24.06.2025

Mylaeus: Stellvertreterkrieg Israels gegen BRICS  (Korrektur)

seniora.org, 22. Juni 2025, 22.06.2025 Von Dr. Andreas Mylaeus - übernommen von voicefromrussia.ch

Israel trachtet nicht nur danach, Grossisrael zu errichten, sondern setzt gleichzeitig die Gesamtstrategie der angelsächsischen Weltbeherrschung um: die Zerstörung von BRICS und die Verhinderung der Integration Eurasiens.

Screenshot_2025_06_23_at_09_50_59_Mylaeus_Netanjahu_the_new_Middle_east_1_281de101.webp_WEBP_Grafik_768_432_Pixel_

Quelle: commondreams.org


Einleitung Dieser Krieg ist die Umsetzung und Fortsetzung einer jahrzehntelangen Strategie des Westens gegen den Iran, deren Verwirklichung einem Drehbuch folgt, das sich in zahlreichen Dokumenten massgeblicher amerikanischer Thinktanks nachvollziehen lässt.

Trotzdem wird weithin über diesen Krieg so berichtet, als handele es sich dabei um die Aktivität eines einzelnen Wahnsinnigen, wenn auch mit westlicher Unterstützung. Israels Ministerpräsident Netanjahu habe im Nahen Osten einen neuen Krieg vom Zaun gebrochen, indem er den Iran angegriffen habe, während dieser mit den USA über sein Atomprogramm verhandelt habe. Es sei an der Zeit, Netanyahu zu stoppen, so etwa der Anti-Spiegel unter der Überschrift „Wer stoppt den Irren endlich?

Auch andere namhafte Beobachter des Weltgeschehens wie M. K. Bhadrakumar, gehen davon aus, Donald Trump sei an einer «konstruktiven Annäherung» an den Iran interessiert und sehe sich durch Natanyahu daran gehindert.

Sogar der deutsche Bundeskanzler spricht davon, dass „Israel die Drecksarbeit für uns macht“ und die deutsche Presse bejubelt ihn dafür.

In diesem Artikel zeigen wir auf, dass dieser Krieg nicht von Israel entgegen den „friedlichen Absichten“ der USA oder gar gegen deren Willen losgetreten worden ist, sondern sich nahtlos in die Strategie der angelsächsischen Politik gegenüber dem Iran seit 1953 einreiht. Dabei ziehen wir Experten zu Rate und haben für Sie Strategiestudien amerikanischer Think Tanks analysiert.

Die aktuellen Vorwände für den Krieg gegen den Iran: Ein alter Hut

Präemtivangriff

Die vom Westen propagierte Version lautet, Israel mache mit diesem Angriff präemptiv von seinem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch, weil ein atomar bewaffneter Iran das Existenzrecht Israels in Frage stelle.

Allerdings ist eine solche präemptive Selbstverteidigung völkerrechtlich nur als Gegenmaßnahme bei einem unmittelbar bevorstehenden Angriff zulässig, wenn die Bedrohung klar, konkret und unmittelbar ist („caroline case“-Kriterium: „instant, overwhelming, and leaving no choice of means, and no moment for deliberation“   – „sofort, überwältigend und ohne Wahlmöglichkeit und ohne Zeit zum Nachdenken“).

Wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen, handelt es sich völkerrechtlich im einen Verstoss gegen das Gewaltverbot (Artikel 2 Absatz 4 der UNO-Charta).

Angebliche Verletzung von Atomaufsichtsregeln als fauler Vorwand

Das Narrativ, auf das sich der Westen stützt, lautet wie folgt:

Ein Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), der am Samstag, den 14. Juni 2025, an die Mitgliedstaaten verschickt wurde, besagt, dass Irans Vorrat an auf bis zu 60 Prozent angereichertem Uran um etwa die Hälfte auf 408,6 kg gestiegen sei. Nach Schätzungen der IAEO reiche diese Menge an Uran, wenn es auf 90 Prozent angereichert werde, für neun Atomwaffen.

Ein zweiter Bericht behauptet, dass der Iran vor Jahrzehnten an drei Orten geheime nukleare Aktivitäten mit Material durchgeführt habe, was der UN-Atomaufsichtsbehörde nicht gemeldet worden sei.

Unter Berufung auf die Ergebnisse dieser Berichte haben die westlichen Mächte mit ihrer Mehrheit bei der Sitzung der IAEO am 12. Juni 2025 eine Resolution verabschiedet, in der Iran offiziell wegen Verstößen gegen seine Safeguards-Pflichten gerügt wurde. Das Abstimmungsergebnis sah wie folgt aus: 19 Stimmen für die westliche Resolution, 3 Stimmen dagegen (Russland, China und Burkina Faso), 11 Enthaltungen, 2 Mitglieder nahmen nicht teil oder stimmten nicht ab.

Die IAEO ist eine vom Westen dominierte Institution mit stark ideologisch geprägten Strukturen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Iran tatsächlich Regeln der IAEO verletzt hat.

Aber selbst wenn diese   – zum Teil nach eigener Aussage der Antragsteller für die Resolution seit Jahren zurückliegenden   – angeblichen Vertragsverstösse bestätigt wären, würde das nie und nimmer ausreichen, von einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung des Iran gegenüber Israel ausreichen, die Israel zu einem Präemptivschlag berechtigen würden.

Netanjahu   – Chef-Hetzer gegen den Iran seit 30 Jahren

Im Auftrag des Westens geht Netanyahu mit der dreißigjährigen Propaganda hausieren, der Iran wolle Israel mit der Atombombe auslöschen. Im Bild, Netanjahu an einer seiner zahllosen Auftritte, hier bei der UN-Generaldebatte im Juni 2025:

Screenshot_2025_06_23_at_09_49_41_Seniora.org_Mylaeus_Stellvertreterkrieg_Israels_gegen_BRICSNatanyahu vor der UNO, Quelle: houstonchronicle.com


Dieses Propagandatrommelfeuer ist ein uralter Hut. Seit Jahrzehnten steht dieses Doomsday-Szenario „unmittelbar bevor“.

Hier ist die Liste der wiederholten Behauptungen «Iran ist kurz vor der Atombombe»

JahrBehauptungPrognostizierter Zeitraum
1984Deutscher Geheimdienst: Iran könnte innerhalb von 2 Jahren eine Atombombe bauen1986
1992Der israelische Abgeordnete Benjamin Netanjahu: Iran wird in 3  –5 Jahren eine Bombe haben1995  –1997
1995US-Außenminister Warren Christopher: Iran bald mit nuklearer Fähigkeit„Innerhalb von 5 Jahren“ → 2000
1996Israels Premierminister Schimon Peres: Iran wird bis 1999 Atomwaffen besitzen1999
2003Israelischer Militärgeheimdienst: Iran könnte bis 2005 eine Bombe haben2005
2006US-Geheimdienstbericht (NIE): Iran ist 5  –10 Jahre von der Bombe entfernt2011  –2016
2009Israels Premier Netanjahu: Iran ist „ein bis zwei Jahre entfernt“2010  –2011
2010US-Verteidigungsminister Robert Gates: Iran könnte bis 2011 eine Bombe haben2011
2012Netanjahu vor der UNO: Iran könnte in 6  –12 Monaten eine Bombe bauen2013
2013Israelische Offizielle: Iran 1  –2 Monate vom „Breakout“ entfernt2013  –2014
2015Gegner des Atomabkommens behaupten, Iran sei 2  –3 Monate von der Bombe entfernt2015  –2016
2018Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen: Israel warnt erneut, Iran sei binnen eines Jahres so weit2019
2021US-Beamte: Irans „Breakout“-Zeit auf 2  –3 Monate gesunken2021
2023IAEA: Iran hat genug Uran für „mehrere Bomben“, wenn es weiter angereichert wirdImplizit: <1 Jahr

