aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Dezemer 2024, 12:27 Uhr
Berliner Zeitung 23.12.2024
<https://www.berliner-zeitung.de/news/deutsches-waffenpaket-ukraine-erhaelt-panzer-drohnen-und-flugabwehrsysteme-li.2284254>
*Deutsches Waffenpaket: Ukraine erhält Panzer, Drohnen und Flugabwehrsysteme
*
Die Ukraine hat kurz vor Weihnachten ein neues umfangreiches Waffenpaket
aus Deutschland erhalten. Darin enthalten sind 15 Kampfpanzer vom Typ
Leopard 1 A5, zwei Gepard-Flugabwehrpanzer, 30 MRAP-Panzerfahrzeuge mit
Minenschutz eine Panzerhaubitze 2000 sowie zwei Flugabwehrsysteme vom
Typ Iris-T und zwei Patriot-Abschussbasen, wie das ukrainische
Verteidigungsministerium und die Bundesregierung in Berlin mitteilten.
Angesichts der zuletzt verstärkten Drohnen- und Raketenangriffe
Russlands gegen die Ukraine sind vor allem die Flugabwehrsysteme von
großer Bedeutung für Kiew.
Die Lieferung der zusätzlichen Iris-T Systeme war Berlin zufolge bereits
2023 zugesagt worden. Für die Gepard-Flugabwehrpanzer liefert
Deutschland der Ukraine nun zusätzlich 65.000 Schuss Flakpanzermunition
sowie weitere Munition für das Iris-T-System. Zudem liefert Berlin
Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9L/I Sidewinder, die es Kampfflugzeugen
ermöglichen, Ziele in der Luft anzugreifen.
Neben den schweren Waffen beinhaltet das neue Paket aus Deutschland nach
einer Auflistung der Bundesregierung zufolge unter anderem auch
Lastwagen, Drohnen, Maschinengewehre, weitere Radaranlagen und Munition.
Erst vor wenigen Tagen hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für die Lieferung eines
Flugabwehrsystems Iris-T gedankt. Nach ukrainischer Darstellung war dies
das sechste Flugabwehrsystem aus einem Paket von 17 Iris-T-Einheiten,
die Deutschland für die Ukraine in Auftrag gegeben hatte.
Insgesamt hat Deutschland damit nach Angaben des Ministeriums inzwischen
Militärhilfen in Höhe von etwa 28 Milliarden Euro für die Unterstützung
der Ukraine zur Verfügung beziehungsweise für die kommenden Jahre
bereitgestellt. Mit einem Teil des Geldes wurden Rüstungslieferungen der
Industrie finanziert, der Rest (rund 5,2 Milliarden Euro) errechnet sich
aus direkten Lieferungen aus den Beständen der Bundeswehr.
Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Unterstützer der Ukraine
mit Waffen und anderen Formen der Hilfe. Die Ukraine wehrt sich seit
fast drei Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands.
_RT DE 24.12.2024
_*Schnell abgenickt: Regierung beglückt Rüstungsindustrie mit
milliardenschwerem "Weihnachtsgeschenk"
*Während immer mehr deutsche Bürger sparen müssen, winkte die
Reste-Ampel mit Unterstützung aller großen Fraktionen kurz vor
Weihnachten neue Rüstungsprojekte im zweistelligen Milliardenbereich
durch. Immer mehr "Kleinprojekte" laufen überdies am Parlament vorbei.
/Von Susan Bonath/
Geplagt von finanziellen Sorgen muss ein wachsender Teil der deutschen
Bevölkerung an Geschenken zum Fest sparen. Während Händler, Betriebe und
Verbände über die Folge, ein mieses Weihnachtsgeschäft, klagen
<https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/ifo-stimmung-der-einzelhaendler-im-weihnachtsgeschaeft-verschlechtert/100096033.html>,
freut sich die Rüstungsindustrie über die großzügigen Spendierhosen der
Regierung. In der letzten Sitzungswoche dieses Jahres musste es ganz
schnell gehen: Die Ausschüsse für Verteidigung und Haushalt winkten
Dutzende große Rüstungsprojekte mit zweistelligem Milliardenvolumen
durch. Und auch am Parlament vorbei lief einiges.
*Dutzende "Kleinprojekte" am Parlament vorbei*
Der Reste-Ampel war das vor ihrem bevorstehenden Abtritt offenbar
besonders wichtig. Die Tagesordnung
<https://www.bundestag.de/resource/blob/1033922/dd725f65e1172d0c73b98ae9145d0b7a/to_81_sitzung_18-12-2024.pdf>
des geheim tagenden Verteidigungsausschusses fiel ungewöhnlich lang aus.
Besprochen wurden zunächst unter anderem Bundeswehreinsätze in aller
Welt, Regierungsberichte zu Israel, Syrien, angeblich "strategischen
Bedrohungen" von NATO-Staaten und zur "Abgabe sensitiven militärischen
Materials" an die Ukraine. In einem Großteil der Sitzung ging es dann –
zur Freude beauftragter Waffenschmieden – um die Beschaffung von neuem
Kriegsgerät.
Besonderer Knackpunkt dabei ist, dass sich ein wachsender Teil der
Rüstungsgeschäfte nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch jeglichen
demokratischen Entscheidungsprozessen entzieht. So ging es im
Tagesordnungspunkt 12 um 40 "BMF-Vorlagen". Das sind Papiere des
Bundesfinanzministeriums, hinter denen sich in fast allen Fällen
sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen versteckten.
