sergei Ryabkov:

Oreschnik ist keine strategische ballistische Rakete. Es handelt sich um eine Mittelstreckenrakete, die im Gefecht getestet wurde, und die Ergebnisse sind den Menschen in Kiew, in Washington, in Brüssel und natürlich in Moskau bekannt.

Wir haben dies nicht nur als Botschaft genutzt, sondern auch, um zu testen, was wir in Bezug auf unsere wachsenden und zusätzlichen Fähigkeiten in diesem sehr wichtigen Bereich wirklich haben.

Ich möchte Ihnen sagen, dass wir ohne die Trump-Administration, die den INF-Vertrag, der jahrzehntelang im Interesse sowohl der USA als auch Russlands lag, einfach zerstört hat, kein Oreschnik in der Hand hätten. Wir wären immer noch in unserer Fähigkeit eingeschränkt, solche Waffen zu entwickeln.

Aber okay, das ist jetzt weg.

Und jetzt haben wir das hier. Was wir haben, haben wir. Wir beklagen uns nicht über verpasste Gelegenheiten. Wir schauen nach vorne. Wir sind sehr sicher, dass wir alle unsere Ziele erreichen werden, durch unsere Aktionen vor Ort und alle Ziele dieser besonderen Militäroperation werden erreicht werden.

Fred Pleitgen:

Sie haben gerade gesagt, dass der Westen die Neigung und Bereitschaft Russlands, seine strategischen Ziele durchzusetzen, unterschätzt.

Der russische Präsident hat gesagt, dass der Einsatz von ATACMS-Raketen, die auf Russland abgefeuert werden, den Konflikt in einen Konflikt zwischen Russland und dem Westen, Russland und den Vereinigten Staaten, verwandelt. Wie groß ist die Gefahr, dass wir in eine nukleare Eskalation geraten?

Sergei Ryabkov:

Das hängt davon ab, wie die Menschen in Washington entscheiden und wie sie die Situation einschätzen.

Nun, ich möchte hier keine Schuldzuweisungen vornehmen, aber was beunruhigend ist, ist die ganz offensichtliche Unfähigkeit dieser Menschen, ich würde sagen im Gegensatz zu dem, was zu allen Zeiten in der Vergangenheit der Fall war, ihre Fähigkeit, wirklich anzuerkennen, dass Moskau nicht jemand oder etwas ist, das auf unbestimmte Zeit unter Druck gesetzt werden kann.

Es wird der Moment kommen, an dem wir keine andere Möglichkeit sehen, keine andere Wahl haben, als zu noch stärkeren militärischen Mitteln zu greifen. Ich würde nicht behaupten, dass dies sofort geschehen wird. Ich würde nicht einmal behaupten, dass wir etwas anderes haben als das, was vor einigen Tagen in Bezug auf unsere überarbeitete Nukleardoktrin veröffentlicht wurde und was zeigt, dass wir Lehren aus den Geschehnissen in und um die Ukraine gezogen haben.

Aber der Trend ist da. Und wissen Sie, in der NATO gibt es eine Gruppe von Leuten, ich würde sie sogar als Cheerleader bezeichnen, die den großen Jungs auf dem Spielfeld zujubeln und sie anfeuern, immer weiter in dieses Spiel einzusteigen. Sie werden besiegt werden, so wie die USA 1973 von der Sowjetunion im Basketball besiegt wurden.

Fred Pleitgen:

Was bedeutet Niederlage denn dann? Glauben Sie, dass wir uns in Bezug auf eine Eskalation derzeit in einer prekäreren Lage befinden als beispielsweise während der Kubakrise?

Sergei Ryabkov:

Damals war die Gefahr einer nuklearen Katastrophe und nuklearen Apokalypse in jenem Moment akuter als heute. Aber heute, denke ich, sollte die Gefahr, dass sich dieses Szenario entfaltet, von niemandem unterschätzt werden. Wir haben keinen Vergleich. Wir haben keine Fahrpläne, wir haben keine Routinen, wir haben keine Kultur, wie man mit dieser Art von Situation umgeht, und das Fehlen des gesunden Menschenverstandes an vielen Orten, das Fehlen einer nüchternen Analyse in verschiedenen Büros im Westen ist so alarmierend.

Wir haben nicht den Verstand verloren.

Wir wissen, wovon wir reden. Dies ist eindeutig ein historischer Moment für alle.

Und wir lassen uns zu nichts provozieren. Aber noch einmal: Wir haben die Ausdauer und den starken Willen, unsere Interessen mit allen Mitteln zu verteidigen. Und wir sind standhaft und unerschütterlich, unabhängig davon, wie viele Milliarden Dollar die USA in diesem Konflikt verbrennen werden, unabhängig davon, was die Menschen in der Europäischen Union glauben, tun zu müssen, um Kiew zu unterstützen und den USA zu helfen. Wir werden uns dort durchsetzen. Daran besteht kein Zweifel.

Fred Pleitgen:

Das führt uns natürlich zur nächsten Frage. Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüsselfaktor für die Sichtweise Russlands auf den Ukraine-Konflikt, auf die Ukraine-Frage, bezüglich dessen die westlichen Staats- und Regierungschefs Ihre Position nicht verstehen?

Sergei Ryabkov:

Eine einfache Antwort auf diese sehr wichtige Frage meinerseits wäre, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs den Hintergrund völlig ablehnen. Wenn sie anerkennen würden, dass wir keine andere Möglichkeit hatten, keine andere Wahl, als am 24. Februar 2022 Gewalt anzuwenden angesichts dessen, was zuvor geschehen war... Seit 2014 und dann bis 2022 verschlechterte sich die Situation der Russen und der russischsprachigen Menschen in der Ukraine kontinuierlich.

Es kam zu einem Aufschwung neuer unruhiger Stimmungen, auch in der Regierung dieses Landes, die durch einen illegitimen Staatsstreich an die Macht gekommen war.

Dies wird vom Westen vollständig abgelehnt. Sie behaupten, dass es sich dabei um russische Propaganda handele.

In dem Moment, in dem sie beginnen zu verstehen, was uns in diese tragische Situation gebracht hat, in der es keine andere Wahl gab, werden die Chancen für eine bessere Lösung, ein vernünftigeres Szenario meiner Meinung nach steigen.

Fred Pleitgen:

Der Weg zurück scheint über Friedensgespräche zu führen. Wie wahrscheinlich sind Ihrer Meinung nach Friedensgespräche? Und in welchen Bereichen ist Russland zu Kompromissen bereit, falls es zu Friedensgesprächen kommt?

Sergei Ryabkov:

Wir haben unsere Position in der Erklärung des Präsidenten vom 14. Juni dargelegt. Wir wissen, was Selensky in Bezug auf seine Pläne und Vorschläge vorlegt. Wenn man die beiden Positionen vergleicht, sind sie scheinbar unvereinbar, sie können nicht zusammengeführt werden. Daher glaube ich, dass die Chancen für einen Kompromiss derzeit gleich Null sind. In dem Moment, in dem die Menschen in Kiew zu verstehen beginnen, dass Russland auf keinen Fall den von ihnen vorgeschlagenen Weg einschlagen wird, denke ich, dass es Möglichkeiten und Chancen geben könnte.

Ich möchte Ihnen sagen, dass in den letzten Jahren eine Reihe von Ländern verschiedene Ideen entwickelt haben, wie der politische Dialog vorangebracht werden kann. Wir schenken diesen Ideen große Aufmerksamkeit. Wir binden diese Länder auf allen Ebenen ein. Wir kritisieren sie auch in einigen Punkten, darunter unsere engsten Freunde wie China, und die chinesisch-brasilianische Gruppe von Freunden ist etwas, das wir genau beobachten, obwohl wir glauben, dass es bei diesem Ansatz Mängel gibt. Wir schließen also nichts aus.

Aber im Moment stehen die Chancen für diejenigen Länder, einen Kompromiss zu erzielen, der nach Ansicht des Westens und Kiews der richtige Weg ist, bei null.

Der erste Punkt auf der Tagesordnung, die erste Maßnahme, die Washington ergreifen sollte, sollte meiner Meinung nach eine sehr deutliche Botschaft an Kiew sein, dass es das selbst auferlegte Verbot aufhebt, direkte Kontakte zu Russland zu unterhalten. Das wäre der richtige Anfang.

Fred Pleitgen:

Zelensky hat kürzlich gesagt oder angedeutet, dass die Ukraine bereit wäre, einige der Gebiete, die Sie derzeit halten, im Gegenzug für eine Vollmitgliedschaft in der NATO aufzugeben.

Sergei Ryabkov:

Eine Vollmitgliedschaft in der NATO ist in keiner Weise akzeptabel [a nonstarter]. Dies ist einer der Gründe, warum Russland diese besondere Militäroperation begonnen hat. Ich meine, es ist nicht so, dass wir hier eine Situation von „Land für Frieden“ haben, wenn wir dies mit dem Nahen Osten oder anderswo vergleichen. Darum geht es hier nicht.

Wir haben eine ganz klare Position, eine prinzipielle Position, wo wir unsere historischen Gebiete haben, Menschen aus Russland, russischsprachige Menschen, die diese Gebiete entwickeln. Sie wollen nicht unter dem Neonazi-Regime in Kiew leben und wollten es auch nie.

Sie haben sich in Referenden dafür ausgesprochen. Sie haben alle demokratischen Verfahren eingehalten. All dies geschah im Rahmen des international anerkannten Prinzips der Selbstbestimmung der Völker.

Wir haben all dies vor der ganzen Welt durch zahlreiche Erklärungen unserer Staats- und Regierungschefs, unserer Diplomaten und unserer Politiker dargelegt. Es geht nicht darum, irgendwelche imperialen Ziele zu erreichen. Wir sind der Meinung, dass unsere Kerninteressen gefährdet sind, und wir haben keine andere Wahl, als sie mit militärischen Mitteln zu verteidigen.

Fred Pleitgen:

Glauben Sie, dass die Trump-Regierung ihr Versprechen einhalten wird, oder dass Donald Trump sein Versprechen einhalten wird, die Krise so schnell wie möglich zu lösen und kann er das?

Sergei Ryabkov:

Wir haben nie etwas direkt von ihm oder seinem Team gehört. Wir haben nur gesehen, was von einigen Leuten aus seinem Umfeld öffentlich gemacht worden ist. Wir haben auch einige Aussagen des designierten Präsidenten Trump aus seiner Wahlkampagne gesehen, in denen er gesagt hat, dass er dieses Problem innerhalb von 24 Stunden lösen könne.

„24 Stunden“ war wahrscheinlich ein Wort, das er benutzt hat, um zusätzliche Sympathien bei den Wählern zu gewinnen. Einige Konflikte können nicht einmal in 24 Jahren gelöst werden, wie wir im Nahen Osten sehen. Aber ich schlage nichts anderes vor, als dass wir da sein werden, sobald diese Leute beschließen, einige Ideen vorzubringen.

Wir werden uns das auf jeden Fall sehr genau ansehen. Aber bitte, machen Sie keinen Fehler, nicht auf Kosten der Grundelemente unserer nationalen Position.

Fred Pleitgen:

Was halten Sie von einigen seiner vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder? Denn einige von denen haben auch gesagt, dass sie glauben, dass sie diese Krise lösen müssen. Elon Musk hat etwas gesagt. Der neue nationale Sicherheitsberater hat etwas gesagt. Und jetzt wird die Trump-Administration auch einen Sondergesandten für den Ukraine-Konflikt ernennen.

Sergei Ryabkov:

Und wer würde das sein?

Fred Pleitgen:

Keith Kellogg.

Sergei Ryabkov:

Ja. Okay. [lacht] Das Letzte, was ich jetzt tun würde, ist, von diesen Leuten irgendwelche Charakterisierungen abzugeben. Einige von ihnen sind uns bekannt, andere nicht. Sie alle sind sehr interessante Persönlichkeiten. Wiederum haben einige von ihnen internationale Erfahrung. Andere werden sich wahrscheinlich mehr um etwas Inländisches kümmern.

Wir warten respektvoll auf den Moment, in dem die neue Regierung eingesetzt wird, und dann über offizielle Kanäle, je nachdem, ob die US-Seite bereit ist, sich für diesen Kontext zu öffnen, denn derzeit haben wir nicht viel Kontakt zur scheidenden Regierung.

Es ist auch eine selbst auferlegte Beschränkung, eine Art, eine ähnliche Art, wie sie Zelenskiy in Kiew sich selbst auferlegt hat.

Ich halte das für einen Fehler. Besser reden als nicht reden. Wir werden sicherlich analysieren, wie das nächste nationale Sicherheitsteam zusammengesetzt sein wird. Und wir werden für jegliche Kontakte sehr offen sein.

Fred Pleitgen:

Aber haben Sie die Hoffnung, dass sich nach dem 20. Januar etwas ändern könnte? Denn es scheint, als würde sich im Moment alles auf eine weitere Konfrontation hinbewegen. Viele Menschen haben gesagt, dass die Monate zwischen der US-Wahl und der Amtsübernahme der neuen Regierung in Amerika eine sehr gefährliche Zeit für den Ukraine-Konflikt und die Möglichkeit einer Eskalation sind. Und wir haben in den letzten Wochen gesehen, dass es zu einer starken Eskalation gekommen ist.

Sergei Ryabkov:

Mein Appell und meine Botschaft an die Menschen in der scheidenden Regierung sind ganz klar: Wir werden reagieren, wenn sie provozieren. Wir werden einen Weg finden, unseren starken Willen und unsere Interessen durchzusetzen. Ich drohe hier also niemandem. Es ist nur eine sachliche Feststellung. Ich beziehe mich auf das, was die ganze Zeit über der Fall war.

Es ist bedauerlich, dass die Menschen irgendwie wegschauen und nicht erkennen, dass wir in dieser sich immer weiter nach oben drehenden Eskalationsspirale der Gefahren zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, innezuhalten und uns umzusehen und einfach zu überlegen, ob es Alternativen gibt oder nicht.

Die Politik der scheidenden Biden-Regierung gegenüber Russland und der Ukraine ist also sehr starr, einseitig, sehr dogmatisch und sehr ideologisch.

Es macht jedoch keinen Unterschied, was wir für richtig halten, was Russland tun sollte. Und wenn dann die nächste Regierung kommt ...

Sie haben nach Erwartungen oder Hoffnungen gefragt. Sehen Sie, wir hatten eine seltsame Situation während der Trump-Ära, als es so eine Art Gefühl gab, dass unterschiedliche Leute kommen würden. Aber die Politik gegenüber Russland wurde immer nur noch schlechter. Buchstäblich. Er verhängte viel mehr Sanktionen als Obama. Er zerstörte zwei   – mindestens zwei   – sehr wichtige Rüstungskontrollverträge, und einige seiner engsten Mitarbeiter warben in diesem Moment für diese Politik, als wäre das etwas, das alle Menschen auf der Welt glücklich macht.

Fred Pleitgen:

Wie lange kann Russland diesen Krieg noch durchhalten? Denn im Moment sind Sie auf dem Vormarsch. Aber gleichzeitig verlieren Sie viele Menschen, viele Menschen werden verwundet. Und ich weiß, dass es keine genauen Zahlen gibt. Die Ukraine verliert viele Menschen. Und im Moment fließt ein Drittel Ihres Staatshaushalts in Verteidigungs- und Militärausgaben.

Sergei Ryabkov:

Natürlich weiß CNN besser, wie hoch unser Budget ist und wie viele ...

Fred Pleitgen:

Es ist offiziell. Es sind offizielle Zahlen, oder? Sie wurden veröffentlicht. Das wurde dieses Wochenende unterzeichnet, oder nicht?

Sergei Ryabkov:

Ich würde sagen, es zeigt auch, dass unsere Bevölkerung den Präsidenten und die Regierung in einem Kampf unterstützt, in dem es darum geht, dass Russland stark bleibt, unabhängig bleibt, für ein Russland, das in der Welt etwas bewirkt und nicht nur für Russland, das sich den Menschen in Washington und Brüssel nicht unterordnet.

Es geht viel weniger um Kiew. Es geht viel mehr um die USA, die NATO und den kollektiven Westen, wie wir ihn nennen.

Fred Pleitgen:

Es handelt sich also um eine direkte Konfrontation zwischen Russland und dem Westen und um die Idee des russischen Präsidenten für eine neue Weltordnung. Das hat er selbst gesagt, oder? Zum Beispiel wird BRICS als Machtzentrum, als Wirtschaftszentrum immer wichtiger.

