31.05.2025

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nachdenkseiten.de, 31. Mai 2025 um 13:00 Ein Artikel von Eckart Leiser

Nach 600 Tagen bedingungsloser Unterstützung Israels durch die deutsche Politik, inklusive Waffenlieferungen, geraten Regierung und Medien in ein Dilemma: Andere europäische Regierungen kritisieren Israel offen, werfen dem Staat Kriegsverbrechen oder Genozid vor und erkennen Palästina an. Deutsche Medien sind überfordert, Kommentatoren suchen nun Erklärungen. Ein neuer, kritischerer Ton des Kanzlers zu Israels Gaza-Einsatz ist spürbar, doch die Waffenlieferungen gehen dennoch weiter. In Spanien hingegen wird die Regierung trotz Palästina-Anerkennung und Genozid-Vorwürfen kritisiert. Olga Rodríguez’ Analyse im reichweitenstarken Medium eldiario.es wäre in Deutschland undenkbar. 

Eckart Leiser hat sie für die NachDenkSeiten ins Deutsche übersetzt.

Kosmetische Maßnahmen der EU, um ihr Image angesichts des Völkermords in Gaza zu wahren

von Olga Rodríguez

eldiario.es, 24. Mai 2025

Die EU erwacht aus einem langen Schlaf und gibt sich entsetzt über den Völkermord, doch es bleibt bei Gesten: Sie verhängt keine Sanktionen gegen Israel, hält ihre Geschäftsbeziehungen aufrecht und kommt dem Urteil des Den Haager Gerichtshofs nicht nach.

Der gesellschaftliche Druck hat die Regierungen der EU dazu veranlasst, eine Reaktion auf den israelischen Völkermord in Gaza vorzutäuschen. Dazu beigetragen haben die großen Demonstrationen der letzten Tage in Den Haag, London und Madrid sowie die Ergebnisse von Umfragen, die an verschiedenen Orten eine breite gesellschaftliche Ablehnung des Verhaltens Israels zeigen, sogar in einem Land wie Deutschland. Zusätzlich zu diesen Mobilisierungen finden Kampagnen, die den Waffenhandel anprangern und die Aussetzung der Beziehungen zu Israel fordern, in der öffentlichen Meinung einiger Länder wie beispielsweise Spanien großen Anklang.

Ein weiteres Druckmittel ist der seit Langem bestehende juristische Weg. Der Internationale Gerichtshof hat im Juli dieses Jahres ein Urteil gefällt, in dem er die UN-Mitgliedstaaten auffordert, „Handels- und Investitionsbeziehungen zu unterbinden“, die zur illegalen Besetzung durch Israel beitragen. Kein europäisches Land hält sich daran.

Ein anderer Gerichtshof in Den Haag, der Internationale Strafgerichtshof, hat vor Monaten einen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erlassen und setzt trotz der Sanktionen seitens der Vereinigten Staaten seine Ermittlungen gegen die israelische Regierung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit fort.

Hinzu kommen Schritte von sozialen und juristischen Akteuren, die Klagen vor nationalen Gerichten eingereicht haben. Dies ist beispielsweise im Vereinigten Königreich der Fall, dessen Regierung von mehreren Menschenrechtsorganisationen beschuldigt wird, weiterhin Waffen nach Israel zu liefern – konkret Teile von F-35-Kampfflugzeugen. Diese Woche fanden die Anhörungen vor dem Obersten Gerichtshof in London statt, wo die Regierung ihre Position durch ein Team von Anwälten zu verteidigen versuchte. Diese Aktionen allein reichen zwar nicht aus, aber in Verbindung mit dem gesellschaftlichen Druck haben sie das Vereinigte Königreich dazu gezwungen, zumindest den Anschein zu erwecken, etwas zu unternehmen. Schließlich möchte keine Regierung als Komplize eines Völkermords in die Geschichte eingehen.

Den letzten Schlag versetzte vor einer Woche der Eurovision Song Contest, bei dem Tel Aviv sich um die Unterstützung Europas bemühte und diese auch erhielt. Aber die Obszönität der Ereignisse hatte einen Bumerang-Effekt. Der Musikwettbewerb der Europäischen Rundfunkunion, derselbe, der vor drei Jahren Russland sofort ausgeschlossen hatte, wurde schließlich zu einem Spiegel, in dem sich mehrere europäische Regierungen mit einem gewissen Unbehagen wiederfanden.

Am Montag begann die kosmetische Runde, als wäre die EU aus einem langen Schlaf erwacht und hätte gerade entdeckt, dass Israel Verbrechen von großem Ausmaß begeht.

Die Inszenierungen der EU

Nach einem Jahr und sieben Monaten Völkermord kündigen mehrere europäische Regierungen Initiativen an oder geben öffentliche Erklärungen ab, in denen sie die israelischen Verbrechen verurteilen. Damit haben viele Medien in der EU grünes Licht erhalten, einen anderen Ton anzuschlagen und das zu sagen, was sie in neunzehn Monaten des Massakers nicht gesagt hatten. Es gibt Stimmen, die nur dann sprechen und anprangern, wenn sie von oben die Erlaubnis dazu erhalten.

Die Worte sind willkommen. Aber die Menschen in Palästina brauchen sofortige und entschlossene Maßnahmen, um ihr Leben und ihre körperliche und geistige Unversehrtheit zu retten. Es wäre unverantwortlich, anzunehmen, dass die Verteidigung der Menschenrechte und des Völkerrechts bereits auf den Weg gebracht und dass beharrliches Anprangern fehl am Platz ist. Was fehl am Platz ist, ist die Normalisierung dieser europäischen Politik, die Handels- und diplomatische Beziehungen zur israelischen Regierung aufrechterhält. Um dies zu verstehen, ist es wichtig, auf das Kleingedruckte zu achten und nicht nur auf politische Erklärungen.

So hat beispielsweise die britische Regierung angekündigt, die Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen mit Tel Aviv auszusetzen, was jedoch nicht bedeutet, dass sie ihre Handelsbeziehungen mit Israel einstellt, wie in einigen Medien angedeutet wurde. Tatsächlich unterhält das Vereinigte Königreich weiterhin Transaktionen aller Art – einschließlich Waffenausfuhren und -einfuhren – mit der israelischen Regierung und israelischen Unternehmen.

Das Abkommen zwischen der EU und Israel

Ein weiteres Beispiel ist die Ankündigung zum Präferenzhandelsabkommen zwischen der EU und Israel. 17 Mitgliedstaaten haben eine Überarbeitung des Abkommens vorgeschlagen – was nicht gleichbedeutend mit einer Aussetzung ist –, aber neun andere, darunter Deutschland, haben sich dagegen ausgesprochen.

Mit einer Überprüfung soll nun festgestellt werden, ob Israel gegen Artikel 2 des Abkommens mit der Europäischen Union verstößt, in dem die Vertragsparteien zur Achtung der Menschenrechte aufgefordert werden. Da hierfür Einstimmigkeit erforderlich ist, wird es zu keiner Aufkündigung des Abkommens mit Tel Aviv kommen, es sei denn, der Druck auf die ablehnenden Regierungen wird erhöht oder es werden andere Wege gesucht.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten dies einer Frau aus Gaza erzählen, die die Leichen ihrer beiden kleinen Kinder in den Armen hält: „Die EU wird prüfen, ob Israel die Menschenrechte achtet.“ Dieses Gespräch hatte ich diese Woche. Diese palästinensische Frau weiß, wie so viele andere auch, um die Dynamik der westlichen Außenpolitik, denn diese schreibt sich in ihren eigenen Körper und den ihrer ermordeten Kinder ein. „Sie kaufen Zeit, und wir sterben hier weiter und leiden Qualen“, sagte sie mir zu Recht. Die EU ergreift weiterhin keine Maßnahmen, zu denen sie durch Verträge und internationale Gerichte verpflichtet ist.

Vor siebzehn Monaten, als bereits mehr als 20.000 Menschen in Gaza getötet worden waren und eine Blockade für die Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten bestand, war Völkermord ein reines normal gewordenes Hintergrundgeräusch. Wer dieses Wort – Völkermord – in westlichen Ländern verwendete, musste mit Kritik rechnen.

Am 7. November 2023, einen Monat nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen, sagte ich in einem Interview, dass Israel, wenn die internationale Gemeinschaft nicht handle, im Namen seines „Rechts auf Selbstverteidigung“ Tausende oder sogar „Zehntausende“ weitere Menschen töten würde. Man musste nicht Chef des Geheimdienstes eines westlichen Landes sein, um zu wissen, dass dies geschehen würde. Es genügte ein Mindestmaß an Kenntnissen über die jüngste Geschichte Israels und Palästinas. Und dennoch wurden die Bündnisse mit Tel Aviv aufrechterhalten. Sie bestehen weiterhin.

Nein, es gibt kein umfassendes Embargo

Auch in Spanien gab es diese Woche Gesten mit großer Medienresonanz. Der spanische Kongress verabschiedete am Dienstag einen im Juli von mehr als 500 sozialen Organisationen eingebrachten Gesetzentwurf, der ein Verbot des Exports, Imports und Transits von Militärgütern mit Ländern vorsieht, gegen die wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord ermittelt wird. Der gesellschaftliche Druck und die Untersuchungen zum weiterhin bestehenden Waffenhandel zwischen Spanien und Israel waren ausschlaggebend dafür, dass die PSOE schließlich dafür gestimmt hat.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass unser Land bereits ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel akzeptiert hat. Tatsächlich hat die Regierung den langen Weg bevorzugt. Jetzt beginnt ein Verfahren, das sich ohne weiteren Druck über unbestimmte Zeit hinziehen kann, während die Massaker, die illegale Besetzung und die ethnischen Säuberungen im Gazastreifen weitergehen. Ohne öffentlichen Druck könnte es sogar bis zur nächsten Legislaturperiode auf Eis gelegt werden, wie es in der Vergangenheit mit anderen Gesetzesvorlagen geschehen ist. Deshalb fordern die Druck ausübenden Organisationen weiterhin, wie sie es seit Monaten tun, „ein Königliches Gesetzesdekret, das die Regierung schon morgen verabschieden kann“, um das sofortige vollständige Embargo zu verhängen. „Was hindert sie daran?“, fragen sie sich.

Spanien hat dieses Wochenende ebenfalls angekündigt, eine UN-Resolution voranzutreiben, damit Israel die Blockade der Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff nach Gaza beendet. Vor über einem Jahr forderte der Internationale Gerichtshof Israel mit zwei einstweiligen Verfügungen im Januar und Mai auf, die Blockade zu beenden, doch Tel Aviv ignorierte diese Aufforderung. Wir wissen auch, dass mehrere Resolutionen der Vereinten Nationen seit Jahren und sogar Jahrzehnten ein Ende der illegalen Besatzung fordern, und Israel hat sie alle missachtet. Daher reichen Forderungen, sei es in Form von öffentlichen Erklärungen oder durch Resolutionen der Vereinten Nationen, allein nicht aus.

Trotz mehr als 53.000 Toten durch israelische Angriffe in Gaza und zwei Millionen Palästinensern, die fortwährenden Vertreibungen ausgesetzt sind und unter Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten leiden, unterhalten die Länder der Europäischen Union, darunter auch Spanien, weiterhin Rüstungs-, Handels- und diplomatische Beziehungen zu Israel. Damit ignorieren sie das Urteil des Internationalen Gerichtshofs und die Genozid-Konvention, die verlangt, Völkermord zu „verhindern und zu bestrafen“.

Unabhängig von den Entscheidungen in Brüssel haben die Nationen der Europäischen Union Spielraum, eigene Entscheidungen zu treffen, und sie sollten dies unverzüglich tun. Die Regierung Netanjahu hat ihre Ziele noch nicht vollständig erreicht. Ohne strenge Sanktionen und ohne wirklichen Druck wird sie ihre Pläne der ethnischen Säuberung und illegalen Annexion weiterverfolgen, bis sie die dauerhafte Kontrolle über den Gazastreifen, die Ausweitung der Siedlungen und die weitere Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung erreicht hat.

Internationale Verpflichtungen

In zu vielen politischen und medialen Kreisen Europas wird seit Monaten wiederholt, dass Europa und Spanien nichts tun können, um die Massaker zu stoppen, und dass nur die Vereinigten Staaten dazu in der Lage sind. Das ist ein irreführendes Argument, das dazu dient, sich der Verantwortung zu entziehen. Wenn niemand Druck ausübt, wird nichts geschehen.

Angesichts eines andauernden Völkermords kann man Schiffen, die Militärgüter – oder Treibstoff für Kampfflugzeuge – nach Israel transportieren, das Anlaufen europäischer Häfen verbieten. Man kann ein umfassendes Waffenembargo per Königlichem Erlass verhängen, damit Spanien keine Gelder mehr an israelische Unternehmen zahlt, die zur illegalen Besatzung, zur Apartheid und zu den Massakern beitragen. Das Gleiche sollten auch andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union tun.

Der Vertrag, den Spanien vor Monaten mit einem staatlichen israelischen Rüstungsunternehmen abgeschlossen hat, kann eingefroren werden. Alle Verträge, die an israelische Rüstungsunternehmen und deren Tochtergesellschaften vergeben wurden, können widerrufen werden. Die Handelsbeziehungen zu Unternehmen und Einrichtungen, die an der Besetzung der palästinensischen Gebiete mitwirken, können ausgesetzt werden, um so dem Urteil des Haager Gerichtshofs nachzukommen.

Israel kann aus der UN-Generalversammlung ausgeschlossen werden, wie es mit dem Apartheidstaat Südafrika geschehen ist. Es können Maßnahmen ergriffen werden, um europäische Reedereien daran zu hindern, weiterhin Militärgüter nach Israel zu transportieren. Spanien könnte sich der Klage wegen Völkermordes gegen Israel anschließen, was es bis heute nicht getan hat.

Es können Sanktionen gegen Unternehmen verhängt werden, die der israelischen Armee künstliche Intelligenz zur Verfügung stellen, mit Algorithmen, die Zivilisten zu Tötungszielen machen. Es können diplomatische Beziehungen abgebrochen werden. Kurz gesagt, man kann endlich von Worten zu Taten übergehen. Es ist keine Zeit mehr für bürokratische Spielchen, für „vorherige Rahmenbedingungen“, für „Prämissen“, für „Ausgangspunkte“, für „die Schaffung von Impulsen“ für einen „ersten Schritt“, der „die Grundlagen schafft“, damit eines Tages …

Niemand wird sich der Geschichte entziehen können, denn Millionen von Augen anständiger Menschen schauen darauf und nehmen Notiz. Es gibt nur einen Weg: alles zu tun, um Leben zu retten, alles zu tun, um die Massaker zu beenden; und dann alles zu tun, um die illegale Besatzung und die Apartheid zu beenden. Mit Nachdruck, mit Druck, mit allen Mitteln, die die internationalen Gerichte der Politik an die Hand gegeben haben und die die europäischen Länder dennoch weiterhin nicht nutzen. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, die Israel zwingen, zu erkennen, dass der Preis für das Töten und Unterdrücken höher ist als der Preis dafür, es nicht zu tun.

Nein, der Völkermord darf nächste Woche nicht aus den Schlagzeilen verschwinden. Es gibt keine Erzählung, die weitere kosmetische Maßnahmen glaubwürdig rechtfertigen könnte.

Dieser Artikel wurde mit Genehmigung der Autorin übersetzt von Eckart Leiser.


Titelbild: hapelinium/shutterstock.com


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Militäreinsätze/Kriege


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133805 


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.05.2025

Bürgermeister Klitschko auf Konfrontationskurs: Ukraine „stinkt“ nach Autoritarismus

berliner-zeitung.de, 31.05.2025  14:42 Uhr, Katerina Alexandridi

Vitali Klitschko teilt gegen Selenskyj aus: Ukraine „stinkt“ nach Autoritarismus

Der Kiewer Bürgermeister gilt als Rivale von Präsident Selenskyj. Nun wirft er der ukrainischen Führung vor, „unter dem Deckmantel des Krieges“ Institutionen zu „säubern“.


Vitali Klitschko, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew.Kay Nietfeld/dpa


Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, hat das Präsidialamt von Wolodymyr Selenskyj scharf kritisiert. In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der britischen Times erklärte er, die Arbeit des Kiewer Stadtrats sei durch „Razzien, Verhöre und Drohungen mit konstruierten Strafverfahren“ faktisch lahmgelegt worden. „Das ist eine Säuberung demokratischer Prinzipien und Institutionen unter dem Deckmantel des Krieges“, sagte er. „Ich habe einmal gesagt, dass es in unserem Land nach Autoritarismus riecht. Jetzt stinkt es danach.“

Die britische Tageszeitung beschreibt den offenen Machtkonflikt zwischen Selenskyj und Klitschko als einen „de-facto-Kriegszustand“ zwischen den beiden Politikern. Auslöser der Eskalation war eine großangelegte Operation der ukrainischen Antikorruptionsbehörde mit dem Namen „Saubere Stadt“, bei der laut Berichten sieben Mitarbeiter der Kiewer Stadtverwaltung verhaftet wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk, das in Korruptionsfälle im Bereich Stadtentwicklung verwickelt sein soll.

Klitschko sieht sich gezielter Diskreditierung ausgesetzt

„Viele Bürgermeister sind eingeschüchtert, aber mein Prominentenstatus ist ein Schutz“, sagte Klitschko der Times. „Man kann den Bürgermeister von Tschernihiw entlassen, aber es ist sehr schwer, den Bürgermeister der Hauptstadt zu entlassen, den die ganze Welt kennt. Deshalb wird alles getan, um meinen Ruf zu diskreditieren und zu zerstören.“

Die Spannungen zwischen Präsident Selenskyj und Bürgermeister Klitschko bestehen schon länger – und reichen bis in die Zeit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine zurück. Bereits damals hatte die ukrainische Regierung der Kiewer Stadtverwaltung Korruption vorgeworfen.


Der vom ukrainischen Präsidenten ernannte Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko.Hennadii Minchenko/Imago


Im Januar 2025 veröffentlichte Klitschko einen offenen Brief an den Präsidenten. Darin kritisierte er den von Selenskyj ernannten neuen Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, und warf ihm vor, seine Kompetenzen zu überschreiten. Klitschko appellierte an Selenskyj, „die Zerstörung der kommunalen Selbstverwaltung zu verhindern“. Laut Klitschko habe Tkatschenko unter anderem wichtige Entscheidungen der Stadtverwaltung blockiert.

Tkatschenko wies die Vorwürfe als „sehr seltsam“ zurück. Im Gespräch mit der Times warf er Klitschko vor, er habe es nicht geschafft, das Bordell „Tootsies“ zu schließen, das sich im Keller desselben Gebäudes befinde, in dem er lebt. Der Stripclub, der kürzlich im Zuge einer Ermittlung wegen Menschenhandels von den Behörden geschlossen worden war, befand sich neben einem Hotel- und Wohnkomplex, der Klitschko und seinem Bruder Wladimir gehören soll. Klitschko, der jegliche Verbindung zu dem Club bestreitet, wies die Vorwürfe entschieden zurück, sprach von einer „Lüge“ und einem Versuch, „Schmutz über ihn auszuschütten“.


Vitali Klitschko: Ukraine muss für Frieden mit Russland womöglich Gebiete abtreten

Vitali Klitschko räumt ein: Ukraine muss für Frieden womöglich Gebiete abtreten

Die Ukraine steht unter Druck, einem von Trump vermitteltes Friedensabkommen mit Russland zuzustimmen. Dabei stehen einschneidende Zugeständnisse im Raum.

Von Katerina Alexandridi

Ukraine

25.04.2025


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Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/vitali-klitschko-teilt-gegen-selenskyj-aus-ukraine-stinkt-nach-autoritarismus-li.2329543


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



Weiteres: 



Klitschko, der Neue? - ein deutsches Produkt


aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. Mai 2025, 16:27 Uhr


/Ihr kleiner Lieblingsclown Selenskij, dem sie so gerne gnädig auf die

Schulter klopften, ist nicht mehr zu halten - das haben inzwischen

selbst deutsche Politiker gerafft... nun werden sie und ihre Medien

wieder einmal fleißig Klitschko "promoten" - als neuen Führer Kiews im

Auftrag Berlins.. nachdem Nuland 2014 Berlins ersten diesbezüglichen

Plan durchkreuzt hatte...

//Zur Erinnerung siehe 2. Artikel unten.../


Berliner Zeitung 31.5.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/news/vitali-klitschko-teilt-gegen-selenskyj-aus-ukraine-stinkt-nach-autoritarismus-li.2329543>


*Bürgermeister Klitschko auf Konfrontationskurs: Ukraine „stinkt“ nach

Autoritarismus

**

*Der Kiewer Bürgermeister gilt als Rivale von Präsident Selenskyj.

Nun wirft er der ukrainischen Führung vor, „unter dem Deckmantel des

Krieges“ Institutionen zu „säubern“.

/von Katerina Alexandridi/


Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, hat das

Präsidialamt von Wolodymyr Selenskyj scharf kritisiert. In einem am

Freitag veröffentlichten Interview mit der britischen Times

<https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/zelensky-mayor-klitschko-9q5f9x68h

erklärte er, die Arbeit des Kiewer Stadtrats sei durch „Razzien, Verhöre

und Drohungen mit konstruierten Strafverfahren“ faktisch lahmgelegt

worden. „Das ist eine Säuberung demokratischer Prinzipien und

Institutionen unter dem Deckmantel des Krieges“, sagte er. „Ich habe

einmal gesagt, dass es in unserem Land nach Autoritarismus riecht. Jetzt

stinkt es danach.“


Die britische Tageszeitung beschreibt den offenen Machtkonflikt zwischen

Selenskyj und Klitschko als einen „de-facto-Kriegszustand“ zwischen den

beiden Politikern. Auslöser der Eskalation war eine großangelegte

Operation der ukrainischen Antikorruptionsbehörde mit dem Namen „Saubere

Stadt“, bei der laut Berichten sieben Mitarbeiter der Kiewer

Stadtverwaltung verhaftet wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen

ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk, das in Korruptionsfälle im

Bereich Stadtentwicklung verwickelt sein soll.


*Klitschko sieht sich gezielter Diskreditierung ausgesetzt


*„Viele Bürgermeister sind eingeschüchtert, aber mein Prominentenstatus

ist ein Schutz“, sagte Klitschko der /Times/. „Man kann den

Bürgermeister von Tschernihiw entlassen, aber es ist sehr schwer, den

Bürgermeister der Hauptstadt zu entlassen, den die ganze Welt kennt.

Deshalb wird alles getan, um meinen Ruf zu diskreditieren und zu zerstören.“


Die Spannungen zwischen Präsident Selenskyj und Bürgermeister Klitschko

bestehen schon länger – und reichen bis in die Zeit vor dem russischen

Überfall auf die Ukraine zurück. Bereits damals hatte die ukrainische

Regierung der Kiewer Stadtverwaltung Korruption vorgeworfen

<https://www.deutschlandfunk.de/buergermeister-von-kiew-ukrainische-regierung-will-100.html?utm_source=chatgpt.com>.


Im Januar 2025 veröffentlichte Klitschko einen offenen Brief an den

Präsidenten. Darin kritisierte er den von Selenskyj ernannten neuen

Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, und warf ihm

vor, seine Kompetenzen zu überschreiten. Klitschko appellierte an

Selenskyj, „die Zerstörung der kommunalen Selbstverwaltung zu

verhindern“. Laut Klitschko habe Tkatschenko unter anderem wichtige

Entscheidungen der Stadtverwaltung blockiert.


Tkatschenko wies die Vorwürfe als „sehr seltsam“ zurück. Im Gespräch mit

der Times warf er Klitschko vor, er habe es nicht geschafft, das Bordell

„Tootsies“ zu schließen, das sich im Keller desselben Gebäudes befinde,

in dem er lebt. Der Stripclub, der kürzlich im Zuge einer Ermittlung

wegen Menschenhandels von den Behörden geschlossen worden war, befand

sich neben einem Hotel- und Wohnkomplex, der Klitschko und seinem Bruder

Wladimir gehören soll. Klitschko, der jegliche Verbindung zu dem Club

bestreitet, wies die Vorwürfe entschieden zurück, sprach von einer

„Lüge“ und einem Versuch, „Schmutz über ihn auszuschütten“.


/

Hier zur Erinnerung:

/_Artikel von RT DE vom 30. Dezember 2022_*_

_

Ein deutsches Produkt: Witali Klitschko, ukrainische Nazis und ein

bayrisches Gericht

*/Von Dagmar Henn

/

Man lässt ihn gern reden, den Herrn Klitschko, auch im Fernsehen. Er

gilt immerhin als sympathisch. Er hat allerdings äußerst unsympathische

Züge, und dass die deutsche Gerichtsbarkeit willig ist, seinen Ruf zu

verteidigen, macht das Ganze nicht besser.


Nun raunt er also von einem russischen Einmarsch in Deutschland: Witali

Klitschko, ehemaliger Profiboxer und Süßwarenmodell. Seit 2014 ist er

Bürgermeister von Kiew. Eigentlich hätte er mehr werden sollen; das war

zumindest der deutsche Plan. Dann gab es das berüchtigte Telefonat von

Victoria Nuland mit Geoffrey Pyatt, in dem es hieß:

/"Forget Klitsch. F*ck the EU. Jaz is our guy."/


Übersetzen lässt sich das mit: "Vergesst Klitschko. F*ck die EU.

Jazenjuk ist unser Mann." Und so kam es auch, Jazenjuk wurde Oberhaupt

der Putschregierung, und Klitschko wurde mit dem Bürgermeisteramt in

Kiew abgefunden.


Dass er überhaupt dort sitzt, ist zur Gänze ein Produkt der deutschen

Beteiligung am ukrainischen Desaster. Denn Klitschkos Rolle als

Sympathieträger, die durch seine Werbeengagements zementiert worden war,

sollte helfen, den Deutschen das Ergebnis der westlichen Einmischung

schmackhaft zu machen. Zu diesem Zweck wurde für ihn extra eine Partei

aus der Taufe gehoben, mit der pazifistischen Bezeichnung "Udar"

(Schlag) und unter reichhaltiger Unterstützung der

Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU.


Wer nun erwartet, dass Udar deshalb eine demokratische Partei sei, der

irrt allerdings. Nicht nur, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung auch eine

andere ukrainische Partei förderte – Swoboda, die ursprünglich als

Sozial-Nationale Partei gegründet worden war. Auch Udar war von Beginn

an mit Bandera-Ideologie durchsetzt. Bereits im Jahr 2012 war sie Teil

der "Vereinten Opposition der Ukraine", mit Swoboda. Und wer noch

Zweifel hatte, wo Udar einzuordnen ist, konnte diese an dem Wochenende

vor dem Putsch 2014 mit dem Überfall bei Korsun zu den Akten legen.


Es gab in der Ukraine, auch in Kiew, nicht nur die

Maidan-Demonstrationen, sondern auch Antimaidan-Demonstrationen. Darüber

wurde im Westen wohlweislich nicht berichtet. Ebensowenig, wie darüber

berichtet wurde, wofür das metergroße Bandera-Porträt neben der

Hauptbühne der Maidan-Proteste politisch stand. Jedenfalls, am 20.

Februar gab es ein letztes Mal eine große Antimaidan-Demonstration in

Kiew, bei der mehrere Busse mit Teilnehmern von der Krim kamen. Auf dem

Rückweg wurden diese Busse überfallen. Dieser Überfall wurde damals, wie

es Sitte werden sollte, von den Tätern selbst gefilmt und ins Internet

gestellt.


Im Zuge des besagten Überfalls kam es zu mehreren Toten und

Schwerverletzten. Die Antimaidan-Demonstranten wurden aus den Bussen

geholt, die Busse wurden verbrannt, die Demonstranten gezwungen, auf den

Glasscherben der Busfenster zu knien und die ukrainische Hymne zu

singen. Sie wurden geschlagen und die ganze Nacht lang durch anliegende

Wälder gejagt. Die ersten Aufnahmen dieses Ereignisses kursierten

unmittelbar danach, eben weil die Täter diese voller Stolz verbreiteten.

Aber die ganze Geschichte wurde – zumindest im Westen – erst Monate

später bekannt.


Etwa 350 Demonstranten waren die Opfer dieses Überfalls, und dieses

Ereignis hatte einen gewaltigen Einfluss darauf, wie auf der Krim auf

den Putsch reagiert wurde. Schließlich sind 350 Zeugen eine ganze Menge

für eine Insel mit gerade zwei Millionen Einwohnern. Das Ereignis, das

im Westen nur jene mitbekamen, die zu diesem Zeitpunkt bereits Sorgen

hegten, was sich da in der Ukraine entwickelte, wird auf der Krim Thema

an jeder Straßenecke gewesen sein. Und hat dafür gesorgt, dass die

Putschregierung als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen wurde.


An diesem Überfall waren Anhänger zweier Parteien beteiligt: von Swoboda

und von Udar. Die mit deutschen Steuergeldern finanzierte Partei von

Witali Klitschko erwies sich also bereits vor dem Putsch als eine

zweifelhafte Organisation, die eher der SA ähnelte als einer

demokratischen Partei.