Iran hat keine Bombe und baut auch keine

Hier ist ein Auszug aus dem offiziellen Transkript von Tulsi Gabbards (Director of National Intelligence   – DNI) Zeugenaussage vor dem Senatsausschuss für Geheimdienste (Senate Select Committee on Intelligence), gehalten am 25. März 2025 im Rahmen der Annual Threat Assessment der US‑Nachrichtendienste:

“The Intelligence Community continues to assess that Iran is not building a nuclear weapon and Supreme Leader Khamenei has not authorized the nuclear weapons program that he suspended in 2003. We continue to monitor closely if Tehran decides to reauthorize its nuclear weapons program.“

Tulsi Gabbard   – 25. März 2025

Übersetzung:

„Die Intelligence Community geht weiterhin davon aus, dass der Iran keine Atomwaffen baut und dass der Oberste Führer Khamenei das 2003 ausgesetzte Atomwaffenprogramm nicht wieder genehmigt hat. Wir beobachten weiterhin aufmerksam, ob Teheran beschließt, sein Atomwaffenprogramm wieder aufzunehmen.“

Tulsi Gabbard   – 25. März 2025

Die US-Geheimdienstgemeinschaft (Intelligence Community) ist ein Zusammenschluss von 18 separaten Regierungsorganisationen, die sowohl unabhängig als auch gemeinsam Geheimdienstaktivitäten zur Unterstützung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten durchführen. Tulsi Gabbard steht dieser Behörde vor.

Das war eine klare, unter Eid abgegebene Aussage jener Person (Tulsi Gabbard), auf welche sich der amerikanische Präsident bei seiner Entscheidfindung verlassen muss. Von einer klaren, konkreten und unmittelbaren Bedrohung kann also keine Rede sein.

Wie vor dem Irakkrieg 2003   – die Geschichte wiederholt sich

Diese Taktik wurde auch 2002/2003 angewendet, um eine Rechtfertigung für den Angriff auf den Irak zu schaffen, von dem die USA behaupteten, er verfüge über Massenvernichtungswaffen.

Screenshot_2025_06_23_at_09_48_09_Seniora.org_Mylaeus_Stellvertreterkrieg_Israels_gegen_BRICSMärchenstunde mit Colin Powell   – wird es nochmals funktionieren?


Heute wissen wir, dass dies eine Lüge war, aber die Propaganda war wirksam, um in den USA und Europa Unterstützung für die Invasion des Irak zu gewinnen. Heute erleben wir ähnliche Bemühungen, nur dass diesmal der Iran fälschlicherweise beschuldigt wird, Uran anzureichern, um eine Bombe zu bauen. Die Lüge über die Massenvernichtungswaffen im Irak hat, genau wie die aktuellen Verleumdungen gegen den Iran, nur einen Zweck: militärische Maßnahmen zu rechtfertigen, um einen Regimewechsel zu erreichen.

Wenn jemand zur atomaren Abrüstung gezwungen werden sollte, dann wäre dies Israel

Diese vorbeschriebene Armageddon-Propaganda ist in ihrer Verlogenheit und in ihrer Doppelmoral nicht zu überbieten. Wenn es wirklich darum ginge, die westasiatische Region tatsächlich atomwaffenfrei zu machen   – woran vor allem die Iraner ein überlebenswichtiges Interesse haben   – würde man bei Israel beginnen. Israel hat zwar offiziell nie zugegeben, Atomwaffen zu besitzen, verfolgt aber seit Jahrzehnten eine Politik der «nuklearen Ambiguität» (nuclear opacity), das heisst: Es wird weder bestätigt noch dementiert, dass man Atomwaffen hat. Trotzdem geht die Fachwelt davon aus, dass Israel seit den 1960er Jahren über ein beträchtliches nukleares Arsenal verfügt (geschätzt 80  –90 Sprengköpfe). Wer sich in dieses Thema vertiefen möchte, dem seien diese Bücher empfohlen: Seymour Hersh   – «The Samson Option: Israel’s Nuclear Arsenal and American Foreign Policy» (1991); Avner Cohen   – «Israel and the Bomb» (1998); dies ist wohl der wichtigste und fundierteste wissenschaftliche Überblick über Israels Atomwaffenprogramm. Es dokumentiert die Entwicklung des Programms, die Politik der «nuclear opacity» und Situationen wie 1973, in denen nukleare Einsatzbereitschaft hergestellt wurde. Cohen beschreibt eine «nuclear alert» während des Jom-Kippur-Kriegs, die als Abschreckung gegenüber der Sowjetunion und als Signal an die USA zu verstehen ist.

Dass seitens des Westens nicht einmal angedacht wird, Israel zur atomaren Abrüstung zu zwingen zeigt, dass dieses Argument ein Scheinargument gegenüber einem Land als dem Iran ist, der nach der übereinstimmenden Aussage sämtlicher US Gemeindienste keine Atomwaffen hat oder bauen will bzw. kurzfristig bauen kann.

Hat Netanjahu tatsächlich mit seinem Angriff auf den Iran eine konstruktive Annäherung der USA an den Iran sabotiert?

Verhandlungen der USA mit dem Iran   – eine reine Mafia-Scharade

Wie vorstehend erwähnt, gehen viele dem amerikanischen Propagandamärchen auf den Leim, Netanyahus Israel habe mit seinem Angriff auf den Iran versucht, die von der Trump Administration ins Werk gesetzte „konstruktive Annäherung“ an den Iran zu sabotieren und die USA hätten vor dem Angriff auf den Iran ehrlich versucht, die vorgenannten Probleme der atomaren Bewaffnung des Iran auf dem Verhandlungsweg zu lösen.

Allerdings kann hier kaum von „Verhandlungen“ die Rede sein. Originalton von Donald Trump:

Screenshot_2025_06_23_at_09_46_24_trump_I_gave_them_chance_after_chance_870x1024.png_PNG_Grafik_870_1024_Pixel_Skaliert_57_Donald Trump   – 13. Juni

Übersetzung:

«Ich habe dem Iran wiederholt die Möglichkeit gegeben, eine Einigung zu erzielen. Ich habe ihnen in aller Deutlichkeit mitgeteilt, dass sie „es einfach tun“ sollten, aber egal wie sehr sie sich bemühten, egal wie nah sie dem Ziel kamen, sie konnten es einfach nicht erreichen. Ich habe ihnen erklärt, dass es viel schlimmer werden würde als alles, was sie kennen, erwarten oder gehört haben, dass die Vereinigten Staaten bei weitem die besten und tödlichsten militärischen Ausrüstungen der Welt besitzen und dass Israel über einen großen Teil davon verfügt und noch viel mehr erhalten wird   – und dass sie wissen, wie man sie einsetzt. Einige Iranische Hardliner haben mutige Worte gefunden, aber sie wussten nicht, was auf sie zukommt. Sie sind jetzt alle tot, und es wird nur noch schlimmer werden! Es gab bereits viele Tote und große Zerstörungen, aber es ist noch Zeit, dieses Gemetzel zu beenden, denn die nächsten geplanten Angriffe werden noch brutaler sein. Der Iran muss ein Abkommen schließen, bevor nichts mehr übrig ist, und das retten, was einst als das Iranische Reich bekannt war. Keine Toten mehr, keine Zerstörung mehr, HANDELN SIE, BEVOR ES ZU SPÄT IST. Gott segne Sie alle!»