Und das könnte Sie auch auf einen direkten Konfrontationskurs mit Donald Trump bringen, denn er hat gerade gesagt, dass die USA mit aller Macht [to fight that tooth and nail - mit Zähnen und Klauen] dagegen ankämpfen werden, wenn die BRICS den Dollar durch eine andere Weltwährung ersetzen wollen.

Sergei Ryabkov:

Wenn der Moment gekommen ist und Präsident Trump sein Amt antritt, denke ich, dass es Möglichkeiten geben wird, seinem Volk zu sagen, dass wir bei BRICS den Dollar nicht „ersetzen“ wollen. Wir bei BRICS wollen ein System entwickeln, das es uns bei BRICS ermöglicht, die Bedürfnisse unserer Wirtschaftsakteure parallel zu denen der USA und anderer zu bedienen.

Es handelt sich also um eine polyphone Weltordnung, um das Wort von Präsident Putin aus seiner großen Valdai-Präsentation zu verwenden. Nicht polyzentrisch, nicht multipolar, sondern polyphon, was moderner ist.

Wir modernisieren überall. Herrschaft und Monopol, wie es einst einige große Namen des Marxismus lehrten, sind der direkte Weg zur Verzerrung des Systems. Sie führen nicht zu Wettbewerb, sondern zu einer allmählichen Verschlechterung des Systems. Ich denke, der Monopolismus, den die USA überall aufrechtzuerhalten, einzuführen und durchzusetzen versuchen, ist für die USA selbst gefährlich.

Bevor es zu spät ist, fordere ich vernünftige Menschen in diesem Land auf, dies zu bedenken.

Fred Pleitgen:

Wenn keine Gespräche stattfinden und die Dinge so weiterlaufen wie bisher, was bedeutet das für die Ukraine? Was bedeutet das für Europa? Was bedeutet das für Russland? Wo führt das alles hin, wenn es nicht gestoppt wird?

Sergei Ryabkov:

Mal sehen. Ich denke, man sollte die Wahrscheinlichkeit eines schlimmstmöglichen Ausgangs dieses sich anbahnenden, noch größeren Konflikts nicht unterschätzen. Andererseits werden wir unser Möglichstes tun, um dies zu verhindern.

Wir werden stark genug sein, um all unsere Interessen zu verteidigen, aber wir werden nicht die Ersten sein, die eskalieren. Wir werden nicht die Ersten sein, die etwas tun, was bedeuten würde, dass wir jetzt eine Situation geschaffen haben, in der es kein Zurück mehr gibt.

Aber gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Situation außer Kontrolle gerät, wenn die Menschen auf der anderen Seite die Situation nicht als äußerst gefährlich erkennen und sie von Woche zu Woche, wenn nicht sogar von Tag zu Tag, noch gefährlicher wird.

Ich meine, normalerweise verstehen Militärs, diejenigen, die dort sitzen   – wie wir auf Russisch sagen   – in der Nähe des Eisens, dass sich das heute sehr von Computerspielen unterscheidet.

Diejenigen, die aus ihrem eigenen Dienst im Kampf oder anderswo etwas gelernt haben, sind wahrscheinlich eine sehr, sehr kleine Minderheit an wichtigen Orten in Washington.

Fred Pleitgen:

Wie schlimm ist das alles für Russland? Sie haben doch gesagt, dass die Ukrainer ein slawisches Volk sind, im Grunde sind sie Brüder der Russen. Und dennoch wird so viel von dem Land zerstört. Und jeden Tag wird es mehr.

Sergei Ryabkov:

Es wird wieder aufgebaut werden. Kommen Sie nach Mariupol und sehen Sie sich an, was dort ist.

Wir sind ein starkes Volk. Wir sind in der Lage, zusammenzukommen und in Momenten großer Herausforderungen unseren starken Willen zu zeigen. Und einer dieser Momente ist jetzt, denke ich.

Aber wir wollen allen erklären, wo wir stehen, allen. Wir wollen nicht einfach dasitzen und eine Gruppe von Menschen sein, Verbündete, Gleichgesinnte, wer auch immer, Nachbarn, BRICS. Wir wollen auch mit dem Westen sprechen. Und wir tun dies mit den Menschen, die dafür offen sind. Wir sind bereit.

Fred Pleitgen:

Dies wird meine letzte Frage sein, und ich habe bis zum Schluss gewartet, weil ich denke, dass die Antwort vielleicht etwas länger ausfallen wird. Aber Sie sagten, dass das Gebiet, um das Sie sich derzeit in der Ukraine streiten, im Wesentlichen das russische Kernland ist, dass es Russen gab, die dort keine Rechte hatten, dass das Russische und die russische Kultur an den Rand gedrängt werden. Und dass dieses Land im Wesentlichen russisch ist, wie Sie es ausdrückten.

Ist das nicht die Wurzel der gesamten katastrophalen Geschichte der letzten 2.000 Jahre in Europa, dass die Menschen gesagt haben, dieses Land gehört eigentlich uns, wie es die Deutschen im Sudetenland getan haben, um was die Franzosen und die Deutschen gestritten haben?

Ist die Tatsache, dass Sie über diese Geschichte sprechen, nicht ein Schritt zurück in die Zeit, bevor es die Vereinten Nationen gab, bevor Grenzen anerkannt wurden, bevor Nationalstaaten entstanden, denn jeder einzelne Ort in Europa, im Nahen Osten und an vielen anderen Orten hat irgendwann einmal jemand anderem gehört.

Aber die Frage ist, kann man eine politische Einheit anerkennen und trotzdem anerkennen, dass es darin Minderheiten geben kann? Müssen diese Länder zu Russland gehören?

Sergei Ryabkov:

Schauen sie, ich möchte hier keine Parallelen zu historischen Situationen an verschiedenen Orten ziehen. Was ich sagen wollte, ist, dass wir auch, wenn Sie so wollen, politisch sehr bescheiden waren. Und wir waren auch sehr zurückhaltend in Bezug auf das, was wir glaubten, getan werden könnte oder sollte, um eine Situation zu korrigieren, die für unsere Brüder dort immer unerträglicher wurde.

Es hat viele Jahre vergeblicher Versuche gebraucht, sich auf diplomatischem Wege auf etwas zu einigen, bis einige Vereinbarungen geschlossen wurden, die erzielt und erreicht wurden, nicht zuletzt unter direkter Beteiligung derselben europäischen Mächte, auf die Sie sich bezogen haben, wenn Sie sagten, auf ihre eigene Geschichte seit 2.000 Jahren. Wir haben dies nicht ohne Kenntnis von den negativen Auswirkungen getan, die dies sowohl für Russland und das Ansehen Russlands auf internationaler Ebene als auch für andere haben konnte, die diese Gelegenheit nutzen würden, um ein anderes Spiel zu spielen, wenn Sie so wollen.

Aber diese Überlegung war etwas ganz anderem und sehr Tiefgreifendem untergeordnet.

Und es ist tragisch, denn wie gesagt, es gab am Schluss einfach keine andere Möglichkeit mehr.

Wir wollen nicht, dass dies ein Vorbote ist, der Beginn weiterer schrecklicher Ereignisse in Europa, ganz sicher nicht!

Übrigens ist es meiner Meinung nach sehr falsch und sehr widerlich, wenn wir ab und zu hören, dass Russland nicht aufhören und die NATO angreifen wird und so weiter und so fort.

Das ist eine Zurückweisung dessen, was ich gerade gesagt habe, dass wir in dieser Situation an Orten, an denen derzeit gekämpft wird, im Herzen verwundet sind, wenn Sie so wollen.

Fred Pleitgen:

Aber ist es das auch wert?

Sergei Ryabkov:

Verzeihung?

Fred Pleitgen:

Ist es das wert? Sind Hunderttausende Tote das wert? Sind all diese Sanktionen das wert?

Sergei Ryabkov:

Sie fragen ob…

Fred Pleitgen:

Oder ist der Preis zu hoch? Das ist im Grunde die Frage.

Sergei Ryabkov:

Der Zweite Weltkrieg, der Erste Weltkrieg, diejenigen, die dort ihr Leben verloren haben, war es das wert? War es das wert? Niemand weiß es. Für ihre Familien wahrscheinlich nicht. Für einige von ihnen. Aber sie sind Nationalhelden für die Länder, für die sie gekämpft haben. Und wir haben eine außergewöhnliche Geschichte von Helden für unser eigenes Land.

So etwas passiert heutzutage.

Vielen Dank.

Fred Pleitgen:

Ich danke Ihnen vielmals, Sir.


Quelle: Youtube.com

https://www.youtube.com/watch?v=DvJKRbeAYvU

Transkript und Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6510&mailid=2432


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Das alles verdeutlicht das fatale wie gleichsam wertvolle Gut, dass allen gewachsenen Strukturen innewohnt, da man sich gemeinsam darum kümmern muss. Wenn nur die Einsicht aller, in das Vorhandensein unterschiedlicher Interessen, diese zur gemeinsam organisierten Vermittlung selbiger führen würde.

07.12.2024

„Friedensmacht Europa“! – Der Gegenentwurf zum brandgefährlichen Militarismus der Europäischen Union

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Vor den Journalisten und Fotografen gibt man sich gerne als vereinte Kraft – Roberta Metsola, Parlamentspräsidentin, Ursula von der Leyen, Kommissionspräsidentin, Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rates. Einig ist man sich allerdings nur in einem Punkt: im Russenhass. (cm)


globalbridge.ch, vom 06. Dezember 2024 Von: in Geschichte, Politik

Die Europäische Union betreibt seit Beginn des Ukrainekrieges nicht nur eine Totalverweigerung in Sachen Diplomatie, die schrille Rhetorik ihrer jüngsten Russlandresolution liest sich wie eine Kriegserklärung. Das vorliegende Konzeptpapier «Friedensmacht Europa» entwirft eine dringend benötigte Alternative. Es versteht sich als parteiübergreifende Diskussionsgrundlage für alle Menschen innerhalb und außerhalb des Europaparlaments, die die martialische, im Worst Case suizidale Russlandpolitik der EU nicht mehr hinzunehmen bereit sind.


Vorbemerkung

Immer öfter und vernehmbarer ist im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg und der Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsidenten in allen Parteien die Forderung nach einer „Selbstbehauptung Europas“ zu hören. Was darunter genau zu verstehen ist, bleibt jedoch bemerkenswert nebulös. Ist damit die Forderung nach einer „Atommacht Europa“ gemeint? Einer neuen Supermacht, die im NATO-Verbund oder auf eigene Faust ihre Interessen auf dem europäischen Kontinent oder außerhalb künftig auch kriegerisch durchsetzen will?

Das vorliegende Konzeptpapier argumentiert antizyklisch. Gegen den sich täglich radikalisierenden militaristischen Kurs von Europaparlament und Europäischer Kommission. Selbstbehaupten, so die Grundthese, wird die EU sich nur im Rückgriff auf ihre Gründungsidee: als „Friedensmacht Europa“. Das Papier will eine parteiübergreifende internationale Diskussion innerhalb und außerhalb des Europäischen Parlaments anregen, mit dem Ziel, eine fundierte friedenspolitische Gegenposition zu entwickeln.


Sofortmaßnahmen im Ukrainekrieg

  • Die „Friedensmacht Europa“ (FE) setzt sich für ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen im Ukrainekrieg sowie einen STOP aller Waffenlieferungen mit dem Ziel eines schnellstmöglichen Waffenstillstands ein.
  • Der einem Waffenstillstand und anschließenden Verhandlungen folgende Friedensvertrag sollte seinerseits der Startpunkt für die Einberufung einer hochrangigen Konferenz sein, mit dem Ziel einer Revitalisierung der europäischen Sicherheitsarchitektur auf der Grundlage der fortbestehenden Gültigkeit der Helsinki-Schlussakte 1975, der Charta von Paris 1990 und der Budapester Vereinbarung von 1994 – und zwar ohne Vorbedingungen und in unterschiedlichen Formaten. („Helsinki 2.0“)
  • Solange diese Konferenz tagt, verzichten alle Seiten auf alle Formen der militärischen Gewalt.


Ziel: Revitalisierung einer europäischen Sicherheitsstruktur auf Basis des Prinzips der „Gemeinsamen Sicherheit“

  • Um die neue Spaltung Europas schnellstmöglich zu überwinden, startet die FE eine neue Entspannungspolitik und unternimmt in diesem Sinne alles in ihren Kräften stehende zur Initiierung und Förderung eines „Helsinki 2.0“-Prozesses (s.o.), mit dem Ziel eines kompletten Resets der europäischen Sicherheitsstruktur auf der Basis des Verzichts auf die Androhung und Anwendung von Gewalt sowie des Respekts der staatlichen Souveränität und der Unverletzlichkeit von Grenzen nach der Grundmaxime der „Charta von Paris“: „Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden.“
  • Die FE knüpft dabei an der Vision Michail Gorbatschows des „Gemeinsamen Europäischen Hauses“ an und revitalisiert diese Perspektive im Hinblick auf die aktuelle geopolitische Situation.
  • In diesem Sinne spricht sich die FE für den STOP aller Erweiterungen des nordatlantischen Bündnisses aus.
  • Zugleich unternimmt die FE alles, um sämtliche Maßnahmen der Militarisierung (vor allem in Richtung „Kriegstüchtigkeit“), sei es auf rüstungspolitischer Ebene, sei es auf der Ebene der Infrastruktur (Bunkerbau, „Operationspläne“ etc.) oder auf mentaler Ebene (z.B. Erziehung zur Wehr-, gar Kriegstüchtigkeit) umgehend zu stoppen.


Militärpolitische Maßnahmen

  • Oberstes Ziel der FE ist die Verhinderung eines Krieges in Europa, insbesondere eines Krieges zwischen den Nuklearmächten USA und Russland.
  • Die FE unternimmt daher alles in ihren Kräften stehende, um die Nuklearmächte USA und Russland zur Dislozierung aller Waffensysteme auf europäischem Boden zu bewegen, die eine (im schlimmsten Falle nicht mehr zu kontrollierende) Eskalation provozieren könnten. Das Gleiche gilt für sämtliche Demonstrationen militärischer Stärke – zu Luft, zu Wasser, im Weltraum, auf dem Lande sowie in der digitalen Sphäre –, auch wenn diese nicht gegen geltendes internationales Recht verstoßen sollten. Ziel ist es, mögliche „Dangerous Brinkmanships“ im Vorfeld zu verhindern.
  • Die FE strebt langfristig eine Welt ohne Atomwaffen und andere Massenvernichtungsmittel an. Sie unternimmt in diesem Sinne alles in ihren Kräften stehende, um die Nuklearmächte USA und Russland (später auch im multilateralen Format zusammen mit den übrigen Nuklearmächten) zur Neuaufnahme von Verhandlungen zur Rüstungskontrolle und zur Abrüstung, besonders im nuklearen Bereich, zu bewegen. – Im einzelnen gehören dazu:
  • Verlängerung bzw. Neuformulierung des New-START-Vertrages über strategische Nuklearwaffen;
  • Neuformulierung eines „INF-Vertrages 2.0“ über Trägersysteme kürzerer und mittlerer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern;
  • Aushandlung eines neuen „KSE-Vertrages“ zur Begrenzung und Abrüstung konventioneller Waffensysteme in Europa;
  • Aushandlung eines neuen „Open Skies Treaty“ im Sinne von ‚Glasnost‘ sowie weiterer vertrauensbildender Maßnahmen wie u.a. der wechselseitigen Transparenz bei Militärmanövern;
  • Aushandlung eines Vertrages über das Verbot der Stationierung von Atomwaffen und anderer Massenvernichtungssysteme im Weltraum;
  • Aushandlung von Verträgen zur Gemeinsamen Sicherheit im World Wide Web, im Cyberspace sowie im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
  • Die FE setzt sich ein für die Errichtung einer entmilitarisierten Zone zwischen den europäischen NATO-Staaten auf der einen sowie Russland und Belarus auf der anderen Seite. (Innerhalb der Ukraine würde diese Zone entlang der ausgehandelten Waffenstillstandlinie bzw. Friedensvertragsgrenze verlaufen.)
  • Die FE strebt langfristig ein atomwaffenfreies (und von Massenvernichtungsmitteln freies) Europa vom Atlantik bis zum Ural unter Einbeziehung der französischen und englischen Nuklearwaffenarsenale an. Kurzfristig setzt sie sich für den vollständigen Abzug aller im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ stationierten Atomwaffen von Drittstaaten auf europäischem Boden ein.
  • Die FE setzt sich für die Rückabwicklung sämtlicher Module des AEGIS-Raketenabwehrsystems – insbesondere auf europäischem Boden, aber auch in den angrenzenden Seegewässern – ein.
  • Die FE setzt sich für eine Wiederbelebung des NATO-Russland-Dialogs ohne Vorbedingungen auf politischer und militärischer Ebene ein. Dazu sollte der NATO-Russland-Rat auf allen Hierarchieebenen schnellstmöglich reaktiviert, wieder kontinuierlich in Anspruch genommen und durch weitere Foren des direkten Kontaktes zur Verbesserung der Kommunikation, des Informationsaustausches und der Transparenz ergänzt werden.
  • Die FE strebt eine konstruktive und gleichberechtigte ‚projektbezogene Zusammenarbeit‘ zwischen der EU und Russland überall dort an, wo gemeinsame Interessen vorliegen (z.B. bei der Bekämpfung des Klimawandels, des islamistischen Terrorismus, der Proliferation spaltbaren Materials, der Sicherheit in der digitalen Sphäre, des Umganges mit Künstlicher Intelligenz etc.).
  • Flankierend zu den militärpolitischen Maßnahmen entwickelt die FE vielfältige Maßnahmen der ‚Soft Power‘ u.a. im Sinne einseitiger Vorleistungen (wie z.B. Visafreiheit) zur Deeskalation zwischen der EU und Russland bzw. Belarus.