Das bedeutet: Alle Rüstungsprojekte, die einzeln ein Volumen unterhalb
dieser Summe haben, kann die Regierung einfach durchwinken, wovon sie
mit zunehmendem Eifer Gebrauch macht. Nur Beschaffungsvorhaben von einem
höheren Gesamtwert müssen zuvor in den Ausschüssen für Verteidigung und
Haushalt überhaupt debattiert und beschlossen werden.
In Rüstungsfragen ist das parlamentarische Prozedere inzwischen ein
bloßes Ritual. Trotz des Bruchs der Ampelkoalition sind sich hier die
großen Fraktionen im Bundestag einig. Verteidigungsminister Boris
Pistorius (SPD) zeigte sich darüber hocherfreut. Bei der
Regierungsbefragung
<https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw51-de-regierungsbefragung-1027946>
am 18. Dezember bedankte er sich bei den Unionsparteien CDU und CSU
sowie der FDP dafür, dass diese stramm an seiner Seite stehen.
*Großprojekte für mehr als 20 Milliarden Euro*
Am Freitag verkündete dann auch das Bundesministerium der Verteidigung
die "frohe" Botschaft
<:" rel="noopener">https://www.bmvg.de/de/aktuelles/parlament-stimmt-milliardeninvestitionen-fuer-verteidigung-zu-5871974>:
Der Haushaltsausschuss habe 38 weitere große Rüstungsprojekte genehmigt
– ihr Volumen: "mehr als 20 Milliarden Euro". Nicht inbegriffen sind die
zuvor genannten zahlreichen kleineren Projekte, die im Einzelnen mit
weniger als 25 Millionen Euro veranschlagt sind.
"Somit können die wichtigen Beschaffungs- und Entwicklungsverträge mit
den Auftragnehmern noch in diesem Jahr gezeichnet werden", verkündete
das Ministerium. Das klingt nach einem lohnenden Weihnachtsgeschäft für
die beauftragten Rüstungskonzerne. Es geht dabei unter anderem um die
Beschaffung von U-Booten, Patriot-Lenkflugkörpern, Eurofightern,
Puma-Schützenpanzern, IT-Systemen für elektronischen Kampf und
Weltraumüberwachung, aber auch diverser Waffensysteme und Handgranaten.
Der wohl größte abgenickte Posten sind vier U-Boote vom Typ U 212 CDU,
welche die Regierung für knapp fünf Milliarden Euro bei Thyssenkrupp
Marine Systems (TKMS) in Auftrag gibt. Überdies will auch der NATO-Staat
Norwegen zwei Exemplare davon beschaffen – ein lukratives Geschäft für
den Konzern.
Um das alles zu finanzieren, warb
<https://www.deutschlandfunk.de/vizekanzler-habeck-wirbt-fuer-neues-bundeswehr-sondervermoegen-vor-neuwahl-100.html>
unter anderem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die
Grünen) bereits für die Bereitstellung eines weiteren
100-Milliarden-Sondervermögensfür die Bundeswehr. Denn das ebenso hohe
Volumen des ersten Pakets, beschlossen 2022, ist bereits verplant. Für
all das blechen muss natürlich der deutsche Steuerzahler – nicht nur
direkt finanziell, sondern auch indirekt mit gleichzeitigem Sozialabbau.
*Nur die Spitze des Eisbergs*
Der Aufrüstungsmarathon so kurz vor Weihnachten war nur ein vorläufiger
Endspurt und die sogenannte Spitze des Eisbergs. Bereits in der
Sitzungswoche vor der diesjährigen Sommerpause Anfang Juli hatten die
Ausschüsse diverse Milliarden-Projekte durchgewunken, vieles davon für
das Panzerbataillon der neuen Bundeswehrbrigade in Litauen.
Auch drei Anträge
<https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw24-de-exportindustrie-1006806>
der AfD zur Stärkung der Rüstungsexportindustrie und der Wehrfähigkeit
Deutschlands werden noch in den Ausschüssen beraten. Die Partei fordert
darin neben bedeutsamer Aufrüstung und verstärkter militärischer
Rekrutierung, sämtliche Exportbeschränkungen für die Lieferung von
sogenannten Dual-Use-Gütern aufzuheben, also von Produkten, die sowohl
militärisch als auch zivil genutzt werden können. Die deutsche
Genehmigungspraxis dürfe nicht länger von der Politik in Partnerländern,
insbesondere den USA, abweichen, heißt es. Universitäten sollen außerdem
verstärkt an neuen Waffen forschen.
Zwar ist es wahrscheinlich, dass die Anträge wie immer abgebügelt
werden, weil sie von der "falschen Partei" kommen. Allerdings entspricht
ihr Inhalt durchaus dem – wenn auch etwas vorsichtiger vorgetragenen –
Bestreben aller anderen großen Fraktionen im Bundestag im Sinne der
lauthals verkündeten militärischen "Zeitenwende". Diese könnten sich ein
Beispiel daran nehmen und eigene Anträge solcher Art einbringen. Das
wäre nicht der erste "Vorstoß" dieser Art. Unter einem möglichen neuen
Bundeskanzler Friedrich Merz wird ein solcher gleich noch viel
wahrscheinlicher.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.