Am 27. Februar 2014 wurde in Kiew übrigens die Zentrale der

Kommunistischen Partei der Ukraine gestürmt, die in manchen Regionen des

Landes immerhin auf ein Viertel der Stimmen kam. Und bereits am 1. März,

also noch vor den Besetzungen in Donezk und Lugansk, forderte Klitschko

die Generalmobilmachung in der Ukraine; im Schlepptau eines deutschen

Außenministers Steinmeier, der bereits am 23. Februar, das Stichwort von

der "territorialen Integrität" der Ukraine in den Raum gestellt hatte.

Auf der einen Seite war also die Partei finanziert und mit aufgebaut

worden, die mit dazu beigetragen hat, dass die Bevölkerung der Krim

diese Ukraine nur noch verlassen wollte. Und auf der anderen Seite

wurden die Weichen durch den deutschen Außenminister und die deutsche

Marionette Klitschko von vornherein auf Konflikt gestellt.


Ein kleines Detail, das gern übergangen wird, ist, dass die nazistischen

Schlägertrupps, von Swoboda, Udar und dem Rechten Sektor, bereits Anfang

März 2014 den Status militärischer Einheiten verliehen bekamen. Drei

Staatssekretäre des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurden damals

entlassen, weil sie sich weigerten, diesen Schritt zu vollziehen.


Andrei Jussow, Funktionär von Udar in Odessa, soll übrigens an den

Vorbereitungen des dortigen Massakers beteiligt

<https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/die-kalaschnikow-als-bueroschmuck-und-der-rechte-sektor-als-ordnungsmacht/

gewesen sein, was abermals die Nähe zu Organisationen wie Swoboda und

dem Rechten Sektor bestätigt; Mitglieder der faschistischen Truppe C14,

die es schafft, noch rechts vom Rechten Sektor zu stehen,

warenMitglieder

<https://harpers.org/archive/2021/01/the-armies-of-the-right-ukraine-militias/

der Stadtwache, einer von Klitschko gegründeten Hilfspolizei. Im Sommer

2014 finanzierte

<https://de.topwar.ru/53140-bratya-klichko-profinansiruyut-ubiystva-mirnyh-grazhdan-na-vostoke-ukrainy.html

auch Klitschko ein eigenes Freikorps, eines dieser ideologischen

Bataillone, die zu Beginn vor allem den Krieg gegen die Bewohner des

Donbass führten und schnell zu Teilen der ukrainischen Armee wurden. Der

Oligarch Igor Kolomojski legte sich damals die Bataillone Dnjepr 1 und 2

zu. Im August 2014 berichtete auch der /Tagesspiegel/ noch einigermaßen

wahrhaftig über Asow und die übrigen derartigen Truppen, und schrieb

<:" rel="noopener">https://www.tagesspiegel.de/politik/zu-den-waffen-5640463.html>:

/"Der Kiewer Bürgermeister und Chef der Udar-Partei, Witali Klitschko,

verteilt regelmäßig Schutzwesten, Stahlhelme und Proviant an die großen

Bataillone."/


Wohlgemerkt, eben nicht an die ukrainische Armee, sondern an privat

finanzierte Truppen mit eindeutig nazistischer Ausrichtung... Noch 2015

erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung eine Übersicht über

diese Bataillone und ihre Kommandeure; inzwischen ist diese Übersicht

verschwunden, verblieben

<https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/205916/dokumentation-ukrainische-freiwilligen-bataillone-im-donbass/

ist nur der einleitende Artikel.


Das ist die wirkliche politische Position eines Witali Klitschko. Kein

Wunder, dass er immer wieder auch mit Asow-Kämpfern posierte. Er hat mit

zur Entwicklung dieser halblegalen Struktur der unzähligen extrem

rechten Bataillone (oder inzwischen teils Regimenter) beigetragen, die

bis heute für Brutalität und Verbrechen berüchtigt sind, als

Sperrtruppen hinter der eigentlichen ukrainischen Armee zum Einsatz

kommen und stets die Drohung präsent halten, jede ukrainische Regierung,

die den Krieg gegen den Donbass zu beenden bereit wäre, jederzeit mit

Waffengewalt zu stürzen. Auch wenn all diese Einheiten inzwischen formal

Teile der ukrainischen Armee sind, erfüllen sie nach wie vor die Rolle.


Wie eng Klitschko mit dem Nazismus in der Ukraine verbunden ist, wird

natürlich heute in der deutschen Presse noch weniger erwähnt als 2014.

Schließlich erfüllt er eine wichtige Funktion, wenn er die Lieferung von

Leopard 2-Panzern fordert oder – wie jüngst im Interview

<https://www.rnd.de/politik/klitschko-im-interview-kritik-an-selenskyj-und-warnung-anderer-laender-vor-putin-U4VCZIHP3VA6BN2YQZS7CRIKMM.html

mit dem /RND –/ gleich einen russischen Einmarsch in Deutschland prophezeit:

/"Ihr Deutschen dürft nicht vergessen, ein Teil Deutschlands gehörte

ebenfalls zum sowjetischen Imperium. Putin hat jahrelang als KGB-Agent

in der DDR gearbeitet. Er könnte auch nach Deutschland einmarschieren."/


Solche Aussagen, die dazu dienen sollen, die Deutschen bei der

ukrainischen Stange zu halten, verkaufen sich natürlich besser, wenn

nicht allzu bekannt ist, wofür und mit wem Witali Klitschko tatsächlich

steht. Seine Weste muss ebenso blütenrein gewaschen werden wie jene des

blutbesudelten Asow-Regiments.


Vielleicht hat deshalb vor kurzem ein bayrisches Gericht die Verbreitung

einer Zusammenstellung von Fotos mit acht Monaten Haft geahndet, auf der

Klitschko in eben diesen Zusammenhang gestellt wird.


"Da das Bild", so das Gericht in seiner Urteilsbegründung, "weder in

eine bereits bestehende Diskussion eingebettet wurde noch durch den

Angeklagten durch einen entsprechenden Text oder eine entsprechende

Ausarbeitung eine inhaltliche Diskussion ermöglicht wurde, kann keine

inhaltliche Aufklärung durch den Angeklagten bezweckt worden sein." Das

Bild müsse geradezu als Identifikation mit dem Hitlergruß gelesen werden.


Die Tatsache, dass zumindest eine der abgebildeten Personen, eben Witali

Klitschko, in Deutschland durchaus bekannt ist und gerade wieder als

Propagandist für das ukrainische Regime durch die Presse gereicht wird,

spielte für das Gericht keine Rolle; die abgebildeten Personen werden im

gesamten Urteil nicht einmal erwähnt. Dass die Verbindung eben dieses

Herrn Klitschko mit Personen, deren nazistische Gesinnung erkennbar ist,

durchaus bereits ohne lange Kommentare eine politische Information

darstellt, die der deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht werden

sollte, sah das Gericht ebenfalls nicht.


Während also auf der einen Seite von den üblichen Massenmedien beständig

behauptet wird, in der Ukraine gebe es keine Nazis, soziale Netzwerke

wie Facebook bildliche Nachweise der Tatsache, dass es sie doch gibt,

und nicht zu knapp, mit Leidenschaft löschen, tut ein bayrisches Gericht

so, als gebe es das ganze Thema "Nazis in der Ukraine" überhaupt nicht,

weil nur dann möglich ist, zu behaupten, das Bild habe keinen Kontext.

Dabei wird der Kontext gerade zu diesem Bild tagtäglich in den

Abendnachrichten geliefert, oder durch Aussagen wie der Forderung nach

Lieferung von Leopard-Panzern.


Wenn eine Abbildung von Witali Klitschko, der der nach Selenskij in

Deutschland bekannteste ukrainische Politiker sein dürfte, noch nicht

genügt, um aus sich heraus einen Kontext herzustellen zu dem beständigen

Gerede von "Solidarität mit der Ukraine", den Waffenlieferungen und den

Behauptungen, in der Ukraine gebe es keine Nazis. Dann dürfte künftig

kein Bild mehr ohne ausführliche Erläuterungen veröffentlicht werden,

selbst wenn es ein so hochaktuelles und allgegenwärtiges Thema wie die

Ukraine betrifft.


Aber das bayrische Gericht hat das getan, was vom deutschen

Staatsapparat erwartet wird: Es hat sich schützend vor den angebräunten

bürgermeisternden Ex-Boxer geworfen. Wo kämen wir denn hin, wenn

jedermann einfach die Wahrheit über deutsche Lieblingsmarionetten

verbreiten dürfte? Schließlich wird "Klitsch" noch gebraucht, um den

Deutschen den Krieg gegen Russland zu verkaufen, als sei er ein

Schokoriegel.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.05.2025

Joint Expeditionary Force Unbeachtet von den Medien baut Großbritannien eine „Nord-NATO“ auf

anti-spiegel.ru, 30. Mai 2025 16:05 Uhrvon Anti-Spiegel, 

In Nordeuropa ist ein von Großbritannien geleiteter, von der NATO unabhängiger Militärblock entstanden, von dem wohl nur wenige je gehört haben, der aber bei der Provozierung eines heißen Krieges gegen Russland eine wichtige Rolle spielen kann.


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Ich habe vor knapp einer Woche in einem langen Artikel aufgezeigt, wie europäische Staaten die Eskalationsschritte gegen Russland erhöhen. Was ich dabei nicht beachtet hatte, war die sogenannte Joint Expeditionary Force (JEF), eine von Großbritannien gegründete und geleitete multinationale Expeditionstruppe und schnelle Eingreiftruppe, die de facto ein Militärblock Großbritanniens mit den nordeuropäischen Staaten ist.

Eine russische Expertin hat in einem Artikel für die TASS erklärt, was man darunter verstehen muss, wie die Verbindungen der JEF zur NATO sind und was das mit dem kommenden NATO-Gipfel zu tun hat. Da vieles in diesem Artikel auch für mich neu war, habe ich den Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Großbritanniens Nord-NATO: Wer ist für die Fortsetzung des Konflikts in der Ukraine?

Elena Ananjewa über den bevorstehenden NATO-Gipfel ohne die Ukraine, Londons Annäherung an Brüssel und die Ausweitung des Tätigkeitsbereichs der Joint Expeditionary Force

NATO-Generalsekretär Mark Rutte möchte, dass der NATO-Gipfel in Den Haag, der für den 24. und 25. Juni geplant ist, sachlich und kurz ist, berichtet die New York Times. Was die produktive Seite betrifft, so geht es eindeutig um die von Donald Trump geforderte Anhebung des Mindestbetrags der Militärausgaben auf 5 Prozent des BIP jedes Allianzlandes. Was die Kürze betrifft, so möchte Rutte Störungen des Gipfels vermeiden.

In diesem ganzen politischen und militaristischen modernen Spiel der NATO sollte man meiner Meinung nach die Rolle der in Russland nicht so bekannten Joint Expeditionary Force und insbesondere Großbritanniens in Betracht ziehen. Aber alles der Reihe nach.

Der NATO-Gipfel und eine neue Ära für London und Brüssel

Eine Störung des NATO-Gipfels ist aufgrund der offenen Spaltung über die Ukraine, des Konflikts zwischen dem US-Präsidenten und dem Chef des Kiewer Regimes Wladimir Selensky möglich. Auf dem Gipfel wird es keine Sitzung des NATO-Ukraine-Rates geben. Und Trump lehnt zum jetzigen Zeitpunkt eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Organisation ab.

Das Problem, vor dem die NATO steht, ist jedoch tiefer als die persönliche Abneigung der Spitzenpolitiker der beiden Länder. Die USA wollen unter Trumps Präsidentschaft die Hauptverantwortung für die Verteidigung Europas abgeben, was für die europäischen Mitglieder der NATO eine Situation der Unsicherheit schafft.

Es wird gemunkelt, dass sich die Diskussion darauf beschränken wird, dass die Teilnehmer neue Parameter für die Ausgaben genehmigen werden, die es den europäischen Verbündeten mit der Zeit ermöglichen könnten, die USA als Hauptgarant für – ihre eigene – konventionelle Verteidigung abzulösen. Dabei sollte man auch an das 800-Milliarden-Euro-Aufrüstungsprogramm für die EU-Mitgliedstaaten denken, das mit einem 150-Milliarden-Euro-Kredit zu Vorzugsbedingungen an Großbritannien verbunden ist. Letzteres wurde durch das Abkommen über eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft zwischen London und Brüssel ermöglicht, das am 19. Mai auf dem ersten EU-Gipfel mit Großbritannien nach dem Brexit geschlossen wurde. Laut Premierminister Keir Starmer hat eine neue Ära in den Beziehungen zwischen London und Brüssel begonnen und Großbritannien sei „zurück auf der Weltbühne“.

Ob Trump die Unterstützung der Ukraine aufgeben wird, ob er die Bemühungen um einen Waffenstillstand und eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland abbrechen wird, ob er die US-Truppen aus Europa abziehen wird, ob er die Beschränkungen für die Reichweite von Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, aufheben wird – bei der Impulsivität des amerikanischen Präsidenten ist das schwer vorherzusagen.

Auf jeden Fall gibt die „Koalition der Willigen“ ihre Absicht nicht auf, die USA in eine aktive Konfrontation mit Russland zu verwickeln, auch wenn die Verhandlungen über die transatlantische Koordinierung gemeinsamer Maßnahmen zur Bekämpfung der Umgehung der Sanktionen gegen Russland derzeit gescheitert sind. So lehnte es US-Finanzminister Scott Bessent ab, eine Formulierung zur Senkung der Preisobergrenze für russisches Öl in das Abschlusskommuniqué des Treffens der Finanzminister und Zentralbankchefs der G7 am 27. Mai in Kanada aufzunehmen. Darüber hinaus verkündete Trump 50-prozentige Zölle auf Waren aus der EU, verschob deren Einführung jedoch nach einem Gespräch mit der Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen auf den 9. Juli.

Die Joint Expeditionary Force

Für den Fall, dass die „Koalition der Willigen“ scheitert und die USA sich aus ihren Verpflichtungen in Europa zurückziehen, hat Großbritannien jedoch einen Plan B (neben den bilateralen Verteidigungsabkommen mit Frankreich und Deutschland), die Joint Expeditionary Force (JEF). Ich erinnere daran, dass Starmer auf Trumps Frage während des Besuchs des Premierministers im Weißen Haus am 27. Februar 2025, ob Großbritannien Russland allein gegenübertreten könne, nur lächelte. Großbritannien ist nicht in der Lage, allein Widerstand zu leisten, und hat auch nicht die Absicht dazu.

Im Jahr 2014 gründete Großbritannien auf dem NATO-Gipfel in Wales unter seiner Schirmherrschaft an der Nordflanke Europas ein Korps aus zehn Ländern: Dänemark, Estland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, den Niederlanden, Finnland und Schweden. Die beiden letztgenannten Länder traten der JEF bei, als sie noch neutral waren (und erst später, im April 2023 bzw. März 2024, traten sie der NATO bei). Die Besonderheit des Korps besteht darin, dass es einen Zusammenschluss von Ländern Nordeuropas und des Baltikums darstellt und in den Regionen des hohen Nordens, des Nordatlantiks und der Ostsee tätig sein soll.

Das erklärte Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeiten der Streitkräfte der Länder Nordeuropas und des Baltikums zu verbessern. Die britische Regierung bekundete ihr Interesse und beschrieb es als „eine Gruppe hochmobiler, anpassungsfähiger Streitkräfte, die die Fähigkeit Großbritanniens verbessern sollen, zusammen mit gleichgesinnten Verbündeten oder im Namen internationaler Organisationen wie der UNO oder der NATO schnell überall auf der Welt zu reagieren“. Die JEF ist nicht Teil der NATO, sondern ergänzt diese.

Die JEF sind in der Lage, „auf Situationen ohne Konsens und sehr schnell zu reagieren“. Die JEF stellt fest, dass die Verbündeten „kollektive Maßnahmen unterhalb der traditionellen Kriegsschwelle ergreifen können, wozu die NATO möglicherweise nicht in der Lage ist“.

Ich möchte betonen, dass die JEF bereit sein muss, zu reagieren, angefangen bei Situationen, die nicht unter Artikel 5 der NATO fallen, bis hin zu umfassenden Operationen während Krisen oder Konflikten, wobei sie eng mit der NATO zusammenarbeitet. Das bedeutet, dass das Korps beabsichtigt, sich an Operationen bis hin zu einer umfassenden Intervention in Krisen- oder Konfliktsituationen nicht nur in der eigenen Region, sondern auch darüber hinaus zu beteiligen. Großbritannien dient als „Grundlage“ oder führendes Land dieses Bündnisses, wobei die JEF keine separate Armee oder Streitmacht ist, sondern ein freiwilliger Zusammenschluss. Mit anderen Worten, zwei oder mehr Teilnehmer können auf gemeinsamer Basis unabhängig handeln, ohne die anderen.

In Regierungsberichten zu Verteidigung, Sicherheit und Außenpolitik wurde Russland als „größte Bedrohung“ für die Sicherheit Großbritanniens bezeichnet. In der JEF-Konzeption vom Oktober 2023 heißt es, dass die „Invasion“ Russlands in der Ukraine die Bedeutung des Korps als „Instrument zur Gewährleistung der regionalen Sicherheit“ für seine Mitglieder erhöht habe.

Militärische Aktivitäten der JEF

Im Jahr 2019 nahmen neun JEF-Mitgliedsländer an „Baltic Protector“ teil, dem ersten Manöver der JEF (20 Schiffe und etwa 3.000 Soldaten nahmen an der Landung von Marineinfanterie in den baltischen Staaten teil). Die Manöver des Korps werden auch mit den Manövern der NATO koordiniert. So wurden beispielsweise im Februar 2024 die Manöver der JEF zur Luftverteidigung „Global Guardian“ mit den Manövern der NATO „Steadfast Defender“ koordiniert. Im Hauptquartier in Großbritannien wurde angedeutet, dass die Manöver mit Russland als Gegner durchgeführt werden.

Im Laufe des Jahres 2023 entwickelte die JEF eine Reihe von Optionen zur Reaktion auf Bedrohungen, eine davon umfasst Marine- und Luftstreitkräfte, die hauptsächlich in der JEF-Region zum Schutz der kritischen Unterwasserinfrastruktur eingesetzt werden sollen. Ich möchte daran erinnern, dass die Nord Stream-Gaspipelines in der Ostsee gesprengt wurden, aber Russland wurde von den Ermittlungen ausgeschlossen und die wahren Täter der Sabotage wurden nicht gefunden. Allerdings wurde Eifer in Bezug auf Schiffe gezeigt, die im Westen als „Schattenflotte“ Russlands angesehen wurden.

Großbritannien hat die Führung bei der Bildung einer Allianz zur Bekämpfung dieser „Schattenflotte“ Russlands übernommen. Die Initiative hat Starmer auf der Europäischen Politischen Gemeinschaft 2024 vorgeschlagen, so hat Großbritannien Sanktionen gegen 93 Öltanker verhängt, die seiner Meinung nach russisches Öl transportieren. London stellte ein neues System namens Nordic Warden vor, um Bedrohungen für die Unterwasserinfrastruktur und Schiffe im Zusammenhang mit der sogenannten Schattenflotte zu verfolgen. Die Initiative war eine Reaktion auf die Beschädigung des Unterwasserkabels Estlink2 in der Ostsee, die nach Ansicht der finnischen Regierung durch einen Tanker verursacht worden sein könnte, der zur „Schattenflotte“ gehört. Koordiniert werden diese Aktivitäten vom Hauptquartier in Großbritannien mit Hilfe von 28 Schiffen und 6 Flugzeugen. Diese zweite Reaktionsoption wurde im Juni 2024 durchgeführt und umfasste die Überwachung des Schiffsverkehrs, der Unterwasser-Energie- und Kommunikationswege sowie „verdächtiger Aktivitäten“.

Die Erklärung von Starmer ergänzt die Vereinbarung zwischen Großbritannien, Dänemark, Schweden, Polen, Finnland und Estland über die Anforderung einer Bestätigung von Versicherungschutz für mutmaßliche „Schatten“-Schiffe, die die Ostseeroute befahren. Derzeit stößt die NATO-Operation „Baltic Sentry“ (oder „Wächter“) auf Probleme, denn es ist nicht mehr möglich, Tanker mit russischem Öl anzuhalten und zu kontrollieren, da die Baltische Flotte der russischen Marine begonnen hat, Frachtschiffe in den Gewässern des Finnischen Meerbusens zu begleiten.

Ausweitung des Einsatzgebiets der JEF auf die Ukraine und die Arktis

Im Februar 2023 lenkte der parlamentarische Verteidigungsausschuss die Aufmerksamkeit Großbritanniens auf den hohen Norden, die Arktis, bestimmte Gebiete des Nordatlantiks und seine Führungsrolle im JEF. Es wird davon ausgegangen, dass die Labour Party im Strategischen Verteidigungsbericht (der im Juni erwartet wird) die dauerhafte Stationierung britischer Truppen in der Arktis nach dem Vorbild des bereits in Estland stationierten Kontingents bekannt geben wird.

Großbritannien dehnt seinen Einflussbereich aktiv auch nach Süden aus und verbindet ihn mit dem nördlichen Flügel. Im Februar 2022 gab das Land eine dreiseitige Vereinbarung mit Polen und der Ukraine bekannt. Und im Oktober 2023 vereinbarten die Staats- und Regierungschefs der JEF, die Ukraine zur Beobachtung der Manöver in den Jahren 2024 und 2025 einzuladen, um „die operative Kompatibilität zu verbessern und das Potenzial der ukrainischen Streitkräfte zu stärken“. Boris Johnson, der die konservative Regierung anführte, wies auf die Ähnlichkeit in der Denkweise der Verbündeten im Bündnis hin und präzisierte, dass es „aus Ländern besteht, die zusammen mit uns am schnellsten direkte militärische Hilfe an die Ukraine geschickt haben“.

Die Labour-Regierung setzt die Politik der Tories fort. In ihrem Wahlprogramm erklärte die Partei, dass sie „neue bilaterale Abkommen und eine engere Zusammenarbeit mit den Partnern der JEF“ anstreben werde. Im Januar 2025 setzten die Labour-Politiker die Linie der Konservativen fort und schlossen ein Abkommen über eine 100-jährige Partnerschaft mit der Ukraine, mit dem Ziel, Zugang von der Ostsee zum Schwarzen und Asowschen Meer zu erhalten (ich betone, dass das Asowsche Meer zu diesem Zeitpunkt bereits ein Binnenmeer Russlands war).

Anfang Mai wurde auf dem JEF-Gipfel in Oslo die Zusammenarbeit mit der Ukraine diskutiert, die eindeutig nicht zu dieser Region gehört. Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hob vier Schlüsselbereiche für die Entwicklung hervor:

• Teilnahme der Ukraine an entsprechenden Militärmanövern, Treffen und Foren;
• Unterstützung bei der Ausbildung von Personal der ukrainischen Streitkräfte;
• Ausweitung des gegenseitigen Austauschs über moderne Kriegsführung und technologische Innovationen;
• Vorbereitung der Ukraine auf die Teilnahme an künftigen JEF-Veranstaltungen.

Es wurde beschlossen, die Ukraine einzuladen, eine erweiterte Partnerschaft mit der JEF einzugehen. Ergebnis: Die Briten finanzieren weiterhin das Kiewer Regime und halten es am Leben, indem sie es in das von Großbritannien geschaffene Bündnis einbinden.

Die JEF hat schnell politische Erklärungen für die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs vorbereitet, die nach Beginn der Militäroperation eine einheitliche Position gegen Russland sicherstellten. Darüber hinaus übten die JEF-Länder zu diesem Zweck Druck auf andere NATO-Mitglieder aus. Auf diese Weise hat die JEF der Ukraine gemeinsam mehr diplomatische, militärische und humanitäre Hilfe geleistet als alle anderen NATO-Mitglieder zusammen, mit Ausnahme der USA.

2023 einigte sich die JEF auf ein Entwicklungskonzept für die nächsten 10 Jahre und damit auch auf das Ziel, als europäischer Anführer innerhalb der NATO eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Architektur der europäischen Sicherheit zu übernehmen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die JEF im September 2025 das Militärmanöver Tarassis25 durchführen wird. Um es ganz offen zu sagen: Das Hauptziel der Übungen besteht darin, einen zeitlich synchronisierten und räumlich koordinierten Angriff auf Russland entlang der gesamten Nordgrenze von Murmansk bis Kaliningrad zu proben, mit der Vernichtung der operativen und strategischen Kräfte Russlands, die zu einem Gegenschlag oder Gegenangriff fähig sind.

Das Manöver wird auf einem Gebiet von der Ostsee bis zum Nordatlantik und zur Arktis stattfinden, was bedeutet, dass die geografische Reichweite des Manövers erweitert wird. Es wird gleichzeitig mit dem Manöver „Sapad“ von Russland und Weißrussland stattfinden und das größte seit der Gründung der JEF sein.

Ende der Übersetzung


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/unbeachtet-von-den-medien-baut-grossbritannien-eine-nord-nato-auf/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Die Financial Times weist auf die Schwäche der „Koalition der Willigen“ zur Ukraine-Frage hin


anti-spiegel.ru, vom, 30. Mai 2025 18:56 Uhrvon Anti-Spiege


Laut der Zeitung erwiesen sich die angekündigten Sanktionen gegen Russland wegen der „Weigerung, einem Waffenstillstand zuzustimmen, als begrenzt und beschränkten sich im Wesentlichen auf die Ausweitung der EU-Sanktionsliste um Schiffe mit russischem Öl“.

LONDON, 30. Mai. /TASS/. Die sogenannte „Koalition der Willigen“ zur Hilfe für die Ukraine ist so schwach, dass sie aufhören sollte, sich in Pose zu werfen und sich auf praktischere Dinge konzentrieren sollte. Diese Meinung äußerte Emma Ashford, Senior Fellow des amerikanischen Thinktanks Stimson Center, in der Financial Times.

Obwohl die von Großbritannien und Frankreich angeführte Koalition in Worten beeindruckend klingt, „bleibt sie in der Praxis hauchdünn“, schreibt die Analystin in ihrer Kolumne. „Die europäischen Länder sind bereit, die Ukraine für fehlende Lieferungen aus den USA zu entschädigen, haben aber Schwierigkeiten, die benötigten Waffen schnell und zu einem angemessenen Preis zu beschaffen. Die Umsetzung vieler diesbezüglicher Verpflichtungen wird Jahre dauern und keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Lage auf dem Schlachtfeld haben“, bemerkt Ashford. Sie weist darauf hin, dass sich die angekündigten Sanktionen gegen Russland wegen der Absage an einen Waffenstillstand „als begrenzt erwiesen und sich auf die Ausweitung der EU-Sanktionsliste gegen Schiffe mit russischem Öl beschränkten“.

Wie der Artikel ausführt, ist das größte Problem der Koalition ihre Zusage, nach einem möglichen Waffenstillstand ein Friedenskontingent in die Ukraine zu entsenden. War zunächst von 100.000 Soldaten die Rede, so seien es nun 20.000, die zum Schutz von Infrastruktureinrichtungen oder Häfen eingesetzt werden sollen. Wie in der Kolumne erwähnt, sieht sich die Koalition nicht nur mit der fehlenden Finanzierung ihrer eigenen Streitkräfte konfrontiert, sondern auch damit, dass einige Länder, wie Rumänien und Polen, überhaupt keine Truppen in die Ukraine schicken wollen. Die Idee stößt in Deutschland und Großbritannien auf wenig Zustimmung; dort wird sie von 49 Prozent beziehungsweise 43 Prozent der Befragten unterstützt.

„Es klafft eine Lücke zwischen den Aussagen der europäischen Staats- und Regierungschefs über ihre Unterstützung für Kiew und ihren tatsächlichen Möglichkeiten. Zudem besteht eine gravierende Diskrepanz zwischen der Rhetorik der Regierungen und dem, was ihre Gesellschaften zu tolerieren bereit sind“, meint Ashford.

„Es wäre klüger, die Posen und Pläne aufzugeben, der Ukraine Sicherheitsgarantien nach NATO-Muster zu gewähren, die ohnehin die Unterstützung der USA erfordern würden“, meint die Analystin. Stattdessen sollte sich die Koalition der interessierten Staaten auf Bereiche konzentrieren, in denen sie wirklich etwas bewirken kann: „Kiew beim Aufbau einer eigenen Armee in der Nachkriegszeit unterstützen, die europäische Rüstungsindustrie stärken und den Wiederaufbau der Ukraine planen.“


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/die-financial-times-weist-auf-die-schwaeche-der-koalition-der-willigen-zur-ukraine-frage-hin/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.05.2025

Umfrage: 82 % der Israelis wollen die Palästinenser aus dem Gazastreifen vertreiben; 47 % wollen jeden Mann, jede Frau und jedes Kind töten

linkezeitung.de, 31. Mai 2025, Veröffentlicht von  ⋅ Hinterlasse einen Kommentar

Von Ben Norton – www.geopoliticaleconomy.report/

Übersetzung LZ




Bild: Kinder in Gaza im Februar 2025 (Bildnachweis: Palestine News & Information Agency, WAFA)


Eine Umfrage ergab, dass 82 % der volljährigen Bürger Israels die Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen wünschen. 47 % wollen jeden einzelnen Mann, jede Frau und jedes Kind töten. Ex-Premierminister Ehud Olmert sagte, Israel führe einen „Vernichtungskrieg“.