Für einen neuen erweiterten Sicherheitsbegriff

  • Die FE setzt sich für einen neuen erweiterten Sicherheitsbegriff ein, der, wie Michail Gorbatschow es zusammen mit dem Friedensnobelpreisträgerforum 2005 vorschlug, sich weg von militärischen Zielen hin zur weltweiten Garantierung der Grundbedürfnisse aller Menschen orientiert: „Grundlage der Sicherheit sollte die vorrangige Beachtung der Grundbedürfnisse der Menschen und die Achtung jedes menschlichen Lebens sein. Anstelle exorbitanter Militärausgaben, die nur die Sicherheit untergraben, müssen die Mittel der internationalen Gemeinschaft zur Lösung der Probleme der Bildung und Gesundheit eingesetzt werden, insbesondere die Bekämpfung von AIDS und Tuberkulose durch Schutz- und Präventionsmaßnahmen.“


Wirtschaftspolitische Maßnahmen

  • Die FE strebt die schrittweise Aufhebung sämtlicher wechselseitigen Wirtschaftssanktionen zwischen dem kollektiven Westen und Russland an.
  • Die FE entwickelt wirtschaftliche Kooperationsangebote an Russland auf der Basis von Win-Win-Situationen, um die derzeitige wechselseitige Blockade zu überwinden.
  • Die FE entwickelt Maßnahmen zur Revitalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Russland, insbesondere im Bereich der Energieversorgung.
  • Langfristiges Ziel ist die Errichtung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok.


Zivilgesellschaftliche Maßnahmen

  • Erste Priorität hat für die FE die Rekonstruktion des Vertrauens auf sämtlichen Ebenen. Dies gilt insbesondere für die Ebene der offiziellen Politik sowie für die unmittelbaren zwischenmenschlichen Kontakte. Die FE macht daher alle Maßnahmen – Behinderungen im Reiseverkehr, bei der Visavergabe etc. – rückgängig, die im Zusammenhang mit den Sanktionsregimen verhängt wurden.
  • Die FE fördert alle zivilgesellschaftlichen Initiativen, deren Ziel es ist, den aktuellen Prozess der zunehmenden Entfremdung zwischen den Menschen in Russland/ Belarus und den Ländern der EU zu stoppen und auf allen Ebenen eine neue „Kultur des Zuhörens und des direkten Dialoges“ zu implementieren.
  • In diesem Sinne fördert die FE sämtliche bi- und multilateralen Kontakte wie Städtepartnerschaften, Jugendaustausch, wissenschaftliche Projekte, interkonfessionelle Dialoge, Kulturprojekte sowie Kooperationen im Sport.


Siehe dazu auch: «Das Europäische Parlament dreht durch» von Michael von der Schulenburg


Auch der Bericht «1000 Jahre Knast» von Martin Sonneborn, einem fraktionslosen Mitglied des Europa-Parlaments, ist sehr lesenswert. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Korruption und andere kriminelle Aktivitäten bei den Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu finden sind.



Info: https://globalbridge.ch/friedensmacht-europa-der-gegenentwurf-zum-brandgefaehrlichen-militarismus-der-europaeischen-union


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.12.2024

UNESCO-geschütztes Denkmal in der Ukraine zum Abriss freigegeben: Die UNESCO schweigt

freedert.online, 7 Dez. 2024 22:00 Uhr, Von Tatjana Pop

Die UNESCO hat ukrainische Ostereier zum kulturellen Erbe der Menschheit erklärt. Über einen geplanten Abriss des eigentlich geschützten Puschkin-Denkmals in Odessa oder Morde an russischen Journalisten schweigt sich die Organisation allerdings aus.


Screenshot_2024_12_07_at_22_39_37_UNESCO_gesch_tztes_Denkmal_in_der_Ukraine_zum_Abriss_freigegeben_Die_UNESCO_schweigt_RT_DEQuelle: Gettyimages.ru © SOPA Images  (Screenhot)


Archivbild: das geschändete Puschkin-Denkmal in Odessa, Aufnahme vom 18. November 2023.


Ich verstehe zwar, dass doppelte, doppeldeutige, doppelzüngige Standards und sogar Standards mit doppeltem Boden bei internationalen Organisationen im Jahre 2024 höchstens noch ein Kind verwundern können. Es ist dennoch schwierig, sich bei ihren Prioritäten zumindest eine leichte Verwunderung zu verkneifen. So fasste etwa die UNESCO heute den wichtigsten Beschluss und erklärte das "ukrainische Pisanka" (Osterei) zum kulturellen Erbe der Menschheit! Ich werde gar nicht erst betonen, dass die Tradition, Eier zu Ostern zu färben, nicht ausschließlich ukrainisch ist und auch in russischen Regionen existiert. Überlegen Sie sich allein das: fortan kann und soll die Menschheit auf ein Ei stolz sein, dass erst gefärbt und dann aufgegessen wird. Sollte der Bedarf nach einem Symbol der Nutzlosigkeit von internationalen Organisationen aufkommen, eignet sich eine gefärbte Eierschale wie kein anderes.


Odessa: Frau mit der russischen Fahne lebt und steht unter Hausarrest





Odessa: Frau mit der russischen Fahne lebt und steht unter Hausarrest






Indessen kam ebenfalls heute ein weiterer Vandalismus-Plan aus Odessa. Wie ukrainische Medien berichten, hat der Stadtrat den Abriss des Denkmals an Alexandr Puschkin auf dem Primorski-Boulevard gebilligt. Dabei ist es keine einfache Büste: Sie wurde noch Ende des 19. Jahrhunderts auf Kosten der Stadtbewohner von Odessa selbst aufgestellt, um die Verbindung des Dichters zu "Palmyra des Südens" zu verewigen. Das Denkmal wurde mehrmals von "Patrioten" geschändet, die Stadtverwaltung schützte es so gut es ging, doch nun nähert sich die Angelegenheit ihrem Ende. Dabei steht das Denkmal im Gegensatz zu Ostereiern schon seit langem unter dem Schutz der UNESCO. Dennoch konnten wir keine wahrnehmbaren Aktionen zu seinem Schutz feststellen. Übrigens steht auf der Liste des Weltkulturerbes auch das Kiewer Höhlenkloster, das den Gläubigen weggenommen wurde und ab und zu als Konzertaustragungsort benutzt wird. Auch zu diesem Thema herrscht eine ebenso erwartbare Stille vonseiten der einst respektierten Organisation.

Doch was sind schon Denkmäler! Vor Kurzem schaffte es die UNESCO, die Augen fest zu verschließen und Angaben über Tode von russischen Journalisten nicht in den Bericht über die Sicherheit von Journalisten aufzunehmen. Zwar haben Russlands Außenministerium und Medien sie sofort daran erinnert, und die Beamten versprachen sogar eine Antwort. Doch die Tatsache bleibt: Eine Struktur, die echte Werte – Kultur, Spiritualität, Freiheit – schützen sollte, hat sich ukrainische Augenklappen übergezogen und versucht, nur in ihren Futtertrog zu schauen. Weder die Vernichtung der Redefreiheit in der Ukraine, noch Morde an russischen Journalisten, noch die Zerstörung des russischen historischen Erbes durch das Kiewer Regime will die UNESCO sehen. Dafür befasste sie sich im Jahr 2022 mit dem ukrainischen Borschtsch, und im Jahr 2024 mit ukrainischen Ostereiern.

Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst am 4. Dezember speziell für RT.

Tatjana Pop, geboren 1983 im westukrainischen Gebiet Transkarpatien, ist eine ukrainische Journalistin und gesellschaftliche Aktivistin. Sie leitet die internationale öffentliche Bewegung "Wnuki" (Die Enkelkinder). Man kann ihr auf ihrem Telegram-Kanal folgen.


Mehr zum ThemaUNESCO lässt keine russischen Journalisten zu IPDC-Sitzung zu


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Video https://rumble.com/v5hozo5-lehrertag-in-der-ukraine-kinder-verbrennen-portrts-von-tolstoi-puschkin-und.html Dauer 0:40 min


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Info: https://freedert.online/meinung/228493-unesco-geschuetztes-denkmal-in-ukraine


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07.12.2024

Truppenkollaps in Syrien: Experte über die Chancen von Baschar al-Assad, an der Macht zu bleiben

freedert.online, 7 Dez. 2024 19:43 Uhr

Die Terroristen von HTS erobern kampflos syrische Städte und nähern sich der Hauptstadt. Ein diplomatisches Krisentreffen zur Lage in Syrien findet am heutigen Samstag in Doha statt. Der russische Nahost-Experte Kirill Semjonow kommentiert die Situation im Gespräch mit "Wsgljad".


Quelle: www.globallookpress.com


Präsident Syriens Baschar al-Assad (Symbolbild).


Der russische Nahost-Experte Kirill Semjonow hält es für verfrüht, Berichten über den Vorschlag der jordanischen und ägyptischen Behörden an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu glauben, das Land zu verlassen und einen Übergangsrat zu bilden, dem auch Vertreter der Opposition angehören würden. Es sei schwer, Fälschungen von dem zu unterscheiden, was hinter den Kulissen durchsickere. Die jordanische Botschaft in Washington hat offiziell Informationen über das Angebot an Assad dementiert. "Es gibt eine Menge widersprüchlicher Informationen, sodass es schwierig ist, die Art der aktuellen Ereignisse zu verstehen und zu erkennen, wer tatsächlich in der Lage ist, die Situation in Syrien zu beeinflussen", erklärte der Experte, der den Rat für Auswärtige Angelegenheiten berät.


Assad muss gegen Erdoğan Stärke zeigen





Analyse

Assad muss gegen Erdoğan Stärke zeigen






Unklar bleibe auch, ob die Türkei Einfluss auf Hayat Tahrir al-Scham (HTS, früher bekannt als Dschabhat al-Nusra) habe und ob Ankara verlangen könne, dass die Terroristen weitere Offensiven einstellen. "Es scheint mir, dass die Türkei den Vormarsch nicht stoppen kann, da Ankara keine so engen Beziehungen zu den Rebellen hat, um ihnen irgendwelche Anweisungen zu geben. Unter Umständen können sie sich in Worten auf eine Sache einigen, aber vor Ort wird sich die Situation völlig anders darstellen", fügte Semjonow hinzu.

Auch Iran hat in dem Konflikt keine entscheidende Stimme. "Teheran hat keine Truppen entsandt, solange die Grenze zwischen Syrien und dem Irak offen war. Jetzt ist die Grenze geschlossen. Außerdem haben die pro-iranischen Truppen selbst ihre Stellungen pro-kurdischen Formationen überlassen und sich nach Homs, Latakia, Damaskus und in den Irak zurückgezogen", sagte der Experte und fügte hinzu, dass auch die libanesische schiitische paramilitärische Organisation Hisbollah nicht in der Lage sei, Truppen von der Frontlinie nach Syrien zu verlegen, da der Krieg mit Israel jederzeit wieder aufgenommen werden könne.

Semjonow teilt die pessimistischen Prognosen bezüglich der Chancen Assads, an der Macht zu bleiben. "Die Terroristen haben Homs kampflos erreicht, die Selbstverteidigungsmilizen sind für sie eine größere Bedrohung als die nationale Armee. So war es auch in Hama, wo Verstärkung auftauchte und die Stadt dann aufgegeben wurde. Daher bedeutet die Konzentration einer großen Gruppe von Regierungstruppen an einem Ort nicht, dass diese Truppen zu kämpfen beabsichtigen. Wir haben gesehen, wie sich eine Kolonne von Regierungstruppen zur Befreiung von Aleppo bewegte, und dann wurden die Panzer und die Artillerie aufgegeben und die Truppen verschwanden", erinnerte der Gesprächspartner.

Die russische Luftwaffe fliegt weiterhin Angriffe, aber die Zahl der Flugzeuge reicht nicht aus, um den Vormarsch der Militanten zu stoppen. "Nach 2015 sind die russischen Verbände kleiner geworden. Es gibt keine Möglichkeit mehr, massive Luftangriffe durchzuführen. Selbst wenn die Größe der russischen Gruppierung beibehalten würde, ist es unmöglich, die Offensive zu stoppen, wenn niemand am Boden kämpft", bemerkte der Orientalist.

Wie sich die Ereignisse rund um Damaskus entwickeln werden, sei schwer vorherzusagen. "Wir wissen nicht, wie viele kampfbereite Kräfte Assad hat, die bereit sind, für ihn zu kämpfen. Wie wird sich die 4. Panzerdivision (die taktische Eliteeinheit der Syrischen Arabischen Armee), die Republikanische Garde oder jemand anderes verhalten?", fragt sich der Experte.


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Meinung

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Semjonow glaubt jedoch, dass die Alawiten in Latakia und Tartus, sofern sie über Waffen verfügen, kämpfen und sich ernsthafte Gefechte mit den Terroristen liefern werden. In Latakia befindet sich der Flugplatz Hmeimim, auf dem die russische Luftwaffe stationiert ist, und in Tartus ein russischer Marinestützpunkt.

"Die Küste ist die stabilste Region in Syrien. Die Militanten wissen, dass sie dort nicht willkommen sind, anders als in anderen Regionen, wo es der Bevölkerung egal ist, wer an der Macht ist. In Tartus ist während des gesamten Bürgerkriegs kein einziges Stück Land verloren gegangen. Latakia und Tartus gelten als Hochburgen der Regierung", so Semjonow.

Russland, die Türkei und Iran führen am heutigen Samstag im katarischen Doha Gespräche über die Lage in Syrien. Moskau ist durch den russischen Außenminister Sergei Lawrow vertreten. Nach Angaben des syrischen Verteidigungsministeriums setzt die nationale Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe die Offensive gegen die Terroristen in den Provinzen Hama und Homs fort. Es werden Artillerie- und Raketenangriffe auf die Stellungen der Kämpfer geführt. Lawrow bestätigte dies bei dem Treffen in Doha. 

"Wir versuchen alles zu tun, um zu verhindern, dass die Terroristen die Oberhand gewinnen. Auch wenn sie sagen, dass sie keine Terroristen mehr sind. Militärisch unterstützt Russland die syrische Armee mit Hilfe der in Hmeimim stationierten Luftwaffe, und wir helfen der syrischen Armee, terroristische Angriffe abzuwehren", sagte der Außenminister.

Seit Ende November haben die Kämpfer die Provinz Idlib, die Städte Aleppo und Hama im Norden und Deir ez-Zor im Osten unter ihre Kontrolle gebracht. Am Samstag gaben die Rebellengruppen bekannt, dass sie die Kontrolle über die Stadt Daraa übernommen hätten, die als symbolischer Ort für den Beginn des Aufstands gegen Assad im Jahr 2011 gilt.


Mehr zum Thema - Die Katastrophe in Syrien nimmt Fahrt auf


Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst beim Wsgljad erschiehen.


Video https://rumble.com/v5von75-terroristen-in-syrien-offensive-kein-zufall-israels-kalkl-im-hintergrund.html Dauer 5:12 min

 

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07.12.2024

In Rumänien fand ein Staatsstreich gegen die Sensation statt

freedert.online, 7 Dez. 2024 20:34 Uhr, Von Geworg Mirsajan

Die sensationelle Entscheidung des rumänischen Verfassungsgerichts zur Annullierung der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen wurde bereits als "illegal und unmoralisch" bezeichnet. Wie lautet die Begründung der rumänischen Behörden für einen solch radikalen Schritt?