Donald Trump   – 13. Juni

Das war am 13. Juni und hier ist noch der vollständige Wortlaut des Truth Social-Posts von Donald Trump am 17. Juni 2025:

Screenshot_2025_06_23_at_09_45_22_Iran_should_have_trump.png_PNG_Grafik_945_325_Pixel_


Übersetzung:

„Der Iran hätte das „Abkommen“ unterzeichnen sollen, das ich ihm empfohlen habe. Was für eine Schande und Verschwendung von Menschenleben. Ganz einfach gesagt: Der Iran darf keine Atomwaffen haben. Das habe ich immer wieder gesagt! Alle sollten Teheran sofort verlassen!“

Donald Trump   – 17. Juni 2025

Prof. Jeffrey Sachs kommentierte diese Art der „Verhandlungsführung“ bei Judge Napolitano am 13. Juni 2025 wie folgt:

„In unserer heutigen Welt gibt es keine Diplomatie mehr. Es gibt nur noch Krieg und Gewalt, und ich finde das ehrlich gesagt außerordentlich deprimierend. Die Reaktion der USA, Trumps Reaktion macht deutlich, dass dies eine gemeinsame Aktion Israels und der USA war. Trump sagt: ‚Seht ihr, Israel kann euch vernichten. Es wird euch alle töten. Ihr müsst mir zustimmen.‘ Das nennt man Verhandlungen nach US-Art. Das ist eine Art Faschismus. Das ist es, was es ist. Das heißt, wir töten euch, wenn ihr nicht unserer Sichtweise zustimmt.“

Jeffrey Sachs   – 13. Juni 2025

Die Verhandlungen im Mafia-Stil und das ständige Hin- und Her unterschiedlicher Exponenten der Trump-Administration mit widersprüchlichen Aussagen, was in den Verhandlungen erreicht werden müsse, dienten letztlich nur dazu, den Iran von dem bereits geplanten Datum des Kriegsbeginns abzulenken. Offenbar war dies zumindest teilweise erfolgreich.

Bestätigte „Beteiligung“ der USA am Krieg

US‑Außenminister) Marco Rubio hat am 12.  –13. Juni 2025 behauptet, Israel habe die Angriffe auf den Iran unilateral durchgeführt   – also ohne direkte Beteiligung der USA.

„Wir sind nicht an Angriffen gegen den Iran beteiligt, und unsere oberste Priorität ist der Schutz der amerikanischen Streitkräfte in der Region.“

Marco Rubio   – 12. Juni 2025

Weiter warnte er ausdrücklich, Iran sollte keine US‑Interessen oder -Personen ins Visier nehmen.

Die Wahrheit sieht wie folgt aus: Nach einem Bericht der ABC News vom 13. Juni 2025 haben Trump und Netanyahu am Freitag am 13.6.25 telefoniert. Am Vortag hatte Israel mit Dutzenden von Angriffen „Irans Nuklearanlagen“ bombardiert.

Screenshot_2025_06_23_at_09_44_07_Seniora.org_Mylaeus_Stellvertreterkrieg_Israels_gegen_BRICSQuelle: ABC News


Gegenüber dem Reporter von ABC News sagte Donald Trump am 13. Juni folgendes: „Ich finde, es war ausgezeichnet. Wir haben ihnen eine Chance gegeben, und sie haben sie nicht genutzt. Sie wurden hart getroffen, sehr hart. Sie wurden so hart getroffen, wie man nur getroffen werden kann. Und es wird noch mehr kommen, viel mehr.“

Die geopolitische Bedeutung des Iran als Schlüssel für Eurasien

Mackinder und Brzezinski

Dass dieser Stellvertreterkrieg Israels gegen den Iran gleichzeitig ein Krieg gegen die Machtverschiebungen in Eurasien darstellt, gegen die sich die „Einzige Weltmacht“ (Brzezinski) stemmt, zeigt sich bereits an den sattsam bekannten angelsächsischen geopolitischen Interessen.

Schon zu Zeiten des Britischen Weltreichs hat Halford John Mackinder, ein britischer Geograph, Politiker und Geostratege, 1904 mit seiner berühmten „Heartland-Theorie“ das strategische Denken großer Weltmächte geprägt   – bis heute. Seine Grundidee war: «Wer das Heartland kontrolliert, beherrscht die Weltinsel (Eurasien), und wer Eurasien kontrolliert, beherrscht die Welt.» Der Iran liege am Südrand des Heartland-Gebiets, genauer: an der „Inner Crescent“, also am Peripheriegürtel rund um das Heartland. Er sei ein Pufferstaat zwischen Russland (Heartland) und dem Indischen Ozean. Entscheidend sei danach der Zugang zur „Weltinsel“ Eurasien: Wer den Iran kontrolliert, kann den russischen Zugang zum Persischen Golf bzw. zum Indischen Ozean blockieren oder ermöglichen.

Diese Denktradition wurde später vor allem von Zbigniew Brzezinski fortgesetzt. In seinem Grundwerk „The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives“ (1997   – deutsche Version: „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft“) bezeichnet er Eurasien als das Zentrum der Weltmacht. Die USA müssten die Kontrolle über die Schlüsselregionen behalten, um ihre globale Vormachtstellung zu sichern. Brzezinski definiert den Iran als Teil des „geostrategischen Bogens“ vom Nahen Osten bis Zentralasien. Der Iran sei ein geopolitisches Drehkreuz (geopolitical pivot), denn er liege an der Nahtstelle zwischen dem Kaspischen Raum (Rohstoffe), dem Nahen Osten (Energie und Islamismus) und Süd- sowie Zentralasien (post-sowjetischer Raum). Er könne entweder als Brückenkopf oder als Hindernis für US-Einfluss dienen.

Strategiepapiere massgeblicher amerikanischer Thinktanks

Diese Denkweise und die Vorschläge für entsprechende Handlungsanweisungen (Drehbücher) schlagen sich auch in den Strategiepapieren massgeblicher amerikanischer Thinktanks nieder. Wir greifen die drei Wichtigsten heraus: «A Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm» von 1996; „Rebuilding America’s Defenses: Strategy, Forces and Resources for a New Century“ von 2000; WHICH PATH TO PERSIA? Options for a New American Strategy toward Iran von 2009.

Die ersten beiden neokonservativen Strategiepapiere („A Clean Break“ und „Rebuilding America’s Defenses“) wirkten ideologisch richtungsweisend für viele Akteure der Bush-Regierung und darüber hinaus. Ihre Auswirkungen zeigen sich unter anderem in den US-Interventionen in Afghanistan (2001), Irak (2003), Libyen (2011) und Syrien (ab 2011 und jetzt 2025).

Das dritte Strategiepapier „WHICH PATH TO PERSIA?“ zeigt schon im Jahr 2009 die diskutierten Alternativen für das aktuelle Vorgehen der USA und Israels und deren Rollenverteilung im vorliegenden Krieg gegen den Iran. Man sieht hier deutlich die Handschrift und die Vorherrschaft der USA über die aktuellen Ereignisse, bei denen „Bibi“ eine klar ausführende Rolle zugeteilt ist.

A Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm

Dieses Papier vom Juli 1996 wurde für die Israelische Regierung   – insbesondere für Premierminister Benjamin Netanjahu, der kurz zuvor in seiner ersten Wahl zum Israelischen Premierminister gewählt worden war   – verfasst. Es entwirft eine neue außen- und sicherheitspolitische Strategie für Israel. Die Autoren war eine Gruppe neokonservativer US-Strategen unter Leitung von Richard Perle, u. a. auch Douglas Feith, David Wurmser, Meyrav Wurmser vom Institute for Advanced Strategic and Political Studies (IASPS), Jerusalem und Washington D.C.

Ziel und Stoßrichtung des Papiers war ein radikaler Bruch („Clean Break“) mit bisherigen Israelischen Sicherheitsstrategien. Statt auf Kompromisse mit den Palästinensern oder arabischen Nachbarn zu setzen (z. B. Oslo-Friedensprozess), fordert es eine Abkehr von der bisherigen Land-für-Frieden-Politik. Die Oslo-Verträge werden als strategischer Fehler betrachtet. Israel solle keine territorialen Zugeständnisse mehr machen. Es müsse ein «neues strategisches Umfeld» geben. Irak, Syrien und Hisbollah werden als Hauptbedrohungen dargestellt. Ziel ist ein geopolitischer Wandel in der Region zugunsten Israels.

Die Autoren fordern weniger Abhängigkeit Israels von den USA bei der Politikgestaltung und eine offensive Sicherheitspolitik und Präventivschläge. Israels Feinde müssten durch Destabilisierung ihrer Regime zerstört werden. Ein „Regimewechsel“ im Irak wird explizit genannt. Syrien solle durch Druck und Isolation geschwächt werden.

Die Autoren gehörten zur neokonservativen Bewegung in den USA. Viele waren später Mitglieder der Bush-Regierung (2001  –2009) oder deren Umfeld und Verfechter des Irakkriegs 2003.

Rebuilding America’s Defenses: Strategy, Forces and Resources for a New Century

Dieses Dokument, veröffentlicht im September 2000 vom Project for the New American Century (PNAC), ist ein Schlüsseltext der neokonservativen US-Außen- und Sicherheitspolitik kurz vor der Präsidentschaft von George W. Bush. Herausgeber waren Thomas Donnelly (Autor), mit Beteiligung von Neokonservativen wie Paul Wolfowitz, Donald Kagan u. a.

Das Papier entwirft eine Strategie zur Sicherung der globalen Vorherrschaft der USA im 21. Jahrhundert   – durch militärische, technologische und politische Überlegenheit. Die Zentrale Zielsetzung war: „Establishing a Pax Americana“   – eine „Amerikanische Friedensordnung“, gestützt auf unangefochtene militärische Stärke.

Um die globale Dominanz der USA zu sichern, sollten jede Konkurrenz, die regionale oder gar globale Macht erringen könnte, verhindert werden, auch präventiv. Dazu sei eine starke Militärpräsenz in strategischen Regionen (Eurasien, Golfregion, Ostasien) erforderlich. Daraus ergab sich die ausdrückliche Forderung nach der Ausweitung von Militärbasen weltweit.

Um Machtkonkurrenz auszuschalten, werden die Förderung von Regimewechseln und eine Vorwärtsstrategie vorgeschlagen. Der Irak (Saddam Hussein soll entmachtet werden) und der Iran werden mehrfach als Ziele genannt.

Zur Umsetzung dieser Ziele seien eine militärische Aufrüstung, massive Investitionen in neue Technologien wie Raketenabwehr, Cyberwarfare, Weltraumrüstung, insgesamt eine Vervierfachung von Investitionen in „Zukunftskrieg“ erforderlich. Die US-Streitkräfte müssten umgebaut werden, weg von einer „Verteidigungsarmee“ hin zu einer projektionistischen Interventionsarmee, die jederzeit schnell und global militärisch zuschlagen kann, um die Gegner durch einen „katalytischen Schock“ transformieren zu können.

Eine der meistzitierten Passagen aus diesem Papier liest sich wie eine Vorahnung für die Ereignisse von 9/11:

„…the process of transformation is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event — like a new Pearl Harbor.”

„…der Transformationsprozess wird wahrscheinlich langwierig sein, sofern kein katastrophales und katalysierendes Ereignis eintritt   – wie beispielsweise ein neues Pearl Harbor.“

Viele PNAC-Autoren wurden ab 2001 einflussreiche Mitglieder in der Bush-Regierung, die die in diesem Papier dargestellten Strategien und Ziele tatkräftig umgesetzt haben (Paul Wolfowitz wurde Stellvertretender Verteidigungsminister, Donald Rumsfeld wurde US-Verteidigungsminister, Richard Perle wurde Pentagon-Berater und Dick Cheney wurde US-Vizepräsident.

Dass dieses Papier keine reine theoretische Abhandlung war, zeigt sich daran, dass exakt danach verfahren wurde. In einem Interview mit Democracy Now! (2007) berichtete etwa der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber General Wesley Clark, dass ihm kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein Pentagon-Mitarbeiter einen internen Plan gezeigt hat, der vorsah:

„Wir werden sieben Länder in fünf Jahren angreifen   – beginnend mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und schließlich Iran.“

Quelle: Democracy Now!, 2. März 2007
(Auch zitiert im seinem Buch von Wesley Clark «A Time to Lead»)

Dass dieser Plan nach und nach tatsächlich umgesetzt wurde ist bekannt (Afghanistan 2001, Irak 2003, Libyen 2011 und Syrien ab 2011 und jetzt 2025)   – und jetzt ist zuletzt endlich auch noch der Iran an der Reihe.

Wichtig ist dabei, sich auch daran zu erinnern, dass sich Mackinders „Weltinsel“ und Brzezinskis „Eurasien als das Zentrum der Weltmacht“ fast parallel zu diesen Kriegsereignissen angeschickt hat, sich selbständig zu machen und sich dem Zugriff der „Einzigen Weltmacht“ zu entziehen. Die erste offizielle Kontaktaufnahme zwischen den ersten vier Ländern Brasilien, Russland, Indien und China fand 2006 am Rande einer UN-Vollversammlung statt. Das erste BRIC-Außenministertreffen gab es 2008. Der erste BRIC-Gipfel wurde am 16. Juni 2009 in Jekaterinburg (Russland) abgehalten   – das war der Beginn des politischen Bündnisses. Südafrika wurde 2010 aufgenommen, seither heißt es BRICS. Anfangs hat der Hegemon diese lose Vereinigung nicht ernst genommen. Inzwischen ist jedoch der Kampf dagegen voll entbrannt, denn das war exakt das, vor dem Macinder und Brzezinski und nach ihnen auch die vorgenannten Strategiepapiere gewarnt haben: Eine Machtverschiebung, Konsolidierung und Integration Eurasiens.

Der Iran war also schon von jeher sozusagen der „Schlussstein“ im Torbogen zur Weltherrschaft. Dieses Tor musste dringend geschlossen werden. Daher wurden verschiedene Strategien durchgedacht, wie man diesem Ziel näher kommen könnte. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist dem nachstehenden Strategiepapier zu entnehmen.