Die Unterstützung von Völkermord, Massenmord und ethnischer Säuberung ist in Israel weit verbreitet.

Israels ehemaliger Premierminister Ehud Olmert gab zu, dass sein Land einen „Vernichtungskrieg“ führt: das wahllose, hemmungslose, grausame und verbrecherische Töten von Zivilisten“.

Inzwischen will die große Mehrheit der Israelis die Palästinenser aus dem Gazastreifen vertreiben, und etwa die Hälfte will jeden einzelnen Mann, jede Frau und jedes Kind in dem belagerten Streifen töten.

Dies geht aus einer Umfrage hervor, die von der großen israelischen Zeitung Haaretz veröffentlicht wurde.

Demnach wollen 82 % der Israelis die Bewohner des Gazastreifens vertreiben, und 47 % befürworten die Tötung aller Palästinenser im Gazastreifen.

Je religiöser ein Israeli ist, desto eher unterstützt er Völkermord und ethnische Säuberung.

Die Umfrage wurde im März von dem israelischen Wissenschaftler Tamir Sorek, einem Professor an der Pennsylvania State University, durchgeführt. Er arbeitete mit dem israelischen Meinungsforschungsinstitut Geocartography Knowledge Group zusammen.

Umfrage Israelis vertreiben Palästinenser Gaza töten alle Haaretz

Eine im März 2025 von der Pennsylvania State University in Auftrag gegebene und von der israelischen Zeitung Haaretz veröffentlichte Umfrage zur öffentlichen Meinung in Israel


poll Israelis expel Palestinians Gaza kill everyone Haaretz












































A March 2025 poll of Israeli public opinion, commissioned by Pennsylvania State University and published by the Israeli newspaper Haaretz


Die meisten Israelis wollen die palästinensischen Bürger ausweisen

Etwa 21 % der israelischen Bürger sind Palästinenser, obwohl sie nicht als vollwertige israelische Bürger angesehen werden. Sie sind Bürger dritter Klasse und werden vom israelischen Regime nicht gleich behandelt.

„Israel ist kein Staat für alle seine Bürger“, erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu 2019 voller Stolz.

„Nach dem grundlegenden Staatsangehörigkeitsgesetz, das wir verabschiedet haben, ist Israel der Nationalstaat des jüdischen Volkes – und nur dieses“, betonte Netanjahu und stellte klar, dass Palästinenser nicht wirklich als Israelis angesehen werden.

Die von der Pennsylvania State University in Auftrag gegebene Umfrage vom März 2025 ergab, dass 56 % der jüdischen Israelis – die als einzige als echte, vollwertige Bürger angesehen werden – alle palästinensischen Bürger ausweisen wollen. Dazu gehören 66 % der Israelis unter 40 Jahren.

Je jünger ein Israeli ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er ein Rechtsextremist ist, ergab die Umfrage.

Wie die politischen Systeme Israels und der USA den Rechtsextremismus fördern

Professor Tamir Sorek, der israelische Wissenschaftler, der die Umfrage durchgeführt hat, wies darauf hin, dass einige prominente religiöse Führer in Israel den Massenmord an palästinensischen Zivilisten befürwortet haben.

Als Beispiel nannte Sorek Rabbi Yitzchak Ginsburgh, einen einflussreichen israelischen Siedlerführer im Westjordanland, das nach internationalem Recht palästinensisches Gebiet ist, das seit 1967 unrechtmäßig von Israel besetzt ist.

Ginsburgh, der die Palästinenser beseitigen und eine theokratische Monarchie in Israel errichten will, ist ebenfalls Amerikaner. Er ist in den Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen und zog erst in seinen 20ern nach Israel.

Sorek schrieb, der Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 habe „nur Dämonen entfesselt, die jahrzehntelang in den Medien und im Rechts- und Bildungssystem gezüchtet worden waren“.

In Haaretz schrieb Sorek (Hervorhebung hinzugefügt):

Der Zionismus ist nicht nur eine nationale Bewegung, sondern auch eine Bewegung von Einwanderern und Siedlern, die versuchen, die einheimische Bevölkerung zu verdrängen. Siedler-Immigranten-Gesellschaften stoßen immer auf wahllosen gewaltsamen Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Der Wunsch nach absoluter und dauerhafter Sicherheit kann zu dem Bestreben führen, die widerständige Bevölkerung zu beseitigen. Daher birgt praktisch jedes Siedlungsprojekt das Potenzial für ethnische Säuberungen und Völkermord, wie es in Nordamerika im 17. bis 19. Jahrhundert oder in Namibia zu Beginn des 20.

Sorek warnte in einem anderen Artikel im April, dass „in Israel der Ruf nach Völkermord von den Rändern in den Mainstream gewandert ist“.

Ein deutliches Beispiel dafür, wie der Faschismus in Israel zum Mainstream geworden ist, ist der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich, ein Mitglied des mächtigen Sicherheitskabinetts der Regierung.

Smotrich bezeichnete sich selbst als „faschistischen Homophobiker“. Der hochrangige israelische Beamte hat die „totale Vernichtung“ des Gazastreifens gefordert, und er argumentierte, es sei „gerechtfertigt und moralisch“, alle 2,1 Millionen Palästinenser in dem Streifen verhungern zu lassen.

Der ehemalige Premierminister Ehud Olmert sagt, Israel führe einen „Vernichtungskrieg“ in Gaza

Israels ehemaliger Premierminister Ehud Olmert hat sein Land beschuldigt, in Gaza Kriegsverbrechen zu begehen und einen „Vernichtungskrieg“ zu führen.

Olmert führte das israelische Regime von 2006 bis 2009. Zuvor war er jahrzehntelang Mitglied von Netanjahus rechtsgerichteter Partei Likud.

Diese offenen Eingeständnisse machte er in einem hebräischsprachigen Artikel in Haaretz im Mai. (Die folgenden Zitate stammen von Google Translate.)

„Was wir in Gaza tun, ist ein Vernichtungskrieg: die wahllose, hemmungslose, grausame und kriminelle Tötung von Zivilisten“, erklärte Olmert.

Er machte deutlich, dass dies „das Ergebnis einer Politik ist, die von der Regierung diktiert wurde, wissentlich, absichtlich, bösartig, böswillig und rücksichtslos“.

Olmert erklärte, dass er in den Jahren 2023 und 2024 geleugnet habe, dass das israelische Regime vorsätzlich Kriegsverbrechen begehe, dass er sich aber nun bewusst sei, dass er sich geirrt habe.

„Es gibt zu viele Fälle von brutalen Erschießungen von Zivilisten, von Zerstörung von Eigentum und Häusern“, sagte der ehemalige israelische Premierminister. „Plünderungen von Eigentum, Diebstähle aus Häusern, auf die in vielen Fällen auch IDF-Soldaten stolz waren und sie in persönlichen Posts veröffentlicht haben. Wir begehen Kriegsverbrechen“.

Olmert erklärte unmissverständlich, dass Israel den Hunger als Waffe einsetzt: „Ja, wir entziehen den Bewohnern des Gazastreifens im Rahmen einer erklärten Politik Lebensmittel, Medikamente und ein Minimum an Lebensmitteln“.

Er bezeichnete das israelische Regime als „Verbrecherbande“ und schrieb, dass „die Minister der israelischen Regierung, angeführt vom Chef der Verbrecherbande, Netanjahu, ohne Vorbedacht und ohne zu zögern eine Politik des Aushungerns und des humanitären Drucks betreiben, deren Ergebnis katastrophal sein könnte“.

Israel nennt seinen Krieg in Gaza offiziell „Operation Gideon’s Chariots“. Olmert sagte, es handele sich um eine „illegitime Militärkampagne“, bei der israelische Soldaten „randalieren“ und den Gazastreifen in ein „humanitäres Katastrophengebiet“ verwandelt haben.

Die Armee handele „rücksichtslos, unvorsichtig und übermäßig aggressiv“, fügte er hinzu.

Die große Zahl der in Gaza getöteten palästinensischen Zivilisten sei „unvernünftig, ungerechtfertigt und inakzeptabel“, schrieb er.

Olmert räumte auch ein, dass Israelis „auch im Westjordanland palästinensische Zivilisten massakrieren“ und „jeden Tag im Westjordanland abscheuliche Verbrechen begehen“.

In einem Interview mit ABC News räumte der ehemalige israelische Premierminister ein: „Wir haben den Gazastreifen zerstört“.

https://www.geopoliticaleconomy.report/p/poll-israelis-expel-palestinians-gaza-genocide?utm_source=post-email-title&publication_id=457596&post_id=164789107&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=true&r=flp3u&triedRedirect=true&utm_medium=email


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Info: https://linkezeitung.de/2025/05/31/umfrage-82-der-israelis-wollen-die-palaestinenser-aus-dem-gazastreifen-vertreiben-47-wollen-jeden-mann-jede-frau-und-jedes-kind-toeten/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.05.2025

Gaza: Macron / Chris Hedges / Karin Leukefeld

aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. Mai 2025, 12:11 Uhr


/Macron merkt offenbar nicht einmal, dass er mit dieser Aussage den

Vorwurf der Heuchelei auch noch bestätigt, denn es geht nur um den

eigenen Ruf, schon gar nicht um die Palästinenser…


/Anti-Spiegel 30.5.2025

<https://anti-spiegel.ru/2025/macron-der-westen-kritisiert-israel-wegen-gaza-um-vorwuerfe-der-doppelmoral-zu-vermeiden/>

30. Mai 2025


*Macron: Der Westen kritisiert Israel wegen Gaza, um Vorwürfe der

Doppelmoral zu vermeiden


*TASS: Die westlichen Länder können Israel keine Carte Blanche für

Kampfhandlungen im Gazastreifen geben, um die Vorwürfe der Doppelmoral

wegen Nahost-Friedensbemühungen und des Konflikts in der Ukraine nicht

zu bestätigen. Das erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron

auf der Sicherheitskonferenz „Shangri-La Dialogue“ in Singapur.


Macron beklagte, dass er in Asien, Afrika und Lateinamerika „Narrative“

höre, wonach die Ukraine nicht als eindeutiges Opfer wahrgenommen werde,

sowie Meinungen, dass Europa diesem Konflikt „zu viel Energie und Zeit“

widme und „dem Rest der Welt zu viele Probleme bereite“. Er bezeichnete

das als „absoluten Fehler“. „Gleichzeitig höre ich [in denselben

Ländern] Stimmen, die von Doppelmoral in Gaza sprechen, wo, wie viele

glauben, die Europäer und Amerikaner Israel eine Carte Blanche geben.

Und darin liegt ein großes Risiko. Deshalb haben wir die Terroranschläge

der Hamas verurteilt und arbeiten intensiv an der Freilassung der

Geiseln und unterstützen alle Initiativen für einen Waffenstillstand“,

sagte er. „Das ist die einzige Möglichkeit, denen keinen Grund zu geben,

die sagen, dass wir Doppelmoral praktizieren. Wenn wir Gaza im Stich

lassen, wenn wir glauben, dass Israel ungestraft handeln kann, auch wenn

wir die Terroranschläge verurteilen, zerstören wir unseren Ruf in der

übrigen Welt“, fügte Macron hinzu.

-----------------------------------------


*„Das neue dunkle Zeitalter“

*/Chris Hedges

/Israel begeht in Gaza vor den Augen der Welt und unterstützt vom Westen

einen Völkermord an den Palästinensern. Völkermord, brutale

Unterdrückung und Ausbeutung sind keine Relikte der Vergangenheit, es

gab sie auch in jüngerer Geschichte. Aber selten so offen und schamlos,

wie jetzt.

/Hier weiterlesen:/https://anti-spiegel.ru/2025/das-neue-dunkle-zeitalter/

-----------------------------------------

*

**Die Lage im Gaza-Streifen:

«Was sich hier vollzieht, kommt nirgends zur Sprache»

*Interview mit der freien Journalistin und Nahost-Expertin Karin Leukefeld


*/Zeitgeschehen im Fokus/*/Sie waren wieder mehrere Wochen im Nahen

Osten und haben sich vor Ort die Lage angesehen und mit betroffenen

Menschen gesprochen. Da man in unseren Hauptmedien immer seltener etwas

über den Krieg in Gaza hört – und wenn dann ist es gefiltert, und vieles

wird nicht erwähnt –, interessiert es natürlich, was Sie gesehen,

gelesen und gehört haben?

Hier weiterlesen/:

https://zgif.ch/2025/05/02/die-lage-im-gaza-streifen-was-sich-hier-vollzieht-kommt-nirgends-zur-sprache/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.05.2025

Das nächste EU-Klimaziel wird flexibel (verfehlt)

lostineu.eu, vom 30. Mai 2025

Das Klimaziel für 2030 dürfte die EU nur mit Ach und Krach erreichen – weil Deutschland in der Rezession steckt und die Industrie verschwindet. 2040 wird es noch schwieriger.

Zwar strebt die EU-Kommission bis 2040 weiter eine Reduktion der Treibhausgase um 90 Prozent gegenüber 1990 an. Doch dabei will sie offenbar tricksen.

Die Behörde will nämlich auch internationale Kohlendioxid-Gutschriften anrechnen lassen, um den Druck auf Deutschland und andere EU-Staaten zu verringern.

Dies habe Klimakommissar Hoekstra bei einem Treffen mit Vertretern der EU-Länder am Mittwoch bestätigt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Diplomaten.

Durch größeren Spielraum bei der Umsetzung wolle Brüssel die Zustimmung sichern.

Der Vorschlag, der Anfang Juli erwartet wird, läge auf der Linie der kleinen Koalition in Berlin – wäre aber ein Bruch mit dem “Green Deal”.

Bisher sollten die europäischen Klimaziele nämlich ausschließlich durch eigene Maßnahmen erreicht werden – und nicht unter Mithilfe von Drittländern und dubiosen Zertifikaten.

Doch das klappt offenbar nicht. Schon jetzt sind drei EU-Länder – Polen, Belgien und Estland – in Verzug. Sie haben noch nicht einmal ihre nationalen Klimapläne für 2030 vorgelegt.

Ob Deutschland und andere ihre Vorgaben tatsächlich umsetzen, bleibt abzuwarten. Deutschland hatte die Vorgaben zuletzt nur wegen der schlechten Konjunktur erreicht…

Siehe auch meinen Bericht in der taz: “Brüssel beschwört gutes Klima”

‹ Ukraine: Bewegung vor neuen Gesprächen – Europäer beteiligt?

4 Comments

  1. Michael
    30. Mai 2025 @ 19:08

    Mir sagt die Wissenschaft inzwischen dass das 1.5 Grad Ziel nicht mehr einzuhalten ist!? Welche Klimaziele will man also einhalten!?

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  • ebo
    30. Mai 2025 @ 19:11

    Na die eigenen ????

    Antworten

    • Michael
      31. Mai 2025 @ 00:32

      Ja, nach dem Motto „alternative Fakten“!

  • KK
    30. Mai 2025 @ 17:14

    „Doch dabei will sie offenbar tricksen.“

    Es wird doch von Beginn an derart getrickst, dass ein professioneller Hütchenspieler neidisch werden könnte: Der ganze Militärbereich, der einen signifikanten und jetzt wegen der massiven Aufrüstung und Militarisierung ganzer Gesellschaften stark ansteigenden Beitrag zum CO2-Ausstoss leistet, wird doch aus den Rechnungen und CO2-Bilanzen komplett herausgehalten! So bilden die ganzen Zahlen doch nur einen Teilbereich ab und sind die Emissionen der Server nicht wert, auf denen sie gespeichert werden!

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    Info: https://lostineu.eu/das-naechste-eu-klimaziel-wird-flexibel-verfehlt/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Ukraine: Bewegung vor neuen Gesprächen – Europäer beteiligt?


    lostineu.eu, vom 30. Mai 2025

    Trotz der militärischen und verbalen Eskalation der letzten Woche ist eine zweite Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland geplant. Sie soll am Montag in Istanbul stattfinden. Diesmal könnten auch europäische Diplomaten beteiligt werden, berichtet die “Südddeutsche”. Sogar Deutschland soll teilnehmen – was angesichts der jüngsten Drohungen von Kanzler Merz erstaunlich wäre. Für Wirbel sorgen auch Aussagen der US-Ukrainegesandten Kellogg. Er hat Verständnis für die russische Forderung nach einem Ende der Nato-Osterweiterung geäußert. “Das ist ein berechtigtes Anliegen”, sagte Kellogg dem US-Sender ABC News auf die Frage zu einem Bericht, wonach Russland eine schriftliche Zusage fordere, dass sich die Nato nicht weiter nach Osten ausdehne.

    Siehe dazu auch unser neues Forum: Verhandlungen mit der EU? Zum Lesen und kommentieren müssen Sie sich einmalig registrieren und danach einloggen.

    ‹ Von der Leyens vier Gebote für ein “unabhängiges” EUropa › Das nächste EU-Klimaziel wird flexibel (verfehlt)

    6 Comments

    1. Lucki
      30. Mai 2025 @ 21:34

      Da es sich um einen Krieg der USA (mit einigen Koalitionären und Ukraine als Stellvertreter) gegen Russland handelt, ist das Beisein von Ukraine und einigen Koalitionären nicht zielführend, ja kontraproduktiv. Wahrscheinlich Absicht, damit man Trump schwächen und sich um die “root causes” herum-mogeln kann.

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  • Erneuerung
    30. Mai 2025 @ 17:50

    Mein Optimismus für dieses Treffen hält sich in Grenzen, aber einen Versuch ist es wert. Für eine auch nur annähernde Entspannung wären Protagonisten auf beiden Seiten und beim Vermittler erfoderlich, die ein gewisses Mindestvertrauen genießen. Die russischen Unterhändler kenne ich nicht näher, die ukrainischen auch nicht. Bei den Übergeordneten genießt zumindest auf russischer Seite Herr Lawrow ein gewisses Mindestvertrauen, auf westlicher und auf türkischer Seite fällt mir da niemand ein.

    Antworten

  • palman
    30. Mai 2025 @ 16:17

    . . . und wg. “ö s t l i c h e r” NATO-(OTAN frz.)-Ausweitung !?! – ist DAS nicht zu “ein-seitig” betrachtet ?!? – immerhin kann diese “sich” von SÜD nach NORD – von NORD nach SÜD – und aus ALASKA von OST nach WEST aus-“b r e i t e n” !!??!! ????

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  • Guido B.
    30. Mai 2025 @ 14:26

    Wenn die Europäer und insbesondere die Slava-Ukraini-Bandera-Deutschen dabei sind, ist das Scheitern der Verhandlungen so sicher wie das Amen in der Kirche. Diese Verrückten machen alles, um Russland die Schuld für den Abbruch der Verhandlungen in die Schuhe zu schieben. Die Europäer haben in der Beziehung mit Russland ALLES falsch gemacht in den letzten 10 Jahren.ALLES! Werden sie ihr Verhalten ändern? Niemals! Es wäre besser, sie kümmern sich zur Abwechslung mal um die riesigen Probleme im eigenen Land und lassen die Ukrainer und Russen in Ruhe verhandeln.

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    • Michael
      30. Mai 2025 @ 12:57

      Sehr gute Zusammenfassung! Evtl. Würde ich nur hinzufügen, dass es Sinn machen könnte wenn die USA an den Verhandlungen beteiligt wären!
      Europa/EU sollte auf keinen Fall beteiligt werden zumal für die EU Russland nicht zu Europa gehört! Das man im Gegenzug Europa/EU nicht zu Eurasien zählen könnte bedenken die Idioten hier und da nicht, was auch egal ist weil sie es sowieso nicht verstünden!

      Antworten

  • KK
    30. Mai 2025 @ 14:19

    “Er hat Verständnis für die russische Forderung nach einem Ende der Nato-Osterweiterung geäußert. “Das ist ein berechtigtes Anliegen”,…”

    Das ist sogar im Sinne des Nordatlantikvertrages, also quasi dem “Grundgesetz” der NAhTOd:

    “Artikel 1

    Die Parteien verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen, jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege so zu regeln, daß der internationale Friede, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar sind.

    Artikel 10

    Die Parteien können durch einstimmigen Beschluß jeden anderen europäischen Staat, der in der Lage ist, die Grundsätze dieses Vertrags zu fördern UND ZUR SICHERHEIT DES NORDATLANTISCHEN GEBIETS beizutragen, zum Beitritt einladen….”

    Das von mir in Versalien gesetzte, die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets, wird erheblich gefährdet, wenn die Sicherheitsinteressen Dritter, wie zB Russlands, missachtet werden. Ein Blick in die Ukraine und die Auswirkungen auf ganz EUropa und sogar der Welt liefert hierzu den Beweis!

    Leider sind Verträge heutzutage nicht mehr das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden – und das liegt NICHT an den gestiegenen Papierpreisen!

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    Info: https://lostineu.eu/ukraine-bewegung-vor-neuer-verhandlungsrunde-europaeer-beteiligt/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    31.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Niemand ist sicher, bis alle sicher sind: Der Menschheit fehlt das gemeinsame Projekt

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 31. Mai 2025, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 31.05.2025


    Niemand ist sicher, bis alle sicher sind: Der Menschheit fehlt das gemeinsame Projekt


    Durch Nationalismus gespalten und durch Machtspiele abgelenkt, steht die Menschheit an einem Wendepunkt. Wir sind mit globalen Krisen konfrontiert, die unser Überleben bedrohen, und dennoch fehlt uns ein gemeinsames Ziel, das auf Solidarität und gegenseitiger Fürsorge beruht. Diese Unfähigkeit, das&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/niemand-ist-sicher-bis-alle-sicher-sind-der-menschheit-fehlt-das-gemeinsame-projekt/


     -----------------------


    Aufbruch zur demokratischen Revolution: Erstes Parlament der Menschen startet heute


    Die Neue Generation hat auf einer Pressekonferenz das Parlament der Menschen vorgestellt und Proteste angekündigt. 60 geloste Bürger*innen werden im Parlament der Menschen von heute (30. Mai, ab 15:30 Uhr) bis Sonntag (1. Juni) in einem Kuppelzelt vor dem Reichstag&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/aufbruch-zur-demokratischen-revolution-erstes-parlament-der-menschen-startet-heute/


     -----------------------


    Nein zu NATO, zu Handelskriegen und zu dem globalen Wettlauf um kritische Rohstoffe


    Während sich die NATO auf ihr Treffen in Den Haag vorbereitet, verschärfen sich die sich überschneidenden Krisen des Krieges, des Klimakollapses, des wirtschaftlichen Nationalismus und des anhaltenden Völkermords in Palästina. Von explodierenden Militärbudgets und zunehmenden geopolitischen Spannungen bis hin zu&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/nein-zu-nato-zu-handelskriegen-und-zu-dem-globalen-wettlauf-um-kritische-rohstoffe/


     -----------------------


    Der trotzige Mensch – Eine Hommage


    Trotz ist eine Eigenschaft, die heute vor allem negative Assoziationen weckt. Ein neues Buch rehabilitiert diese besondere Form des Eigensinns: klug und erhellend. Unbedingt lesenswert. Von Helmut Ortner Mit Trotz verbindet man störrischen Eigensinn, törichte Sturheit, renitente Querulanz. Ein Trotzkopf&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/der-trotzige-mensch-eine-hommage/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Israels Völkermord „Das neue dunkle Zeitalter“

    „Das neue dunkle Zeitalter“


    anti-spiegel.ru, 28. Mai 2025 07:52 Uhr, von Anti-Spiegel

    Israel begeht in Gaza vor den Augen der Welt und unterstützt vom Westen einen Völkermord an den Palästinensern. Völkermord, brutale Unterdrückung und Ausbeutung sind keine Relikte der Vergangenheit, es gab sie auch in jüngerer Geschichte. Aber selten so offen und schamlos, wie jetzt.

    Screenshot_2025_05_31_at_11_14_26_Das_neue_dunkle_Zeitalter_Anti_Spiegel


    Der Umgang von Politik und Medien im Westen mit israelischen Völkermord in Gaza trieft vor Doppelmoral. Man kann den deutschen Medien nicht vorwerfen, dass sie das Leid in Gaza verschweigen, aber sie verharmlosen es auf fast schon kriminelle Weise. So hat der Spiegel am 25. Mai beispielsweise in einem Artikel mit der Überschrift „Humanitäre Katastrophe im Gazastreifen – Ruqqia kämpft um ihr Leben“ ausführlich über das Leid von Kindern in Gaza berichtet, aber in dem Artikel fehlte jede Kritik an Israel, dass die Kinder bombardiert, fast alle Krankenhäuser zerbombt und vor allem seit über drei Monaten eine totale Hungerblockade über Gaza verhängt hat und weder Nahrungsmittel, noch Wasser oder Medikamente in den Gazastreifen lässt. In dem sehr langen Spiegel-Artikel (die Lesezeit ist mit 11 Minuten angegeben) finden sich nur zwei Mal Hinweise auf Israels Blockade, die die Katastrophe verursacht hat.

    Die EU hat zwar zum eigenen Schaden Russland sanktioniert, aber Israel wird weiter mit Waffen beliefert und die israelische Regierung wird trotz des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofes gegen den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu von der EU hofiert. Am 24. Mai erschien im Spiegel in Interview mit dem verlogenen Titel „Europa und der Gazakrieg – »Niemand hat die Mittel, Israel aufzuhalten«“ – verlogen deshalb, weil die EU Israel natürlich aufhalten könnte, wenn sie es denn wollte.

    Wenn die EU Israel genauso hart sanktionieren würde, wie sie Russland sanktioniert hat, wäre der Gazakrieg schnell vorbei, denn im Gegensatz zu Russland hat Israel keinerlei Möglichkeiten, solche Sanktionen auch nur wenige Wochen durchzustehen – dazu ist der Staat Israel schlicht zu klein und wirtschaftlich zu schwach. Israel hat sich darauf spezialisiert, Rohstoffe wie Öl und Diamanten zu verarbeiten, auch Israels chemische Industrie ist auf den Import von Rohstoffen angewiesen, um ihre chemischen Erzeugnisse zu exportieren. Israel ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen. Und so weiter und so fort.

    Die EU könnte Israels Vernichtungskrieg sehr schnell stoppen, zumal sie einer der wichtigsten Handelspartner Israels ist. Aber sie will nicht.

    Zu dem Thema habe ich einen Artikel von Chris Hedges entdeckt, den ich übersetzt habe. Hedges ist Pulitzer-Preisträger und hat 15 Jahre lang als Auslandskorrespondent für die New York Times gearbeitet. Er ist also kein anti-westlich eingestellter Journalist.

    Beginn der Übersetzung:

    Das neue finstere Zeitalter

    Der Völkermord in Gaza ist kein Ausreißer. Er offenbart etwas Grundlegendes über die menschliche Natur und ist ein erschreckender Vorbote dessen, wohin sich die Welt bewegt. 

    von Chris Hedges

    KAIRO, Ägypten – Es sind 320 Kilometer von meinem Standort in Kairo bis zum Grenzübergang Rafah nach Gaza. Im trockenen Sand im Norden des Sinai, in Ägypten, stehen 2.000 Lastwagen, beladen mit Mehlsäcken, Wassertanks, Konservendosen, medizinischem Material, Zeltplanen und Treibstoff. Bei Temperaturen nahe 40 Grad stehen die Lkw im gleißenden Sonnenlicht, die Motoren im Leerlauf.

    Nur wenige Kilometer entfernt, in Gaza, werden Dutzende Männer, Frauen und Kinder täglich abgeschlachtet – durch Schusswaffen, Bomben, Raketenangriffe, Panzergranaten, Infektionskrankheiten und durch die älteste aller Belagerungswaffen: den Hunger. Jeder fünfte Mensch in Gaza ist nach fast drei Monaten israelischer Blockade von Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe vom Hungertod bedroht.

    Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der eine neue Offensive gestartet hat, bei der täglich über 100 Menschen getötet werden, erklärte, dass nichts diesen finalen Angriff, „Operation Gideons Streitwagen“ genannt, aufhalten werde. Es werde „keinen Weg geben, den Krieg zu beenden“, verkündete er, „selbst wenn die verbleibenden israelischen Geiseln freigelassen würden“. Israel „zerstört immer mehr Häuser in Gaza“. Die Palästinenser hätten „nichts, wohin sie zurückkehren können“.