Quelle: Gettyimages.ru © btgbtg


Symbolbild


Die Ergebnisse der ersten Runde der rumänischen Präsidentschaftswahlen wurden annulliert. Am 6. Dezember entschied das Verfassungsgericht des Landes, dass der Sieg von Călin Georgescu in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen illegal war. Indes sind beide Kandidaten, die in die Stichwahlrunde gelangt sind, darüber unzufrieden.

Diese Entscheidung wurde den Berichten zufolge vom Verfassungsgericht auf der Grundlage der Ermittlungen des nationalen Nachrichtendienstes getroffen. Das Außenministerium des Landes teilte am 5. Dezember in einer Erklärung mit:

"Die rumänischen Behörden haben beschlossen, Geheimdienstberichte über schädliche Auslandsoperationen, einschließlich illegaler Finanzierung, digitaler Wahlkampfunterstützung und Cyberangriffe während der rumänischen Präsidentschaftswahlen freizugeben und zu veröffentlichen."

In diesen Berichten wurde behauptet, dass Russland eine groß angelegte Informationskampagne zugunsten von Georgescu in den sozialen Netzwerken Telegram und TikTok durchgeführt habe.

Somit wurde im zweiten Anlauf (der erste fand am 29. November statt, als eine Gerichtsentscheidung über die Stimmenneuauszählung getroffen wurde) das für viele sensationelle Wahlergebnis der ersten Wahlrunde aufgehoben.

Georgescu ist damit freilich nicht zufrieden. Der Politiker sagte:

"Sie können nicht akzeptieren, dass das rumänische Volk endlich gesagt hat: 'Wir wollen unser Leben, unser Land, unsere Würde wiedererlangen.'"

Er warf den rumänischen Behörden sogar einen Staatsputsch vor. Gegen diese Gerichtsentscheidung kann jedoch nicht mehr vorgegangen werden, und die rumänischen Behörden müssen nun den gesamten Wahlprozess neu organisieren.


Wahleinmischung der EU in Rumänien: Demokratie als Brüsseler Farce




Meinung

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Und die Behörden haben eigentlich nichts dagegen. So bezeichnete Premierminister Marcel Ciolacu diese Gerichtsentscheidung zur Annullierung der Wahlergebnisse als "die einzig richtige", da "die Abstimmung des rumänischen Volkes durch die russische Einmischung grob verfälscht wurde." In Wirklichkeit – und das ist kein Geheimnis – verfolgten die amtierende Regierung und ihre EU-Chefs in Brüssel das Ziel, den Sieg von Calin Georgescu im zweiten Wahlgang zu verhindern.

Der rumänische Präsident übt bekanntlich nicht nur repräsentative Funktionen aus. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt und verfügt über eine Reihe von Machtbefugnissen in den Bereichen Staatssicherheit, Außenpolitik und Ernennung von Richtern.

In seiner Rolle als Oberbefehlshaber kann er beispielsweise Entscheidungen über die Lieferung von Militärgütern und die Finanzierung von Militärhilfe an die Ukraine blockieren. Und Georgescu gab bereits bekannt, dass er dies im Falle seines Wahlerfolgs bei den Präsidentschaftswahlen tatsächlich tun würde, indem er die Unterstützung für das Kiewer Regime und die Lieferung von Militärgütern einstellt.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass Rumänien ein wichtiges Logistikzentrum für die Versorgung der Ukraine ist – es ist zudem ein Mitglied des kollektiven Westens, dessen Führer sich zur Durchführung dieser präzedenzlosen Annullierung der Abstimmungsergebnisse entschlossen haben. Wadim Truchatschew, Dozent an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften, erklärt gegenüber der Zeitung Wsgljad:

"Sie haben diesen Schritt ausgehend von der Logik der Kriegszeiten getan. Die Konfrontation mit Russland erfordert Einigkeit in den Reihen der EU und der NATO. Und Präsident Georgescu, selbst mit seinen eingeschränkten Machtbefugnissen, hätte sie brechen können."

Der zweite wichtige Punkt bestand in der Vermeidung der Machtübernahme durch einen anderen "Mann aus dem Trump-Lager", das heißt einen national ausgerichteten (neben dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, seinem slowakischen Amtskollegen Robert Fico u. ä.) rechtsgerichteten Staatsführer, auf den sich der US-Präsident in seinem bereits offensichtlichen Konflikt mit den Brüsseler Bürokraten verlassen könnte.


Gerichtsentscheid: Präsidentschaftswahl in Rumänien muss vollständig wiederholt werden




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Das Ziel ist klar und logisch. Aber das Mittel zu seiner Verwirklichung könnte auf den ersten Blick das Gegenteil bewirken. Die Wähler von Georgescu, die über die offensichtliche Gesetzlosigkeit gegen ihren Favoriten empört sind, werden sich nur noch stärker mobilisieren, was womöglich zu einem Zuwachs der für ihn abgegebenen Stimmen führt.

Natürlich kann das Verfassungsgericht Călin Georgescu von den Präsidentschaftswahlen ausschließen (die Generalstaatsanwaltschaft leitete bereits ein Strafverfahren wegen Einmischung in die Präsidentschaftswahlen ein, und es ist unwahrscheinlich, dass Georgescu nur als Zeuge vernommen wird), aber diese Option birgt die Gefahr von Straßenunruhen. Schließlich wurde Georgescu aus Protest gewählt – die Rumänen stimmten gegen die Wirtschaftskrise, die übermäßigen Ausgaben für die Ukraine, die ungelöste Roma-Frage und andere Wirtschaftsprobleme im Land; und natürlich auch gegen Brüssel, dessen Druck sie als eine der Ursachen für diese Probleme ansehen. In dieser Situation würde der Ausschluss von Georgescu von den Präsidentschaftswahlen als eine Aberkennung des Rechts der rumänischen Bevölkerung auf Wahlfreiheit und auf ein besseres Leben angesehen.

Es könnte jedoch sein, dass die zur Verhinderung des Sieges von Georgescu gewählte Strategie etwas anders, und zwar viel raffinierter ist. Im Rahmen dieser Strategie ist das Ziel der Entscheidung des Verfassungsgerichts nicht Georgescu, sondern Elena Lasconi, die im ersten Wahlgang den zweiten Platz belegte (und dementsprechend mit Georgescu in die Stichwahl ging).

Lasconi ist eine radikale pro-europäische Politikerin, die die Interessen Brüssels offenbar über die rumänischen Interessen stellt. Daher eignet sie sich hervorragend als Kontrahentin für Georgescu. Im Gegensatz zu ihr sieht er wie ein Patriot aus, sodass er die Stimmen der gemäßigten Wähler auf sich vereinen und die zweite Wahlrunde gewinnen könnte.

Sollte er jedoch in der ersten Wahlrunde gegen den drittplatzierten Marcel Ciolacu kandidieren, wären Georgescus Chancen auf einen Wahlsieg deutlich geringer. Wadim Truchatschew sagt:

"Er [Ciolacu] ist ein Systemlinker, ein Mitte-Links-Politiker mit etwas nationalistischer Ausrichtung, wie es in dieser Region oft der Fall ist. Er unterstützt die EU- und NATO-Strategie, allerdings nicht kritiklos. Und er erinnert an die Repressionen gegen die Rumänen in Tschernowzy, was Lasconi nicht tut. Und was Russland anbelangt, so hält er sich immer noch im Rahmen und erklärt das Land nicht zu einer 'existenziellen Bedrohung' für Rumänien."

Im Vergleich zu Ciolacu erscheint Georgescu vielen rumänischen Zentristen bereits radikal.

Die Entscheidung des Verfassungsgerichts konnte also nur dazu dienen, den Kontrahenten für Georgescu im zweiten Wahlgang zu ersetzen. Eigentlich betrug der Vorsprung von Ciolacu gegenüber Lasconi lediglich 0,03 Prozent (oder weniger als dreitausend Stimmen). Und diese Zahlen können jederzeit korrigiert oder sogar "gefälscht" werden.

Lasconi selbst ist sich natürlich darüber im Klaren, dass ihr nun ein zweiter Wahlgang verwehrt wird. Deshalb hat sie – trotz all ihrer Russophobie und ihres Pro-Europäertums – die Entscheidung des Gerichts bereits verurteilt. Sie nannte sie illegal, unmoralisch und das Wesen der Demokratie unterminierend.

Sie empörte sich:

"Wir mussten den Willen des rumänischen Volkes respektieren. Ob es uns gefällt oder nicht, aus rechtlicher und legitimer Sicht haben 9 Millionen rumänische Bürger... durch ihre Stimme ihre Wahlpräferenz für einen bestimmten Kandidaten zum Ausdruck gebracht. Wir können ihren Willen nicht ignorieren!"

Und sie fügte hinzu, dass die Frage der russischen Einmischung in die Wahl nach der Abstimmung hätte geklärt werden müssen.

Aber niemand fragt sie nach ihrer Meinung. Sie wird einfach geopfert. Schließlich gibt es viele pro-europäische Kandidaten in Rumänien – und sie können immer zu Opfern fremder Interessen gemacht werden.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 6. Dezember 2024 zuerst auf der Zeitung "Wsgljad" erschienen.


Geworg Mirsajan ist außerordentlicher Professor an der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation, Politikwissenschaftler und eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Geboren wurde er 1984 in Taschkent. Er machte seinen Abschluss an der Staatlichen Universität in Kuban und promovierte in Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt USA. Er war von 2005 bis 2016 Forscher am Institut für die Vereinigten Staaten und Kanada an der Russischen Akademie der Wissenschaften.


Mehr zum Thema – Rumänien-Wahl: EU-Kommission verhängt Zwangsmaßnahmen gegen TikTok


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/europa/228697-in-rumaenien-fand-staatsputsch-gegen-sensationsstatt


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Wahleinmischung der EU in Rumänien: Demokratie als Brüsseler Farce


freedert.online, 7 Dez. 2024 15:31 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

Das Oberste Gericht Rumäniens hat die Wahlen annulliert. Russland soll sich zugunsten eines NATO-kritischen Kandidaten eingemischt haben. Nur fehlt in der Begründung jeder Bezug zu Russland. Es ist ein Gefälligkeitsurteil für Brüssel. Dort hält man von demokratischen Wahlen nichts.


Quelle: www.globallookpress.com © Cristian Cristel


Ein rumänischer Wähler bei der Stimmabgabe. Seine Stimme zählt nur, wenn sie im Brüsseler Interesse ist.


Die Annullierung der ersten Runde der rumänischen Präsidentschaftswahl durch das Oberste Gericht hat mehr als nur einen Beigeschmack. Sie ist der offenkundige Versuch, Wahlergebnisse, die den Plänen der Brüsseler Technokratie zuwiderlaufen, zu ändern. Dass die Entscheidung des rumänischen Obersten Gerichts unabhängig und objektiv gefällt wurde, kann aus gutem Grund bezweifelt werden.


Annullierte Wahl in Rumänien: Beide Kandidaten kritisieren Verfassungsgericht scharf





Annullierte Wahl in Rumänien: Beide Kandidaten kritisieren Verfassungsgericht scharf






Nicht nur der Gewinner der ersten Runde der Präsidentschaftswahl, Călin Georgescu, kritisiert die Entscheidung scharf. Auch seine Herausforderin hält sich mit Kritik nicht zurück. Sie spricht von einem schweren Schlag gegen die Demokratie. 

Tatsächlich zeigt Brüssel in diesen Tagen ganz offen, was es von Demokratie, Wahlen und staatlicher Souveränität hält: nichts. In Georgien gibt es wenig Anlass zu der Annahme, die Wahlen seien gefälscht. Die Partei Georgischer Traum hat die Wahl aus guten Gründen gewonnen, denn sie fährt einen wirtschaftspolitisch erfolgreichen Kurs. Die Partei versucht, das Land in seinem eigenen Interesse ausgewogen zwischen der EU, Russland und China zu positionieren. Russland und China haben dagegen nichts einzuwenden, die EU hingegen schon.

Das macht deutlich, wo die Autokraten wirklich sitzen. Die EU fordert die Umsetzung der antirussischen Sanktionen und die Unterordnung georgischer Interessen unter die Vorgaben aus Brüssel. Diese stellen einen klaren Nachteil für Georgien dar. China und Russland stellen an Georgien keine Forderungen, sondern machen Angebote zur Kooperation. Welches Modell attraktiver ist, liegt auf der Hand. 

Obwohl das Wahlergebnis in Georgien rational erklärbar ist und es keine konkreten Hinweise auf Manipulation gibt, will die EU eine Wiederholung der Wahl erzwingen. Sie unterstützt ganz offen die gewalttätigen Proteste einer Minderheit. Die Bilder von randalierenden Demonstranten sollen den Eindruck erwecken, dass die Mehrheit der Georgier gegen die Regierung opponiert. Über das, was eine Mehrheit will, wird allerdings nicht mit Molotow-Cocktails und Feuerwerkskörpern, sondern in freien, gleichen und geheimen Wahlen entschieden. Die Demokratieschwurbler in der EU haben diesen Grundsatz schlicht vergessen.


Rumänien-Wahl: EU-Kommission verhängt Zwangsmaßnahmen gegen TikTok





Rumänien-Wahl: EU-Kommission verhängt Zwangsmaßnahmen gegen TikTok






Keine Zweifel hatte Brüssel dagegen am Wahlergebnis in Moldawien, obwohl es dort nachweislich zu Manipulationen kam. Die in Russland lebende Diaspora wurde systematisch benachteiligt. Da das Ergebnis allerdings mit den Interessen Brüssels übereinstimmte, wurde es nicht infrage gestellt. Die EU feierte Moldawien, vor allem aber sich selbst. 

Mit Rumänien betrifft die Brüsseler Demokratie-Farce nun ein EU-Land direkt. In einem Akt der Einmischung hat Brüssel Zwangsmaßnahmen gegen die Videoplattform TikTok verhängt. Eigenmächtig wohlgemerkt. Es gab keine Anfrage oder gar Bitte um Unterstützung vonseiten Rumäniens. Die EU fühlt sich zur Einmischung berechtigt. Die formale Grundlage dafür bildet der Digital Services Act, der die Regulierung und Kontrolle von Internetplattformen an Brüssel überträgt.

Die EU behauptet, Russland hätte sich zugunsten des NATO-kritischen Kandidaten Călin Georgescu in die Wahlen eingemischt. Georgescu lehnt zudem eine weitere Unterstützung der Ukraine ab. Im Vorfeld galt er als Außenseiter, konnte aber die erste Wahlrunde für sich entscheiden. Der Kurs Brüssels im Ukraine-Konflikt käme für den Fall seiner Präsidentschaft weiter unter Druck. Die Entscheidung für Georgescu zeigt zudem, wie unbeliebt der Brüsseler Kriegskurs unter den rumänischen Wählern ist. 

Das rumänische Oberste Gericht schloss sich nun dem Verdacht der EU an. Dabei handelte es sich offensichtlich um ein Gefälligkeitsurteil, denn in der Begründung zur Annullierung der Wahlen findet sich kein einziger Hinweis auf russische Einflussnahme. Von allen Parteien wurden in den sozialen Netzwerken Kampagnen geschaltet, das ist richtig und ganz normal. Trotzdem entschied das Gericht, die Wahl müsse wiederholt werden. 

Nicht nur der Sieger des ersten Wahldurchgangs, sondern auch die unterlegene Elena Lasconi kritisieren das Oberste Gericht scharf. Es sei ein Schlag gegen die Demokratie, kritisierte Lasconi und hat damit natürlich vollkommen recht. In der EU verkommt die Demokratie zur bloßen Dekoration, deren Wert vor allem dann hochgehalten wird, wenn sie den Brüsseler Machtinteressen dient. Ansonsten wird sie systematisch ausgehöhlt und untergraben. 

Das Brüsseler Exempel an Rumänien und am rumänischen Wähler sollten auch die deutschen Wähler aufmerksam zur Kenntnis nehmen. Demnächst ist Bundestagswahl. Sollte dort am Ende ein Ergebnis stehen, das der EU-Kommission nicht passt, ist auch in Deutschland mit "Einmischungen" zu rechnen. Das Argument, russische Einmischung sei für ein unerwünschtes Wahlergebnis verantwortlich, zieht nämlich immer. Weil sich mit diesem Argument aber die Intervention Brüssels in jedem Fall legitimieren lässt, ist die Demokratie in den EU-Staaten faktisch tot. Brüssel hat die Macht ergriffen.