WHICH PATH TO PERSIA? Options for a New American Strategy toward Iran

ANALYSIS PAPER Number 20, June 2009

Dieses Dokument schliesst sich nahtlos an die vorgenannten Dokumente und die genannten geopolitischen Theoretiker an. Wer meint, ein „wahnsinniger“ Netanyahu dränge die USA gegen deren eigentlichen Willen und entgegen deren Interessen in einen Krieg gegen den Iran, der möge sich diese Strategieplanung und Analyse der Brookings Institution von 2009 vor Augen halten. Es präsentiert verschiedene Kategorien mit entsprechenden spezifischen Optionen, die sich jedoch nicht gegenseitig ausschliessen, sondern ergänzen:

Zunächst versucht man es mit Diplomatie (obwohl die Methoden dem Wort eigentlich nicht entsprechen). Man spricht von Überzeugung („Persuasion“) und meint ökonomischen Druck, gepaart mit begrenztem diplomatischem Angebot oder von Engagement und tut so, als ob man einen aktiven Dialog meine, etwa einen neuen Nukleardeal.

Aber weil man weiss, dass man auf diesem Weg kaum vorankommt, analysiert man die militärischen Optionen wie eine US-Invasion („Going all the way“) mit Bodentruppen (boots on the ground). Ein vollständiger militärischer Einmarsch der USA in den Iran hat aber erhebliche Nachteile (Verluste an Soldaten und Material) und Kosten. Etwas weniger Nachteile haben Luftschläge („Osiraq Option“), d.h. gezielte Angriffe auf Nuklear- oder militärische Einrichtungen des Iran seitens der US-Luftwaffe. Die vorteilhafteste Methode wäre aber nach diesen Überlegungen, die militärische Option von Israel allein ausführen zu lassen. In dem Papier heisst das „Israel machen lassen (Leave it to Bibi)“. Dabei ermuntern die USA Israel, selbst zuzuschlagen   – eine US-Unterstützung sei möglich, aber ohne direkte Beteiligung   – und bitte immer mit der Möglichkeit, sich gegebenenfalls aus PR-Gründen von der Aktion distanzieren zu können.

Als Ziel der vorgenannten Optionen hat ein Regimewechsel im Iran Priorität. Man versucht, einen Volksaufstand („Velvet revolution“) anzuzetteln bei Unterstützung interner Protestbewegungen. Dabei sollte Hilfe für oppositionelle Gruppen/Minderheiten eingesetzt werden: „Inspiring an insurgency“ bis hin zur Unterstützung eines Militärputsches gegen das Regime (Putsch   – a „The coup“).

Eine letzte Möglichkeit, wenn alles andere scheitert, wäre die Option Eindämmung („Containment“). Dabei würde der Status Quo bewahrt und der Iran würde in Schranken gehalten. Die USA würden aber den Iran selbst nicht aktiv angreifen.

Die Autoren betonen, dass keine dieser Option unproblematisch ist   – jede birgt hohe Risiken und mögliche Seiteneffekte; die klügste Strategie könnte eine Kombination der Ansätze sein.

Zentral bleibt aber für die USA, dass die PR-Nachteile einer direkten Beteiligung der USA am Krieg minimiert werden müssen. Das Papier betont daher, der beste Weg, um internationale Kritik zu minimieren und die Unterstützung der USA im Krieg (wenn auch „widerwillig“ oder verdeckt) zu maximieren, bestehe darin, nur dann zuzuschlagen, wenn die Überzeugung weit verbreitet sei, dass den Iranern ein hervorragendes Angebot gemacht worden sei, das sie jedoch abgelehnt hätten   – ein Angebot, das so gut war, dass nur ein Regime, das entschlossen sei, Atomwaffen zu erwerben, es ablehnen würde. Unter diesen Umständen könnten die Vereinigten Staaten (oder Israel) ihre Operationen als bedauernswert, und nicht als aggressiv darstellen. Man nimmt an, dann würde zumindest ein Teil der internationalen Gemeinschaft zu dem Schluss kommen, dass die Iraner sich das selbst zuzuschreiben hätten, weil sie ein sehr gutes Angebot abgelehnt hätten (by refusing a very good deal).

Siehe da: Donald Trump versucht exakt diese Strategie.

Auch die übrigen Strategievorschläge wurden teilweise in die Tat umgesetzt. Israel fliegt gezielte Luftangriffe weit im Iran   – auf Nuklear- und Militäranlagen. Das entspricht exakt der Osiraq-Strategie. Die USA haben Israel ermutigt und als Stellvertreter vorgeschickt („Leave It to Bibi“). Die USA liefern Luftbetankung, übermitteln Geheimdienstinformationen und positionieren Truppen   – ohne offiziell offen Krieg zu führen. Das entspricht genau dem Modell, bei dem Israel im Vordergrund agiert, die USA aber im Hintergrund unterstützen.

Eine Invasion mit US-Truppen scheint nicht geplant zu sein (obwohl es im US-Kongress laute Stimmen gibt, die genau das fordern). Aber Donald Trump behält sich vor, gegebenenfalls die USA auch offiziell zur Kriegspartei zu machen.

Ein Putsch gegen die iranische Führung war zwar beabsichtigt, hat sich aber nicht erreichen lassen und ist nach den vorliegenden Erkenntnissen ausgeschlossen.

Was hat der Westen bisher in diesem Krieg erreicht?

Der erhoffte „Volksaufstand“ gegen die politische Führung des Iran, die geplante Transformation durch einen „katalytischen Schock“ (vgl. oben im Papier „Rebuilding America’s Defenses“) ist ausgeblieben. Das Gegenteil ist eingetreten: Die Bevölkerung schart sich mehrheitlich um die Fahne und unterstützt die Selbstverteidigung gegen Israel und die USA.

Der geplante „Enthauptungsschlag“ gegen die iranische Führung in Militär und Politik war nicht erfolgreich.

Ja, es sind eine Reihe von Militärführern umgekommen, die sich gemeinsam in einem Bunker befunden haben, in dem sie eine gemeinsame Übung abgehalten hatten. Ja, der Iran war geschockt   – auch weil der Cyberangriff des Mossad (mit Hilfe der kooperierenden Geheimdienste der westlichen Länder) auf die Luftabwehr vorübergehend erfolgreich war. Aber diese Probleme sind in kürzester Zeit gelöst worden   – übrigens mit tatkräftiger Mithilfe russischer IT-Spezialisten.

Der Verrat der USA in den vorgespiegelten Verhandlungen mit dem Iran über die Problematik der Nuklearanreicherung hat die westliche „Diplomatie“ absolut unglaubwürdig gemacht. Nicht nur die BRICS-Partner Russland und China, sondern der gesamte Kollektive Süden und Asien haben endgültig vor Augen geführt bekommen, was „schöne Worte“ des Westens wert sind. Dies führt bereits dazu, dass etwa Pakistan und auch China Waffen an Iran geliefert haben. Russland und China haben klargestellt, dass eine Vernichtung des Iran nicht toleriert wird. Die beiden Länder haben in der UNO den Angriff auf den Iran unmissverständlich verurteilt und als völkerrechtswidrig bezeichnet. Die Worte und die Haltung der betreffenden Diplomaten waren deutlich nachhaltiger und entschlossener als bisher.