    „Das einzige unvermeidliche Ergebnis wird der Wunsch der Bewohner von Gaza sein, aus dem Gazastreifen auszuwandern“, sagte er laut einem durchgesickerten Protokoll während eines Treffens hinter geschlossenen Türen mit Abgeordneten der Knesset. „Aber unser Hauptproblem besteht darin, Länder zu finden, die sie aufnehmen.“

    Die 15 Kilometer lange Grenze zwischen Ägypten und Gaza ist zur Trennlinie zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden geworden – zur Demarkationslinie zwischen einer Welt brutaler industrialisierter Gewalt und dem verzweifelten Überlebenskampf jener, die von den reichsten Nationen dieser Erde im Stich gelassen wurden. Diese Grenze markiert das Ende einer Welt, in der humanitäres Völkerrecht, Konventionen zum Schutz von Zivilisten oder die grundlegendsten Rechte einst von Bedeutung waren. Sie markiert einen hobbes’schen Albtraum, in dem die Starken die Schwachen kreuzigen, in dem kein Gräuel – auch kein Völkermord – ausgeschlossen ist, in dem die weiße Rasse im globalen Norden zu der hemmungslosen, archaischen Barbarei zurückkehrt, die den Kolonialismus und seine jahrhundertelange Geschichte von Plünderung und Ausbeutung kennzeichnet. Der globale Norden fällt zurück in seine Ursprünge – Ursprünge, die nie überwunden, sondern nur durch leere Versprechen von Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechten überdeckt wurden.

    Die Nazis sind das bequeme Feindbild, auf das wir im globalen Norden unsere europäisch-amerikanische Erbschaft des Massenmordes projizieren, als hätten die Völkermorde, die wir in Amerika, Afrika und Indien verübt haben, nie stattgefunden, als wären sie unwichtige Fußnoten unserer Geschichte.

    Tatsächlich ist der Völkermord die harte Währung westlicher Vorherrschaft. Zwischen 1490 und 1890 war die europäische Kolonisierung, einschließlich ihrer genozidalen Handlungen, laut dem Historiker David E. Stannard für den Tod von bis zu 100 Millionen indigenen Menschen verantwortlich. Seit 1950 gab es fast zwei Dutzend Völkermorde, darunter in Bangladesch, Kambodscha und Ruanda.

    Der Völkermord in Gaza ist Teil eines Musters. Er ist der Vorbote kommender Gräueltaten, vor allem, wenn sich das Weltklima weiter destabilisieren sollte und Hunderte Millionen Menschen zur Flucht gezwungen sein werden: vor Dürren, Waldbränden, Überschwemmungen, sinkenden Ernteerträgen, gescheiterten Staaten und Massensterben. Es ist eine blutige Botschaft von uns im globalen Norden an den Rest der Welt: Wir haben alles – und wenn ihr versucht, es uns zu nehmen, werden wir euch töten.

    Gaza entlarvt die Lüge des menschlichen Fortschritts, den Mythos, dass sich die Menschheit moralisch weiterentwickelt. Es sind bloß die Werkzeuge, die sich ändern. Wo wir einst Opfer erschlugen oder mit Schwertern zerstückelten, werfen wir heute 900-Kilo-Bomben auf Flüchtlingslager, mähen ganze Familien mit Drohnen nieder oder zerfetzen sie mit Panzergranaten, schwerer Artillerie und Raketen.

    Der sozialistische Denker Louis-Auguste Blanqui verwarf, im Gegensatz zu fast allen seiner Zeitgenossen, den zentralen Glauben von Hegel und Marx, wonach sich die Geschichte linear in Richtung Gleichheit und Moralität entwickle. Er warnte davor, dass dieser absurde Positivismus zum Instrument der Unterdrücker werde, um damit die Unterdrückten zu entmachten.

    “Alle Grausamkeiten des Siegers, die lange Reihe seiner Übergriffe, werden kaltblütig in eine stetige, unvermeidliche Evolution verwandelt – wie die der Natur … Doch die Abfolge menschlicher Dinge ist nicht so unausweichlich wie die des Universums. Sie kann jederzeit verändert werden“, warnte Blanqui.

    Wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt sei nicht zwangsläufig ein Beweis für zivilisatorischen Fortschritt, sondern könne „eine furchtbare Waffe in den Händen des Kapitals gegen Arbeit und Denken“ werden, warnte Blanqui.

    „Die Menschheit“, so schrieb er, „steht niemals still. Sie schreitet entweder voran oder zurück. Ihr Fortschritt führt zur Gleichheit. Ihr Rückschritt führt durch alle Stadien des Privilegs zurück zur menschlichen Sklaverei – der finalen Manifestation des Eigentumsrechts.“ Und weiter: „Ich gehöre nicht zu denen, die behaupten, der Fortschritt sei garantiert, dass die Menschheit nicht zurückfallen könne.“

    Die Geschichte der Menschheit ist durchzogen von langen Phasen kultureller Verarmung und brutaler Unterdrückung. Der Untergang des Römischen Reiches führte – im sogenannten finsteren Mittelalter, etwa vom 6. bis ins 13. Jahrhundert – in Europa zu Elend und Repression. Technisches Wissen ging verloren, etwa über den Bau und die Instandhaltung von Aquädukten. Kulturelle und intellektuelle Verarmung führten zur kollektiven Amnesie. Die Ideen antiker Gelehrter und Künstler verschwanden aus dem Bewusstsein. Erst im 14. Jahrhundert kam es im Zuge der Renaissance zu einer Wiedergeburt dieser Ideen, ermöglicht durch das kulturelle Aufblühen des Islams, der durch Übersetzungen von Aristoteles und andere philosophische Leistungen die Weisheit der Antike bewahrte.

    Blanqui kannte die Tragödien der Geschichte. Er nahm an zahlreichen französischen Aufständen teil, darunter ein bewaffneter Putschversuch im Mai 1839, der Aufstand von 1848 und die Pariser Kommune, ein sozialistischer Aufstand, der Paris vom 18. März bis zum 28. Mai 1871 kontrollierte. Arbeiter in Städten wie Marseille und Lyon versuchten vergeblich, ähnliche Kommunen zu organisieren, noch bevor die Pariser Kommune militärisch niedergeschlagen wurde.

    Wir treten in neues finsteres Zeitalter ein. Dieses Zeitalter bedient sich moderner Werkzeuge: Massenüberwachung, Gesichtserkennung, künstliche Intelligenz, Drohnen, militarisierte Polizei, Abschaffung rechtsstaatlicher Verfahren und Bürgerrechte – all dies, um willkürliche Herrschaft, unablässige Kriege, Unsicherheit, Anarchie und Terror zu verbreiten, wie sie auch das finstere Mittelalter prägten.

    An das Märchen vom menschlichen Fortschritt zu glauben, bedeutet, sich der despotischen Macht zu unterwerfen. Nur Widerstand – durch Mobilisierung der Massen, durch die Störung der Machtausübung, insbesondere gegen den Völkermord – kann uns retten.

    Feldzüge des Massenmordes entfesseln die animalischen Seiten, die in allen Menschen schlummern. Die geordnete Gesellschaft – mit ihren Gesetzen und Verhaltensregeln, ihrer Polizei, ihren Gefängnissen – hält diese Triebe in Schach. Werden diese Hemmungen beseitigt, verwandeln sich Menschen, wie wir es derzeit bei den Israelis in Gaza erleben, in mordende, raubtierhafte Wesen, die sich im Rausch der Vernichtung suhlen, auch der Vernichtung von Frauen und Kindern. Ich wünschte, das wäre bloße Spekulation. Ist es aber nicht. Es ist das, was ich in jedem Krieg, den ich dokumentiert habe, erlebt habe. Kaum jemand ist immun.

    Der belgische König Leopold besetzte Ende des 19. Jahrhunderts den Kongo im Namen der westlichen Zivilisation und als Maßnahme gegen die Sklaverei, plünderte das Land jedoch aus und verursachte so – durch Krankheit, Hunger und Mord – den Tod von rund zehn Millionen Kongolesen. Joseph Conrad brachte dieses Spannungsfeld zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir vorgeben zu sein, in seinem Roman Herz der Finsternis und der Erzählung Ein Vorposten des Fortschritts auf den Punkt.

    Ein Vorposten des Fortschritts erzählt die Geschichte zweier europäischer Kaufleute, Carlier und Kayerts, die in den Kongo geschickt werden, um Zivilisation und Fortschritt nach Afrika zu bringen. Sie behaupten, Europa in Afrika zivilisatorisch vertreten zu wollen. Doch Langeweile, Routine und vor allem der Wegfall äußerer Zwänge machen aus den beiden schließlich Bestien. Sie tauschen Sklaven gegen Elfenbein ein und streiten sich am Ende um die letzten Vorräte. Schließlich ermordet Kayerts seinen unbewaffneten Gefährten Carlier.

    In dem Buch schreibt Conrad über die beiden: „Sie waren zwei vollkommen unbedeutende und unfähige Individuen, deren Existenz nur durch die hoch organisierte Ordnung der zivilisierten Masse möglich war. Kaum jemand begreift, dass ihr Leben, das Wesen ihres Charakters, ihre Fähigkeiten und ihr Mut nur Ausdruck ihres Glaubens an die Sicherheit ihres Umfelds ist. Der Mut, die Gelassenheit, das Vertrauen, alle Gefühle und Prinzipien, jeder große und kleine Gedanke gehören nicht dem Individuum, sondern der Masse – der Masse, die blind an die unüberwindbare Kraft ihrer Institutionen und Moral glaubt, an die Macht ihrer Polizei und ihrer öffentlichen Meinung. Doch der Kontakt mit unverfälschter, hemmungsloser Ungezähmtheit, mit ursprünglicher Natur und dem primitiven Menschen bringt plötzliche und tiefgreifende Unruhe ins Herz.“

    Der Völkermord in Gaza hat die Selbsttäuschungen, mit denen wir uns und andere blenden wollen, entlarvt. Er verspottet jede Tugend, die wir zu vertreten vorgeben – auch die der Meinungsfreiheit. Der Völkermord in Gaza ist ein Zeugnis unserer Heuchelei, unserer Grausamkeit und unseres Rassismus. Wir können keine moralischen Ansprüche mehr geltend machen, nicht, nachdem wir für Milliarden Waffen liefern und jene zu Freiwild erklären, die diesen Völkermord anprangern. Unsere Sprache ist von nun an die Sprache der Gewalt, die Sprache des Genozids – das monströse Geheul des neuen finsteren Zeitalters, in dem absolute Macht, hemmungslose Gier und ungezügelte Barbarei über das Antlitz der Erde schreiten.

    _____________

    Chris Hedges ist ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Autor und Journalist, der fünfzehn Jahre lang als Auslandskorrespondent für die New York Times tätig war. Er betreibt den Blog The Chris Hedges Report.

    Ende der Übersetzung



    Info: https://anti-spiegel.ru/2025/das-neue-dunkle-zeitalter/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Die Lage im Gaza-Streifen: «Was sich hier vollzieht, kommt nirgends zur Sprache»

    2. Ma

    zgif.ch25, 31. Mai 2025ZiF 7

    Interview mit der freien Journalistin und Nahost-Expertin Karin Leukefeld


    Zeitgeschehen im Fokus Sie waren wieder mehrere Wochen im Nahen Osten und haben sich vor Ort die Lage angesehen und mit betroffenen Menschen gesprochen. Da man in unseren Hauptmedien immer seltener etwas über den Krieg in Gaza hört – und wenn dann ist es gefiltert, und vieles wird nicht erwähnt –, interessiert es natürlich, was Sie gesehen, gelesen und gehört haben?

    Karin Leukefeld Ich lese in der Regel zweimal wöchentlich den Bericht der UNRWA, dem «Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten». Sie erstellt jeweils einen Report über den Gaza-Streifen sowie über Ostjerusalem und das Westjordanland. Darin werden die jüngsten Angriffe im Gaza-Streifen und, was im Westjordanland geschieht, beschrieben. Auch werden die Zahlen über die Getöteten und Verletzten zusammengefasst und festgehalten, wie viele Frauen und Kinder Opfer dieser Angriffe waren. Es ist ein Bericht, der an den Uno-Sicherheitsrat geleitet wird. Er enthält das, was für die journalistische Medienarbeit wichtig ist. Inzwischen ist die UNRWA von Israel verboten worden und kann im Gaza-Streifen keine Unterstützung mehr leisten. Der Chef der UNRWA, Philipp Lazzarini, bezeichnete den Gaza-Streifen als eine Todeszone, als apokalyptisches Mordfeld.

    Oft fehlen den Menschen, die vor Ort sind, die Worte, um das Grauen zu beschreiben. Der norwegische Arzt Mads Gilbert, der sehr häufig im Gaza-Streifen, aber auch im Libanon und in Syrien gearbeitet hat, sagte, es sei wie eine Hölle, und fügte dann in dem Interview noch hinzu, er wäre lieber in der Hölle als im Gaza-Streifen. Die Menschen sind pausenlosen Bombenangriffen ausgesetzt, «leben» dort ohne Perspektive, haben keine Hoffnung, sie leiden an Unterernährung, haben kein sauberes Wasser und keine medizinische Versorgung mehr. Sie erleben, wie alles, was menschliches Leben ausmacht, Tag für Tag durch israelische Angriffe ausgelöscht und zerstört wird.

    Wenn man sich vorstellt, was das für die Betroffenen bedeutet, muss man erst einmal tief Luft holen. Mit einer Waffenruhe sollte sich die Situation ein bisschen entspannen. Anscheinend ist das nicht geschehen.

    Die Waffenruhe bestand aus mehreren Phasen. Die erste begann am 19. Januar, und sechs Wochen später, Ende Februar/Anfang März, sollte sie in eine zweite übergehen. In der zweiten Phase sollte sich die israelische Armee weiter zurückziehen, mehr Hilfsgüter sollten in den Gaza-Streifen geliefert und Verhandlungen geführt werden. Es sollte eine langandauernde Waffenruhe sein mit dem Ziel eines Waffenstillstands. Eine Übergangsregierung sollte im Gaza-Streifen gebildet und Gespräche darüber geführt werden, wie den Menschen geholfen werden kann. Während der Waffenruhe wurden täglich vier bis sechs israelische Geiseln freigelassen und auch Leichname übergeben. Im Gegenzug kamen palästinische Gefangene frei.

    Am 3. März hat Israel aber alle Grenzübergänge gesperrt und seit dem nicht wieder geöffnet. Damit war der Drei-Phasen-Plan einseitig beerdigt. Die Folge davon ist, dass die Menschen in diesem Gebiet seit Wochen praktisch ohne Nahrungsmittel, ohne Medikamente, ohne frisches Wasser, ohne Benzin ausharren müssen. Das Benzin braucht es dringend. Es ist überlebensnotwendig, um auch die Wasseraufbereitungsanlagen mit Strom aus den Generatoren antreiben zu können. Aus Ägypten sollten Fertighäuser geliefert werden, die, auf LKWs geladen, vor der Grenze zum Gaza-Streifen in einer kilometerlangen Schlange stehen und warten, bis sie diese passieren können. Es gab internationale Aufrufe, die Blockade aufzuheben, die die israelische Regierung ignorierte.

    Am 18. März nahm Israel dann die Bombardierungen wieder auf. Sie dauern schon seit vier Wochen an. Wenn das Interview publiziert wird, sind die Zahlen der Opfer bereits veraltet, aber trotzdem gibt es ein Bild. Nach offiziellen Angaben sind bereits über 1500 Palästinenser getötet worden. Das sind mehr als 50 pro Tag. Die Uno stellte fest, dass bei den 250 Angriffen der Armee seit dem 18. März bei 36 Angriffen ausschliess­lich Frauen und Kinder getötet wurden. Nach offiziellen Zahlen überschritt seit dem Beginn des Krieges die Anzahl der getöteten Palästinenser die ungeheuerliche Zahl von 51 000. Das sind aber nur die Toten, die registriert sind.

    So eine Zahl ist gewaltig, und wenn man den Trümmerhaufen Gaza sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass jemand lebend da herauskommt. Vermutlich ist die Zahl der Getöteten noch höher.

    Ja, das sind nur die offiziellen Zahlen. Unzählige Tote, die man nicht bergen kann, liegen unter den Trümmern. Während der Waffenruhe konnten knapp 1000 Leichen in den Trümmern gefunden werden. Man geht davon aus, dass etwa zehnmal so viele Tote noch unter den zerbombten Häusern begraben sind. Ob man sie jemals bergen kann, ist völlig ungewiss. Es sterben auch Menschen an den Folgen des Krieges, aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten, die nicht fachgerecht behandelt werden können, weil Medikamente oder Fachpersonal fehlen. Sie müssen zu den Kriegstoten dazugerechnet werden. Was sich hier vollzieht, kommt nirgends zur Sprache. Die ganze medizinische Versorgung, die für alle Menschen lebenswichtig und selbstverständlich sein muss wie zum Beispiel Behandlungen von Krebskranken oder Dialyse-Patienten, von Menschen mit einem gebrochenen Arm oder Bein, einer Blinddarmentzündung oder Herzproblemen, existiert nicht mehr. Krankheiten oder Verletzungen, die es auch ohne Krieg gibt, können nicht mehr behandelt werden.

    Israel bombardierte das letzte Krebskrankenhaus. Eine Klinik für Reproduktionsmedizin machte Israel dem Erdboden gleich und nahm den Paaren, die keine Kinder bekommen können und in die Behandlung der Klinik grosse Hoffnungen gesetzt hatten, auf brutalste Weise einen erfüllbaren Traum. Das zählt auch zu den Morden, wenn zukünftiges Leben ausgelöscht wird. Diese Zahlen wurden alle noch nicht in die Statistiken eingearbeitet. In der wissenschaftlichen Zeitschrift The Lancet gibt es eine Debatte unter Medizinern, wie man die Todeszahlen berechnen müsste. Es gibt in den USA an der Brown University auf Rhode Island das Watson-Institut und sein Projekt heisst: «The Costs of War». Das Institut listet seit dem Beginn des US-Kriegs gegen den Terror (2001) die Kosten dieser Kriege auf. Das tut es auch für den Gaza-Streifen und das Westjordanland. Wenn man in die Einzelheiten gehen will, muss man sich verschiedene Quellen ansehen.

    Legt man bei den getöteten Personen zum Beispiel den Fokus auf zwei Berufsgruppen, nämlich auf Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRH) und der Uno, die im humanitären Bereich tätig sind, gibt es ein ungeheuerliches Beispiel, das kürzlich bekannt wurde. Ende März hat die israelische Armee 15 Personen vom PRH, vom palästinensischen Zivilschutz sowie von der Uno getötet und danach einfach verscharrt.

    Hat man sie nicht ein paar Tage später gefunden?

    Israel leugnete zunächst alles. Dann suchte man nach den Leichen und fand sie verscharrt in einem Massengrab. Die Indizien waren so eindeutig, dass Israel die Tötungen zugeben musste und erklärte, die Personen hätten sich verdächtig genähert. Aber in einer Videoaufnahme, die ein Mitarbeiter des Roten Halbmonds gemacht hatte – bevor er erschossen wurde – konnte man sehen und hören, was geschah. Da sich das Geschehen in der Nacht abspielte, hatten alle Fahrzeuge ihre Warnlichter eingeschaltet, und auch die Helfer trugen Kleidung mit den typischen Reflektoren. Eines war ein Feuerwehrfahrzeug, die anderen Fahrzeuge waren Ambulanzen. Alle Personen hatten ihre Uniformen an und waren unbewaffnet. Sie wurden erschossen, und Israel musste das schliesslich zugeben.

    Ein schwerer Verstoss gegen das Gebot der Menschlichkeit …

    Das wirft noch einmal ein Schlaglicht auf Israels Haltung gegenüber humanitären Arbeitern, Krankenhäusern, Klinken, medizinischen Stationen. Das letzte funktionierende Krankenhaus in Nord-Gaza wurde zerstört. Es gibt eine lange Reihe von Schrecklichkeiten, die man berichten könnte. Dazu kommt, dass seit dem 7. Oktober, also in neunzehn Monaten, über 232 Medienschaffende von der israelischen Armee getötet wurden. Verschiedene journalistische Organisationen erstellen darüber Listen, und nahezu alle der Getöteten sind Palästinenser im Gaza-Streifen. Im Libanon wurden sechs Kollegen ermordet, zwei israelische Journalisten wurden an der Grenze zum Gaza-Streifen am 7. Oktober getötet.

    Journalisten, medizinisches Personal, Professoren und Lehrer werden gezielt ermordet. Bildungsinstitutionen, Schulen und Universitäten zerstörte die israelische Armee vollständig. Die Uno dokumentiert diese Taten alle, aber es gibt keine Reaktion in den Medien, und es wird von Politikern zum Beispiel im deutschen Bundestag kaum thematisiert. Und wenn es in Medien erwähnt wird, wird im Allgemeinen die israelische Armeedarstellung übernommen. Diejenigen, die die tatsächlichen Zahlen und Geschehnisse aufgreifen, sind der Internationale Gerichtshof in Den Haag und Staaten in der Uno-Generalversammlung, die zuletzt einen Antrag stellten, dass Israel sich aus Gaza und allen besetzten Gebieten zurückziehen und alles Land an die Palästinenser zurückgeben müsse.

    Zudem soll der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag untersuchen, ob das Verbot der Uno-Hilfsorganisation für die palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) rechtmäßig ist. Die israelische Regierung hatte ja Ende Oktober 2024 der UNRWA die Arbeit auf «israelischem Staatsgebiet» verboten. Gerade dieser Tage, also ganz aktuell Ende April, wurde bekannt, dass der Internationale Strafgerichtshof eine Anhörung diesbezüglich gestartet hat. Darin geht es um die rechtliche Verantwortung des israelischen Besatzungsstaates für die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten und vor allem im Gaza-Streifen. Die Anhörung von 40 Staaten und vier internationalen Hilfsorganisationen soll die Grundlage für ein entsprechendes Gutachten des IStGH bieten. Israel hat seine Teilnahme abgelehnt und spricht von einer «Politisierung» des IStGH.

    Wie werden in Israel der jetzt schon neunzehn Monate andauernde Krieg und das militärische Vorgehen der eigenen Armee wahrgenommen und beurteilt? Wie berichten die israelischen Medien?

    Haaretz berichtet sehr viel und ebenso das Internetmagazin 972. Beide arbeiten mit «Breaking the Silence», einer Organisation ehemaliger israelischer Soldaten und Offiziere, zusammen und mit der israelischen Menschenrechtsorganisation B’ Tselem. Aber das ist leider eine Minderheit. Doch es gibt schon vermehrt kritische Stimmen. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass über eintausend Reservisten eine Erklärung unterzeichnet hatten, dass sie nie wieder in Gaza oder dem besetzten Westjordanland eingesetzt werden wollen und sich auch weigern werden, dort Einsatz zu leisten. Diese Erklärung wird auch von Ärzten und schwer traumatisierten israelischen Reservisten unterstützt.

    Ganz aktuell gibt es auch eine Erklärung von Schriftstellern, die 350 Personen unterzeichnet haben sollen, in der Netanjahu scharf kritisiert wird, weil dieser Krieg keine klare Zielführung hat, niemandem nutzt, sondern allen nur schadet, den Palästinensern, aber auch Israel. Das ist alles in den letzten Tagen bekannt geworden. Die Demonstrationen gegen Netanjahu richteten sich gegen ihn als Politiker, aber zumeist nicht gegen den Krieg. Bei den Protesten der Angehörigen der Geiseln geht es im Wesentlichen darum, ein Abkommen mit der Hamas zu treffen, um die Freilassung der Gefangenen zu erreichen. Meine Gesprächspartner aus Israel bestätigten, dass es gegenüber den Palästinensern kaum bis keine Empathie gebe. Das sagen einige Journalisten, aber auch jene, die sich öffentlich gegenüber ausländischen Medien äussern.

    In unseren Medien war immer wieder die Rede von Demonstrationen von Palästinensern im Gaza-Streifen, die sich gegen die Hamas richten würden. Haben Sie darüber genauere Informationen?

    Ich habe einzelne Fotos oder Videos von den Demonstrationen gesehen und von Palästinensern aus Libanon und Syrien direkt davon gehört. Wenn man die Texte der Plakate genau liest und hört, was verlangt wird, sind das vor allem Aufrufe gegen den Krieg, aber nicht explizit gegen die Hamas. Es gibt sicher Menschen im Gaza-Streifen, die gegen die Hamas und deren Angriff vom 7. Oktober sind. Sie mögen teilweise auch Nähe zur Fatah und der Autonomiebehörde von Mahmud Abbas haben.

    Die Menschen haben aber vermutlich andere Dinge zu tun, selbst wenn sie gegen die Hamas sein sollten. Israel forderte in dem Zusammenhang die Bevölkerung in Gaza auf, sie sollte jetzt die Hamas verjagen, die verbliebenen israelischen Gefangenen freilassen, dann würde es den Krieg beenden. Besonders Verteidigungsminister Israel Katz, der sich häufig mit sehr drastischen Äusserungen hervortut, teilte mit, dass die Zeit für die Gaza-Bevölkerung abgelaufen sei. Wenn sie die Forderungen nicht erfüllten, würden die Angriffe verstärkt und der gesamte Gaza-Streifen besetzt.

    Zum anderen gibt es die Aufforderung zur «freiwilligen Auswanderung». Israel hat eine Institution für Palästinenser eingerichtet, die aus dem Gaza-Streifen ausreisen wollen, ohne Recht auf Rückkehr. Es ist auch völlig unklar, wo sie leben sollen, aber man kann sich dort melden. Das Ganze läuft unter israelischer Leitung. Das muss man in dem Kontext sehen, dass Israels Ziel darin besteht, alle Palästinenser loszuwerden. Ob man sie tötet, ihnen ihre Lebensgrundlage entzieht oder sie zur Auswanderung drängt, ist einerlei. Israel will die Palästinenser dort weghaben und die Kontrolle über den Gaza-Streifen bekommen.

    Hat diese «Aktion» der Israeli Erfolg?

    Bisher ist mir nichts bekannt. Was im kollektiven Gedächtnis der Palästinenser geblieben ist, hängt mit den Ereignissen 1948/49 zusammen, als sie trotz Uno-Resolutionen von Israel aus ihrem Lebensraum vertrieben worden sind und nie wieder haben zurückkehren können. Seither leben sie in Flüchtlingslagern. Aber dass Palästina ihre Heimat ist, haben sie verinnerlicht. Sie haben nur dieses Land, und freiwillig werden sie es nicht verlassen.

    Sie hatten die Fatah erwähnt, von der man seit dem Krieg kaum noch etwas hört. Was ist mit Abbas, wo ist seine Stimme? Er ist doch der offizielle Vertreter aller Palästinenser.

    Von Abbas sieht man vor allem Fotos mit ausländischen Politikern, besonders aus Europa. Sie bieten Hilfe an, aber gekoppelt an die Forderung, sogenannte Reformen durchzuführen, nur dann bekommt er Geld. Das erschwert die Zusammenarbeit unter den verschiedenen palästinensischen Gruppen. Es gab 2024 und 2025 Konferenzen in Russland und China, um die verschiedenen Organisationen zusammenzubringen, was auch gelungen ist. Verschiedene Themen wurden verhandelt. Dabei ging es um mögliche Neuwahlen, wie es um die Autonomiebehörde steht, die Rolle der PLO und anderes.

    Es waren sowohl Vertreter der Hamas als auch der Fatah anwesend. Bei dem Treffen in Peking haben alle eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet: Es soll eine Waffenruhe mit Israel geben. Es soll eine Übergangsregierung eingerichtet werden. Die Hamas liess verlauten, dass sie bei dieser Regierung nicht unbedingt dabei sein müsse. Es sollte eine Technokraten-Regierung sein, eine Regierung der nationalen Einheit. Sie soll mit den arabischen Staaten und den Geldgebern Gespräche führen, um mit ihnen zu besprechen, wie der Aufbau im Gaza-Streifen gelingen kann. Auch sollen sie Wahlen in den palästinensischen Gebieten vorbereiten, an denen sich alle beteiligen können.

    Wird an der Umsetzung der Vereinbarung gearbeitet?

    Nein, kaum reisten alle aus China ab, machte die Fatah bereits einen Rückzieher. Die Hamas will schon seit Jahren Mitglied in der PLO werden. Sie akzeptiert auch die Position der PLO. Die Fatah lehnt das ab, denn sie bekommen für die PLO Geld aus Europa und den USA, aber wenn die Hamas dort Mitglied wäre, gäbe es kein Geld mehr. Auch Annalena Baerbock hat bei einem Treffen in London nochmals gesagt, dass es eine sichere Zukunft für den Gaza-Streifen nur ohne die Hamas geben könne.

    Das ist die israelische Position und von daher bewegt sich wenig. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat im Westjordanland, im Flüchtlingslager von Jenin sogar mit den israelischen Sicherheitskräften gegen palästinensische Gruppen zusammengearbeitet und dabei auf die eigenen Landsleute geschossen. Es handelte sich um Kämpfer, die gegen die israelische Besatzung aufgestanden waren. Viele Palästinenser haben wegen solcher Haltung der Palästinensischen Autonomiebehörde kein Vertrauen mehr zu ihr.

    Wie ist Israels Strategie im Westjordanland?