Mehr zum Thema – Gerichtsentscheid: Präsidentschaftswahl in Rumänien muss vollständig wiederholt werden


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07.12.2024

"Finde einen anderen Trottel": Trump droht BRICS mit massiven Zöllen – Wer wird am meisten leiden?

freedert.online, 7 Dez. 2024 17:59 Uhr, Von Abbas Duncan

Der designierte US-Präsident hat die weltweite Treue zum US-Dollar gefordert und gedroht, alle zu bestrafen, die eine alternative Währung wollen. Unser Autor untersucht die wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten, um herauszufinden, welche Länder in der Schusslinie stehen.


"Finde einen anderen Trottel": Trump droht BRICS mit massiven Zöllen – Wer wird am meisten leiden?Quelle: AP © Alex Brandon


Donald Trump hört während einer Gala des America First Policy Institute in seinem Anwesen Mar-a-Lago zu, Donnerstag, 14. November 2024.


Der designierte US-Präsident Donald Trump hat einen Warnschuss auf die BRICS-Staaten abgefeuert, die sich offen gegen die Dominanz des Dollars im Welthandel ausgesprochen haben. Für den Fall, dass sich diese Idee durchsetzt, hat Trump versprochen, "100-prozentige Zölle" zu erheben und sie von der "wunderbaren US-Wirtschaft" abzuschneiden. Welches Land wird das am meisten zu spüren bekommen? RT untersucht die wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten, um herauszufinden, welche Länder in der Schusslinie stehen.


Die Drohung

"Wir verlangen von diesen Ländern die Zusage, dass sie weder eine neue BRICS-Währung schaffen noch eine andere Währung unterstützen werden, um den mächtigen US-Dollar zu ersetzen, oder sie werden mit 100-prozentigen Zöllen konfrontiert und sollten damit rechnen, dass sie sich vom Verkauf in die wunderbare US-Wirtschaft verabschieden müssen", sagte Trump in einem Beitrag am Samstag auf Truth Social.


Zölle zu hoch? Trump schlägt Trudeau Anschluss Kanadas an USA vor





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"Sie können sich einen anderen 'Trottel' suchen. Es besteht keine Chance, dass die BRICS-Staaten den US-Dollar im internationalen Handel ersetzen werden, und jedes Land, das dies versucht, sollte sich von Amerika verabschieden"fügte er hinzu.


Die Warnung kam nur wenige Tage, nachdem Trump, dessen Amtsantritt für den 20. Januar 2025 geplant ist, versprochen hatte, nach seinem Amtsantritt Zölle gegen Kanada, Mexiko und China zu verhängen. China war bereits vorher das Ziel seiner Rhetorik. Trump hatte zuvor gedroht, 60 Prozent bis 100 Prozent Zölle auf Einfuhren aus dem Land zu erheben - diese Last müssten jedoch die US-amerikanischen Unternehmen und Verbraucher tragen, die in China einkaufen, da sie die neuen Kosten zu tragen hätten.


China war ein ursprüngliches Mitglied des BRICS-Blocks, dem ursprünglich auch Brasilien, Russland, Indien und später Südafrika angehörten, der aber inzwischen um Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien und den Iran erweitert wurde. Die Türkei, Aserbaidschan und Malaysia haben einen Antrag auf Aufnahme in die BRICS gestellt, und mehrere andere Länder haben ebenfalls ihr Interesse an einem Beitritt bekundet.

Einige Mitglieder sind bestrebt, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, der seit dem Zweiten Weltkrieg als Weltreservewährung das globale Finanzwesen dominiert und über 80 Prozent des internationalen Handels abwickelt.

Im Oktober sprach sich der russische Präsident Wladimir Putin dafür aus, die Fähigkeit der USA zu bekämpfen, den Dollar als politische Waffe einzusetzen. Er erschien auf der Bühne des diesjährigen BRICS-Gipfels und hielt etwas in der Hand, das wie ein Prototyp der eigenen Banknote des Blocks aussah. Er betonte jedoch, dass es nicht das Ziel der BRICS sei, das vom Dollar dominierte SWIFT-System vollständig aufzugeben, sondern vielmehr eine Alternative aufzubauen.

"Wir lehnen den Dollar nicht ab und bekämpfen ihn auch nicht, aber was können wir tun, wenn er uns nicht mit ihm arbeiten lässt? Dann müssen wir nach anderen Alternativen suchen, was auch geschieht", sagte Putin.


Donald Trump droht BRICS-Staaten mit Strafzöllen in Höhe von 100 Prozent





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Im Jahr 2023 stellte der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva offen in Frage, warum sich der Welthandel um den Dollar drehen sollte. Gleichzeitig deutete ein hochrangiger russischer Beamter an, dass die BRICS-Staaten aktiv an der Schaffung einer eigenen Währung arbeiten - und damit möglicherweise die Regeln des internationalen Handels neu schreiben.


Trump, der gerade einen Wahlsieg errungen hat, der zum Teil auf sein Versprechen zurückzuführen ist, strenge Zölle auf ausländische Importe zu erheben, hat seine harte Haltung noch verstärkt, indem er dem gesamten BRICS-Block mit 100-prozentigen Zöllen gedroht hat, falls sie mit ihren Währungsplänen fortfahren. Wer geht das größte Risiko ein?


Die Risiken für BRICS

Iran

  • Exporte in die USA: Minimal, aufgrund der bestehenden Sanktionen.

  • Die USA als Exportziel: Kein wichtiger Partner.

  • Risikobewertung: Gering. Bestehende Sanktionen haben den Handel bereits eingeschränkt, sodass zusätzliche Zölle nur geringe Auswirkungen haben würden.


Äthiopien

  • Ausfuhren in die USA: Begrenzt, hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse.

  • Die USA als Exportziel: Nicht einer der fünf wichtigsten Partner.

  • Risikobewertung: Gering. Die USA sind ein Markt für äthiopische Waren, aber das Gesamthandelsvolumen ist bescheiden, was die potenziellen Auswirkungen verringert.


Russland

  • Ausfuhren in die USA: Vor allem mineralische Brennstoffe und Edelmetalle.

  • Die USA als Exportziel: Nicht einer der fünf wichtigsten Partner.

  • Risikobewertung: Gering bis mäßig. Obwohl die USA ein bedeutender Markt sind, hat Russland ein diversifiziertes Exportportfolio, und die derzeitige geopolitische Lage erlaubt es Moskau nicht, so viel Handel mit den USA zu treiben wie vor dem Aufflammen des Konflikts in der Ukraine im Jahr 2022, was zusätzliche Zölle abmildern könnte.


Ägypten

  • Ausfuhren in die USA: Hauptsächlich Textilien und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

  • Die USA als Exportziel: Nicht einer der fünf wichtigsten Partner.

  • Risikobewertung: Mäßig. Die USA sind ein wichtiger Markt für ägyptische Textilien, sodass sich Zölle negativ auf diesen Sektor auswirken könnten.


Südafrika

  • Ausfuhren in die USA: Fahrzeuge und Mineralien sind die wichtigsten Exportgüter.

  • Die USA als Exportziel: Nicht einer der fünf wichtigsten Partner.

  • Risikobewertung: Mäßig bis hoch. Der Automobilsektor, ein wichtiger Teil der südafrikanischen Wirtschaft, könnte aufgrund von Zöllen vor erheblichen Herausforderungen stehen.


Vereinigte Arabische Emirate

  • Ausfuhren in die USA: Hauptsächlich Erdölprodukte, Aluminium und Edelmetalle.

  • Die USA als Exportziel: Nicht einer der fünf wichtigsten Partner.

  • Risikobewertung: Mäßig bis hoch. Wichtige Exportsektoren wie Aluminium könnten einen schweren Schlag erleiden und die Handelsbilanz der VAE stören.


Indien

  • Exporte in die USA: Zu den Exporten gehören Arzneimittel, Textilien und Maschinen.

  • Die USA als Exportziel: Wichtigster Exportpartner.

  • Risikobewertung: Hoch. Die USA sind ein wichtiger Markt für indische Waren. Zölle könnten mehrere Branchen beeinträchtigen, insbesondere IT-Dienstleistungen und Textilien.


Brasilien

  • Ausfuhren in die USA: Rohöl und Flugzeuge sind die wichtigsten Exportgüter.

  • Die USA als Exportziel: Zweitgrößter Exportpartner.

  • Risikobewertung: Hoch. Das Land ist in hohem Maße vom US-Markt abhängig, insbesondere bei hochwertigen Gütern wie Flugzeugen. Dies macht Brasilien sehr anfällig für Zölle.


China

  • Ausfuhren in die USA: Die Exporte umfassen Elektronik, Maschinen und Textilien.

  • Die USA als Exportziel: Größter Exportpartner.

  • Risikobewertung: Sehr hoch. Als größter Exporteur in die USA hätte China erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen eines 100-prozentigen Zolls, der sich auf zahlreiche Sektoren auswirken würde. Außerhalb des BRICS-Kontextes hat Trump China bereits mit Zöllen gedroht, sodass Peking möglicherweise bereits seine Optionen mit oder ohne eine Dollar-Alternative in Betracht zieht.



Der Westen muss sich entscheiden: Den BRICS beitreten oder den Anschluss verlieren





Meinung

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Während die BRICS-Staaten darüber nachdenken, die wirtschaftliche Dominanz der USA anzufechten, sollten sie vorsichtig sein, da die USA eine beeindruckende Handelsposition haben, insbesondere unter der selbstbewussten Politik des designierten Präsidenten Trump. Für die wichtigsten BRICS-Mitglieder - China, Indien und Brasilien - sind die USA nach wie vor ein wichtiges Exportziel. Diese Länder sind stark von den US-Märkten abhängig. Der starke wirtschaftliche Einfluss der USA in Verbindung mit Trumps aggressiver Handelspolitik versetzt Washington in die Lage, erheblichen Druck auf einzelne Mitglieder der Gruppe auszuüben.


Die Risiken für die USA

Sollten Trumps Zölle verhängt werden, wären nicht nur bestimmte BRICS-Länder betroffen, sondern auch die USA selbst. So könnte es ablaufen:

Höhere Kosten für die US-Verbraucher

  • China: Als größter Exporteur in die USA würde ein 100-prozentiger Zoll auf chinesische Waren (Elektronik, Maschinen, Textilien) zu erheblichen Preissteigerungen führen.

  • Auswirkung: Höhere Kosten für wichtige Konsumgüter würden zur Inflation beitragen. Die Lebenshaltungskosten für Amerikaner würden steigen, was Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen unverhältnismäßig stark treffen würde.

Unterbrechung der Lieferkette

  • Indien und Brasilien: Indien ist ein wichtiger Lieferant von Arzneimitteln, und Brasilien exportiert Rohöl, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Flugzeugteile.

  • Auswirkung: 100-prozentige Zölle würden zu Engpässen oder Kostensteigerungen in wichtigen Branchen wie dem Gesundheitswesen und der Luftfahrt führen. Für US-Hersteller könnte es schwierig werden, diese Importe schnell zu ersetzen.

Vergeltungszölle

  • Die BRICS+-Staaten werden wahrscheinlich mit Vergeltungszöllen auf US-Exporte, einschließlich landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Maschinen und Technologie, reagieren.

  • Auswirkungen: US-Landwirte und -Hersteller müssten mit einem schlechteren Zugang zu wichtigen internationalen Märkten rechnen. Dies würde ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen und zu einem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen in diesen Sektoren führen.

Geopolitische Folgen

  • Wirtschaftliche Isolierung: Indem die USA die BRICS+ ins Visier nehmen, riskieren sie, ihre Bemühungen um eine Entdollarisierung der Weltwirtschaft zu beschleunigen, was mit der Zeit die Macht des Dollars schwächen würde.

  • Auswirkungen: Dies könnte die Position der USA im globalen Finanzwesen untergraben und ihre Fähigkeit schmälern, ihr wirtschaftliches Gewicht zur Beeinflussung der Geopolitik einzusetzen.

Volatilität der Aktienmärkte

  • Die Kombination aus Inflation, Unterbrechung der Lieferketten und Rückgang des internationalen Handels würde die Finanzmärkte wahrscheinlich ins Chaos stürzen.

  • Auswirkungen: Die Anleger könnten sich zurückziehen, was zu einer Volatilität der Aktienkurse führen und möglicherweise die Unternehmensinvestitionen dämpfen würde.

Die US-Branchen, die am stärksten unter der Krise leiden würden, sind:

Elektronik und Technologie

  • Hauptquelle: China

  • Auswirkungen: Auf China entfällt ein erheblicher Anteil der Elektronikimporte (z. B. Smartphones, Computer und Halbleiter), und ein 100-prozentiger Zoll würde die Kosten drastisch erhöhen. Inländische Technologieunternehmen hätten Schwierigkeiten, erschwingliche Komponenten zu beschaffen, was zu höheren Verbraucherpreisen und einer Verlangsamung der Innovation führen würde.

Pharmazeutische Erzeugnisse

  • Wichtigste Quelle: Indien

  • Auswirkungen: Indien ist ein wichtiger Lieferant von Generika und pharmazeutischen Wirkstoffen in die USA. Zölle würden die Gesundheitskosten in die Höhe treiben, was zu Engpässen führen und die Abhängigkeit von teuren Alternativen erhöhen könnte.

Automobilindustrie

  • Wichtigste Quelle: Südafrika und Brasilien

  • Auswirkungen: Südafrika exportiert Fahrzeuge und Teile, während Brasilien Stahl und Aluminium liefert. Zölle würden die Lieferketten unterbrechen, die Herstellungskosten für Pkw und Lkw erhöhen und die Preise für die Verbraucher in die Höhe treiben.

Luft- und Raumfahrt

  • Wichtigste Quelle: Brasilien

  • Auswirkungen: Die brasilianische Flugzeugindustrie, insbesondere Embraer, liefert Teile und Flugzeuge an US-Unternehmen. Zölle würden diese Zusammenarbeit unterbrechen und die Kosten für Fluggesellschaften und Luft- und Raumfahrtunternehmen erhöhen.

Landwirtschaft und Lebensmittel

  • Wichtigste Quelle: BRICS-Länder

  • Auswirkungen: Einfuhren von Kaffee (Brasilien), Tee (Indien), Obst und Meeresfrüchten aus den BRICS-Ländern würden stark ansteigen, was diese Grundnahrungsmittel für die US-Verbraucher teurer machen und die Lebensmittelversorgungsketten unterbrechen würde.

Auch wenn die Verhängung von 100-prozentigen Zöllen mit Trumps "America First"-Politik in Einklang stehen und der heimischen Industrie kurzfristig sogar Auftrieb geben könnte, überwiegen die langfristigen Risiken die Vorteile deutlich. Die Verbraucherpreise würden steigen, die Lieferketten würden unterbrochen, und die BRICS-Staaten könnten Vergeltungsmaßnahmen ergreifen – all dies könnte das Wirtschaftswachstum in den USA behindern, die Inflation erhöhen und die Dominanz des Dollars schwächen.

Die Aussichten

Könnten die BRICS den Zöllen etwas entgegensetzen?

Ja, und es gibt mehrere Strategien, die sie anwenden könnten. Erstens könnten sie die Handelsbeziehungen innerhalb des Blocks stärken und so die Abhängigkeit von den US-Märkten verringern. Darüber hinaus könnten sie engere Handelsbeziehungen mit blockfreien Ländern anstreben. Die Verwendung lokaler Währungen im Handel könnte die BRICS-Staaten weiter dazu bringen, die Schaffung eines Zahlungssystems außerhalb des Dollars zu verfolgen. Länder, die am stärksten von US-Importen abhängig sind, könnten versuchen, die betroffenen Industrien zu subventionieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, während sie sich auf alternative Märkte umstellen. Darüber hinaus könnten die BRICS-Mitglieder ihr globales wirtschaftliches Gewicht erhöhen, indem sie die US-Zölle als Gift für die globale Handelsstabilität darstellen.


Ist eine Entdollarisierung tatsächlich möglich?


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Die Idee, die Abhängigkeit vom Dollar im internationalen Handel und im Finanzwesen zu verringern, gewinnt an Dynamik. Doch selbst wenn die BRICS-Länder versuchen, diese Strategie voranzutreiben, wird es nicht einfach sein, da die Dominanz des US-Dollars tief in Vertrauen, Liquidität und der weit verbreiteten Verwendung von auf Dollar lautenden Vermögenswerten verwurzelt ist. Seine Ablösung oder auch nur die Verringerung seiner Verwendung im Welthandel erfordert nicht nur eine neue technische Infrastruktur, sondern auch eine weitverbreitete Zustimmung der globalen Handelspartner zu seiner Einführung. Die jüngsten Entwicklungen – die Zunahme des Handels in lokalen Währungen und die Diskussionen über die Währungen der BRICS-Staaten – zeugen von einer ernsthaften Absicht, aber der Weg dorthin wird wahrscheinlich ein langsamer sein. Vorerst kann sich die Gruppe auf kleine Schritte konzentrieren, wie etwa die Schaffung und Umsetzung unabhängiger digitaler Zahlungsplattformen.