Der Iran hat seine bisherige zurückhaltende, deeskalierende Haltung gegenüber den Provokationen Israels und der USA aufgegeben und sieht sich nunmehr vollständig im Kriegszustand. Sein Ziel wird ähnlich wie bei Russland in der Ukraine sein, den Stellvertreter des Westens vollständig zu entwaffnen, wenn sich keine Verhandlungslösung erreichen lässt. Temporäre Waffenstillstandsverhandlungen dürften ausgeschlossen sein. Iran führt einen Selbstverteidigungskrieg zur Erhaltung seiner Existenz   – ohne wenn und aber.

Die Energieversorgung und wesentliche militärische Einrichtungen Israels sind offenkundig schwer getroffen, die Luftabwehr Israels gegen die iranischen Raketen ist weitgehend nutzlos. Die Wasserversorgung der grossen Städte wie Haifa und Tel Aviv ist schutzlos gegen feindliche Raketen. Derzeit verschont der Iran allerdings die israelische Zivilbevölkerung und greift nur strategische militärische Ziele an. Weil Israel eine komplette Nachrichtensperre zu den erlittenen Schäden durchsetzt, bleibt vieles im Nebel des Krieges verborgen. Aber es sieht für Israel nicht gut aus.

Schlussbemerkung

Alles zusammengenommen sieht es wohl doch so aus, dass der Westen insgesamt derzeit noch wild entschlossen ist   – wie schon beim Beispiel der Ukraine   – „bis zum letzten Israeli“ kämpfen zu lassen, um dem verhassten Systemkonkurrenten BRICS so viele Probleme wie möglich zu verursachen und damit seinen eigenen Untergang nach Möglichkeit zu verzögern. Ob die USA tatsächlich offiziell als Kriegspartei auftreten werden, hängt nicht zuletzt von der entschlossenen Reaktion Russlands und Chinas und ihrer Partner ab.