    Es werden nicht so viele Luftangriffe wie im Gaza-Streifen geflogen, aber dort besteht eine enge Zusammenarbeit der Besatzungsarmee mit den Siedlern, die teilweise selber als Soldaten bewaffnet sind. Es gibt eine Studie über die Zerstörung von palästinensischen Dörfern speziell durch die Siedler. Die Dokumentation stellt fest, dass die Gewalt ein etwas anderes Gesicht hat. Die Todeszahl liegt bei etwa eintausend, aber es werden sehr viele Häuser und vor allem Agrarland zerstört. Das Flüchtlingslager in Jenin wurde weitgehend von der israelischen Armee plattgewalzt, was viele zur Flucht zwang. Man weiss nicht, wohin die Menschen geflohen sind. Die allgemeinen Verhältnisse sind ebenfalls sehr schlecht, weil abgeriegelte Gebiete die Bewegungsfreiheiten der Palästinenser extrem einschränken.

    Das unmenschliche Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern lässt sich überall erkennen.
    Ich würde gerne noch über die Situation in Syrien sprechen. In unseren Medien erfährt man wenig Plausibles oder nur Fragmentarisches. Der Westen unterstützt die neue Regierung. Hat das Auswirkungen auf das Leben der Menschen im Land?

    Es hat sich prinzipiell wenig geändert. Die Versorgungslage ist immer noch schlecht. Ungefähr eine Million Menschen verloren ihre Arbeit, weil die HTS-Regierung die Polizei und die Armee auflöste. Zusätzlich entliessen sie Mitarbeiter von staatlichen Ministerien und Betrieben in der Grösse einer sechsstelligen Zahl. Diese Menschen haben alle kein Einkommen mehr. Sie können ihre Familien nicht mehr ernähren und sind auf Unterstützung von Verwandten im Ausland angewiesen, sofern sie solche haben. Dieser Zustand verschärft sich, auch die Sicherheitslage. HTS-Milizen haben in der Umgebung von Homs vor allem Alawiten angegriffen, auch in Hama und im Küstengebiet kam es zu Gewalttätigkeiten.

    Es wurden mindestens 1500 Menschen getötet, und das setzt sich fort. Journalisten erhalten keine Genehmigung, dorthin zu fahren, es gibt de facto eine Informationssperre. Die Angehörigen von Opfern versuchen, auf eigene Gefahr zu dokumentieren, was dort geschieht. Ich interviewte im Norden des Libanon Flüchtlinge, Alawiten, die aus dem Küstengebiet Syriens in den Libanon geflohen sind. Sie waren Zeugen der Gewalt und berichteten darüber. Die Uno geht davon aus, dass 80 000 Syrer über die grüne Grenze, aber auch über die offiziellen Grenzübergänge in den Libanon geflohen sind. Die libanesischen Behörden haben die Menschen durchgelassen. Es gibt im Libanon Orte, in denen schon lange Alawiten leben, und dort suchen die an Leib und Leben Bedrohten Sicherheit.

    Gibt es einen ernstzunehmenden Widerstand gegen die jetzige Regierung, oder sind die Menschen wie im Gaza-Streifen mit ihrem Überleben absorbiert?

    Die Bevölkerung leistet kaum Widerstand, sie hat keine Kraft mehr. In der Küstenregion gab es tatsächlich eine Gruppe von ehemaligen Offizieren und Soldaten, die bewaffnet waren. Sie griffen Basen der HTS an. Das war eine Reaktion auf die seit Dezember letzten Jahres durchgeführten, willkürlichen Hinrichtungen von Alawiten. Die ehemaligen Militärs hatten sich in einer Kompanie zusammengefunden und forderten HTS auf, sich aus dem Küstengebiet zurückzuziehen. Daraufhin schickte HTS aus allen Regionen des Landes Kämpfer dort hin. Darunter gab es bewaffnete Kräfte, die Massaker begingen.

    Die alawitischen Militärs, etwa 100 Mann, haben das nicht überlebt. Sie versuchten, ihre Leute zu schützen. Die Massaker bewirkten eine enorme Kritik bei der Uno. Der Uno-Sicherheitsrat wurde zusammengerufen, einzelne Länder äusserten sich dazu, aber nicht in der Deutlichkeit und in dem Umfang, wie man es hätte erwarten können. Um sein Image zu verbessern, schloss Al Scharaa ein Bündnis mit den bewaffneten Kurden, den syrischen demokratischen Kräften. Es war wohl ein Versuch, die verbliebenen bewaffneten Gruppen in Syrien in eine neue Armee einzugliedern. Das betrifft auch die Drusen. Aktuell unterzeichnete eine bewaffnete Gruppe aus dem Südwesten des Landes, aus Dar’aa, ebenfalls eine Vereinbarung mit Al Scharaa. Offensichtlich wird er von seinen Beraten gedrängt, diese Vereinbarungen zu treffen, damit der innere Widerstand der bewaffneten Gruppen eingegrenzt und sie in eine neue Armee intergiert werden können.

    Wie geht Israel mit Syrien nach Baschar al-Assad um?

    Israel ist neben der Türkei der Gewinner dieses ganzen Umbruchs. Am gleichen Tag, an dem HTS in Damaskus einmarschierte und Baschar al Assad ausgeflogen wurde, überquerten israelische Truppen die von der Uno kontrollierte Pufferzone im Golan, durchschnitten den Grenzzaun, drangen nach Syrien ein und zogen bis 40 Kilometer vor Damaskus. Entlang dem Golan bis hinunter an die Grenze von Jordanien nahmen sie fünf Hügel ein und errichteten darauf Stützpunkte. Sie haben das gesamte Gebiet südlich von Damaskus unter ihrer Feuergewalt und damit unter Kontrolle.

    In der Zeit vom 8. bis zum 11. Dezember flog Israels Luftwaffe über 500 Angriffe auf sämtliche Militäranlagen der syrischen Armee und zerstörte alles. Zu dem Zeitpunkt war die syrische Armee, die unter der Kontrolle Assads gestanden war, schon längst aufgelöst. Aber bis heute bombardieren sie das, was nach den Bombardements vom Dezember letzten Jahres übriggeblieben war: Lagerstätten, Kasernen, Fahrzeuge, alles, was ihnen ins Konzept passt. Innert weniger Tage über 500 Luftangriffe zu erleben, ist unvorstellbar. Im Norden rückt die Türkei vor. Sie ist das «back up Büro» von Al Scharaa. Sie arbeiten eng zusammen.

    Die Türkei will dort verschiedene Stützpunkte errichten, genau wie Israel, das damit begonnen hatte, in der Pufferzone im Golan sechs Militärstützpunkte zu bauen. Sie sagen, dass alles, was südlich von Damaskus liege, entmilitarisiert werden müsse. Israel will auch verhindern, dass die Türkei im nördlichen Syrien Militäranlagen baut. Deswegen gab es bereits einen Konflikt zwischen der Türkei und Israel. Die USA schritten ein und verlangten, dass die beiden darüber verhandeln sollten, wer welche Gebiete beanspruchen darf und welche nicht. Kein Syrer wurde bei all dem, was in seinem Land passiert, je gefragt.

    Israel kann also ungehindert in Syrien sein Territorium ausweiten. Ist das im Libanon nicht bereits geschehen?

    Israel errichtete fünf Stützpunkte entlang der «Blauen Linie». Während der Waffenruhe mit der Hisbollah sprengte Israel Hunderte leerer Häuser und zerstörte Strassen. Ich bin selbst auf solch einer Strasse gefahren. Sie fuhren mit einem Bulldozer auf der Strasse und frästen in der Mitte eine Rille hinein. Die Strasse entlang der «Blauen Linie» ist vermutlich komplett zerstört, ich konnte nicht dorthin gelangen. Auch werden von Israel nahezu täglich willkürlich Personen getötet. Ende März und Anfang April griff die israelische Armee Beirut an mit der Behauptung, die Hisbollah hätte ein Drohnenlager errichtet oder eine Rakete auf Israel abgeschossen. Was dazu kommt, ist, dass sie von den USA grünes Licht haben, weiterhin so vorzugehen. Sie können töten und zerstören, so wie es ihnen gerade passt.

    Die Vorstellung ist ungeheuerlich. Es herrschen völlige Willkür und Faustrecht. Soll das die vom Westen ständig bemühte regelbasierte Ordnung sein? Wie positioniert sich hier die USA gegenüber der Übergangsregierung in Syrien?

    Sie hat angekündigt, einen Teil der Sanktionen aufzuheben, was sehr wichtig für HTS ist. Nur wenn ein Teil der Sanktionen aufgehoben wird, können Geldgeber Investitionen in Syrien machen. Denn laut dem «Caesar-Gesetz» kann jeder, der die Sanktionen missachtet, selbst unter Sanktionen gestellt werden. Die USA übergaben Al Scharaa eine Liste mit Bedingungen, damit ein Teil dieses Caesar-Gesetzes ausser Kraft gesetzt wird.

    Eine Bedingung ist, den verschwundenen US-amerikanischen Journalisten, Austin Tice, zu finden, indem man jemanden benennt, der die Suche nach ihm oder seinen sterblichen Überresten koordiniert. Weiter muss die HTS die vollständige Zerstörung der Massenvernichtungswaffen umsetzen, was aber nach der OPWC schon weitgehend geschehen ist. Israel behauptet, es gebe sie immer noch. Sie darf nicht mit der Hamas, dem Islamischen Dschihad oder anderen palästinensischen Gruppen kooperieren. Bewaffnete Kräfte dürfen in der Politik kein Amt erhalten.

    Weiter forderten die USA, dass sie die islamischen Revolutionsgarden im Iran als Terrororganisation benennt und die offizielle US-Militäroperation gegen den IS unterstützt. Sie muss anerkennen, dass die USA das Recht haben, aufgelistete Personen auf syrischem Boden zu töten. Zusätzlich soll die neue Regierung die Verantwortung von 15 000 Gefangenen im Al Hol Flüchtlingslager übernehmen, das im Moment von den Kurden und den USA kontrolliert wird. Diese Art von Bedingungen bedeutet für diese «Interimsregierung», sich den USA zu unterwerfen.

    Damit wird Syrien zum Vasallenstaat. Man hat den Eindruck, dass alles ohne Widerspruch geschehen kann.

    Ja, man kann kaum glauben, was da passiert. Und wenn man dazu die mediale Berichterstattung sieht und hört, erfährt man ausschliesslich die westlich-israelische Sicht. Über die Situation in Syrien wird auch nicht unabhängig berichtet, das Gleiche gilt für den Libanon. Es wird fast nur die israelische Perspektive kolportiert.

    In der Uno-Charta in Artikel 7 sind Strafmassnahmen gegen Staaten vorgesehen, die sich wie Israel jenseits allen Rechts bewegen. Strafmassnahmen, die unterhalb der Schwelle einer militärischen Invasion liegen. Man kann zum Beispiel die diplomatischen Kontakte einstellen, die Kommunikation einfrieren, den Handel restriktiv gestalten und so weiter. Da gäbe es vieles, womit man dem Land zu verstehen geben könnte, bis hierher und nicht weiter.

    Aber Artikel 7 spielt bis heute keine Rolle im Uno-Sicherheitsrat. Das wäre eine Mindestforderung, die auch in anderen Fällen angewandt wurde, aber nicht in Bezug auf Israels Vorgehen gegen die Palästinenser oder zum Schutz der Bevölkerung in der ganzen Region, in der Israel militärisch aktiv ist. Netanjahu hat gesagt, er führe Krieg an sieben Fronten, da kann man wohl noch einiges erwarten.

    Es ist ein trauriges Bild mit winzigen Lichtblicken wie zum Beispiel der beginnende Widerstand in Israel. Sie berichteten im letzten Interview von verschiedenen Staaten in der Region, die sich angenähert hätten. Sind diese kleinen Bestrebungen nach Frieden immer noch zu sehen?

    Die diplomatischen Gespräche gehen weiter. Die arabischen Golfstaaten sind jedoch in einer Zwickmühle. Sie wollen gute Kontakte zur EU und zu den USA, aber auch zu Russland und China, um Geschäfte zu machen. Letztlich verfolgen die Regierungen ihre eigenen Interessen. Wenn man das Ganze von oben betrachtet, erkennt man in dem Konflikt die Auseinandersetzung um die neue, multipolare Weltordnung.

    Die BRICS-Staaten sind im Nahen Osten nicht militärisch aktiv, sondern sie streben eine Kooperation an. Wenn es eine neue Ordnung für die Region gibt, kann das nicht die Gewalttätigkeit sein, die von den USA befeuert wird. Man muss immer wieder deutlich darauf hinweisen, dass alle Staaten, und nicht nur die Mächtigen, souverän sind und das Recht haben, ihre eigene Entwicklung und Zukunft zu gestalten.

    Frau Leukefeld, vielen Dank für das Gespräch.
    Interview Thomas Kaiser

    Info: https://zgif.ch/2025/05/02/die-lage-im-gaza-streifen-was-sich-hier-vollzieht-kommt-nirgends-zur-sprache/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Habecks Heizgesetz bleibt wohl unberührt: So wurden wir belogen

    volksverpetzer.de, vom Mai 29, 2025, von  | Aktuelles

    Was, wenn ich dir sage, dass du seit zwei Jahren systematisch von weiten Teilen der Medien belogen wurdest? Dass du Ziel – und vielleicht auch Opfer – eines der größten medialen Inszenierungen der letzten Jahre wurdest, die das Ergebnis hatte, dass die Grünen medial vernichtet wurden, einen wesentlichen Teil dazu beitrug, die Ampel zu sprengen und die AfD zu stärken – und all das jetzt nach 20 Jahren, damit weniger als 0,1 % der Gasheizungen ein wenig länger laufen können? Womöglich sogar noch viel weniger? Die gesamte Chronologie und wohl der letzte Akt einer Inszenierung. Das Heizgesetz (von Robert Habeck) „werden wir abschaffen“ heißt es im Koalitionsvertrag. Aber offenbar wird alles von Habeck behalten.

    Die Lüge vom „Wärmepumpenzwang“

    Dass es nie einen „Wärmepumpenzwang“ gab, wie die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche log, haben viele sicherlich bereits mitbekommen. Eine von vielen Lügen, die sich in konservativen Kreisen leider völlig normalisiert haben. „Das Heizungsgesetz werden wir zurücknehmen“, versprach Jens Spahn im Bundestagswahlkampf. Merz kündigte im Dezember an: „Wir werden die alten Regeln wieder in Kraft setzen.“ Auch das waren offenbar falsche Versprechen. Aber Reiche erklärte zunächst, sie werde einen erfundenen „Wärmepumpenzwang“ abschaffen.

    Und dann legte sie nach: „Es gibt de facto ein Betriebsverbot für Gasthermen, die vor 1991 eingebaut wurden. Zunächst müssen wir dieses Betriebsverbot abschaffen“, sagte Reiche bei Table Media. Das ist offensichtlich absolut nicht das gleiche wie ein „Wärmepumpenzwang“, aber zeigt auch hier schon ein Zurückrudern, ohne es zugeben zu müssen, um die Fassade aufrechtzuerhalten. Denn es wird sehr schnell klar, dass die Union Wahlkampf mit einer Lüge macht – und jetzt unter Zugzwang steht, auch uns vorzuspielen, irgendetwas abzuschaffen.

    Denn offensichtlich hat man nicht vor, die Novelle Habecks abzuschaffen und möchte einfach die Politik von Robert Habeck weiterzuführen, die Reiche bei ihrem Amtsantritt auch gehörig als „fast übermenschliche Leistung“ lobte. Die Union glaubt offenbar auch, dass Habeck die richtige Politik betrieb. Aber um an die Macht zu kommen, wurde eine große mediale Inszenierung zum Heizgesetz durchgeführt. Zur Erinnerung:

    Die ganze Chronologie der Lügen zum Heizgesetz

    Man muss es leider so sagen, aber beim Thema Heizung und Wasserstoff wurden die Öffentlichkeit und die Verbraucher systematisch getäuscht. Und die wenigsten Medien schafften es, das aufzuklären. Malte Kreutzfeldt von Table Media beklagte, dass „die Berichterstattung nicht optimal“ sei, die FAZ kritisierte die „ermüdende Kampagne gegen das neue Gebäudeenergiegesetz“, die „die Defizite medialer Mechanismen“ zeige.

    Die Axel-Springer-Presse, aber auch viele Konservative, jedoch vor allem die FDP selbst, fuhren eine massive Desinformationskampagne zum Heizungsgesetz. Die vielen Fake News, 180-Grad-Wenden und Täuschungen rund um das Heizgesetz vom letzten Jahr sollten „Technologieoffenheit“ ermöglichen – die es aber die ganze Zeit schon gab.

    Laut dem ersten Heizgesetz-Entwurf waren Wasserstoff-Heizungen bereits möglich

    Was, wenn ich dir sage, dass Habecks Entwurf zum Heizgesetz bereits im März 2023 von der FDP als „technologieoffen“ gelobt wurde, und FDP-Chef Lindner es auch zuvor als „pragmatisch“ mitbeschlossen hatte und zustimmte, es vor der Sommerpause 2023 zu beschließen? Dass alles schon geklärt und beschlossen war und die FDP zufrieden war? Du würdest dich zu Recht fragen, warum zwei Monate später plötzlich eine typisch verlogene BILD-Kampagne gestartet wurde und FDP-Politiker das Gesetz als „Atombombe für unser Land“ bezeichneten, plötzlich mangelnde „Technologieoffenheit“ beklagen und von 100 Fragen sprechen? Und warum das – unveränderte – Gesetz von der FDP und Union blockiert wurde?

    Zuerst einmal die Klarstellung, dass das ursprüngliche Gebäude-Energie-Gesetz von der Union selbst 2020 noch beschlossen. Schon bevor die 2. Novelle überhaupt heiß diskutiert wurde, schrieb das GEG den Austausch von Standard- und Konstanttemperaturkesseln vor, sobald sie älter als 30 Jahre und längst ineffizient sind. Das für später merken! Dann kommen wir zu dem, was im ursprünglichen Gesetz-Entwurf, der bereits 2022 ausgearbeitet worden war, überhaupt drin stand:

    Mit Wasserstoff heizen war von Anfang an möglich

    Du hättest jede Heizung behalten dürfen, die du hast, auch nach 2024. Du hättest deine Gasheizung auch jederzeit reparieren dürfen. Dich hätte niemand gezwungen, später etwas zu ersetzen, du hättest alles weiterlaufen lassen können, wie du willstHabeck sagte wörtlich im April 2023: „Funktionierende Heizungen dürfen weiter genutzt werden und kaputte dürfen so lange repariert werden, wie man sie reparieren kann.“

    Auch Technologieoffenheit war gesichert für den Fall, dass du eine neue besorgen musst: Du hättest auch alles einbauen können, was du willst. Die einzige Bedingung durch das Gesetz: Mindestens 65 % der Energie muss aus erneuerbaren Energien stammen. So hättest du sogar theoretisch weiter eine Gasheizung betreiben können, mit Biogas oder eben Wasserstoff. Aber wie schon damals klar war: Diese Dinge sind kostspielig und noch Zukunftsmusik und werden sich ohnehin wahrscheinlich nie vergleichbar rentieren. Dennoch: Die FDP und andere wollten das angeblich – und das war auch von Anfang an möglich.

    Die Anforderungen von Habeck wurden beispielsweise auch von einer Hybridheizung erfüllt. Und es gab bereits Ausnahmen und mehrjährige Übergangsfristen! Verpflichtend war ein Heizungstausch erst nach 2044. Du weißt schon, kurz bevor Deutschland endgültig klimaneutral werden muss. Das Ziel, hinter dem FDP wie auch Konservative zweifelsohne stehen. Außerdem sollte dieser Heizungstausch auch noch stark staatlich gefördert werden (30 bis 50 Prozent der Kosten!). Das war übrigens auch nicht neu und gilt schon in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Hamburg.

    DIE FDP hatte dem Heizgesetz 4 MAL ZUGESTIMMT, bevor sie es blockierte

    Das Heizgesetz hatte dann aber natürlich auch einige Entwicklungen durchgemacht – und jeder Einzelnen hatte die FDP auch prinzipiell oder konkret zugestimmt. Zunächst einmal war der Plan mit den 65%-EE-Anforderungen bereits Teil des Koalitionsvertrags, dem die FDP doch zugestimmt hatte. Damals aber noch mit dem Startdatum 2025. Im Koalitionsausschuss, wenige Tage nach dem russischen Invasionsbeginn in der Ukraine Anfang 2022, trafen sich die Koalitionspartner aber und beschlossen gemeinsam, das Datum auf 2024 vorzuziehen. Das war gleichzeitig mit der Energiepauschale und Senkung der Steuer auf Sprit.

    Im Juli 2022 stellte dann Habecks Ministerium den entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Darin war es bereits möglich, mit „grünen Gasen“ zu heizen und auch neue Gasheizungen einzubauen – Wasserstoff wird buchstäblich darin auch als Möglichkeit erwähnt. Auch Hybridheizungen. Es wird aber auch darin gewarnt, dass diese halt kostspielig werden. Technologieoffenheit und Wasserstoff standen seit 2022 drin.

    Dann hieß es aber viel später, im März 2023, die FDP wolle das Heizgesetz stoppen. „Zufällig“ nachdem die BILD auch mit der Union eine Lügenkampagne gegen den Gesetz-Entwurf gefahren hatte und alle mit der Lüge des „Heizverbots“ aufpeitschte. FDP-Fraktionschef im Bundestag, Christian Dürr, verkündete laut, er würde „pauschale Verbote“ verhindern. Und tut so, als würden sich die Lügen der BILD auf irgendwelche realen Forderungen beziehen. Er gibt es sogar indirekt zu: „Der FDP-Fraktion liegt kein Entwurf zum Verbot von Öl- und Gasheizungen vor. Dazu wird es auch nicht kommen“.

    „Sprachakrobatik“ statt fundierte Kritik

    Er sagte, man solle Heizungen lieber klimaneutral und technologieoffen betreiben. Wie wir gesehen haben: Genau, was Habecks Gesetz bereits vorsah. Auch im Gespräch mit Lanz drückte sich Dürr davor, einzugestehen, dass es nie ein „Heizverbot“ gab. Statt eines einfachen „Ja“ oder „Nein“, ob jemand Heizungen verbieten will, wand sich Dürr in Floskeln, verwandte nur Begriffe wie „Lesart“ oder „Eindruck“. Lanz kann sich sogar sein Lachen nicht mehr verkneifen. Schaut selbst:

    Markus #Lanz nimmt gerade @christianduerr argumentativ auseinander. Genial! #Heizungsverbot pic.twitter.com/BAICRBs5FC

    — Nurder Koch (@NurderK) April 25, 2023

    Ebenso entlarvend ein DLF-Interview mit Michael Kruse (FDP), energiepolitischer Sprecher. Die gleiche Geschichte:

    Der Deutschlandfunk fragte: „Wer plant, das Heizen zu verbieten?“

    Kruse: „Das ist jetzt Sprachakrobatik.“

    DLF: „Wie kommen Sie zur Formulierung ‚Heizungsverbot?‘“

    Kruse: „Wusste nicht, dass das hier eine Germanistik-Vorlesung ist.“

    DLF: „Es geht um Wahrheit und Unwahrheit.“

    Der bau- und wohnungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Daniel Föst, verkündete auch, dass ein „generelles Verbot“ schlecht wäre und Hybridheizungen sowie Wasserstoff auszubremsen, der „falsche Weg wäre“. Dinge, die niemand gefordert hat. Wünsche, die bereits im Gesetz fest standen. Die FDP argumentierte hier gegen einen reinen BILD-Strohmann. Der Beginn der großangelegten Täuschung der Öffentlichkeit.

    FDP kämpfte heroisch gegen Dinge, die sich BILD ausgedacht hatte

    Sprich: Die FDP wusste, dass kein derartiges „Heizverbot“ kommen wird – sie hat doch längst die Vorschläge von Habeck gesehen und ihnen zugestimmt. Dennoch poltert man, angetrieben von BILD-Lügen, gegen ein Verbot, das es nie gegeben hat. Nicht vergessen, dass BILD und WELT zum Axel-Springer-Verlag gehören, der zum einen dem Milliardär Mathias Döpfner gehört, der seine Zeitungen für gezielte Beeinflussung der Öffentlichkeit im Wahlkampf nutzt („Please stärke die FDP“) zum anderen damals auch zu Teilen KKR, eine der weltweit größten Private-Equity-Firmen, die noch in fossile Energie investieren.

    Okay, die FDP verkündete im März 2023, dass noch eine „grundlegende Überarbeitung“ notwendig sei. Obwohl die Diskussion zum Gesetz quasi nichts mit der Realität zu tun hatte, hat Habeck mit der FDP trotzdem nachverhandelt und sich mit ihnen getroffen. Im April 2023 hat man sich dann nach 30 Stunden Verhandlungen auf das Heizgesetz geeinigt. Wieder. Offen waren noch Fragen wie die finanzielle Förderung. Aber die zentralen Punkte, wie bereits aufgezählt, blieben unverändert. Das Gesetz beinhaltete doch bereits alles, was die FDP angeblich wollte. Das war bereits die dritte Zustimmung der FDP. Am 31. März lobte Lindners Finanzministerium das Heizgesetz: Es sei gelungen, „Technologieoffenheit, Wirtschaftlichkeit und soziale Ausgewogenheit als entscheidende Maßstäbe“ zu verankern.

    Dann war das doch eigentlich geklärt? Der Gesetzentwurf ging weiter und am 19. April hat das Bundeskabinett der Novelle auch zugestimmt. Also Zustimmung auch erneut von der FDP. Man beschloss auch, dass das Gesetz vor der Sommerpause kommen soll. Lindner lobte das Heizgesetz buchstäblich als „technologieoffen“ und „pragmatisch“. Man habe sich in „wesentlichen Punkten“ durchgesetzt. Details soll man im Parlament klären. Das war übrigens im AUSGLEICH dafür, dass FDP-Minister Wissing Autobahnen ausbauen dürfe und sich nicht an seine Sektorziele halten muss.

    FDP LÄSST SICH VON FOSSILEN INTERESSEN ZUM „WORTBRUCH“ DRÄNGEN

    Die FDP war dabei, sie hat WIEDER zugestimmt, Technologieoffenheit war möglich, sie hat sich durchgesetzt und das Gesetz gelobt, nachdem sie bereits mehrfach nachverhandelt hatte. Zum vierten Mal. Und dann … kam die nächste Desinformations-Offensive der fossilen Presse, BILD, WELT, Union & Co. gegen Wärmepumpen und Habeck. Zur Erinnerung:


    Und mein persönlicher Höhepunkt, von der rechtsextremen Presse:

    Ausführlicher über die vielen Lügen:

    Im Tandem mit der fossilen Presse wurden die gleichen, alten Lügen und die Hetze gegen Habeck, Wärmepumpen und das Heizgesetz vorgekaut. Du siehst: Es hatte nichts mit der Realität zu tun. Aber kaum jemand erfährt, dass die ganze Medienwelt über Dinge redet, die erfunden wurden. Die Union und auch die AfD mit ihrer rechtsextremen Medienwelt machten fleißig mit. Vier der größten Parteien, gemeinsam mit mächtigen Medienkonzernen, inszenieren eine frei erfundene Debatte. Am 22.5. heißt es dann plötzlich wieder aus der FDP, das Heizgesetz habe „unglaublich viele Fehler“ und benötige „im Prinzip“ ein neues Gesetz. Was? Woher? Was ist dazwischen passiert? Es ging immer um das exakt gleiche Gesetz.

    BILD UND FOSSIL-LOBBYISTEN ÜBERNEHMEN DIE FDP

    Gemeinsam mit der fossilen Propaganda-Welle fand noch etwas Weiteres statt: der Parteitag der FDP. Ein Grund für den Sinneswandel der FDP dürfte Frank Schäffler, libertärer Fossil-Lobbyist und selbsterklärter „Klimaskeptiker“, spielen, der sich auf dem FDP-Parteitag im April mit einem Dringlichkeitsantrag gegen Parteichef Christian Lindner durchsetzte, laut dem der bereits gelobte Gesetzentwurf doch noch nachgebessert werden müsse. Oder um das in Schäfflers martialischer Sprache wiederzugeben, er kritisiert den Entwurf als …

    „Dogmatische Vorfestlegungen auf einzelne Technologien, planwirtschaftliche Regelungswut bis ins Detail und ignorante Überforderung der Betroffenen.“

    Das natürlich in enger Zusammenarbeit mit dem Hetzblatt BILD:


    Er nannte den Entwurf polemisch „Atombombe für unser Land“. Und landete natürlich ebenfalls auf einer BILD-Schlagzeile. Allein das ist schon einigermaßen absurd, schreibt das Gesetz eben keine Technologie vor, sondern lediglich einen Anteil von 65 % Anteil erneuerbarer Energie im System, für dessen Erreichung es jetzt längst acht verschiedene technische Optionen gibt. Nicht umsonst zeigte Christian Lindner sich ja mit dem Entwurf bereits zufrieden, weil er die gewünschte Technologieoffenheit längst ermögliche. Wer Schäffler ist und seine Verbindungen in die Klimawandelleugner-Szene haben wir hier ausführlicher gezeigt:

    101 FRAGEN zum Heizgesetz, DIE NIE GESTELLT WURDEN

    Die FDP scheint ihre eigenen Unwahrheiten zu glauben. Wie sehr die BILD die eigentliche FDP-Politik machte, hatte man dann auch an den „101 Fragen“ gesehen. In der BILD stand plötzlich, die FDP (allen voran Kubicki und Schäffler) könne nicht über „Habecks Heizgesetz“ verhandeln (das schon zum vierten Mal fertig verhandelt und gelobt worden war), bevor nicht 101 Fragen beantwortet werden.