Ein mathematisches Modell, das 2023 in der Fachzeitschrift Applied Network Science veröffentlicht wurde, sagt voraus, dass die BRICS ein großes Potenzial haben, durch eine einheitliche Währung eine Vormachtstellung im internationalen Handel zu erlangen. Laut dieser Studie, die sich ausschließlich auf die Handelsströme stützt und politische Faktoren ausklammert, würden rund 58 Prozent der Länder bereits jetzt eine von den BRICS gestützte Währung dem US-Dollar (19 Prozent) oder dem Euro (23 Prozent) vorziehen.

Könnte Trump tatsächlich Zölle einführen?

Das scheint einigermaßen möglich. Protektionistische Maßnahmen entsprechen seinen Wahlkampfversprechen, und seine letzte Amtszeit hat gezeigt, dass er bereit war, Zölle einzusetzen, um seine politischen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen – zum Beispiel einen Handelskrieg mit China. Die möglichen Preiserhöhungen könnten jedoch zu öffentlichen Gegenreaktionen führen, was den Schritt verhindern könnte. Auch die Verbündeten der USA in Europa und anderen Regionen könnten sich den Zöllen widersetzen, wenn sie die globalen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen destabilisieren. Trump hat in der Vergangenheit bereits Drohungen als geopolitisches Instrument eingesetzt, ohne sie tatsächlich in die Tat umzusetzen. Er könnte erneut eine ähnliche Taktik anwenden.

Übersetzt aus dem Englischen

Abbas Duncan ist RT-Redakteur


Mehr zum ThemaUSA: Republikanischer Senatssprecher stoppt Ukraine-Hilfe



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RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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07.12.2024

BRICS-Länder und -Partner werden das Profil der Moskauer Börse stärken

freedert.online, 7 Dez. 2024 08:12 Uhr, Von Olga Samofalowa

Russlands Präsident hat vorgeschlagen, den Großunternehmen, die nicht an die Börse gehen wollen, keine Vorzugskredite zu gewähren. Dies solle den Aktienmarkt unterstützen, ihn wachsen lassen und so Investoren aus den BRICS-Ländern sowie deren Partnern anziehen.


Quelle: www.globallookpress.com © Bulkin Sergey/news.ru



Der russische Präsident Wladimir Putin hat vorgeschlagen, die Gewährung von Vorzugskrediten an große Unternehmen mit ihrem Eintritt in die Börse zu verknüpfen. Denn heute sind es vor allem kleine Unternehmen, die an die Börse gehen.

Zuvor hatte der Präsidentenberater Maxim Oreschkin vorgeschlagen, über die Verweigerung von Subventionen für nicht öffentliche Unternehmen nachzudenken, und die Chefin der Zentralbank, Elwira Nabiullina, befürwortete diesen Vorschlag.


Strategischer Meilenstein: BRICS-Staaten kontrollieren über ein Fünftel der weltweiten Goldreserven





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"Allein in diesem Jahr haben in Russland 19 Primär- und Sekundärplatzierungen stattgefunden. Den Emittenten gelang es, 102 Milliarden Rubel aufzunehmen. Das Ergebnis ist nicht schlecht, aber im globalen Maßstab ist es gering", erläuterte Putin. Zuvor hatte er das Ziel formuliert, die Kapitalisierung des russischen Aktienmarktes bis zum Jahr 2030 gegenüber 2023 zu verdoppeln, sodass sie zwei Drittel des BIP betragen würde.

"Um den Wunsch der Unternehmen zu unterstützen, in die Entwicklung zu investieren, Kapazitäten zu erweitern, Arbeitsplätze zu schaffen, werden wir sicherlich weiterhin den Kapitalmarkt stärken, wir werden den Eintritt von Unternehmen an die Börse mit ihren Wertpapieren unterstützen", erklärte der Präsident auf einer Plenarsitzung des WTB-Forums "Russia Calling!"

Der Staatschef ist der Ansicht, dass Investitionen an der Börse für die Russen nicht weniger attraktiv sein sollten als Bankeinlagen.

Einerseits gab es an der Moskauer Börse schon lange nicht mehr so viele Aktienplatzierungen wie in diesem Jahr: insgesamt 19 Aktienplatzierungen, darunter 14 Börsengänge (IPOs).

"In diesem Jahr gibt es in Russland einen regelrechten Boom von IPOs und SPOs. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 gab es nur acht Börsengänge an der Moskauer Börse, und im schwierigen Jahr 2022 gab es nur einen einzigen Börsengang. Dann verhängte der Westen beispiellose Sanktionen gegen russische Banken, die russische Zentralbank und die Depot- und Börseninfrastruktur und blockierte die Wertpapiere russischer Anleger in den westlichen Depots. Im Jahr 2021, als sich die russische Wirtschaft und der Aktienmarkt von der Sperrung durch das Coronavirus erholten, gab es acht Börsengänge an der Moskauer Börse und null im Vorkrisenjahr 2019, weil russische Unternehmen Börsengänge im Ausland durchführten. Dann aber wechselten sie den Gerichtsstand ihrer Muttergesellschaften aus den gefährlichen und unfreundlichen Ländern nach Russland und hatten in offiziellen ausländischen und russischen Instanzen mit großen Schwierigkeiten und Kosten zu kämpfen", sagt Natalia Miltschakowa, eine führende Analystin bei Freedom Finance Global.

Andererseits haben die Unternehmen angesichts der geschlossenen westlichen Finanzmärkte und der Sanktionen auch kaum eine andere Wahl.


Entdollarisierung abgeschlossen: Iran und Russland treiben Handel in nationaler Währung





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Die Lage auf dem russischen Aktienmarkt ist jedoch nicht so optimistisch. "Es gibt keine Liquidität mehr auf dem Markt, die großen ausländischen Institutionen sind abgewandert, es gibt keine einheimischen Großinvestoren, und das beliebteste Instrument im Land ist heute die Spareinlage. Es gibt auch keine Anreize für Unternehmen, langfristig in Wertpapiere zu investieren. Viele Einzelpersonen haben sich zwar einen Zugang zum Aktienmarkt verschafft, aber die allgemeine Qualität der Unternehmensführung ist dramatisch gesunken. Russische Wirtschaftsprüfer tragen im Gegensatz zu internationalen Wirtschaftsprüfern keine wesentliche Verantwortung gegenüber den Anlegern, die Dividendenpolitik wird nicht beachtet und die Unternehmensleitung trägt keine Verantwortung gegenüber den Anlegern. Heute ist der Aktienmarkt ein Markt für kurzfristige Investoren", sagt Alexei Kurassow, Leiter der Abteilung Corporate Finance bei der Finam Financial Group.

Einerseits wächst die Zahl der neuen Investoren. Nach Angaben der Moskauer Börse stieg die Zahl der neuen Anleger im November gegenüber Oktober um 500.000. Andererseits ist ihre Qualität gering.

Kurassow zufolge ist der Umfang der Transaktionen seit der zweiten Jahreshälfte entweder zurückgegangen oder sie werden verschoben, und es sind technische Platzierungen aufgetreten, bei denen sich nicht 10.000 Einzelanleger, sondern weniger als 100, in der Regel befreundete Anleger, für eine Milliarde Rubel beteiligen, da es auf dem russischen Markt keine Börsennotierungsvorschrift für die Anzahl der Einzelanleger gibt. In der weltweiten Praxis sollten sich mindestens 2.000 bis 5.000 Einzelanleger an einem Börsengang beteiligen.

"Ohne Änderungen der Börsenzulassungsvorschriften könnten wir daher Dutzende von technischen Platzierungen sehen, bei denen es zu einem sogenannten Parken auf befreundeten oder verwandten Strukturen kommt, um günstige Unterstützungsmaßnahmen des Staates zu erhalten. Dies wird keine neuen Gelder und Investoren anlocken, im Gegenteil, wir sehen ähnliche Deals auf dem Anleihenmarkt, wenn interessante Emissionen durch ein oder zwei Gebote im Rahmen einer offenen Zeichnung in einem Börsenangebot vergeben werden, anstatt an Tausende von verschiedenen Investoren, die sich um eine Beteiligung beworben haben", warnt der Experte.

Das vom Präsidenten gesetzte Ziel, die Kapitalisierung des russischen Aktienmarktes bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln, sei nicht leicht zu erreichen. Es sei unmöglich, einen liquiden und attraktiven Markt zu schaffen, ohne großes und langfristiges Kapital anzuziehen, so Kurassow.

"Um die Kapitalisierung des russischen Aktienmarktes auf 100 Billionen Rubel zu erhöhen, müssen wir bis 2030 Börsengänge für mindestens 2,5 Billionen Rubel mit einer durchschnittlichen Transaktion von fünf Milliarden Rubel durchführen – das würde 500 Transaktionen in fünf Jahren erfordern. Wenn wir die durchschnittliche Transaktion in der Welt nehmen – sie beträgt 200 Millionen US-Dollar oder 25 Milliarden Rubel – dann brauchen wir nur 20 solcher Transaktionen pro Jahr, aber dafür muss die Zahl der Vermögenswerte auf dem Markt um ein Vielfaches steigen. Es gibt jedoch keinen Anreiz für ein solches Wachstum", argumentiert Kurassow. Er befürchtet, dass die Erfüllung des Ziels bloß zu mehr technischen Transaktionen führen wird.

"Der Aktienmarkt in der Russischen Föderation stellt bislang keine von den Unternehmen nachgefragte Finanzierungsquelle dar", sagt Miltschakowa.

"In Russland sind Eigenmittel bisher die erste Quelle der Unternehmensfinanzierung, die zweite sind Bankkredite, gefolgt von Schuldscheindarlehen und föderalen und regionalen Haushaltsmitteln. Eine Fremdfinanzierung ist erst dann sinnvoll, wenn sie nicht zu teuer ist und das Ausfallrisiko für das Unternehmen nicht erhöht. In Zeiten hoher Zinsen, wie sie derzeit herrschen, ist die optimale Quelle für die Kapitalbeschaffung die Börse, wo der Emittent nach der Platzierung von Aktien im Gegensatz zur Platzierung von Anleihen oder anderen Schuldtiteln das eingenommene Geld im Laufe der Zeit an niemanden zurückgeben muss", sagt Miltschakowa. Um das vom Präsidenten gesteckte Ziel zu erreichen, müsste also die Struktur der Finanzierungsquellen für Unternehmen, vor allem für Großunternehmen, radikal geändert werden.

Nach Ansicht der Expertin möchte der russische Präsident sicher nicht, dass es zu solch unangenehmen Situationen mit Anleiheausfällen oder gar Konkursen großer russischer Unternehmen kommt, wie es kürzlich beim BRICS-Partner China der Fall war, als der große chinesische Immobilienentwickler Evergrande in Konkurs ging und später mehrere andere große chinesische Bauunternehmen Probleme mit der Bedienung ihrer Schulden hatten.


"Konzentration von Marktmacht gefährlich" – BRICS wollen Wirtschaftsmonopole bekämpfen




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"Ein weiteres Ziel der russischen Behörden ist es, große Investitionsinstitutionen aus den BRICS-Staaten und befreundeten Ländern an die russische Börse zu locken, einschließlich staatlicher Investitionsfonds, die teilweise dem russischen Nationalen Vermögensfonds oder Direktinvestitionsfonds entsprechen. Sie könnten anstelle der großen westlichen institutionellen Anleger, die den Markt verlassen haben, in russische Aktien investieren.

Wir sprechen hier wahrscheinlich von Investmentfonds aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Einige von ihnen besitzen bereits Anteile an großen russischen Emittenten. Je mehr Großanleger, insbesondere institutionelle Anleger, es auf dem russischen Aktienmarkt gibt, desto mehr Großemittenten werden bereit sein, ihr Geschäft durch primäre und sekundäre Aktienplatzierungen anstelle von Fremdfinanzierung zu finanzieren", erläutert Natalia Miltschakowa.

Die Frage der staatlichen Unterstützung für Börsengänge von Großemittenten sei ein strittiges Thema, das sicherlich diskutiert werden wird. "Unserer Meinung nach wäre es eine gute Idee, großen Emittenten, die an die Börse gehen wollen, vorübergehende Steuerabzüge von der Einkommenssteuer zu gewähren, so wie es heute bei der Einkommenssteuer für russische Privatanleger der Fall ist, zum Beispiel für die Höhe der Ausgaben für den Börsengang. Dies wäre eine gute Initiative", so die Expertin abschließend.

Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung Wsgljad.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 5. Dezember 2024 zuerst auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.


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07.12.2024

Was wird aus Armenien ohne die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit?

freedert.online, 7 Dez. 2024 08:14 Uhr,Von Jewgeni Krutikow

Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan will die OVKS zwar verlassen, hat aber das Verfahren für den formellen Austritt noch nicht eingeleitet. Diese Zweideutigkeit lässt Jerewan ein Fenster der Gelegenheit. Ohne sie stünde Armenien höchstwahrscheinlich eine zivilisatorische Katastrophe bevor.


Was wird aus Armenien ohne die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit?© Getty Images/Tomas Ragina


Symbolbild


Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hat auf der Tribüne des armenischen Parlaments erklärt, dass "der Punkt der Unumkehrbarkeit in den Beziehungen zwischen Armenien und der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) überschritten ist". Er verkündete wörtlich Folgendes: "Was die Dokumente anbelangt, so haben wir gesagt, dass wir unsere Teilnahme an den Arbeiten der OVKS einfrieren, was bedeutet, dass wir uns an gar nichts beteiligen, wir diskutieren die Dokumente nicht, wir machen keine Vorschläge, wir äußern keine Meinungen, wir legen einfach kein Veto gegen die Dokumente ein, weil wir uns in der Tat bereits als außerhalb der OVKS betrachten und sie entscheiden lassen, was sie wollen, wir mischen uns nicht ein."


Armenien betrachtet sich nicht mehr als Mitglied der OVKS





Armenien betrachtet sich nicht mehr als Mitglied der OVKS







In diplomatische Sprache übersetzt könnte dies bedeuten, dass Armenien sich das Recht vorbehält, die Unterstützung der OVKS in Anspruch zu nehmen, wenn es sie braucht, aber generell seine emotionale Abneigung gegen das Bündnis als Phänomen zum Ausdruck bringt. Diese Position ermöglicht es Jerewan, seine Haltung gegenüber der OVKS fast jederzeit in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. Diese verbale Konstruktion Paschinjans ändert nichts am Kern der Sache: Solange Armenien nicht offiziell aus der OVKS ausgetreten ist (dieser Prozess dauert übrigens nicht nur einen Tag), hat es das Recht, die kollektive Unterstützung dieser Organisation jederzeit in Anspruch zu nehmen.

Armenien selbst hat nur einmal an einer ausländischen Militärmission teilgenommen, und zwar nicht im Rahmen der OVKS, sondern in engem Kontakt mit den russischen Streitkräften. Dies war 2019 in Syrien der Fall, wo eine kleine Gruppe armenischer Pioniere eingesetzt wurde. Sie beteiligten sich an der Entminung der syrischen Gebiete, in denen traditionell Armenier leben, darunter Aleppo. Nun nennt Nikol Paschinjan diesen Fall als Beispiel für die "echte Allianz" Armeniens mit Russland. Angeblich wurde er persönlich vom Westen gebeten, keine Pioniere zu entsenden und somit Russlands Aktionen in Syrien nicht zu unterstützen, aber er "erfüllte seine Bündnispflicht".

Dies ist eine sehr umstrittene Aussage, da es nicht nur darum ging, sein "Bündnis" zu demonstrieren und einen bestimmten Kurs zu unterstützen, sondern auch darum, Armeniern in Syrien zu helfen. Paschinjan hatte die Möglichkeit, die armenische Flagge außerhalb Armeniens zu zeigen, indem er seinen Landsleuten half, was ihm zusätzliche Punkte bei der Spyurk (der armenischen Diaspora) einbrachte. Den Armeniern von Bergkarabach schenkte er keine solche Aufmerksamkeit und ließ sie in ihrer verzweifelten Lage im Stich.