*****

13 Kommentare zu „Stellvertreterkrieg Israels gegen BRICS“

  • TruxDanke für die stichhaltige Argumentation.
    Ergänzend: https://tkp.at/2025/06/20/chinas-neue-seidenstrasse-hat-den-dollar-einfach-ausgebootet/Antworten
    • Viktor HerrmannDanke @Trux für den Link. Ihren Worten schliesse ich mich gerne an.Antworten
    • Sa 21 Jun 2025 um 22:27
  • Sa 21 Jun 2025 um 21:48
  • flyingcowExcellent analysis. Thank you.Antworten
  • Sa 21 Jun 2025 um 21:56
  • johann strempflDanke für diesen Bericht (Doku), ebenso fügt sich der Link von ,,@Trux,, passend ein. /
    Wie von mir bereits in mehreren ,,Comment´s,, (in SaR) erwähnt, das Globale Rad hat sich mit 09/11 richtig zum drehen begonnen. Möchte hier 10-wesentliche Dinge herausgreifen.
    1)- 09/11, dieses Ereignis wurde vom Hegemon benutzt, um sich über eine offizielle UN-Zustimmung (Titel Terror-Bekämpfung) sich zu nahezu allen Länder der Welt zu Behörden Zugang zu verschaffen, dass dabei Informationen vom Hegemon abgesaugt wurden, dies bedarf keine gesonderte Erwähnung.
    2)- Gründung der BRIC (BRICS) ! Dieses Vorhaben wurde zu Beginn vom Westen eher als ,,nebensächlich,, eingeordnet, jedoch im laufe der Zeit trotzdem Beachtung geschenkt bis hin zur Einstufung einer Bedrohung ! !
    3)- PUTSCH IN KIEW, vom Westen inszeniert mit dem ,,STRATEGISCHEM ZIEL,,   –
    RUSSLAND zu zerschlagen und sich Zugang zu den RU-Ressourcen zu machen, natürlich mit dem Sanktions-Tsunami auch in RU einen neuen Frühlung (neue vom Westen eingesetzte Regierung) durch zu setzen,   – wie ja bekannt, dieses Vorhaben ist gescheitert, hier erleidet der Westen garade eine Niederlage !
    4)- Im Zuge des Ukraine-Szenario, RU strategisch vom Schwarem Meer abzuschneiden,
    hier ist jedoch RU mit der Eingliederung (Referendum   – Krim) zuvor gekommen und konnte dies verhindern. / PS. Die US-ARMEE war bereits unterwegs in Richtung Krim mit militärischem Equipment, RU (damals während der Olympiade in Sotschi) konnte dieses Vorhaben jedoch geschickt unterbinden und haben das Referendung/Anerkennung bewerkstelligen können.
    5)- Im Sog des UKRAINE-Vorhaben hat der Hegemon auch EUROPA (insbes. D) geschwächt und die Europäer (bis auf sehr wenige Ausnahmen) soweit abhängig gemacht, dass sie nach der Pfeiffe aus Übersee tanzen ! So scheint es, dieses Vorhaben konnte der Hegemon einigermassen umsetzen. Hier noch zur erwähnen, bin überzeugt, der Hegemon wird die NSII unter US-Regie in Betrieb nehmen und den Europäern das RU-Gas als US-Gas verkaufen, mit Sicherheit nicht zum US-Nachteil ! Dass die Engländer aus der EU raus sind, dieses ist dem Hegemon auch recht, so können sie besser Ihr spiel spielen (die Briten sind auch die Drehbuchschreiber in der Ukraine, und der die Briten kennt, zu Ihrem Vorteil ist Ihnen jedes Mittel recht) ! !
    6)- 23.10.2023   – GAZA: Nochmals, dass der beste Geheimdienst der Welt so eine Aktion nicht bemerkt und unterbunden hat, dies kann ich mir bei besten Willen nicht vorstellen, für mich ,,RIECHT DIES,,. . . . . . . ! / Dass diese Aktion für Israel zum erreichen zu etwas grösserem zum Anlass genommen wurde, kann man jetzt sehen !
    7)- Syrien: Wurde von den Transatl. ja seit Jahren vorbereitet mit RU-Zwischenspiel, jedoch unter Türk. Mithilfe wurden auch in Syrien ,,demokratische Regeln eingeführt,,   –
    nach Vorbild IRAQ / LYBIEN !
    8)- IRAN   – Atomprogramm: Auch hier wiederum nur ein Vorwand, dass Ziel ist hier die BRICS+   – Gruppe nicht nur zu stören, sondern zu ,,zerstören,, ! !
    9)- Nächste Störung, BALTIC SEA: Hier wird den Russen ans Bein ,,gepinkelt,, mit div. Vorwürfen, Beschädigung U-Wasserkabel etc.   – wie man bereits gelesen hat, soll hier eine ,,FALS   – FLAG,,   – Operation angezettelt werden, damit RU diese Benutzung untersagt bzw. nur unter sehr schwierigen Bedingungen gestattet werden wird.
    10)- RESÜMEE: Der Hochverschuldete Westen (nicht nur die AMIS, ebenfalls Ihre Experten in Europa, trotz ,,Sondervermögen,, auch die Deutschen) wird alle Mittel einsetzen, um die zwischenzeitliche BRICS+   – Gruppe, überall wo möglich nicht nur zu stören, sondern auch zu zerschlagen. In dieses Szenario können auch die Ungereimtheiten zwischen den USA-CHINA und Taiwan   – Frage einbezogen werden, wobei durchaus der WE auch hier etwas anzetteln kann, bis hin zur Brandlegung ! ! Wir können nur hoffen, dass die, wie bisher auch getan, die RU / CHIN / IND & Co   – weiterhin so besonnen agieren und Ihr Vorhaben ,,BRICS+,, nicht nur stabilisieren, sondern weiterhin so behutsam ausbauen, dass sie ,,ohne Kriege,, ein ,,MULTIPOLARER AKTEUR WERDEN,,   – inklusive mit Einfluss in die wichtigen Organisationen (UNO / WHO etc. etc.) !!!Antworten
    • J.BlumerIhr letzter Satz Herr Strempfl ist genau was ich befürchte . Es gibt keinen grossen Krieg aber der Kriegsverbrecher USA , Israel und ihre Vasallen , die Europäer werden so allmählich jedes Land angreifen und vernichten . Wenn jetzt China , Russland , Nordkorea , Pakistan und evt. Indien , alles Atommächte , diese Verbrecher nicht stoppen wird ein Land nach dem andern , wie in Gaza , völlig zerstören . Man sollte diese Verbrecher jetzt stoppen , sonst ist es zu spät .Antworten
    • So 22 Jun 2025 um 08:02
  • So 22 Jun 2025 um 00:54
  • J.BlumerHeute morgen hat der Kriegsverbrecher USA den Iran angegriffen . Israel und die IAEA in Wien haben ihr Ziel erreicht .
    China und Russland haben es dazu kommen lassen , das ist unsere Welt . Heuchler und Lügner .Iran wird jetzt genauso entvölkert wie Gaza . Politik ist , auf welchen Seiten auch immer , ein Drecksgeschäft . Es hat mir den Glauben an ehrliche Politiker genommen . Egal wie viele Menschen sterben , die Geschäfte sind wichtiger .Antworten
    • johann strempfl@J.Blumer: Danke für Ihren ,,Comment,,   – möchte Hierzu meine Anmerkungen einbringen und zwar   –
      A)- Das Angriffsdatum fällt (Zufall oder ?) mit dem Datum des Hitler-Überfall auf RU zusammen   – ein echter Zufall !?!?!
      B)- ,,China und Russland haben es dazu kommen lassen,,   – ich denke, die Schachspieler RU+CHI (IND) haben eine direkte Intervention (noch) vermieden, damit der Brandherd (noch) geographisch eingeschränkt bleibt. Für RU wäre im Moment eine 2te Front mehr als unpraktisch, vermutlich haben die ,,Zionis,, dies einkalkuliert, jedoch RU+CHI+IND & Co werden mit Sicherheit auch Ihre Planungen und Gedanken durchspielen, bzgl. Antwort, Art und Weise zur richtigen Zeit dies auch mitteilen. Hier gibt es noch zu bedenken, es muss innerhalb der ,,BRICS+   – GRUPPE,, alles voll auf Schiene gebracht werden, wo sich der Eine auf den Anderen verlassen kann. Dieser Angriff (sorry wenn ich hier dies als Vorteil erwähne) wirkt auf die BRICS+   – GRUPPE durchaus als Augenöffner und wird auch einen Einfluss auf Stärkung der BRICS+ nehmen, dieses wird mit Sicherheit durch neue Mitglieder bestärkt werden. Bin mir sicher, die Entstehung der BRIC(S)   – dies ist auf die Aktion 09/11 zurück zu führen ! ! !
      C)- RESÜMEE: Den globalen Akteuren ist vollkommen klar (habe dies bei SaR bereits mehrmals eingebracht), der ,,Unipolare Akteur und seine Zwangspartner,, können und wollen eine ,,Multipolare-Welt,, nicht akzeptieren, denen ist jedes Mittel recht dies zu verhindern und werden nicht nur diesen Konflikt weiter betreiben, sondern auch noch andere anzetteln. Bisher hat die ,,BRICS+   – Gruppe,, im Hintergrund wirtschaftlich gut agiert, sogar forciert. Dieser Weg (,,Wirtsch.Krieg) wird von der BRICS+ bevorzugt. Neue Mitglieder (ohne Waffengewalt) die als Partner, auf Augenhöhe behandelt und nicht mit zweierlei Mass gemessen werden, bringen einfach mehr ! ! Die nahe Zukunft wird mit Sicherheit ,,SEHR SPANNEND,, ! ! Trotz extremen Schwirigkeiten wird sich die Multipolare-Welt durchsetzen, hauptsächlich Aufgrund Ihrer Ideologie ! !Antworten
    • So 22 Jun 2025 um 10:19
  • So 22 Jun 2025 um 07:13
  • fredy-bgulDanke für den präzise recherchierten Bericht. Solche Artikel vermisst man in den MSM des „Wertewestens“.
    Tatsächlich fasst der Titel des Berichts die Sachlage zusammen. ISR hat einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran gestartet. Es scheint, dass dies nur dank spezieller Mithilfe von US Aufklärung und Nachrichtenaufbereitung möglich war. Man vergisst diese zentralen Vorbereitungen immer, genau gleich wie in der UKR. Die gesamte Planung der Operationen basiert auf US Systemen, die UKR haben gar keine.
    Jetzt hat die US-Regierung direkt in diesen Konflikt eingewirkt, einmal mehr mit fadenscheinigen Begründungen. Die US Bevölkerung lässt sich mit Hollywood Dramaturgie zu jeder Völkerrechtsverletzung verführen. DIe Medien helfen dementsprechend mit. Dabei hat die US-Regierung 36‘700 Mrd USD Schulden, wie kann man da in einen Krieg ziehen?
    Auch dieser Konflikt wird nicht so enden, wie er durch die „Denk-Behälter“ verfasst wurde. Aber am Ende wird ein Chaos zurückgelassen. Zu Hause bleibt man im trockenen… Dieses „Spiel“ wiederholt sich jetzt zum x-ten Male. Und niemand kommt auf die Idee, die US-Regierung einmal zu Rügen oder in den Senkel zu stellen, sie machen was sie wollen und die Schafe schauen zu.Antworten
    • J.BlumerSo ist es fredy , die USA haben seit 1861 im eigenen Land keinen Krieg mehr . Fast alle Kriege weltweit wurden aber von den Amis angezettelt oder geführt . Es ist Zeit dass diese Kriege zurück in die USA gebracht werden . Sie müssen selber endlich erleben was Krieg im eigenen Land bedeutet . Auch für die USA wird es aber ein schrecklicher Krieg werden . Denken wir zurück : Die Kriege der USA dauern seit den 50er Jahren von Nordkorea über Vietnam , Irak , Afganisthan , Sudan , Somalia , Ukraine und viele andere bis heute . So ist leicht Krieg zu führen wenn man zu Hause fröhlich grosse Sprüche klopfen kann , wie heute Tramp .Antworten
    • So 22 Jun 2025 um 10:11
  • So 22 Jun 2025 um 08:07
  • Roland Weinert1) Ihre Ausführungen finden meine Zustimmung.3) Gegenüber der Russischen Föderation hat die BRD genau so eine besondere moralische Verpflichtung wie gegenüber Israel.5) Wir erleben seit Jahrzehnten eine Aushebelung der „Charta der Vereinten Nationen“: so auch seit dem 24.02.2022 bzw. seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Israels auf den Iran am 13.06.2025. Und ganz vorne dabei mit Doppelmoral: deutsche Parteien, deutsche Medien, deutsche Regierungen, Annalena Baerbock, Hofreiter u. a. mehr.Die „Charta der Vereinten Nationen“ sowie „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ wären wahre, nachhaltige ‚Gamechanger‘ ( wie ich dieses Wort hasse! ) für die Menschheit. Aber rund 5% derselben, also Macht- / Geld-Eliten haben genau daran gar kein Interesse und blockieren / behindern öffentlichkeitswirksame Diskussionen darüber.8) Die UNO ist organisatorisch eine Fehlkonstruktion.10) Dass die BRD von den USA in die Pflicht genommen wird, ist der Preis des sog. ‚deutschen Wirtschaftswunders‘, also des Investments der USA in das Ost-Bollwerk BRD. Ist doch sehr einfach. Da braucht sich niemand zu wundern.Antworten
    • johann strempfl@Roland Weinert: Wie auch Ihr Bericht darlegt, der eingebrachte ,,SaR   – Bericht,, mit ,,Stellvertreterkrieg Israel gegen BRICS,,   – hat eine Lawine (an ,,Comments,,) ausgelöst, mit nicht minder interessanten Antworten, Stellungnahmen. / Möchte zu Ihrem Pkt. 4   – ,, . . . . . . erinnert mich u. a. die „Tagesschau“ an „Die Deutsche Wochenschau“?,,   –
      zu diesem Kommentar sehr gut passend, das Interview von Fr. Zimmermann (ZDF) mit
      Hrn. Friedrich M.   – wörtlich   – ,,ist es nicht verlockend, dass Israel jetzt die Drecksarbeit machen für ein Regime . . . . . .,,   – Antwort von Hrn. Friedrich M. wörtlich   – ,,Frau Zimmermann, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff Drecksarbeit . . . . .,,   –
      RESÜMEE: Ihre Erinnerung aus Pkt. 4, mehr als passend ! ! !Antworten
    • So 22 Jun 2025 um 10:42
  • Wie steht es eigentlich mit Friedensverträgen zwischen BRD-USA/Frankreich/Polen/Russische Föderation/Griechenland/Italien et et et?
  • 9) Langsam, aber stetig, marschieren wir in einen Krieg ‚wie in einen Gottesdienst‘ ( frei nach Dr. Joseph Goebbels ). Das Goebbeln hat in Deutschland in Politikkreisen wieder Hochkonjunktur. In diesem Zusammenhang denke ich nicht nur an Herrn Merz. Für die Weltgeschichte ging von Europa, Berlin ( u. a. wie Paris / London / Washington ) nur Unheil aus! Wer hat vor und während des Ersten Weltkriegs im Nahen und Mittleren Osten destabilisiert? Frankreich im Verbund mit dem Vereinigten Königreich. Nur einmal so zur Erinnerung.
  • 7) Die Tatsache, dass die Großmächte nach Gutdünken Rechtskreise außer Kraft setzen, wird dazu führen, dass wir uns Stück für Stück zivilisatorisch in die Zeit vor Thomas Hobbes bewegen.
  • 6) „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ wird ebenfalls mit Füßen getreten. Ist halt ein ‚Kollateralschaden‘.   – Pazifismus? Auch hierzu gäbe es viel zu schreiben, z. B. wie dieser wieder einmal verunglimpft wird ganz wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Deutschen Kaiserreich.
  • 4) Warum nur erinnert mich u. a. die „Tagesschau“ an „Die Deutsche Wochenschau“?
  • 2) Dasjenige, was z. B. seit dem 24.02.2022 in Deutschland geschieht, steht absolut in der Tradition der Nationalsozialisten bzw. deren Bild vom „Untermenschen“ ‚Iwan‘.
  • So 22 Jun 2025 um 09:43
  • MR BOB Die Nachrichten der nächsten Jahre :………
    ….die 85 igste Amerikanische Botschaft steht in Flammen
    ….Anschläge auf US Militärische Einrichtungen steigen
    ….US Bürger im Ausland können nur noch in Ghettos leben
    ….Die USA holten sich islamistische Anschläge ins Land ,Blau
    Pause Europa !
    ….Rohstoffpreise explodieren
    ….Die Arabische Welt wendet sich vom Wertewesten ab
    ….China führt Taiwan heim ins Reich
    ….Der Werte Osten wendet sich vom Werte Westen ab .
    ….Der Christliche Glaube wird durch Macht& Mammon er
    setzt.Antworten
    • J.BlumerSo ist es !Antworten
    • So 22 Jun 2025 um 10:14
  • Was nicht in den Mainstream Nachrichten stehen wird kann in der ,,Stimme vom Peter ,, gelesen werten
  • So 22 Jun 2025 um 09:59