    Doch – und es mag vielleicht überraschen – was in der BILD steht, war komplett unwahr. Die Fraktionsführung der FDP hatte nie vor, derartige Fragen abzuschicken. Es gab solche Fragen gar nicht, sie wurden Habeck gar nicht gestellt. Die 101 Fragen waren eine BILD-Lüge. Auch die Fraktionsspitze, die diese Fragen stellen sollte, hatte sie nicht bekommen und hatte auch nicht vor, sie zu stellen! Klar habe man Fragen, aber:

    „Die FDP-Fraktion hat dem Bundeswirtschaftsministerium bereits einige Fragen gestellt und wird im weiteren Verlauf weitere fachliche Fragen stellen, wie bei anderen Gesetzgebungsverfahren auch.“

    Stellv. Fraktionsvorsitzende der Grünen

    Abstimmung musste verschoben werden

    Trotzdem wurde via BILD & Co. irgendwas von Boykott gepoltert und inszeniert. Die Abstimmung müsse verschoben werden. Eine Abstimmung, die man gerade noch selbst gefordert hatte. Auch FDP-Spitzenpolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wiederholte das Märchen der hundert Fragen bei den Tagesthemen. Die Fragen, die es nicht mal gab. Die fossile Propaganda hat die FDP fest im Griff. Mit dieser Scheinbegründung blockierte die FDP aber die Bundestagsdebatte über das Heizungsgesetz. Die Debatte, die man selbst permanent gefordert hatte, zu einem Gesetz, das man schon mehrfach gelobt hatte wegen Fragen, die es nicht gab. Wow.

    Screenshot

    Dass über das Heizgesetz debattiert werden sollte, beschloss auch der FDP-Parteitag. Auch daraus wurde aber dann doch nichts.

    Screenshot

    REINE PR-NUMMER ZUR ABLENKUNG

    Wenn aber die Fragen wirklich so entscheidend gewesen wären, dann war es schon einigermaßen verwunderlich, dass sie nicht längst den Weg zum Bundeswirtschaftsministerium gefunden hatten. Anstatt sie in den Medien breitzutreten, gehören solche Fragen in die längst stattgefundenen Koalitionsverhandlungen, denn genau dafür sind innerkoalitionäre Verhandlungen ja da. Die FDP hatte buchstäblich Monate Zeit. Und hatten keine Fragen gestellt und sich zufrieden geäußert.

    Erst NACH der Blockade der parlamentarischen Debatte hat man offenbar schnell noch einen Fragenkatalog zusammenkopiert (und die Anzahl der Fragen schwankt auch die ganze Zeit, mal 77, mal 113), um diese Farce irgendwie zu rechtfertigen und im Nachhinein Fragen aus dem Hut zu zaubern, die man für die Inszenierung erfunden hatte.

    Auch der Inhalt der Fragen wirkte oft vorgeschoben, denn Aspekte wie in Frage 66 („Wie viel Platz benötigt eine durchschnittliche Wärmepumpe innerhalb sowie außerhalb eines Gebäudes?“) oder Frage 70 („Wie viele Mehrfamilienhäuser nutzen die oberste Etage bzw. den Dachstuhl als Mieterkeller, Heizungsraum oder Wäschetrocknungsraum?“) sollten allen Beteiligten längst klar sein, wenn es ihnen wirklich ernst damit war. Auch sind viele Fragen dabei, die längst geklärt hätten sein müssten. Manches waren rhetorische Fragen, manche unleserlich, manche doppelt. Die restlichen 59 Fragen hätte auch ein offenbar mit unendlicher Geduld ausgestatteter Habeck gerne längst beantwortet, wenn man sie ihm rechtzeitig gestellt hätte.

    Habeck beantwortete 102 Fragen, bevor sie gestellt wurden

    Das kann ich sagen, denn viele der Fragen hatte Habeck bereits beantwortet! Der STERN schrieb, dass Anfang Mai 2023 Habeck bereits Fragen aus allen Fraktionen beantwortet hatte:

    „Eine Sprecherin verweist am Mittwochmittag auf die Gespräche mit den zuständigen Berichterstattern im Bundestag: ‚Wir stehen zur Beantwortung aller Fragen zur Verfügung.‘ Eine Fragenobergrenze nannte sie nicht. Die Berichterstattergespräche fanden übrigens Anfang des Monats statt. Dabei wurden Fragen aus allen Koalitionsfraktionen beantwortet, sagt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums dem Stern: ‚Es waren zufälligerweise genau 102.’“ [sic]

    Robert Habeck sprach gar von „Wortbruch“ bei der FDP. Man muss leider sagen: zu Recht. Die FDP behauptet jedoch weiter, das Gesetz – dem sie schon viermal zugestimmt hat und das seit bald einem Jahr in wesentlichen Zügen existiert – sei „quick and dirty“ und man bräuchte ein „grundlegend anderes Gebäudeenergiegesetz“ (Johannes Vogel). Dabei ist nicht ersichtlich, was überhaupt die FDP auszusetzen hat. Alle wesentlichen, angebrachten Kritikpunkte waren längst geklärt. Es gab „Technologieoffenheit“ und Wasserstoff-Heizung bereits. Man wiederholte nur unermüdlich, dass etwas nicht passte. Was genau wurde nicht kommuniziert. Offenbar wohl wissend, dass das alles ohnehin nur ein PR-Stunt ist. Es reichte, wenn genug Leute darauf hereinfallen.

    Dann wurde das Heizgesetz wieder entschärft

    Im Koalitionsausschuss wurde dann am 12. Juni 2023 das Heizungsgesetz massiv entschärft. Das Datum solle jetzt erst ab 2026 bzw. 2028 gelten, erst, wenn ein Wärmepumpenplan der Gemeinde vorliege. Und man einigte sich, es noch in jener Woche in das Parlament zu bringen. Wurde es übrigens auchHier der Gesetzentwurf, der ins Parlament kam. Ja, es wurde im Juni bereits im Bundestag in einer ersten Lesung debattiert. Die Linke stellte einen Antrag zur Abschaffung der Modernisierungsfrage.

    Dann, nach der ersten Runde und nach der fünften (!) Zustimmung der FDP, stellte die Ampel den überarbeiteten Entwurf Ende Juni vor. Man war ganz stolz, dass man jetzt mit Hybridheizung heizen könnte. Genau wie die ganze Zeit schon, aber irgendwie schaffte es kaum ein Medium, das zu erwähnen. Ich hatte ein Déjà-vu – alle paar Wochen erzählten mir die Medien erneut, dass die FDP jetzt endlich „Technologieoffenheit“ beim Gesetz erreicht hatte.

    FDP-Fraktionschef Christian Dürr sagte, es sei ein praktikables Gesetz auf den Weg gebracht worden, das niemanden überfordere. „Mit der neuen Fassung setzen wir das um, was die Koalition politisch vereinbart hat: keine Verbote, keine Eingriffe ins Eigentum – aber dafür viele Technologien.“ Klasse, dass sie genau das erreicht haben, was die FDP schon Monate zuvor mehrfach gelobt hatte. Mehr Details hat zum Beispiel auch Malte Kreutzfeldt gesammelt. Die Abstimmung hätte am Freitag, den 7. Juli stattfinden sollen. Nachdem die FDP sich das 6. Mal zufrieden gezeigt hatte – zur Erinnerung. Auch FDP-Lobbyist Schäffler war am 4. Juli noch zufrieden.


    Wollt ihr zum dritten Mal eine 180-Grad-Wende der FDP? Bekommt ihr!

    Da der (aktualisierte) Gesetzentwurf jedoch so spät kam – weil die FDP ja zum 6. mal Dinge hereinverhandelte, die schon drin waren und es immer weiter abschwächte – war die Frist zur Abstimmung Anfang Juli 2023 zu kurz. Erfolgreich klagte dann die CDU gegen die Abstimmung. Verständlich, ja. Es war ja aber nicht so, als hätte die Ampel nicht mehr als genügend Zeit gehabt. Wie ich aber wohl deutlich gezeigt habe, war es die FDP, die pausenlos blockierte und verzögerte – und das massiv mit Lügen – bis es eben zu spät war. Genau einen Tag später freut sich der professionelle Desinformationsverbreiter Schäffler übrigens plötzlich über den Stopp und dass man „den Grünen auf den Leim gehe“. Nachdem er die einstimmige (!) Entscheidung auch seiner Partei gerade erst gelobt hatte. Die FDP kann uns allen so ins Gesicht lügen, weil sie weiß, dass es keinerlei Konsequenzen hat.


    Alle diese Dinge haben Volksverpetzer und andere Medien übrigens die ganze Zeit damals geschrieben. Ich habe hier mehrere Volksverpetzer-Artikel zusammengefasst. Ich habe das alles auch in meinem Buch „Werbung für die Wahrheit“ verfasst. Es hatte keine Konsequenzen – außer, dass die Ampel dadurch massiv an Zustimmung einbüßte – und vor allem die FDP. Die dafür aber den Grünen die Schuld gab.

    Bis heute kennt kaum jemand die Wahrheit

    Bis heute wird der Mythos verbreitet, dass die FDP „Technologieoffenheit“ oder die Option Wasserstoff in das Gesetz hineinverandelt habe. Wenn das der Fall ist, ist das bereits bei der Regierungsbildung 2021 passiert. Die Union schafft es sogar noch im Juni 2024 auf ihrer Website zu fordern, das GEG erneut aufzusetzen, um „Technologieoffenheit“ möglich zu machen. Mit der Realität hat dieser Populismus nichts zu tun.

    In einigen Medien wird sogar bis heute immer noch kolportiert, dass die Technologieoffenheit erst nachträglich hinzugefügt werden musste. Kritiker werfen ein, dass der Gesetzentwurf viele Menschen „verunsichert“ habe. Kaum jemand spricht an, dass die massive Desinformation Grund dafür sein dürfte. Man stiftet Verwirrung mit Falschbehauptungen, um damit erst eine Rechtfertigung dafür zu schaffen, warum man diese „Kritik“ getätigt hat.

    Dass die Debatte verzerrt wurde, suggeriert auch eine Studie der Denkfabrik „Das progressive Zentrum“, das sich 2036 Zeitungsartikel dazu angeschaut hat. Das Gesetz wurde von allen überwiegend negativ bewertet, von BILD und rechten Medien, die sogar „überwiegend irreführende Informationen“ verbreiteten, auch wenn sie ausschließlich den Faktencheck untersucht haben, ob das Gesetz als pauschales „Heizverbot“ (ohne Austauschmöglichkeit) bezeichnet wurde, was ja doch eine beachtliche Leerstelle in Bezug auf die Desinformation darstellt, wie ich in diesem Artikel gezeigt habe.

    Ein Großteil der Kritik richtete sich laut Studie auf „unspezifische Forderungen nach Nachbesserung des Gesetzes“ – jeder vierte Beitrag.

    Den Preis für die Inszenierung zum Heizgesetz

    Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje sieht in der negativen Betrachtung in den Medien das „Akzeptanzdefizit“ vorwiegend bei der Regierung, kritisierte er auch die Rolle der Medien und der Journalisten, denen „das nötige Fachwissen für die unverzügliche Zurückweisung solcher Falschbehauptungen“ fehlte.

    Eine Studie des MCC kommt zum Schluss, dass allein die zusätzlichen Kosten durch den Emissionshandel für Gasheizungen für die nächsten 20 Jahre zusätzliche Kosten von ca. 16.000 € und für Ölheizungen ca. 23.000 € für eine Familie im Einfamilienhaus verursachen werden. Emissionshandel, den insbesondere die Union und auch die FDP fordern. Und die Gaspreise werden wohl auch nicht mehr sinken. Beide beschlossen mit Grünen und anderen im April eine Verschärfung des EU-Emissionshandels. Friedrich Merz hat recht, wenn er Wärmepumpen lobt.

    Und das alles für 0,1 % der Heizungen?

    Die FDP wurde für das selbstzerstörerische Lügen von der Wählerschaft abgestraft, aber die Union profitierte stattdessen davon. und gewann die Bundestagswahl. Da man sich aber an der Inszenierung beteiligt hatte, und versprochen hatte, Habecks Gesetz abzuschaffen, obwohl da immer nur alles drinstand, was man auch selbst wollte, muss die neue Regierung das Schauspiel auch zu Ende spielen. Bereits in ihrer Antrittsrede erklärte Reiche, dass das ihr erstes Ziel sei.

    Nun, Reiche log über den „Wärmepumpenzwang“, und ruderte dann auf das „de facto ein Betriebsverbot für Gasthermen, die vor 1991 eingebaut wurden“ zurück. Die parteiische Propaganda-Presse erfüllte ihre Rolle aber natürlich brav:




    Im Podcast Table.Today sagte sie, sie würde das tun, „um wieder Ruhe in den Markt zu bekommen“. Wer war wohl mit seinen vielen Lügen für jene Unruhe verantwortlich? Malte Kreutzfeld von Table Media erklärte auf Bluesky:

    „In Fachkreisen sorgte diese Äußerung für Verwunderung, denn dieses Verbot besteht seit 2020; die Heizungen, die davon betroffen waren, sind also in der Regel längst stillgelegt, sodass eine Streichung dieser Regel in der Praxis wenig verändern würde.“

    Wie Kreutzfeldt weiter ausführt, richtet sich ihre Forderung nach Nachfrage beim Ministerium auf alle Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, da § 72 GEG ihren Betrieb verbietet. Praktisch betroffen sind jedoch überwiegend Konstanttemperaturkessel, weil Ein- und Zweifamilienhäuser, die seit 2002 eigengenutzt sind, sowie Niedertemperatur- und Brennwertanlagen ausgenommen sind – letztere wurden laut Viessmann bereits seit den 1980er Jahren kaum noch eingebaut. Kreutzfeldt stellt also fest:

    „Entsprechend niedrig ist die Zahl der Heizungen, die unter das Verbot fallen: Im nächsten Jahr sind es nach Angaben des [Bundeswirtschaftsministeriums] 16.100 Öl- und Gasheizungen – das entspricht weniger als 0,1 Prozent der insgesamt knapp 19 Millionen in Deutschland betriebenen fossilen Heizungen.“

    Und Reiche lässt Habecks Novelle unberührt?

    Das würde auch die Ölheizungen betreffen – bei Gas dürften es noch weniger sein. Und das ist weiterhin nicht alles: Reiche wollte „die Technologieverbote der letzten Novelle zurücknehmen“ – die, die es nie gab -, aber das Verbot, das sie jetzt für weniger als 0,1 % aller Heizungen zurücknehmen möchte, stammt gar nicht aus Habecks Novelle. Sondern aus dem Gesetz der CDU selbst.

    Die Ampel wurde gesprengt, Millionen Bürger verunsichert, die AfD gestärkt, den Absatz der billigen und effizienten Wärmepumpe sabotiert – und das alles nur, damit die CDU ihr eigenes Gesetz minimal anpassen kann. Es bleibt im Grunde alles beim Alten – man wollte nur nicht, dass die Grünen die Politik machen. Man wollte sie selbst machen. Und eine Medienlandschaft, in der die rechte Hälfte der Medien gezielt Desinformation und Propaganda verbreitet und die andere Hälfte offenbar unfähig ist, diese auch als solche zu bezeichnen, hatte die Union damit Erfolg. Es hat sich nichts geändert, aber alle sind froh, dass Verbote, die es nie gegeben hat, gestoppt wurden.

    Es bleibt zu hoffen, dass damit das letzte Kapitel dieser Farce geschlossen ist – und wir aus den Fehlern lernen, derartiger Desinformation Glauben zu schenken. Denn die Normalisierung von Lügen ist letztlich das, was die gesichert rechtsextreme AfD stark gemacht hat. Die nicht zufällig parallel zu dieser und anderen Kampagnen ihren letzten Aufschwung erlebte.

    Artikelbild: Sebastian Gollnow/dpa


    Info: https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/reiche-heizungen-waermepumpen-luege/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Ukraine - Nachrichten in Kürze...

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. Mai 2025, 10:15 Uhr


    Video:

    https://rumble.com/v6u15l5-lawrow-deutschland-wiederholt-den-weg-des-letzten-jahrhunderts-direkt-in-de.html 

    <https://rumble.com/v6u15l5-lawrow-deutschland-wiederholt-den-weg-des-letzten-jahrhunderts-direkt-in-de.html>


    *Lawrow: Deutschland wiederholt den Weg des letzten Jahrhunderts –

    direkt in den Untergang


    *Russlands Außenminister Sergei Lawrow äußerte sich zu den durch den

    deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz betriebenen Eskalation. Die

    aktuellen Handlungen würden den Kurs Deutschlands aus dem letzten

    Jahrhundert wiederholen und direkt zu dessen Untergang führen, so Lawrow.


    Bundeskanzler Friedrich Merz verkündete auf einer Pressekonferenz mit

    dem ukrainischen Machthaber Wladimir Selenskij, dass Deutschland die

    Produktion von Raketen jeglicher Reichweite in der Ukraine finanzieren

    werde. Der russische Außenminister Sergei Lawrow äußerte in einem

    Interview mit dem Journalisten Pawel Sarubin am Mittwoch in Moskau die

    Hoffnung, "dass die verantwortlichen Politiker in diesem Land noch die

    richtigen Schlüsse ziehen und den Wahnsinn stoppen".


    Lawrow sagte, die aktuellen Handlungen würden den Kurs Deutschlands aus

    dem letzten Jahrhundert wiederholen und direkt zu dessen Untergang

    führen. Moskau werde die Äußerungen deutscher Politiker sowohl zur

    Finanzierung der Produktion von Langstreckenwaffen in der Ukraine als

    auch zur potenziellen Lieferung von Langstreckenraketen an die

    ukrainische Armee sehr genau beobachten, so der Politiker weiter.



    https://mailchi.mp/russische-botschaft/newsletter-der-russischen-botschaft-11039903?e=34bdcd87f0 

    30.5.2025


    *Erklärung des russischen Außenministeriums zu einem weiteren massiven

    Angriff des Kiewer Regimes auf die Zivilbevölkerung Russlands


    *Das Kiewer Regime setzt seine Terrorangriffe auf Zivilisten und zivile

    Objekte in zahlreichen Regionen Russlands, einschließlich Moskau, fort.

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium *kam es im Zeitraum vom 20.

    bis 23. Mai 2025 zu einem massiven Anstieg von 788 Drohnen- und

    Raketenangriffen westlicher Bauart auf das Gebiet der Russischen

    Föderation* – außerhalb der Zone der militärischen Sonderoperation.

    Unsere Luftverteidigungskräfte zerstörten 776 Drohnen und Raketen; 12

    Drohnen erreichten jedoch leider ihr Ziel.


    Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die ukrainischen Streitkräfte auch

    nach der Vertreibung aus der Region Kursk weiterhin versuchten, in unser

    Hoheitsgebiet einzudringen, und Angriffe mit Drohnen,

    Langstreckenartillerie sowie Raketen durchführten.


    Unter diesen Umständen sah sich der Präsident der Russischen Föderation

    gezwungen, die Einrichtung eines Sicherheitsstreifens auf angrenzendem

    Gebiet anzuordnen, um die Gefahr des Eindringens ukrainischer Einheiten

    sowie Angriffe auf unsere Grenzregionen mit verschiedenen

    Zerstörungsmitteln zu minimieren.


    Mit einer weiteren barbarischen Terroraktion versuchte das Kiewer

    Regime, den Prozess direkter russisch-ukrainischer Verhandlungen zu

    torpedieren, die mit Unterstützung der US-Regierung wieder aufgenommen

    worden waren und auf eine endgültige Beilegung des Konflikts abzielen.

    Unser grundsätzliches Bekenntnis zur konstruktiven Suche nach einer

    friedlichen Lösung durch Dialog bleibt unverändert.



    _RTDE 29.5.2025


    _*Scott Ritter: Die Ukraine brauchte westliche Hilfe beim Angriff auf

    Putins Hubschrauber


    *Kiew und seine ausländischen Unterstützer "spielen mit dem Feuer",

    sagte der ehemalige Aufklärungsoffizier des US Marine Corps und

    UN-Waffeninspekteur Scott Ritter im Interview mit "RT". Er bezog sich

    dabei auf eine Aussage Trumps über Putin vom Anfang der Woche.


    Die Ukraine muss sich auf westliche Unterstützung verlassen haben, wenn

    sie tatsächlich letzte Woche einen Hubschrauber angegriffen hat, mit dem

    der russische Präsident Wladimir Putin geflogen ist, sagte der ehemalige

    Aufklärungsoffizier des US Marine Corps und UN-Waffeninspekteur Scott

    Ritter.


    Der Divisionskommandeur der russischen Luftabwehr, Juri Daschkin, sagte

    letzte Woche im russischen Sender /Russia 1/, Putins Hubschrauber habe

    sich im "Epizentrum" eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs

    befunden, als er am 20. Mai die Region Kursk besuchte. Die Intensität

    der eindringenden Flugkörper "stieg signifikant", solange der Präsident

    in der Luft war, erklärte er, und 46 anfliegende Starrflüglerdrohnen

    seien in dem Gebiet abgeschossen worden.


    In einem Interview mit /RT/ betonte Ritter am Mittwoch/:"Wenn die

    ukrainischen Drohnen tatsächlich den russischen Präsidenten zum Ziel

    hatten, taten sie das nicht in einem Vakuum … sie haben Unterstützung

    des Westens erhalten, was bedeutet, dass der Westen den russischen

    Präsidenten zum Ziel nimmt. Wenn man die russische Nukleardoktrin liest,

    ist das ein Auslöser für eine nukleare Vergeltung durch Russland oder

    Präventivschläge. Wer spielt hier also mit dem Feuer? Es ist nicht

    Wladimir Putin, der mit dem Feuer spielt, es sind die Ukraine und der

    Westen, die mit Feuer spielen."/


    Der ehemalige Major des US Marine Corps bezog sich dabei auf eine

    Bemerkung von US-Präsident Donald Trump, der Anfang der Woche erklärte,

    Putin "spielt mit dem Feuer".


    Diese Aussage von Trump erfolgte nach einem massiven russischen

    Luftangriff gegen die ukrainische Militärinfrastruktur, die Moskau

    zufolge die Vergeltung für die Intensivierung Kiewer Drohnenangriffe auf

    zivile Ziele innerhalb Russlands waren. Nach Angaben des russischen

    Verteidigungsministeriums wurden im Verlauf der letzten Woche mehr als

    2.300 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen, die meisten

    davon abseits der Frontlinie.


    Ritter bekundete seine Sorgen über eine Spaltung in der US-Regierung

    zwischen den Gegnern Russlands und jenen, die die Beziehungen zu

    Russland verbessern wollen. Gleichzeitig seien jedoch weder die

    Vertreter beider Lager noch Trump selbst Experten für Russland, fügte er

    hinzu.


    Der US-Präsident sei "ein Opfer des jeweils letzten Wortes, das in sein

    Ohr geflüstert wurde, bevor er nachts ins Bett geht, oder der ersten

    Worte, die ihm nach dem Aufwachen am Morgen ins Ohr geflüstert werden …

    Trump ist nicht gut informiert [über Russland]. Schaut, das ist eine

    sehr gefährliche Lage", warnte Ritter.



    https://mailchi.mp/russische-botschaft/newsletter-der-russischen-botschaft-11039903?e=34bdcd87f0 

    30.5.2025


    *Erklärung des russischen Außenministers Sergej Lawrow über die zweite

    Runde der direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine*


    Wie Sie wissen, war es mit Unterstützung der USA, Saudi-Arabien und der

    Türkei möglich, die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der direkten

    russisch-ukrainischen Verhandlungen zu schaffen. Die erste Runde nach

    der Wiederaufnahme fand am 16. Mai 2025 in Istanbul statt. Im Einklang

    mit den dort getroffenen Vereinbarungen wurde ein Gefangenenaustausch

    nach der Formel „Tausend für Tausend“ abgeschlossen. Gleichzeitig wurde

    in Istanbul vereinbart, dass Moskau und Kiew Dokumente ausarbeiten, in

    denen die Positionen beider Seiten dargelegt werden, um eine nachhaltige

    Regelung zu erreichen.


    Russland hat, wie vereinbart, das einschlägige Memorandum operativ

    ausgearbeitet, in dem unsere Position zu allen Aspekten einer

    nachhaltigen Beseitigung der Ursachen der Krise festgeschrieben ist.

    *Unsere Delegation unter der Leitung von Wladimir Medinskij ist bereit,

    dieses Memorandum der ukrainischen Delegation vorzulegen* und nötige

    Erläuterungen im Laufe der zweiten Runde der wiederaufgenommenen

    direkten Verhandlungen in Istanbul *am kommenden Montag, dem 2. Juni,*

    darzustellen.


    Ich möchte nochmals unseren türkischen Partnern für die Bereitstellung

    einer gastfreundlichen Plattform in der Türkei danken, wie es der

    türkische Außenminister Hakan Fidan während seines Moskau-Besuchs

    gestern bestätigt hat.  Wir rechnen damit, dass alle, die in Taten und

    nicht nur in Worten am Erfolg des friedlichen Prozesses interessiert

    sind, die neue Runde der direkten russisch-ukrainischen Gesprächen in

    Istanbul unterstützen werden.



    _RTDE 29.5.2025


    _*Kreml: Drohungen gegen Russlands Chefunterhändler sind "empörend"

    *

    Die Drohungen, die an Russlands Chefunterhändler Wladimir Medinski und

    seine Familie gegangen sein sollen, seien "empörend", sagte

    Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag und merkte an, dass die

    Behörden bereits damit befasst seien, die Quelle zu bestimmen.

    Zuvor hatte der TV-Moderator Wladimir Solowjow erklärt, Medinski – der

    Anfang des Monats die russische Delegation bei den Friedensgesprächen

    mit der Ukraine in Istanbul geleitet hatte – habe von ukrainischer Seite

    Morddrohungen erhalten. Sie seien auch gegen seine Familie gerichtet worden.

    Peskow bezeichnete die aktuelle Situation als "nie dagewesen" und

    erklärte, dass es "ungeheuer empörend" ist, wenn die Ermittler

    herausfinden würden, dass diese Drohungen aus der Ukraine

    kämen –insbesondere, da Moskau für den kommenden Montag eine weitere

    Verhandlungsrunde angeboten habe.


    Laut Solowjow kommen die Drohungen von ukrainischen Nationalisten, die

    sogar Medinskis Kinder zum Ziel genommen hätten. Er erklärte, die

    Familie des Unterhändlers habe Nachrichten erhalten, wie: /"Wir wissen,

    wo deine Kinder sind und wir haben eine Menge mit Sprengstoff

    präparierte Scooter." /In der Vergangenheit hatten bereits mehrere

    terroristische Angriffe stattgefunden, bei denen elektrische Scooter

    genutzt wurden, darunter der Mord an Igor Kirillow, dem Leiter der

    russischen Atom-, Bio- und Chemiewaffenverteidigung, im vergangenen

    Dezember.


    Solowjow erinnerte auch daran, dass "es Fälle gab, in denen Unterhändler

    bedroht wurden, und auch tragische Fälle, und sie sind gut bekannt".

    Einer dieser Fälle ist der des ukrainischen Bankers Denis Kirejew, der

    im März 2022 kurz nach seiner Teilnahme an frühen Friedensgesprächen mit

    Russland in der Ukraine ermordet wurde.

    Solowjow sagte, Medinski habe die Frage persönlich mit dem ukrainischen

    Verteidigungsminister Rustem Umerow besprochen, der in Istanbul die

    Kiewer Delegation geleitet hat. Dieser habe Medinski gegenüber darauf

    bestanden, dass die erwähnten Drohungen nicht aus den Reihen der

    ukrainischen Behörden kämen.

    Dennoch stehen Medinski und seine Familie auch auf der berüchtigten

    ukrainischen Todesliste "Mirotworez".

    Nach Solowjows Bemerkungen erteilte der Leiter des russischen

    Untersuchungskomitees, Alexander Bastrykin, die Anweisung, eine

    Strafermittlung einzuleiten, um die Personen zu identifizieren, die an

    den Drohungen gegen Medinskis Familie beteiligt waren.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Doctorow: Hotsy-Totsy*, noch ein Nazi: Friedrich Merz schlägt gemeinsame Produktion von Taurus mit Kiew vor

    seniora.org, 29. Mai 2025, Von Gilbert Doctorow 29.05.2025 - übernommen von gilbertdoctorow.com

    Dabei ignoriert Merz bewusst die unmissverständlichen Äußerungen von Wladimir Putin und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, dass Deutschland durch die Beteiligung an der Lieferung von Taurus-Raketen gegen die Russische Föderation zum Mitkriegsteilnehmer wird und dass Russland Vergeltungsmaßnahmen gegen Deutschland ergreifen wird.