In der Zwischenzeit sind die existenziellen Bedrohungen für die Identität Armeniens und der armenischen Nation nicht verschwunden, sondern haben in letzter Zeit sogar zugenommen, da die Regierung Paschinjans die historischen Merkmale der armenischen Staatlichkeit konsequent ablehnt. Es sei daran erinnert, dass der wichtigste "Friedens"-Vertrag zwischen Armenien und Aserbaidschan noch immer nicht unterzeichnet worden ist.

Es wurde unter anderem wegen der Schwierigkeiten, die mit dem Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten verbunden sind, nicht unterzeichnet. Die UdSSR ist vor mehr als dreißig Jahren zusammengebrochen, und seither haben fast alle Länder der ehemaligen Sowjetunion ihre Grenzen auf die eine oder andere Weise geregelt. Nur in Armenien gab es keine klar definierten gesetzlichen und tatsächlichen Staatsgrenzen. Gleichzeitig wurde die wichtigste Außengrenze des Landes – die zur Türkei – von russischen Grenzsoldaten bewacht, die Paschinjan nun ausweisen will. Das heißt, die Grenzen Armeniens begannen nirgendwo und konnten theoretisch beliebig enden. Was sollte die OVKS in diesem Fall schützen?

Aber nehmen wir einmal an, dass Armenien sich endgültig und offiziell aus der OVKS zurückzieht und auf sich allein gestellt ist, ohne die politische und militärische Unterstützung Russlands. In einem solchen Fall würde das Land sofort mit einer Verschärfung der bereits bestehenden Krisen und Herausforderungen konfrontiert.

Die Grenzziehung entspricht nicht der historischen Grundlage, verwendet unterschiedliche Karten und unterbricht in einigen Fällen die natürlichen Verbindungen zwischen Siedlungen in Armenien, das zudem seine ehemaligen "sowjetischen" Enklaven unwiderruflich verloren hat. Der Grenzverlauf ist im Wesentlichen einseitig, da Aserbaidschan die Grenze einfach in das Gebiet der ehemaligen Armenischen SSR verschoben hat.

Im nördlichen Abschnitt ab dem Dorf Kirants läuft Armenien Gefahr, nicht nur historische Gebiete mit religiösen Stätten zu verlieren, sondern auch die physische Kontrolle über die einzige Autobahn zur Außenwelt. Es gibt Pläne, eine Art Umgehungsstraße zu bauen, aber das löst das Problem nicht, da beide Autobahnen in Reichweite des aserbaidschanischen Artilleriebeschusses liegen. Im Falle einer Verschärfung der militärischen und politischen Lage in der Region würde die aserbaidschanische Armee in wenigen Stunden Kirants besetzen und damit eine Landblockade des Bezirks Jerewan von der Außenwelt errichten.


Parlamentssprecherin: Europäisches Parlament führt Verleumdungskampagne gegen Aserbaidschan




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Die zweite konfliktträchtige Angelegenheit ist der sogenannte Sangesur-Korridor, das heißt die Schaffung einer direkten Landverbindung zwischen dem Kerngebiet von Aserbaidschan und Nachitschewan. Die Regierung Paschinjan hat diesem Vorhaben nach Verhandlungen mit Aserbaidschan zugestimmt, aber dabei geht es nur um die Idee eines solchen Korridors, und seine grundlegenden physischen Parameter sind noch nicht einmal in schematischer Form vereinbart worden. Die Parteien sehen die Funktionsweise eines solchen Verkehrskorridors genau gegensätzlich.

Aserbaidschan besteht auf der Extraterritorialität dieser Zone und der Stationierung aserbaidschanischer oder sogar türkischer Sicherheitskräfte dort. Für Armenien würde dies den Verzicht auf ein bedeutendes Territorium, den Verlust der physischen Kontrolle über die historische südliche Region Sjunik (Sangesur), das heißt die Zerstörung der Staatlichkeit bedeuten.

Die Verhandlungsposition Jerewans ändert sich ständig aufgrund der diplomatische Rhetorik und dem immer gleichen Spiel mit Worten. Die anfängliche Position, eine Art eigens geschaffener "Spezialkräfte" des armenischen Innenministeriums auf der Route zu platzieren, hat nicht funktioniert. Dann begann man, über die mögliche Stationierung von EU- oder OSZE-Truppen im "Korridor" zu sprechen. Außerdem besteht Aserbaidschan darauf, dass der "Korridor" von aserbaidschanischen Truppen kontrolliert werden muss. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Sackgasse, aber die Verhandlungen werden immer noch durch diplomatische Tricks und die Tatsache gestützt, dass schon die Festlegung des "Korridors" an sich äußerst arbeitsintensiv ist.

Es bleibt nur noch hinzuzufügen, dass der Text der Erklärung der Staats- und Regierungschefs Armeniens, Aserbaidschans und Russlands aus dem Jahr 2020 über den Waffenstillstand in der Konfliktzone von Bergkarabach etwas ganz anderes aussagt. Nämlich, dass "die Kontrolle über die Verkehrsverbindungen [im Sangesur-Korridor] von den Organen des Grenzdienstes des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands ausgeübt wird".

Es besteht kein Zweifel daran, dass Baku und Ankara irgendwann die Nase voll von den langwierigen Verhandlungen haben werden. Wohin wird sich Jerewan dann wenden, um Schutz und Unterstützung zu erhalten?


Russischer Geheimdienst: USA wollen Armeniens Neuausrichtung gen Westen beschleunigen





Russischer Geheimdienst: USA wollen Armeniens Neuausrichtung gen Westen beschleunigen





In Fachkreisen wird argumentiert, dass sich Russland allmählich aus dem sogenannten Südkaukasus zurückzieht und das Vakuum von jemandem ausgefüllt werden muss. Es scheint, dass Jerewan dieselbe Meinung vertritt, denn parallel zum "Einfrieren" seiner Beteiligung an der OVKS hat es begonnen, aktiv nach neuen Verbündeten zu suchen. Es hat den Anschein, dass die armenische Regierung in dieser Angelegenheit einige Fortschritte gemacht hat, insbesondere haben sich die militärischen Kontakte mit den Vereinigten Staaten und der NATO, und vor allem mit Frankreich, stark intensiviert.

In der Praxis hat Armenien jedoch weder mit der EU oder der OSZE noch mit der NATO oder den Vereinigten Staaten oder gar mit Frankreich schriftliche Vereinbarungen über die gegenseitige Unterstützung in einer Krisensituation getroffen. Und wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass es auch keine solchen Vereinbarungen geben wird. Für Paris zum Beispiel ist ein diplomatischer Konflikt mit Baku eine Sache, aber eine physische Beteiligung an der Verteidigung der armenischen Interessen eine ganz andere.

Vielleicht ist die OVKS, wie jeder andere kollektive Mechanismus dieser Art, nicht perfekt, auch nicht in rechtlicher Hinsicht. Die Organisation wurde zu einem Zeitpunkt in der Geschichte gegründet, als es keine existenziellen Bedrohungen für einen der Gründungsstaaten des Blocks gab. Im Moment ist die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit jedoch die einzige rettende Position für Armenien, selbst im Zustand eines seltsamen "Einfrierens" à la Paschinjan.

Ohne den OVKS-Schirm könnte die Position Bakus und Ankaras in der territorialen Frage (es geht nicht nur um die Grenzziehung) und im Sangesur-Korridor zu größerer Rigidität neigen. Selbst die derzeitige formale Mitgliedschaft Armeniens in dieser Organisation schreckt von einem solchen Szenario ab.

Vielleicht ist das der Grund, warum Jerewan sich ein Schlupfloch offenhält: Einerseits spricht es über das Einfrieren seiner Teilnahme an der OVKS, andererseits verlässt es die Organisation nicht vollständig und formell. Denn dieses Schlupfloch ist wahrscheinlich das Letzte, was Armenien vor einer zivilisatorischen Katastrophe bewahrt.


Jewgeni Krutikow ist ein russischer Militärexperte.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 5. Dezember 2024 zuerst auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.


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07.12.2024

"Mehr Milei und Musk wagen" – Neoliberale Moralisten entrüsten sich über Christian Lindner

    freedert.online, 7 Dez. 2024 12:58 Uhr,Von Susan Bonath

    FDP-Chef und Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner hat Deutschlands Moralisten auf den Plan gerufen. Darf man Argentiniens neoliberalen Kettensägen-Staatschef loben? Was all die Kritiker vergessen: Deutschland geht schon seit Jahrzehnten den gleichen Weg in Trippelschritten.


    Quelle: Gettyimages.ru © Handout / Handout


    Deutschland "muss mehr Milei und Musk wagen", so der Vorsitzende der Kleinstpartei FDP, Christian Lindner, jüngst in der ARD


    Täglich treibt die Presse eine neue "Sau" durch Deutschland. Diese Woche startete mit einem Aufreger um Christian Lindner: Der FDP-Chef und Ex-Finanzminister hatte mal wieder an seinem neoliberalen Rad gedreht. Deutschland müsse "mehr Milei und Musk wagen", hatte er im ARD-Talk in die Kameras agitiert. Wer Lindner in den letzten Jahren zugehört hat, dem entlockt das nur ein müdes Gähnen.

    Doch in der nahezu gleich geschalteten deutschen Leitpresse-Landschaft rotierte die Entrüstungswelle. Altliberale, Allround-Kommentatoren, Politexperten und Moralisten für jedes Thema gaben sich die Klinke in die Hand, um, so kam der Eindruck auf, irgendwie das alte deutsche FDP-Image zu retten.

    Den rechts-"libertären" argentinischen "Kettensägen"-Präsidenten Javier Milei und dazu einen stinkreichen Exzentriker wie Elon Musk als Vorbild loben – ja darf der das denn überhaupt im guten Wertedeutschland?


    Mileische Mini-Kettensäge in Aktion

    Zunächst einmal kann man sich fragen: Wo ist hier überhaupt der Aufreger? Lindner ist für seinen so schlecht begründeten wie mythologisch aufgeblähten Marktfundamentalismus aus dem Hause Hayek nicht erst seit gestern wohlbekannt. Seit Jahren trägt er seine neoliberalen Märchen ungefragt der Öffentlichkeit vor. Kein Mensch hat ihn bisher daran gehindert, auch nicht als Finanzminister, der er drei Jahre lang war.


    Chaostage in der FDP – Generalsekretär tritt zurück





    Chaostage in der FDP – Generalsekretär tritt zurück







    In Bundestagsdebatten, auf FDP-Parteitagen und sonstigen Bühnen warb er gern für das volle Programm: Steuergeschenke für Reiche und Sozialabbau für alle anderen, Freiheit fürs Kapital und Gängelei für die Arbeiter, Kriegsrüstung und -exporte in die Ukraine bei totaler Schuldenbremse für die "kleinen Leute", und so weiter. Wie kann es da wundern, wenn er Leute feiert, die auf der gleichen Welle reiten?

    Der Streit am Ampel-Ende drehte sich letztlich darum: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wollte ein paar zusätzliche Schulden aufnehmen für die Rüstungslieferungen in die Ukraine, also die Schuldenbremse dafür lockern. Lindner wollte genauso liefern – aber eben ohne neue Schulden, sondern durch komplette Umverteilung, vor allem aus den Sozialtöpfen, die ohnehin bereits geplündert wurden.

    Bis dahin hat die FDP die Ampelpolitik ganz kräftig mitbestimmt. Völlig losgelöst vom Koalitionsvertrag setzte die Regierung viele Wünsche Lindners bereits um: Sie stampfte die zuvor großspurig verkündete Kindergrundsicherung ein und baute das Bürgergeld, kaum eingeführt, in Windeseile wieder zu Hartz IV zurück. Sie vergoldete das Reichen-Schonprogramm, verordnete Sozialkürzungen und alle hetzten emsig gegen Arbeitslose. Die Mileische Mini-Kettensäge war bereits in Aktion. Auch die Union unter Friedrich Merz konnte ihre Freude darüber kaum verbergen.

    Lindners Mövenpick-Partei

    Die FDP ist beileibe nicht erst seit gestern derart neoliberal gestrickt. Erinnert sich noch jemand an den Mövenpick-Skandal, also die Steuergeschenke an Hoteliers gegen satte Parteispenden? Oder weiß noch jemand, wie die FDP vor zehn Jahren gegen die Einführung eines Mindestlohns wetterte und unter anderem behauptete, dieser werde jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erschweren und ihre "Zukunftschancen vernichten"?


    Strack-Zimmermann, die Werbung und der Krieg





    Meinung

    Strack-Zimmermann, die Werbung und der Krieg






    Da fragt man sich, an welche Zeit die ehemalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wohl dachte, als die Medien sie über den "demokratisch-liberalen" Charakter der FDP schwadronieren ließen, der angeblich ganz weit entfernt sei von Lindners Milei-Faible. Vielleicht meinte sie die 1970er- und 1980er-Jahre, wo es zumindest noch so etwas wie einen sozialliberalen Flügel in der FDP zu geben schien?

    Heute sieht das jedenfalls ganz anders aus. Keineswegs träumt FDP-Chef Christian Lindner als einziger in seiner Partei von Sozialstaats-"Massakern" nach der Methode Javier Milei in Argentinien und zugleich von Musks Milliarden. So stimmte beispielsweise auch FDP-Bundestagsfraktionschef Christian Dürr im Deutschlandfunk in Lindners neoliberale Lobeshymne ein und bezeichnete diese als "Umdenken in der Wirtschaftspolitik"

    Milei in Trippelschritten

    Doch man kann nun keineswegs die FDP als diesbezüglichen Allein-Übeltäter in Deutschland hinstellen. Man muss die selbst ernannte "politische Mitte" schon als das betrachten, was sie seit Jahrzehnten ist: leider neoliberal. Milei in Trippelschritten; man könnte auch sagen: Reagan in Regenbogenfarben oder Thatcher pinkwashed – das ist seit spätestens der Jahrtausendwende Programm in Deutschland, ganz egal, wer gerade in der Regierung saß.

    Die "Mitte" zieht seit Jahrzehnten im Gros an einem Strang. Sie privatisierte Post und Bahn, Krankenhäuser und Pflegeheime. Sie erfand die Agenda 2010 und setzte sie ab 2003 mit Rot-Grün in der Regierung um. Wenig später verschärfte Schwarz-Rot die integrierten Repressionen, erlaubte beispielsweise unbarmherzige 100-Prozent-Sanktionen gegen 15- bis 24-Jährige beim geringsten "Vergehen". Nicht nur die Arbeitslosenhilfe kam so unter den Hammer. Auch Arbeitsrechte, staatliche Gesundheitsfürsorge und die Rente wurden massiv gestutzt. Und bei jeder Krise geht es weiter in Richtung Sozialabbau.

    Das ist nicht verwunderlich. Neoliberale hatten noch nie ein anderes Konzept. Führt der Kapitalismus mal wieder in die Krise, soll noch mehr davon die Lösung sein - konsequenterweise verbunden mit mehr Härte gegen Arme. Die sozialen Probleme potenzieren sich, die Kriminalität steigt und die Neoliberalen rufen noch lauter nach Sozialabbau, Privatisierung und Polizeistaat – ein nicht enden wollender Teufelskreis, in dem sich Deutschland befindet.


    Neoliberale Märchenstunde


    Scholz' und Lindners Showdown: Ein Kampf um Schulden und die Zukunft der deutschen Wirtschaft




    Meinung

    Scholz' und Lindners Showdown: Ein Kampf um Schulden und die Zukunft der deutschen Wirtschaft





    Die Neoliberalen wecken dabei stets die bekannte Hoffnung in der Normalbevölkerung: Wenn wir die Reichen noch ein bisschen reicher machen und dafür sorgen, dass sie ungehindert scheffeln können, sickert dann irgendwann wohl doch ein bisschen mehr von oben nach unten durch. Das ist zwar nie im großen Stil passiert und die Reichen sind so reich wie nie – aber der Mythos vom Trickle-Down-Effekt ist mächtig.

    Dem widersprechen alle neoliberalen Experimente, die – von Pinochet in Chile über Thatcher im Vereinigten Königreich bis hin zu Reagan in den USA – allesamt die soziale Schere auseinanderklaffen ließen. Auch führen mehr Wohltaten für Unternehmer nicht automatisch zu viel mehr Jobs, geschweige denn zu solchen, von denen man leben kann. Löhne sind bekanntlich Kosten. Jeder Unternehmer, der nicht pleitegehen will, wird alles tun, um sie zu drücken. Umso besser funktioniert das mit repressiven Staatsprogrammen wie Hartz IV, mit denen Deutschland Arbeitslose in den Niedriglohnsektor zwang.