    Oreshnik (Bild)


    (Red.) Auch wenn vieles von dem, was Merz und Zelensky in Berlin hinausposaunt haben, Schall und Rauch ist, weil konkrete Taten "mangels Masse" (Finanzen und technische Möglichkeiten) kaum folgen werden, sind allein die propagandistischen Töne verheerend. Deutschland schickt sich an, ein weiteres Mal einem verrückten "Postkartenmaler" nachzulaufen. Wo bleiben unsere Kulturträger, die sich dem entgegen stellen?(am)

    Am 15. Februar 2022 bezeichnete der ehemalige deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz auf seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit Wladimir Putin zum Abschluss seines Moskau-Besuchs die Verurteilung des Kiewer Regimes als neonazistisch durch den russischen Präsidenten als „lächerlich“. Wie könne sich eine Nation unter der Führung eines Juden, Selensky, wie Nazis verhalten, fragte er sarkastisch. Damit diskreditierte sich Scholz gegenüber den Russen endgültig. Er trug sicherlich auch zu Wladimir Putins Entscheidung bei, am 24. die Sondermilitäroperation zu starten, indem er zeigte, dass eine diplomatische Lösung der Ost-West-Konfrontation hoffnungslos war, da die Grundannahmen zu weit auseinander lagen.Zu seinem Verdienst muss man Scholz zugutehalten, dass er in den drei Jahren des Krieges in und um die Ukraine genügend Disziplin und Angst vor einer übermäßigen Verärgerung des Nachbarn im Osten hatte, um die kriegerischen Äußerungen seiner Außenministerin von den Grünen, Annalena Baerbock, und seines populären Verteidigungsministers Pistorius zu ignorieren. Er lehnte die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine ab, um eine direkte Verwicklung Deutschlands in den Krieg und damit unvorhersehbare, aber bedrohliche Vergeltungsmaßnahmen Russlands zu vermeiden.

    Während seines Wahlkampfs im vergangenen Herbst entschied sich Scholz' Nachfolger, der CDU-Chef Friedrich Merz, stattdessen, den deutschen Revanchismus anzufachen, um sich Wählerstimmen zu sichern. Er sprach sich für die Lieferung der Taurus-Raketen an Kiew aus. Nicht nur das, er empfahl sogar ausdrücklich, diese Raketen einzusetzen, um die symbolträchtige Kertsch-Brücke zu zerstören, die die Krimhalbinsel mit dem russischen Festland verbindet, und damit dem Kreml eine Demütigung von enormem Ausmaß zuzufügen.

    In den ersten Wochen seiner Kanzlerschaft wurde Merz von seinen Koalitionspartnern, den Sozialdemokraten, daran gehindert, die Taurus-Raketen offen an die Ukrainer zu übergeben, da diese darauf bestanden, sich an die Entscheidung von Scholz zu halten. Aus dem gestrigen Treffen des Kanzlers mit Selensky zu Konsultationen über weitere Militärhilfe für die Ukraine geht jedoch hervor, dass Merz sich entschlossen hat, sein Ziel mit allen Mitteln durchzusetzen. In ihrer gemeinsamen Erklärung ist von einer technischen Zusammenarbeit die Rede, die es Kiew ermöglichen soll, Präzisions-Langstreckenraketen für Angriffe auf Militärstützpunkte tief im Inneren der Russischen Föderation herzustellen.

    Die von Merz und Selensky vorgeschlagene Formel lässt offen, wo genau die künftige Produktionsstätte angesiedelt werden soll, aber es ist davon auszugehen, dass sie in Deutschland liegen wird, da alles, was in der Ukraine gebaut würde, sicherlich von Russlands Oreshniks zerstört würde, bevor die ersten Produkte hergestellt werden könnten. Merz setzt darauf, dass Russland es aufgrund des Schutzes durch Artikel 5 des NATO-Vertrags nicht wagen wird, Deutschland anzugreifen.

    Dabei ignoriert Merz bewusst die unmissverständlichen Äußerungen von Wladimir Putin und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, dass Deutschland durch die Beteiligung an der Lieferung von Taurus-Raketen gegen die Russische Föderation zum Mitkriegsteilnehmer wird und dass Russland Vergeltungsmaßnahmen gegen Deutschland ergreifen wird.

    Friedrich Merz wird vom Kreml nun öffentlich als Hitler-ähnliche Figur bezeichnet. Ohne Wenn und Aber. Er gilt als Inbegriff des deutschen Revanchismus, der ebenso zerschlagen werden wird wie die Nazi-Armeen vor 80 Jahren. Die deutsche Nation ist gewarnt. Wir warten nun ab, wie sie reagieren wird.

    ________________

    * Anmerkung des Übersetzers für das deutsche Publikum: „Hotsy-Totsy“ ist ein englischer umgangssprachlicher Ausdruck, der ursprünglich aus den 1920er-Jahren stammt, also aus der Zeit des Jazz Age und der Prohibitionsära in den USA. Der Begriff wurde besonders in der Slangsprache jener Zeit verwendet. Übersetzung sinngemäß: Na super, noch so ein Nazi!


    Quelle: Gilbertdoctorow - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/politik/doctorow-hotsy-totsy-noch-ein-nazi-friedrich-merz-schlaegt-gemeinsame-produktion-von-taurus-mit-kiew-vor


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Sind "Taurus" bereits in der Ukraine?

    freedert.online, 30 Mai 2025 08:35 Uhr Von Alexej Danckwardt

    Nach der verschleierten Ankündigung des Taurus-Einsatzes gegen russisches Hinterland verdichten sich die Hinweise, dass sich eine bestimmte Anzahl der Marschflugkörper aus deutscher Produktion bereits in der Ukraine befindet und dort umgerüstet wird. Unsere Analyse zeigt, dass die Frage, ob die Gerüchte zutreffen, vorerst unbeantwortet bleiben muss.


    Quelle: Gettyimages.ru © Torsten Asmus


    Ein Taurus-Marschflugkörper im Tiefflug, 3D-Modell


    Im Zusammenhang mit der nur schwach kaschierten Offenbarung des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU), dass die Ukraine beim Einsatz westlicher Waffensysteme gegen international anerkanntes russisches Territorium keinen Reichweitenbeschränkungen mehr unterliegt, mehren sich Spekulationen, wonach "Taurus"-Marschflugkörper aus deutscher Produktion bereits an Kiew geliefert worden sein könnten. 

    Beispielsweise schrieb der anonyme, sich gut informiert gebende ukrainische Telegram-Kanal Resident bereits am Mittwoch, "Taurus" seien längst in der Ukraine und würden aktuell umgerüstet − erstens, um die Herkunft zu kaschieren, und zweitens, um sie an die Aufhängung der in der Ukraine eingesetzten Kampfjets anzupassen. Resident wörtlich: 

    "Kollegen, Taurus-Raketen befinden sich seit langem in der Ukraine, aber sie werden in ukrainische Nachbauten umgewandelt, und dieses Problem wird derzeit vom britischen Geheimdienst und unseren Spezialdiensten gelöst. Britische Anti-U-Boot-Raketen wurden auf ähnliche Weise in Poseidon-Raketen umgewandelt, ebenso französische wassergestützte UAVs."

    In anderen, allerdings weniger zuverlässigen Quellen, war von 50 bereits an Kiew übergebenen Marschflugkörpern aus deutscher Produktion die Rede.

    Merz, der Schamlose: "Taurus"-Freigabe mit Lügen garniert





    Meinung

    Merz, der Schamlose: "Taurus"-Freigabe mit Lügen garniert






    Am Donnerstag legte der Kanal nochmals nach und verwies auf die am Mittwoch vom deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und seinem ukrainischen Amtskollegen Rustem Umerow unterzeichnete Vereinbarung. Der darin enthaltene Vertragspunkt, Deutschland werde künftig die Produktion weitreichender Waffensysteme in der Ukraine finanzieren, behandele nichts anderes als die Umrüstung und Anpassung deutscher "Taurus"-Marschflugkörper, behauptet Resident.

    Wie es dazu in der offiziellen Verlautbarung des Bundesministeriums für Verteidigung heißt, gehe die Vereinbarung "auch" auf die Zusage Deutschlands zurück, direkt in die ukrainische Rüstungsproduktion zu investieren. Diese verfüge über noch ungenutzte Produktionskapazitäten und das technische Wissen, moderne Systeme herzustellen.

    Noch "in" 2025 (das "in" vor der Jahreszahl ist den Denglisch sprechenden Jungbeamten offenbar nicht mehr auszutreiben), so die Berliner Behörde weiter, solle so "eine erhebliche Stückzahl von weitreichenden Waffensystemen produziert werden". Die Waffensysteme würden den ukrainischen Streitkräften "rasch zur Verfügung" stehen: 

    "Die ersten können bereits in wenigen Wochen zum Einsatz kommen."

    Wie russische Analysten und Rüstungsexperten dazu bemerken, beginnt die Produktion dabei nicht beim "Rohmaterial", schon gar nicht bei einer erst einzurichtenden technologischen Linie.

    Für einen Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen, halten Experten die nachfolgende Passage in der Verlautbarung des deutschen Verteidigungsministeriums: 

    "Da sie bereits in den ukrainischen Streitkräften eingeführt sind, bedarf es keiner zusätzlichen Ausbildung."


    Kiesewetter redselig: Europa muss Lithium-Vorkommen in Donezk und Lugansk erobern





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    Über Langstreckenwaffen aus heimischer Produktion, die "bereits in den ukrainischen Streitkräften eingeführt sind", verfügt Kiew aktuell nicht. Auch ein neu produziertes ukrainisches Waffensystem würde daher einen Vorlauf für die Ausbildung und Probeeinsätze benötigen. Offenbar wird hier versucht, die unumgängliche Beteiligung deutschen Personals zu bestreiten.

    Allenfalls könnte sich die Verwirrung um diesen Punkt noch so erklären, dass es um Drohnen des Flugzeugtyps geht, mit denen die Ukraine seit vielen Monaten Erdölraffinerien, Städte und sonstige Ziele weit im russischen Hinterland angreift. Dem steht allerdings entgegen, dass Merz am Montag ausdrücklich von Möglichkeiten sprach, die die Ukraine bislang nicht hatte.

    Auch Rüstungsexperte Anatoli Matwijtschuk ist überzeugt, dass der "Produktionsdeal" der Tarnung von "Taurus"-Lieferungen dient. Im Interview für den TV-Sender Life sagte er am Donnerstag: 

    "Ich glaube also, dass die Ukraine nicht in der Lage sein wird, diese Taurus so zu produzieren, wie es die Deutschen tun werden. Und natürlich glaube ich, dass diese Taurus in die Ukraine geschmuggelt werden. Sie werden von dort aus gestartet werden, aber nicht von Ukrainern, sondern von deutschen Soldaten."

    Nicht beirren lässt sich der führende unter den öffentlich auftretenden russischen Experten für Rüstung und Militärtechnologien, Igor Korottschenko. Es gebe nur ein Werk, in dem "Taurus" hergestellt werden können, sagte er im Interview mit der Fachzeitschrift Woennoje Delo am Donnerstag.  


    Russisches Staatsfernsehen: Zwei Oreschnik-Raketen reichen gegen Taurus-Fabrik





    Russisches Staatsfernsehen: Zwei Oreschnik-Raketen reichen gegen Taurus-Fabrik






    Wie dieser Experte sagt, gibt es in Deutschland nur eine einzige Fabrik, die diese Raketen herstellt, und die liegt weit entfernt von bewohnten Gebieten. Das heißt, sie ist ein hervorragendes Ziel für einen Angriff. Im Falle eines Angriffs mit "Taurus" oder davon "abgeleiteten" Systemen "mit ukrainischem Aufkleber" plädiert er dafür, dieses Werk dauerhaft außer Betrieb zu setzen:  

    "Ein Angriff auf diese Fabrik am Abend oder in der Nacht wird nicht zu menschlichen Opfern führen, sondern es Russland ermöglichen, diese Raketenproduktion vollständig zu zerstören."

    Korottschenko bezieht sich auf bereits vorliegende Berechnungen, wonach zwei Raketen des Oreschnik-Komplexes reichen, um die Produktion vollständig zu eliminieren. Die zwei "Oreschnik"-Trägerraketen würden dabei zwölf nichtnukleare Hyperschall-Sprengköpfe über dem Ziel absetzen, die das Werk vollständig zerstören würden.

    An die Produktion "ukrainischer Langstreckenwaffen" glaubt in Russland offenbar niemand: Auf Täuschungsmanöver Berlins will man in Moskau nicht mehr hereinfallen. 


    Mehr zum Thema − Gemeinsamer Raketenbau mit Ukraine: Wieder einmal deutscher "Proxy-Militarismus"


    Screenshot_2025_05_30_at_09_50_10_Sind_Taurus_bereits_in_der_Ukraine_RT_DE

    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/s3ymhbqgp5zpsm64/Merz_Taurus_und_die_Feindstaatklausel_b42rf.mp3 Dauer 9:56 min


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    30.05.2025

    Von der Leyens vier Gebote für ein “unabhängiges” EUropa

    lostineu.eu, 30. Mai 2025

    Dass EU-Präsidentin von der Leyen den Karlspreis erhalten hat, war den meisten Medien keine Meldung wert. Trotzdem haben wir ihre Rede gelesenund uns über “vier Aufgaben” gewundert.

    Europa ist mein Leben. 

    Und es ist die größte Ehre meines Lebens, heute hier vor Ihnen allen zu stehen.

    Daher glaube ich, die nächste große Ära – unser nächstes großes, einendes Projekt muss von einem unabhängigen Europa handeln.

    Das waren die Kernaussagen. Wir haben sie schon zu oft gehört.

    Nur das Wort “unabhängig” lässt aufhorchen – nachdem von der Leyen ihre erste Amtszeit damit verbracht hat, die EU abhängiger von den USA zu machen, predigt sie nun das Gegenteil.

    Glaubwürdigkeit? No comment!

    Aber immerhin hat sie vier Gebote – pardon: Aufgaben – formuliert, um ihre Lebenswerk abzuschließen.

    • die Verteidigung; statt einer “Pax Americana” verspricht VDL eine “Pax Europaea des 21. Jahrhunderts” 
    • die Wettbewerbsfähigkeit;
    • die “nächste historische Wiedervereinigung” Europas durch die Erweiterung um beitrittswillige Staaten wie die Ukraine ;
    • die Stärkung der Demokratie.

    Was soll man davon halten?

    • Als Verteidigungsministerin hat VdL die Bundeswehr heruntergewirtschaftet. Die 800 Mrd. Euro für Aufrüstung, die sie nun verspricht, stehen nur auf dem Papier, die “Wiederbewaffnung” kommt auf Pump.
    • Die Wettbewerbsfähigkeit ist ein überholter Begriff aus der neoliberalen Schule. Unter von der Leyens Führing ist die W. in Deutschland massiv zurückgegangen – u.a., weil sie billige Energie aus Russland ausschließt.
    • Die Erweiterung um die Ukraine wird Europa nicht “wieder vereinen”, sondern tiefer spalten denn je. Von der Leyen hat den Freunden Karls des Großen imperiale Versprechen gemacht, die sie nicht halten kann.
    • Die Stärkung der Demokratie – ausgerechnet durch eine Frau, die sich nie einer direkten Wahl um ihr Brüsseler Amt gestellt hat und deren Politik dazu führt, dass Nationalisten und EU-Gegner überall stärker werden?

    Fazit: Auch die Karlspreis-Rede war keine Meldung wert. Immerhin wird man von der Leyen fortan an ihren “vier Aufgaben” messen können…

    Die Rede steht hier

    ‹ Rubio lobt Wadephul – und droht der EU mit Sanktionen

    8 Comments

    1. Guido B.
      30. Mai 2025 @ 10:11

      Heute berichtet SRF News:

      USA: Wir sind gegen den Nato-Beitritt der Ukraine
      Keith Kellogg, US-Sondergesandter für die Ukraine, hat erklärt, dass Russlands Sorge über die Nato-Osterweiterung berechtigt sei und die USA nicht wollen, dass die Ukraine der Allianz beitritt. Kellog betonte, dass mehrere Nato-Länder diese Ansicht teilen. “Wenn wir nächste Woche nach Istanbul kommen, werden wir uns hinsetzen und reden”, sagte Kellogg in Washington.

      Wenn das keine Finte ist, um die Russen erneut reinzulegen, muss ich sagen: Ich bin fassungslos! Man stelle sich vor, die USA und mehrere NATO-Länder hätten diese Aussage im Dezember 2021 gemacht. Man stelle sich vor, die USA hätten im Dezember 2021 zu Russland gesagt: “Wir werden uns hinsetzen und reden.” Man stelle sich vor, die NATO hätte Russlands jahrelang wiederholte Bedenken und Klagen ernst genommen und die Aufnahme der Ukraine in die NATO offiziell abgeräumt.

      Wenn die USA dieses Statement wirklich ernst meinen, kann ich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Der Westen hat richtig Scheisse gebaut. Er hat einen völlig überflüssigen Krieg vorsätzlich provoziert und trägt für die schrecklichen Folgen die Hauptverantwortung. Prof. John Mearsheimer hatte mit seiner Analyse immer recht. Und fast alle Politiker und Medien im Westen haben kläglich versagt. Es ist das schlimmste Versagen des Westens seit dem 2. Weltkrieg.

      There’s no other way of saying it: “Slava Ukraini” is NATO’s biggest crime ever!

    Antworten

  • Stef
    30. Mai 2025 @ 09:56

    Klingt für mich durchaus schlüssig. Erschreckend schlüssig.

    VdL will wirtschaftliche Prosperität durch schulden- bzw. steuerfinanzierte Aufrüstungsprogramme, von denen partiell europäische Rüstungsunternehmen profitieren. Sie sieht dabei die Fähigkeit der Abschreckung durch Europa als Beitrag zur militärischen Unabhängigkeit von den USA, was ja an den engen Bindungen zu den USA im Übrigen nichts ändern muss. Denn die gleichzeitig zunehmende Abhängigkeit von Energielieferungen und anderen „Assets“ ist ja „transatlantische Partnerschaft“ und nach VdL-Sprechcode keineswegs „Abhängigkeit“. Die „Wettbewerbsfähigkeit“ dient dabei als Code, dass es um eine streng neoliberale Ausrichtung der Wirtschaftspolitik geht und Umverteilung des Teufels bleibt.

    Die Erweiterung der EU um die Ukraine etc. braucht sie um der EU-internen Einigkeit willen und als Pufferstaaten zum Reich des Bösen. Und mit der Stärkung der Demokratie meint sie die Abgrenzung von den populistischen Kräften, die in Europa vermehrt Zulauf haben. Sie meint also nicht „mehr demokratische Legitimation für die EU-Politik“, sondern die Stärkung des selbsternannten „demokratischen Spektrums“ gegen das „populistische bzw. autoritäre Spektrum“.

    Das alles liegt voll auf der Linie der Gründer des Karlspreises: Pro-westlich, anti-slawisch, Großkapitalistisch und lieber den Faschismus als Umverteilung in Kauf nehmend.

    Ich glaube zwar, dass das alles so nicht funktionieren wird. Und ich halte das für vollkommen verfehlte politische Ziele, die Europa zunehmende Kriegsgefahr, stärkere Abhängigkeiten von den USA, eine wirtschaftliche Abwärtsspirale sowie in dramatisch steigende soziale Spaltung bringen. Aber unlogisch ist es nicht, wenn man die Prämissen der EU-Elite akzeptiert. Ich würde eher sagen, es ist unverbesserlich, denn es nimmt den Untergang der EU aufgrund nicht mehr überbrückbarer innerer Spaltung oder gar einem Großkrieg billigend in Kauf. Aber das ist natürlich nur eine Prognose und Gegenstand der Debatte.

    Antworten

  • Kleopatra
    30. Mai 2025 @ 08:26

    Die Direktwahl des Kommissionspräsidenten ist bekanntlich eine Fiktion; aber nach der Vorgehensweise, die das Europäische Parlament vorschlägt, ist vdc von der Bürgern gewählt (“Spitzenkandidatin” der stärksten Fraktion).
    Und wieso soll Ihrer Meinung nach ein Beitritt der Ukraine die EU spalten?

    Antworten

    • Guido B.
      30. Mai 2025 @ 08:51

      “Und wieso soll Ihrer Meinung nach ein Beitritt der Ukraine die EU spalten?”

      Gute Frage. Nichts eint die EU mehr als das Feindbild Russland. Die von Putin destabilisierte und desinformierte EU braucht die Bandera-Ukraine dringend, um entschlossen und geschlossen gegen den Feind im Osten zu kämpfen – und natürlich auch die Feinde im Innern (Ungarn, Slowakei, alle Rechtspopulisten). Die Mitgliedschaft der Ukraine ist die letzte Hoffnung der Eliten, die gemerkt haben, dass ihr entkerntes und verlorenes Weltbeglückungsprojekt ohne Feindbilder nicht mehr zu retten ist. Geht die Ukraine unter, geht der Euro unter. Slava Ukraini!

      Antworten

      • ebo
        30. Mai 2025 @ 10:10

        Das Feindbild Russland ein die Eliten, das stimmt. Aber die Ukraine spaltet die Bürger. Schauen Sie mal nach Polen – oder nach Deutschland. Nicht zufällig wurde gerade das Bürgergeld für Ukrainer ausgesetzt.
        Bei einem EU-Beitritt der Ukraine würde Polen zum Nettozahlen – und Deutschland und die Ukraine wären auf einen Schlag die größten EU-Länder, die den Ton angeben. Das würde dann auch die Eliten spalten.
        Und da haben wir noch nicht von den Agrarfonds gesprochen – und von den Tributzahlungen, die offenbar als Nächstes anstehen: Die EU soll die ukrainische Armee finanzieren – weil sie ja angeblich EUropa schützt…

    • Der Skeptiker
      30. Mai 2025 @ 09:35

      Ist Ihnen klar, was das bedeutet? Alle, die bislang EU-Geld bekommen haben, müssen dann zahlen. Auch wenn man sich eingefrorenes russisches Geld widerrechtlich aneignet. Damit ist eine EU-Mitgliedschaft unattraktiv. Zumal, wenn die EU von einer Figur wie VdL regiert wird, die nicht die Interessen der Bürger, sondern des angloamerikanischen Kapitals vertritt.

      Antworten

    • ebo
      30. Mai 2025 @ 10:13

      Es geht nicht um Direktwahl der Kommissionsspitze, sondern um das Prinzip der direkten Wahlen. Das ist Ihnen doch sicher bekannt.

      Antworten

  • Guido B.
    30. Mai 2025 @ 05:41

    Führer wie vdL sind das Letzte, was EUropa braucht. Zu autokratisch, zu bellizistisch, zu ideologisch, zu überheblich, zu deutsch.

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    Info: https://lostineu.eu/von-der-leyens-vier-grosse-aufgaben/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres: 




    Rubio lobt Wadephul – und droht der EU mit Sanktionen


    29. Mai 2025

    Von wegen Unabhängigkeit: Bei seinem Antritts-Besuch in Washington hat sich der deutsche Außenminister Wadephul bei seinem US-Amtskollegen Rubio angebiedert. Der “bedankte” sich mit einem brisanten Seitenhieb auf die EU und ihre Internet-Gesetze.

    Der CDU-Politiker brachte ein Geschenk mit – das Poster eines Spiels der “Delfine” (American Football) – und bekräftigte seine Bereitschaft, Deutschland hochzurüsten (das umstrittene 5-Prozent-Ziel von US-Präsident Trump).

    Außerdem beschwor er die Einigkeit mit den USA, etwa im Ukraine-Krieg. Die USA und Deutschland arbeiteten “Schulter an Schulter” für eine Verhandlungslösung zwischen der Ukraine und Russland, sagte Wadephul.

    Daraufhin lobte Rubio seinen treuen deutschen Gast auf X: “Germany is stepping up: boosting defense, containing destabilizing actions from Beijing, and supporting efforts to end the war in Ukraine.”  

    „Deutschland geht in die Offensive: Es stärkt die Verteidigung, hält destabilisierende Handlungen Pekings zurück und unterstützt die Bemühungen, den Krieg in der Ukraine zu beenden.“       (übersetzt mit deepl. unkorrigiert)

    Allerdings hatte er auch noch einen Seitenhieb auf Deutschland und die EU parat: In den USA sei künftig jeder unerwünscht, der sich in Europa oder anderswo an “Zensur” gegen US-Bürger oder -Firmen beteilige, so Rubio.

    Damit ist wohl das Internet-Gesetz DSA gemeint. Der Fluch könnte theoretisch sogar Kommissionspräsidentin von der Leyen treffen, die in Brüssel für noch mehr Online-Zensur – pardon: Content-Moderation – wirbt…

    ‹ Kriegsangst: Selenskyj sagt Karlspreis-Teilnahme ab › Von der Leyens vier Gebote für ein “unabhängiges” EUropa

    3 Comments

    1. Erneuerung
      29. Mai 2025 @ 20:05

      Das passt irgendwie zu den Preisverleihungen in DE, man schmiert sich gegenseitig Honig um den Mund, ohne wirklich Wichtiges anzugehen und zu würdigen. Es unterscheidet sich nicht mehr von den Machenschaften früher in der DDR. Die Preise wurden dort auch denjenigen verliehen, die glaubhaft nach der offiziellen Pfeife tanzten, ohne wirklich nützlich zu sein.

    Antworten

  • KK
    29. Mai 2025 @ 19:11

    “In den USA sei künftig jeder unerwünscht, der sich in Europa oder anderswo an “Zensur” gegen US-Bürger oder -Firmen beteilige…”

    Dumm für von der Leyen & Co – da haben Sie gar keine Fluchtmöglichkeit mehr, wenn EUropa in den von ihnen billigend in Kauf genommenen atomaren Trümmern liegt…

    Antworten

  • Michael
    29. Mai 2025 @ 19:01

    Genau mein Eindruck von Wadephul: er ist kein Diplomat! Er ist ein Biedermann, Anbiederer, Ausverkäufer, unglaubhaft und nicht vertrauenswürdig!

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    Info: https://lostineu.eu/rubio-lobt-wadephul-und-droht-wegen-online-zensur/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres: 




    Kriegsangst: Selenskyj sagt Karlspreis-Teilnahme ab


    lostineu.eu, vom 29. Mai 2025

    Der wichtigste Mann EUropas reist nach seinem Termin mit Kanzler Merz im Kanzleramt zurück nach Kiew – offenbar ist die militärische Lage zu ernst.

    Das ist alles, was man über die heutige Preisverleihung in Aachen wissen muß. Was Selenskyj mit Merz ausgeheckt hat, steht hier.

    Siehe auch “Europa ohne Stimme”

    P.S. Selenskyj hat den Karlspreis schon 2023 bekommen. Was soll er also noch in Aachen?

    ‹ Aufgelesen: Die EU zahlt den Preis für ihr Exportmodell › Rubio lobt Wadephul – und droht der EU mit Sanktionen

    11 Comments

    1. Arthur Dent
      29. Mai 2025 @ 23:06

      Es beweihräuchern sich doch hier immer nur dieselben Brüder und Schwestern im Geiste und verleihen sich gegenseitig Preise. Als niedersächsische Landesministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit hat sie als erst einmal das Blindengeld gestrichen. (Wurde später von ihrer Nachfolgerin wieder eingeführt).

    Antworten

  • Marla
    29. Mai 2025 @ 20:54

    Interessante Hinweise, insbesondere Geschichtliche, zum Karlspreis von den Nachdenkseiten:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=133620

    Antworten

  • Regrets
    29. Mai 2025 @ 17:08

    Tja ja, statt diesem alljährlichen “Wer wird Millionär” der es eh schon ist, Karlspreis circle jerk, wäre es vielleicht die letzten 11 Jahre interessanter gewesen, gerade auch als Ukrainer, wer den Lew Kopelew Preis erhielt und warum.

    Bin ja einmal gespannt ob es dann in ~45 Jahren ein Äquivalent zu “Und schuf mir einen Götzen” geben wird.

    Antworten

  • european
    29. Mai 2025 @ 14:16

    Gegen Ende der DDR gab es auch eine inflationaere gegenseitige Ordensbehaengung.

    Man sollte sich fragen, ob das ein Zeichen des unmittelbar bevorstehenden Zerfalls ist. Wenn uns schon sonst keiner lobt, muessen wir es eben selber tun. ????

    Antworten

  • Michael
    29. Mai 2025 @ 13:23

    „Karlspreis“!? „Preis“!? Ich wundere mich immer wieder darüber wie billig Leute zu kaufen sind!

    Antworten

    • KK
      29. Mai 2025 @ 15:38

      Vom wahren Preis bekämen wie vielleicht eine Ahnung, wenn bestimmte SMS je veröffentlicht würden…

      Antworten

    • Regrets
      29. Mai 2025 @ 17:24

      @Michael:

      „Wie billig die Leute zu kaufen sind“

      Ich denke die haben schon die richtige Option gewählt für die Preisträger, eine Million mehr oder weniger Privatvermögen dürfte bei vdL jetzt nicht einen sonderlichen Eindruck schinden, aber damit von ihr präferierte Projekte, die ihr in damit in Zukunft -selbst nach einem möglichen Ende der Präsidentschaft- gesellschaftliche Anerkennung, Einfluss und purpose sichern dürften, das gefällt sicher.
      https://www1.wdr.de/nachrichten/aachener-karlspreis-kuenftig-mit-einer-million-euro-dotiert-100.html

      Antworten

  • Guido B.
    29. Mai 2025 @ 12:24

    Für die Geschichtsbücher sollte noch festgehalten werden, dass Selenski regelmässig aufs Klo geht, denn jeder Schritt von ihm ist wichtig.

    Jedenfalls spielt er in der Tragödie des Dritten Weltkriegs eine herausragende Rolle, wenn auch nur als hypermobiler Komparse.

    Die Entwicklung der letzten 20 Jahre im Zeitraffer (es ist alles ganz einfach und endet auch so):

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion gab es in Osteuropa ein Machtvakuum. Der triumphierende Westen nutzte die Gelegenheit und füllte das Vakuum, indem er die wohlstandshungrigen Ex-Ostblockländer in die Europäische Union integrierte. Diese Integration sicherte der Westen militärisch durch die NATO-Osterweiterung ab – obwohl er gegenüber Russland einmal die Zusage machte, die NATO nicht weiter nach Osten auszudehnen.
    Die muntere NATO-Expansion ging Russland bald zu weit. Präsident Putin machte ab 2008 regelmäßig darauf aufmerksam, dass NATO-Stützpunkte an der russischen Grenze eine inakzeptable Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen. Aus Moskau kam mehr und mehr Gegendruck.
    Nach den Ereignissen rund um den “Euromaidan” in der Ukraine kam es 2014 zum offenen Konflikt zwischen dem Westen und Russland. Beide Seiten erhöhten seitdem kontinuierlich den Druck auf den Gegner – der Westen mit Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland, Russland mit seiner “Special Military Operation” in der Ukraine und massiver Aufrüstung.
    Die Zeichen stehen seit 2014 auf Eskalation. Beide Seiten reagieren auf mehr Bedrohung mit mehr Bedrohung (wobei festzuhalten ist, dass der Westen mit der NATO-Expansion und der Kündigung von Rüstungskontrollverträgen den Anfang machte).
    Eine Lösung des Konflikts ist so naheliegend wie die Quadratur des Kreises, da sich beide Kriegsparteien existenziell bedroht sehen und voll auf die militärische Kampfkraft setzen (“Frieden durch Stärke”). Eine Ausdehnung des Schlachtfelds auf den ganzen Kontinent ist unter diesen Voraussetzungen die wahrscheinlichere Perspektive ale ein Waffenstillstand und eine friedliche Nachkriegsordnung, in der westliche und russische Sicherheitsinteressen ausbalanciert sind.
    In Anbetracht des anhaltenden Diplomatieversagens, der unvereinbaren Positionen, des gegenseitigen Hasses und des kollektiven Kriegsrausches liegt eine Eskalation zum Atomkrieg im Bereich des Möglichen.
    Böse Zungen behaupten, dass die Grünen für einen Weltkrieg sind, weil der nukleare Winter das Klima rettet und die ökologisch nicht nachhaltige Wegwerfgesellschaft beseitigt.

    Antworten

    • Regrets
      29. Mai 2025 @ 17:31

      Die Wut oder Verzweiflungsrede -wie man es auch immer bewerten will- war schon 07 und nicht erst 2008 als man mehr als ein Jahr Zeit hatte sie sacken zu lassen und sich George W. Bush’s Eskalationspolitik mit Ukraine und Georgienaufnahme trotzdem nicht standhaft erwehrte sondern letztlich den faulen Merkel Kompromissweg wählte.
      Wäre wirklich interessant geworden, ob Schröder, der Unter- und Mittelschichtenverräter dort standhaft geblieben wäre und wie sich eine Regierung unter ihm während der Bankenkrise verhalten hätte.
      We’ll never know.

      Antworten

  • KK
    29. Mai 2025 @ 12:09

    “P.S. Selenskyj hat den Karlspreis schon 2023 bekommen. Was soll er also noch in Aachen?”

    Ist das kein Wanderpokal? Man darf den für immer und ewig behalten – also wie zB die EU ihren “Friedensnobelpreis”?

    Antworten

  • Wunderlich
    29. Mai 2025 @ 11:14

    Die letzten Preisverleihungen in DE, Karlspreis, Preis des deutschen Buchhandels,… sollte man überhaupt nich mehr erwähnen. Das ist so ähnlich, als würde eine Ratte mit gestohlenem Geld einer anderen Ratte etwas zum Fressen hinschieben. Sollen sie sich gegenseitig mit Lametta behängen und Drogenpartys feiern, mich aber in Ruhe lassen mit dem inhumanen Mist, die Abscheu wird mit jeder Meldung größer.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/kriegsangst-selenskyj-sagt-karlspreis-teilnahme-ab/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Veteranentag? Wir feiern eure Kriege nicht!

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 30. Mai 2025, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 30.05.2025


    Veteranentag? Wir feiern eure Kriege nicht!


    Auf die Straße gegen Aufrüstung und Kriegsverherrlichung! Am 15. Juni wird zum ersten Mal der neu eingeführte »Nationale Veteranentag« zelebriert. Mithilfe eines familien- und volksfestartigen Charakters sollen uns Krieg und Militär schmackhaft gemacht werden. Denn: Waffen allein reichen nicht aus.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/veteranentag-wir-feiern-eure-kriege-nicht/


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    Klassenkampf im Grünbezirk


    Nennen wir ihn Franz. Franz wirkt – mal mehr, mal weniger hoffend – seit Jahren auf einen „Wandelfonds“ hin. Diverse Anläufe gingen mit schmerzlicher Regelmäßigkeit schief. Franz zählt sich mit gutem Grund zur „Wandelbewegung“ und macht sich mit mindestens ebenso&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/klassenkampf-im-gruenbezirk/


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    Eine dringende Nachricht von den Combatants for Peace und anderen Organisationen


    In den letzten Tagen hat Israel seine Angriffe auf Gaza verstärkt, nachdem es über zehn Wochen lang jegliche Lieferungen von Hilfs- und anderen Gütern in den Gazastreifen blockiert hatte. Die jüngste Erklärung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, wonach Israel „eine&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/eine-dringende-nachricht-von-den-combatants-for-peace-und-anderen-organisationen/


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    Julian Assange in Cannes – „Wenn Kriege durch Lügen entfacht werden können, kann der Frieden durch die Wahrheit gebracht werden.“


    Dieses berühmte Assange-Zitat zeigt sehr deutlich, worum es dem WikiLeaks-Gründer in all seinen Aktionen geht: um eine friedlichere Welt. So wundert es nicht, dass Julian Assange vergangene Woche beim Filmfest in Cannes mit einer politischen Nachricht auftrat, die ihn schon&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/julian-assange-in-cannes-wenn-kriege-durch-luegen-entfacht-werden-koennen-kann-der-frieden-durch-die-wahrheit-gebracht-werden/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.05.2025

    Welchen Status können Pufferzonen erhalten?

    freedert.online, 30 Mai 2025 06:30 Uhr, Von Sergei Mirkin

    Sollte entlang der gesamten Grenze zwischen Russland und der Ukraine eine Pufferzone eingerichtet werden, würde sie die Gebiete Charkow, Sumy, Tschernigow, Dnjepropetrowsk und Nikolajew umfassen. Das würde Hunderttausende Menschen betreffen. Was wird mit ihnen geschehen?


    Welchen Status können Pufferzonen erhalten?© Foto: PantheraLeo1359531Ta 

    fel: Deutsch-Deutsches Museum

    Mödlareuth, CC BY 4.0 , via Wiki

    media Commons


    Ehemalige deutsch-deutsche Grenze, Museum bei Mödalreuth



    Der russische Präsident Wladimir Putin hat erklärt, dass das russische Militär sich auf die Schaffung einer Sicherheitszone entlang der gesamten Grenze zur Ukraine konzentriere.

    Sollten die Friedensverhandlungen scheitern und der Konflikt fortgesetzt werden, könnte dies ein wirksames Mittel zum Schutz der russischen Grenzgebiete vor Angriffen der ukrainischen Streitkräfte sein.


    Neue Front: So endeten die Verhandlungen in Istanbul





    Meinung

    Neue Front: So endeten die Verhandlungen in Istanbul






    Expertenschätzungen zufolge würde die Pufferzone in einer Entfernung von 60 bis 80 Kilometern von der russischen Grenze verlaufen. Angesichts der Tatsache, dass Drohnen mit einer Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern derzeit die wichtigste Schlagwaffe der ukrainischen Streitkräfte sind, wäre möglicherweise eine tiefere Pufferzone für die Stationierung eines Luftabwehrsystems erforderlich, um die Möglichkeit der Ukraine, Angriffe auf russisches Territorium durchzuführen, auf ein Minimum zu reduzieren.

    Sollte entlang der gesamten Grenze zwischen Russland und der Ukraine eine Pufferzone eingerichtet werden, würde sie die Gebiete Charkow, Sumy, Tschernigow, Dnjepropetrowsk und Nikolajew umfassen. Und dabei handelt es sich nicht nur um Dörfer oder kleine Ortschaften – denn beispielsweise liegen zwischen der Stadt Sumy und der Grenze zu Russland weniger als 30 Kilometer, was es den ukrainischen Streitkräften ermöglicht, Russland sogar mit dem alten Mehrfachraketenwerfer "Grad" anzugreifen. Laut ukrainischen Statistiken leben in dieser Stadt mehr als 250.000 Einwohner (in Wirklichkeit sind es natürlich weniger, man kann von 100.000 bis 150.000 ausgehen). Bei der Einrichtung einer Pufferzone in einer Entfernung von etwa 60 bis 100 Kilometern von der Grenze wären somit Hunderttausende Einwohner dieser Gebiete davon betroffen.

    Welchen rechtlichen Status werden diese Gebiete und ihre Bewohner haben? Dazu gibt es mehrere mögliche Optionen.

    Entmilitarisierte Zone

    In diesem Gebiet würden die ukrainischen Staatsbehörden erhalten bleiben und ukrainische Gesetze gelten, aber die Stationierung ukrainischer Streitkräfte oder jeglicher Waffensysteme wäre verboten. Das Tragen von Waffen wäre nur der Polizei gestattet, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung zuständig wäre. In den Gebieten wären Inspektoren aus Russland und neutralen Ländern tätig, die darüber wachen müssten, dass Kiew dem Status dieser Gebiete als demilitarisierte Zone nachkommt.


    Reuters: Russland zieht Nahostländer für Ukraine-Gespräche vor





    Reuters: Russland zieht Nahostländer für Ukraine-Gespräche vor






    Der Vorteil dieses Modells bestünde darin, dass Russland keine Verantwortung für die Bevölkerung in diesen Gebieten übernehmen müsste. Der größte Nachteil wäre, dass Inspektoren und Beobachter dieses Gebiet nicht vollständig kontrollieren könnten, sodass der Einsatz von Kampfdrohnen oder die Nutzung der Grenzzone für das Eindringen von Diversionsgruppen in russisches Hoheitsgebiet möglich wäre.

    Als Alternativoption könnte die Entsendung einer Friedenstruppe in die Pufferzone in Betracht gezogen werden. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit ausländische Soldaten bereit wären, aktiv gegen ukrainische Saboteure und Drohnenpiloten vorzugehen. Und würden sie nicht selbst eine Gefahr für die Sicherheit Russlands darstellen?

    Dieses Modell kommt nur dann in Betracht, wenn Russland und die Ukraine ein umfassendes Friedensabkommen mit klarer Festlegung des Status der entmilitarisierten Zone treffen. Dies wäre nur dann möglich, wenn die Ukraine ihre Niederlage anerkennt und in Kiew vernünftige Menschen an die Macht kommen. Das Modell könnte nur dann effektiv funktionieren, wenn russische Truppen und Geheimdienste dauerhaft in der Pufferzone stationiert wären.

    Militärverwaltung

    Die russische Armee würde die Kontrolle über die Gebiete der Pufferzone übernehmen, in denen Militärverwaltungen zur Ausübung der Exekutiv- und Justizgewalt eingerichtet würden. Der größte Nachteil dieses Modells liegt in der Schwierigkeit, die Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung herzustellen. Diese Menschen waren jahrzehntelang ukrainischer Propaganda ausgesetzt, und es wird ein hartes Stück Arbeit, ihr Vertrauen zu gewinnen und zu erreichen, dass diese Menschen Russland mit Sympathie begegnen.


    Saluschny sieht keine Hoffnung auf Rückkehr zu Grenzen der Ukraine von 1991





    Saluschny sieht keine Hoffnung auf Rückkehr zu Grenzen der Ukraine von 1991






    In diesen Gebieten müsste ein Verwaltungsapparat zur Unterstützung der Infrastruktur geschaffen werden, und es müssten Büroangestellte für jede Position sowie Mechaniker und Elektriker für jeden Notdienst rekrutiert werden – all diese Fachkräfte kann man schließlich nicht aus Russland anwerben. Die Einheimischen würden jedoch davor zurückschrecken, in russischen Strukturen zu arbeiten: Im Falle einer Rückkehr der ukrainischen Behörden könnten sie verhaftet oder sogar getötet werden. De jure gelten sie nämlich als Bürger der Ukraine. Die Menschen wären zwischen der Notwendigkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und der Angst um ihre Zukunft hin- und hergerissen.

    Die ukrainischen Geheimdienste würden in diesen Gebieten Schläferzellen und Sabotagegruppen im Einsatz lassen, zu deren Aufdeckung die russische Spionageabwehr die Hilfe der lokalen Bevölkerung benötigen würde. Damit die Menschen keine Angst haben, mit der Militärverwaltung zusammenzuarbeiten und den russischen Geheimdiensten zu helfen, müsste ihnen Gewissheit und Hoffnung für die Zukunft angeboten werden.

    Gründung von Republiken

    Um die Beziehungen zur lokalen Bevölkerung zu verbessern, würden die Militärverwaltungen aus den Reihen angesehener Bürger eine Art Bürgerrat bilden. Die in der Pufferzone lebenden Menschen würden nach einem vereinfachten Verfahren die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Nach einiger Zeit würden Wahlen zu lokalen Räten abgehalten, die dann Exekutivkomitees bilden, um die Militärverwaltungen abzulösen. Das Rechtssystem dieser Gebiete sollte an das russische angepasst werden.

    Im Laufe der Zeit würde die überwiegende Mehrheit der Einwohner dieser Gebiete die russische Staatsbürgerschaft annehmen. Die Räte und Exekutivkomitees würden sich an Russland wenden und um die Aufnahme in die Russische Föderation bitten, um die Rechte und Interessen der Einwohner dieser Gebiete zu schützen. Und genau das würde passieren.

    Föderalisierung der Ukraine

    Die Pufferzonen würden zwar geschaffen und lokale Verwaltungsorgane gebildet, und die Menschen bekämen mehrheitlich die russische Staatsbürgerschaft, aber angesichts der geopolitischen Lage würden diese Gebiete nicht in die Russische Föderation eingegliedert werden. Gleichwohl müsste für die Zukunft der Bewohner dieser Gebiete gesorgt werden.


    Hilfe! Frieden droht! Antwort des Westens: Sanktionen!





    Meinung

    Hilfe! Frieden droht! Antwort des Westens: Sanktionen!






    Im Rahmen der Verhandlungen mit der Ukraine würde Russland eine weitgehende Autonomie für die betreffenden Gebiete fordern, darunter die Direktwahl der lokalen Führung durch die Bevölkerung, die Wählbarkeit von Richtern, grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Russland, das Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft und den Verzicht Kiews auf die Auferlegung einer humanitären Politik für diese Gebiete sowie den Abschluss eines Haushaltsabkommens zwischen Kiew und den lokalen Behörden.

    Angesichts der Schwächung der zentralen ukrainischen Macht nach der militärischen Niederlage gegen Russland würden auch andere ukrainische Regionen mehr Rechte in den Bereichen Politik und Finanzen für sich erkämpfen. Es käme zu einer Dezentralisierung des ukrainischen Staates, und ohne die Bezeichnung "unitarisch" zu ändern, würde die Ukraine de facto zu einer Föderation.

    Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 27. Mai 2025 zuerst auf der Webseite der Zeitung Wsgljad erschienen.

    Sergei Mirkin ist ein Journalist aus Donezk.


    Mehr zum ThemaPufferzone soll ukrainischen Streitkräften die Hände binden


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    Info: https://freedert.online/russland/246249-welchen-status-koennen-pufferzonen-erhalten/


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    30.05.2025

    Stimmung kippt: Die Ukraine wird ganz Europa lästig

    freedert.online, 30 Mai 2025 06:00 Uhr, Von Geworg Mirsajan

    Aus Europa kommen immer mehr Signale, dass die einheimische Bevölkerung und die Eliten beginnen, die Ukraine nicht als Vorposten gegen Russland, sondern als ständige Problem- und Sorgenquelle zu betrachten. Das zeigen soziologische Umfragen und vor allem die Äußerungen und Handlungen europäischer Politiker, vor allem aus den unmittelbaren Nachbarländern der Ukraine.


    Quelle: Gettyimages.ru © Oleksii Chumachenko/SOPA Images/LightRocket


    Symbolbild: Ansicht von Kiew


    Die überwiegende Mehrheit der Betrugsmanipulationen im postsowjetischen Raum komme aus der Ukraine. Dies erklärte der Leiter des weißrussischen Finanzgeheimdienstes Dmitri Sacharow.

    Und jeder Russe, der jemals vom "Sicherheitsdienst der russischen Zentralbank" – das heißt von Callcentern in Dnjepropetrowsk – angerufen wurde, wird ihm zustimmen. Der ukrainische Staat stellt für die Bewohner Russlands schon lange eine ständige Bedrohung dar, und das nicht nur wegen der aktuellen Feindseligkeiten.


    Euraktiv: 4,3 Millionen ukrainische Flüchtlinge in der EU sollen anderen Aufenthaltsstatus bekommen





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    Eine Zeit lang schien es, als würde die Ukraine in Europa anders behandelt. Europa stellte fast 150 Milliarden Euro zur Unterstützung des Kiewer Regimes bereit, und die Ukrainer betrachten die EU als ihren wichtigsten Förderer und Verteidiger – dies gilt umso mehr nach dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Während etwa zwei Drittel der Ukrainer glauben, dass die USA ihrer überdrüssig seien und die US-Unterstützung nachlassen werde, ist der gleiche Anteil der Ukrainer – zwei Drittel – überzeugt, dass Europa ihnen so lange wie möglich helfen werde.

    Derzeit kommen jedoch aus europäischen Ländern Signale, die für das Regime in Kiew – und auch für die ukrainische Bevölkerung insgesamt – sehr unangenehm sind. So erklärte Karol Nawrocki, Präsidentschaftskandidat der rechtsgerichteten Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Polen, dass er im Falle seines Sieges in der zweiten Wahlrunde (die für den 1. Juni angesetzt ist) niemals die Ratifizierung der Dokumente über den NATO-Beitritt der Ukraine unterstützen werde. Und ohne die Unterschrift des polnischen Präsidenten würde es keine polnische Zustimmung zur Mitgliedschaft und somit auch keine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine geben.

    Die ukrainischen Offiziellen waren natürlich empört und sagten, dass der Beitritt ihres Landes zur NATO auch für Warschau selbst von Vorteil sei. So erklärte der Botschafter des Kiewer Regimes in Polen Wassili Bodnar: "Dies wird zu Polens Sicherheit beitragen, da die Ostgrenze besser geschützt sein wird. Der Entschluss, der Ukraine irgendwelche Rechte zu verweigern oder einzuschränken, ist inakzeptabel, da es sich um eine Existenzfrage für die Ukraine handelt."

    Die polnischen Behörden schienen sich auf ihre Seite zu stellen und gingen sogar noch weiter – sie beschuldigten den "antiukrainischen" Präsidentschaftskandidaten Nawrocki, im Interesse des Kreml zu handeln. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sagte bei dieser Gelegenheit: "Putins erste und wichtigste Forderung gegenüber der Ukraine und dem Westen besteht in einem Verbot des ukrainischen NATO-Beitritts. Nawrocki hat diese Forderung soeben freiwillig unterzeichnet. Als Nächstes werden die Kapitulation und die Teilung der Ukraine folgen. Auch das wird er unterzeichnen. Das ist für Polen existenzbedrohend."


    Westukrainer: Keine Flüchtlinge, sondern Privilegierte






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    Doch zugleich beschloss Tusk nun, die ukrainische Wirtschaft endgültig zu ruinieren, und setzte sich für die Aufhebung der im Juni 2022 eingeführten zollfreien Einfuhr ukrainischer Waren in die EU ein. Vor den Abgeordneten des polnischen Sejm erklärte Tusk: "Drei oder vier Monate waren genug, um zu erkennen, dass dieser Mechanismus keinen Sinn ergibt, dass er die Stabilität des polnischen Marktes bedroht. Und es war notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Mechanismus zu blockieren. (…) Wir haben jeden Tag Tausende mit Getreide gefüllter Waggons nach Polen fahren sehen, aber ihr habt vor den Kameras gesagt, dass alles in Ordnung sei."

    Mit anderen Worten: Der Ukraine wird der zollfreie und unbegrenzte Zugang zum europäischen Markt verwehrt, obwohl genau das den Maidan-Demonstranten 2013 versprochen wurde. Während also Europa dem Kiewer Regime immer noch Geld für den Krieg und die Ernährung zu geben bereit ist, zeigt es keine Bereitschaft mehr, ukrainische Waren zu erwerben, das heißt, die ukrainische Industrie und Landwirtschaft zu unterstützen.

    Solche harten antiukrainischen Schritte des polnischen Establishments lassen sich durch die Müdigkeit der polnischen Bevölkerung sowohl gegenüber der Ukraine als auch gegenüber den Ukrainern als solchen erklären.

    Dies liegt zum einen am Verhalten Hunderttausender ukrainischer Flüchtlinge, die mit ihrem Verhalten und ihren Ansichten (z. B. Der Unterstützung der Bandera-Ideologie) die polnische Gesellschaft verärgern. Zum anderen liegt es am Verhalten des Kiewer Regimes, das Polen nicht einmal mehr um eine Erhöhung der Finanz- und Militärhilfe bittet, sondern diese sogar fordert.


    Medien: Polen kürzt staatliche Leistungen für Ukrainer





    Medien: Polen kürzt staatliche Leistungen für Ukrainer







    Diese Forderung richtet sich im Übrigen nicht nur an Polen, sondern auch an andere EU-Länder, die – wie Warschau – daraufhin eine zunehmende Abneigung gegen die Ukraine und die Ukrainer zeigen. So wird beispielsweise jedes vierte Hassverbrechen in der Tschechischen Republik gegen Ukrainer begangen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass ukrainische Flüchtlinge fast fünf Prozent der tschechischen Bevölkerung ausmachen. Außerdem erhalten sie Sozialleistungen und tragen zum Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt bei, was zu einer Verschlechterung des Lebensstandards der einheimischen Bevölkerung führt.

    Ungarn und die Slowakei bringen regelmäßig ihre offensichtliche Verachtung gegenüber der Ukraine zum Ausdruck. Dank antiukrainischer Parolen hätte der rechtsextreme Kandidat George Simion beinahe die Präsidentschaftswahlen in Rumänien gewonnen. Bulgarien weigerte sich, der Ukraine die zuvor versprochenen Kernreaktoren zu verkaufen. Und all dies ist kein bloßer Reflex der lokalen Politikeliten – nein, vielmehr reagieren die Eliten, wenn auch widerwillig, auf die Meinung der Wählerschaft.

    Die Situation in Westeuropa sieht ähnlich aus. Trotz der lautstarken Beteuerungen ihrer Staatsführer, die Ukraine "bis zum Sieg" zu unterstützen, vertritt die Bevölkerung eine etwas andere Meinung. Stand Ende 2024 lassen Meinungsumfragen in westeuropäischen Ländern einen Rückgang der Unterstützungsquote für die Ukraine und die Ukrainer erkennen: in Schweden von 60 Prozent im Februar 2024 auf 50 Prozent im Dezember, in Dänemark von 60 Prozent auf 40 Prozent, in Großbritannien von 55 Prozent auf 36 Prozent und in Deutschland von 40 Prozent auf 28 Prozent.

    Gleichzeitig vertritt die Mehrheit der Bevölkerung in diesen Ländern die Auffassung, dass die Unterstützung für das Kiewer Regime unzureichend sei, wobei sie jedoch keine Erhöhung dieser Unterstützung durch zusätzliche Finanzmittel aus ihrem eigenen Land begrüßen würde. Anders ausgedrückt: "Wir sind für die Unterstützung der Ukraine – aber nicht auf unsere Kosten."


    "Die Schweizer sind reich, aber auch unheilbar dumm" ‒ Eine Ukrainerin über ihren Alltag in Zürich





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    Und dabei geht es nur um die Unterstützung während des Krieges – von der Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine ist nicht einmal die Rede. Die Gesamtkosten für den Nachkriegswiederaufbau und die Rekonstruktion der Ukraine belaufen sich auf mehr als 500 Milliarden US-Dollar über ein Jahrzehnt, was etwa dem 2,8-Fachen des nominalen BIP der Ukraine im Jahr 2024 entspricht. Dem Kiewer Regime fehlt dieses Geld, und wenn es es nicht auftreibt, verwandelt sich der Raum der Nachkriegsukraine in eine Brutstätte der Kriminalität und Instabilität, in der ukrainische Militärs die Hauptrolle übernehmen.

    Der polnische Präsident Andrzej Duda beschreibt den weiteren Verlauf der Situation wie folgt: "Sie werden in ihre Dörfer und Städte zurückkehren, wo sie zerstörte Häuser, zerstörte Betriebe, zerstörte Fabriken, keine Arbeit und keine Perspektiven vorfinden werden." Und es ist nicht auszuschließen, dass diese Menschen ihr Geld durch illegale Geschäfte – beispielsweise den Waffenexport nach Europa – verdienen werden. Oder sie exportieren sich selbst dorthin und bringen neue kriminelle Praktiken in die organisierte Kriminalität Europas ein.

    Es versteht sich von selbst, dass eine solche Ukraine nicht nur in der EU, sondern auch in der NATO nicht willkommen ist. Dmitri Ofizerow-Belski, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, erklärt der Zeitung Wsgljad: "Wir vergessen, dass die Ukraine ein Ballastland ist. Ihr wirtschaftlicher Zustand ist beklagenswert, der Degradierungsprozess dauerte sehr lange und beschleunigte sich im Zuge der militärischen Spezialoperation. Es ist sehr schwierig, sich eine Situation vorzustellen, in der die Ukraine ihre Remilitarisierung – die von NATO-Mitgliedern verlangt wird – realisieren könnte. Und im Übrigen wäre es falsch, die Allianzdisziplin noch abzuschwächen, wenn einigen Ländern ohnehin schon die Mittel fehlen, um in die Sicherheit zu investieren."

    Und das entspricht zweifellos nicht dem Zukunftsbild, das der damalige Präsidentschaftskandidat Wladimir Selenskij dem Land im Jahr 2019 gezeichnet hatte. Der "frischgebackene Messias" und "Diener des Volkes" hatte eine auf Europa ausgerichtete Ukraine verkündet, die mit offenen Armen in die euroatlantischen Strukturen aufgenommen würde. Er hatte eine "faire Ukraine" versprochen, in der alle eine gute Zukunft und Perspektiven haben würden, sowie eine "friedliche" Ukraine, in der der Bürgerkrieg beendet und die Minsker Vereinbarungen umgesetzt würden, woraufhin der Osten und der Westen des Landes in Harmonie miteinander leben würden.


    Hilfsgelder als Mittel: Plant Washington Massenrückführung von Ukrainern?





    Hilfsgelder als Mittel: Plant Washington Massenrückführung von Ukrainern?






    In Wirklichkeit verhielt es sich jedoch genau umgekehrt. Während der sechsjährigen Präsidentschaft Selenskijs verwandelte sich die Ukraine endgültig in einen gescheiterten Staat mit Naziideologie und Diktatur. Mit Terror und Gewalt anstelle auch nur des Anscheins von Volksherrschaft. Mit Parolen über die Fortsetzung des sinnlosen Krieges bis zum letzten Ukrainer.

    Aus diesem Grund floh ein Drittel der Bevölkerung aus der "hellen ukrainischen Gegenwart" nach Europa. Nun, nach drei Jahren uneingeschränkter und bedingungsloser Unterstützung, beginnen nicht nur die unmittelbaren Nachbarländer der Ukraine im Westen, sondern auch andere EU-Länder, das wahre Wesen des Kiewer Regimes zu erkennen und Signale zu senden, dass Europa eine solche Ukraine wirklich nicht braucht. Denn kein normaler Staat braucht eine ständige Problemquelle an seinen Grenzen.

     Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 27. Mai 2025 zuerst auf der Homepage der Zeitung Wsgljad erschienen.


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    Screenshot_2025_05_30_at_07_19_55_Stimmung_kippt_Die_Ukraine_wird_ganz_Europa_l_stig_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6twctx-tusk-ber-wiederaufbau-der-ukraine-wollen-helfen-aber-auch-daran-verdienen.html Dauer 1:17 min


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