    Die Freiheit, die Liberale gern verallgemeinert predigen, mag wohl klingen. Gemeint ist sie aber nur fürs Kapital. Die gewöhnlichen Lohnabhängigen, die nicht gerade auf privilegierten Managerposten landen, werden natürlich auch frei: von sozialer Sicherheit, von auskömmlichen Löhnen, von freier Berufswahl, von Selbstbestimmung über die eigene Lebenszeit und so weiter.


    "Freiheit" für den US-Imperialismus

    Doch selbst in ihren Freiheitsforderungen fürs Kapital sind Neoliberale wie Lindner nicht besonders konsistent. Bekanntlich steht auch er stramm hinter den Russland-Sanktionen, die in Deutschland und Europa die Energiepreise künstlich in die Höhe treiben. Sanktionen gegen andere Staaten und deren Industrie sind eigentlich nach ihrer eigenen Logik nichts anderes, als Eingriffe in den freien Markt, genau wie Subventionen, nicht zuletzt durch staatliche Rüstungskäufe bei bestimmten Konzernen. Darüber sprechen Neoliberale aber nicht so gern.

    Man könnte also sagen: Lindners Freiheitsforderungen gelten offensichtlich vor allem für das Großkapital, zumeist mit Hauptsitz in den USA, nicht aber für den deutschen Mittelstand. Die FDP – und mit ihr auch die anderen der selbst ernannten "Mitte"-Parteien – betreibt eine Politik für den US-Imperialismus und seine riesigen Monopole. Man verspricht sich dabei offensichtlich ein gemütliches Plätzchen im Schatten des Imperiums – natürlich nicht für alle!


    Ausverkauf Argentiniens

    Nicht anders sieht es bei Javier Milei aus: Sein Land hat er inzwischen an den Tropf des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehängt. Die Schlüsselindustrien verscherbelt Milei eifrig an westliche Oligarchen, auch über eine sogenannte "Treuhand"-Firma (erinnert sei an die Abwicklung der DDR). Die Armutsquote ist in seiner Amtszeit offenbar rasant gestiegen. 

    Mit eiserner Hand geht Milei gegen die Armen vor, gegen Suppenküchen und Genossenschaften zum Beispiel.  Auch die linke Opposition hat unter ihm nichts zu lachen. Und Beschäftigten würde er das Streiken gern komplett verbieten.  Zugang zu Hochschulbildung sollen ihm zufolge nur noch Kinder erhalten, deren Eltern gut dafür bezahlen können.


    Modernes Manchester-Monopoly

    Da könnten einem glatt Gedanken an den Manchester-Kapitalismus im 19. Jahrhundert kommen: Arbeiter, die beengt in verschimmelten Londoner Bruchbuden hausen, jeden 14-Stunden-Fabrikjob annehmen müssen, um ihre Familien durchzubringen, begleitet von ihren 14-jährigen Kindern, die aus Geldnot nicht mehr in die Schule gehen können. Es gibt längst Ecken in den USA, wo dieses "Flair" erlebbar ist. In Argentinien ganz sicher auch. Nur, das anders als damals heute Monopole das Sagen haben.

    Vorwärts zu einem modernen "Manchester-Monopoly"? - Unter diesem Gesichtspunkt sollte man Lindners "mehr Milei und Musk wagen" dringend beleuchten – und dabei nicht die deutsche Politik der letzten 30 Jahre vergessen. Doch mit Analyse haben es die deutschen Medien nicht so. Die begnügen sich wie üblich im oberflächlichen Moralin.


    Mehr zum Thema - Frankreich, Deutschland, Großbritannien: Westeuropas politische Instabilität


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/228443-mehr-milei-und-musk-wagen


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07.12.2024

Angst vor Nato-Kritiker: Wahl in Rumänien abgesagt

lostineu.eu, 6. Dezember 2024

Das gab’s noch nie: Offenbar aus Angst davor, dass ein Nato-Kritiker gewinnen könnte, wurde die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Rumänien annuliert. Die Stichwahl am Sonntag wurde abgesagt.

Die ebenso überraschende wie beispiellose Entscheidung wurde vom Obersten Gericht in Bukarest getroffen – unter Berufung auf einen Geheimdienst-Bericht.

“Das Verfahren zur Wahl des Präsidenten von Rumänien wird komplett neu aufgenommen”, teilte das Verfassungsgericht mit. Es habe die Entscheidung getroffen, “um die Korrektheit und Rechtmäßigkeit des Wahlprozesses sicherzustellen”.

Die erste Wahlrunde am 24. November hatte der rechtsradikale Kandidat Calin Georgescu gewonnen. In einer Stichwahl sollte er eigentlich am Sonntag gegen die zweitplatzierte Mitte-Rechts-Politikerin Elena Lasconi antreten.

Georgescu gilt als Nato-Kritiker; er will die Hilfe für die Ukraine einstellen. Dies hat die Ukraine-Freunde und die Transatlantiker alarmiert.

Sie sprechen von russischer Einmischung und behaupten, die Videoplattform TikTok habe beim ersten Wahlgang die entscheide Rolle gespielt.

Unter anderem ist von einer koordinierten “Guerilla”-Kampagne mit “manipulierten” Influencern und der Nutzung von Algorithmen sowie mehr als 85.000 Cyberattacken die Rede.

Allerdings ist unklar, wie TikTok in der Lage sein sollte, einem Präsidentschaftskandidaten zum Sieg zu verhelfen. So weit bekannt, verwendet nur eine Minderheit der Rumänien diesen Dienst.

EU und USA intervenieren

Die EU will den Vorwürfen nun nachgehen. Sie hat TikTok aufgefordert, Unterlagen vom ersten Wahlgang herauszurücken – als Rechtsgrundlage dient das neue Internet-Gesetz DSA.

Tiktok wies die Vorwürfe einer Wahlbeeinflussung zurück. “Wir haben bislang keine Hinweise darauf, dass auf unserer Plattform eine koordinierte Kampagne stattgefunden hat”, hieß es.

Allerdings gibt es Hinweise auf eine Intervention der USA, wo man sich Sorgen um die Nato macht. Das State Department gab extra ein Statement heraus – noch ein ungewöhnlicher Vorgang…

P.S. Sogar die Kontrahentin von Georgescu, die verbliebene Kandidatin Lasconi, hat die Annulierung der Wahl scharf kritisiert. “Die Entscheidung des Verfassungsgerichts ist illegal, unmoralisch und zerstört das Wesen der Demokratie, das Wählen.”

6 Comments

  1. Arthur Dent
    7. Dezember 2024 @ 07:38

    Ich halte die Nato ebenfalls für hirndingsbums, äh, geblitztdingst und nahezu überflüssig. Sie ist weniger ein Verteidigungsbündnis sondern mehr eine Interventionsmacht, die Ressourcen und Handelswege militärisch sichert. Lieschen Müller und Max Mustermann brauchen sie nicht.

Reply

  • Monika
    6. Dezember 2024 @ 22:58

    Bin gespannt, was unsere „Hüter der Demokratie“ und „Verfechter unabhängiger, freier und geheimer Wahlen“ diesmal für Asse aus dem Ärmel ziehen werden. Dass früher auch schon getrixt und manipuliert wurde (siehe die bischöflichen Hirtenbriefe an Wahlsonntagen) – geschenkt. Die völlig unverfrorene Abwicklung heutzutage macht einen beim Betrachten doch schaudern.
    Wir müssen höllisch aufpassen, dass bei im Februar bei der Bundestagswahl nicht eine „kritische Masse“ zu den Nichtwählern abdriftet: weils Wählengehen ja „eh nichts bringt“. Dann nämlich ist quasi gewährleistet, dass sich die derzeitigen Regierungsmaximen durchsetzen werden.
    Indem man solches „Wahlpiratentum“ medial durchwinkt und als wehrhafte Demokratie verklärt, siehe in Moldawien, Georgien, Rumänien, das Ausrufen von Kriegsrecht „als Axt“ benutzt (Südkorea), oder bei nicht genehmen Wahlergebnissen die bis dahin demokratischen Gepflogenheiten einer geordneten Regierungsübergabe einfach ignoriert (Georgien, Frankreich), erscheint vielen Wahberechtigten der Wahlvorgang unbedeutend. Ist er aber nicht, denn eine hohe Wahlbeteiligung ist ein nice to have, die „Mehrheiten“ werden relativ aus der Teilnehmerzahl berechnet , nicht aus der Zahl der Wahlberechtigten. Selbst bei 30% Wahlbeteiligung kann eine Partei also eine regierungsfähige Mehrheit auf sich vereinigen…
    Es wäre die demokrtaische Aufgabe der Medien, hier zu warnen, aufzuklären, zu motivieren. Die werden aber einen Teufel tun…

    Reply

  • Kleopatra
    6. Dezember 2024 @ 20:27

    Kein anderer Kandidat kann sich leisten, in einer solchen Situation die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu begrüßen, weil man wie ein schlechter Verlierer wirkt. Um diesen offenen Neofaschisten ist es freilich nicht schade. Nach Angaben der österreichischen Zeitschrift “profil” wird TikTok von immerhin 40% der Rumänen verwendet, was wenn auch keine absoluter Mehrheit, so doch eine beeindruckende Reichweite ist.

    Reply

    • ebo
      6. Dezember 2024 @ 20:33

      Mit 40 Prozent Usern gewinnt man keine Wahl. Vermutlich nutzen 60 Prozent Facebook und 90 Prozent Internet. So what?
      Im übrigen hat das Oberste Gericht das amtliche Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahl erst am Montag als korrekt eingestuft. Der Gerichtsvorsitzende Marian Enache teilte mit, die vom Gericht angeordnete Neuauszählung der Stimmen habe die Korrektheit des zuvor bekanntgegebenen Ergebnisses bestätigt.
      Das soll nun nicht mehr gelten, weil der Geheimdienst neue Erkenntnisse hat!?

      Reply

  • Michael
    6. Dezember 2024 @ 18:21

    Der Vorwurf gilt Russland, aber der Tāter war die USA! Der sog. Westen verstrickt sich immer tiefer in den ureigensten Hirngespinsten!

    Reply

    • Karl
      7. Dezember 2024 @ 08:51

      Der sog. Westen verstrickt sich immer tiefer – in die Abschaffung der Demokratie!
      Der Demokratie, die der Westen als enorme historische Errungenschaft sich selber erkämpft hat. Und auf die er bisher sehr stolz war. Das heißt: Der Westen befindet sich wirklich auf dem Weg des Niedergangs, wie Emmanuel Todd sagt.

      Begleitmusik: Na klar, ist TicToc schuld… und die CIA hat immer recht.


  • Info: https://lostineu.eu/angst-vor-nato-kritiker-rumaenien-darf-nicht-waehlen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Weiteres:




    Update Mercosur: Von der Leyen hat “ihren” Deal


    lostineu.eu, vom 6. Dezember 2024

    Als ersten großen “Erfolg” ihrer neuen Amtszeit hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Uruguay das umstrittene Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet. Die Pressemitteilung steht hier. Die Kritik diverser NGOs findet sich hier. Von der Leyen hatte aus den Vorbereitungen ihres Deals bis zuletzt ein Geheimnis gemacht, Details sind noch nicht bekannt. Die Bedenken von Frankreich, Polen und Italien wurden – so weit bekannt – nicht berücksichtigt, sehr wohl aber das Werben Deutschlands. Dies könnte nun zu Spannungen im Ministerrat führen, wo Frankreich eine Sperrminorität organisieren will. Wir dürfen uns also auf monatelanges Gezerre gefasst machen… – Siehe auch Von der Leyens “geheime” Reise zum Mercosur-Deal


    Info: https://lostineu.eu/update-mercosur-von-der-leyen-hat-ihren-deal/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Weiteres:




    Update Frankreich: Sozialisten gehen auf Macron zu


    lostineu.eu, vom 6. Dezember 2024

    Nach dem Sturz der französischen Regierung gehen die Sozialisten auf Präsident Macron zu. „Ich wünsche mir, dass es Verhandlungen gibt“, sagte der Parteivorsitzende Faure. Die Sozialisten seien bereit, mit Macron und den Konservativen über einen “zeitlich begrenzten Koalitionsvertrag” zu verhandeln – unter der Bedingung, dass der nächste Premier von der Linken gestellt wird. Allerdings scheint Macron dazu nicht bereit. Er empfing Faure, ging zunächst aber nicht auf ähnliche Angebote der Grünen und Kommunisten ein. Die Gespräche sind heikel, denn sie könnten zum Bruch der linken Einheitsfront führen, aber auch die bisher mitregierenden Rechten von der Macht verdrängen. – Siehe auch Warum die Krise in Frankreich auch eine EU-Krise ist


    Info: https://lostineu.eu/update-frankreich-sozialisten-gehen-auf-macron-zu/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    07.12.2024

    Annullierte Wahl in Rumänien: Beide Kandidaten kritisieren Verfassungsgericht scharf

    freedert.online, 7 Dez. 2024 09:24 Uhr

    Wegen mutmaßlicher Wahlbeeinflussung durch TikTok ordnet das Verfassungsgericht Rumäniens die Wiederholung der Präsidentschaftswahl an. Wahlsieger Călin Georgescu spricht von einem "Putsch", Kontrahentin Elena Lasconi verurteilt die Entscheidung ebenfalls als "illegal und demokratiefeindlich".


    Quelle: www.globallookpress.com © Cristian Cristel


    Nach der Annullierung der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Rumänien durch das Oberste Gericht spricht der Wahlsieger Călin Georgescu von "Putsch"


    Der Wahlsieger der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Rumänien, der NATO-Skeptiker Călin Georgescu, kritisiert die Entscheidung des Verfassungsgerichts scharf, die Wahl zu annullieren.

    Das Gericht hat die Wiederholung angeordnet. Georgescu spricht von einem Putsch. Auch Georgescus Kontrahentin, Elena Lasconi, hat das Vorgehen des rumänischen Verfassungsgerichts kritisiert. Der Blog Lost in Europe zitiert Lasconi mit den Worten: "Die Entscheidung des Verfassungsgerichts ist illegal, unmoralisch und zerstört das Wesen der Demokratie, das Wählen."


    Rumänien-Wahl: EU-Kommission verhängt Zwangsmaßnahmen gegen TikTok





    Rumänien-Wahl: EU-Kommission verhängt Zwangsmaßnahmen gegen TikTok






    Das Gericht hat entschieden, es sei im Vorfeld der Wahl zu massiver Beeinflussung über den Videodienst TikTok gekommen. TikTok wies die Vorwürfe unterdessen zurück. Der Blog merkt zudem an, das TikTok in Rumänien nur von einer Minderheit verwendet wird. 

    Georgescu gilt als NATO-Kritiker und ist nicht bereit, den Krieg in der Ukraine weiter zu unterstützen. Nach seinem überraschenden Wahlsieg und dem damit verbundenen Einzug in die Stichwahl um das Präsidentenamt sprachen die EU und die USA von russischer Wahleinmischung.


    Mehr zum Thema – Gerichtsentscheid: Präsidentschaftswahl in Rumänien muss vollständig wiederholt werden


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/228661-annullierte-wahlen-in-rumaenien-beide


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.12.2024

    Nachrichten von Pressenza: Der Poet İlhan Sami Çomak wurde aus dem türkischem Gefängnis entlassen

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 7. Dezember 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 07.12.2024


    Der Poet İlhan Sami Çomak wurde aus dem türkischem Gefängnis entlassen


    İlhan Sami Çomak ist nach 30 Jahren Haft endlich frei. Seine Strafverfolgung wegen Terrorismusvorwürfen wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte für rechtswidrig erklärt. Trotzdem wurden Sami Çomak Einsprüche mehrfach zurückgewiesen, und selbst sein Antrag auf Bewährung wurde im vergangenen August&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/der-poet-ilhan-sami-comak-wurde-aus-dem-tuerkischem-gefaengnis-entlassen/


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    Ein Mutmachbuch von Jürgen Grässlin: „Wie Lichter in der Nacht“


    In der Friedensbewegung ist Jürgen Grässlin seit langem ein bekannter, unermüdlicher und unverzichtbarer Kämpfer für den Pazifismus und gegen die todbringende Waffen- und Rüstungsindustrie. Über viele Jahre hinweg hat Pressenza sein außergewöhnliches Engagement als Friedensaktivist journalistisch begleitet und zum Teil&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/12/ein-mutmachbuch-von-juergen-graesslin-wie-lichter-in-der-nacht/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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