Quelle: Voicefromrussia - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

https://voicefromrussia.ch/stellvertreterkrieg-israels-gegen-brics/


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/israel/mylaeus-stellvertreterkrieg-israels-gegen-brics


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Is

24.06.2025

Schlagzeile







Info:


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Rüstungs-Aufholjagd in Indien    Rheinmetall und Diehl Defence kooperieren mit Reliance Defence Ltc. bei der Herstellung präzisionsgelenkter Munition in Indien. Reliance Defence wird vorgeworfen, von Premierminister Modi bevorzugt behandelt zu werden.

german-foreign-policy.com, 24. Juni 2025


BERLIN/NEW DELHI (Eigener Bericht) – Rheinmetall und Diehl Defence schließen mit der indischen Reliance Defence Ltd. einen Vertrag über die Herstellung von präzisionsgelenkter Munition, Sprengstoffen und Treibmitteln in Indien. Hintergrund ist neben der Absicht, die Lieferketten zu diversifizieren, der Versuch Berlins, Indien von seiner Rüstungskooperation mit Russland abzubringen. Deutschland hat zuletzt seine Militärzusammenarbeit mit Indien ausgebaut, etwa durch gemeinsame Marine- und Luftwaffenmanöver. Allerdings bleiben deutsche Unternehmen bei der Beschaffung großer Rüstungsgüter in Indien weit hinter ihren westlichen Konkurrenten aus den USA und Frankreich zurück, die Kampfjets liefern (Rafale) bzw. liefern wollen (F-35). Der Wettlauf um den wachsenden indischen Verteidigungsmarkt hat sich seit dem Ende des jüngsten militärischen Konflikts zwischen Indien und Pakistan verschärft, der Indien zur Suche nach modernsten High-Tech-Waffen veranlasst hat, einschließlich Kampfjets. Rheinmetall-Partner Reliance Defence Ltd. führt nach wie vor die Liste der indischen Unternehmen an, die sich internationale Rüstungsaufträge sichern. Ihm wird vorgeworfen, von Premierminister Narendra Modi bevorzugt behandelt zu werden.


Zitat: Partnerschaft für MunitionDiehl Defence und das indische Unternehmen Reliance Defence Ltd. gaben am 10. Juni die Unterzeichnung einer strategischen Kooperation zur Herstellung der präzisionsgelenkten Vulcano 155mm-Munition in Indien bekannt.[1] Die Munition ist mit GPS-Technologie und lasergestützter Zielerfassung ausgestattet und verbessert damit die Präzisionswaffenfähigkeiten der indischen Armee. Berichten zufolge rechnet Reliance Defence mit einem Umsatz von bis zu einer Milliarde US-Dollar.[2] Über den Vertrag zwischen Diehl und Reliance wurde nur wenige Tage nach der Bekanntgabe einer weiteren strategischen Partnerschaft zwischen der Rheinmetall AG und Reliance Defence Ltd. am 22. Mai berichtet. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Reliance die Herstellung von Sprengstoffen und Treibmitteln für Mittel- und Großkalibermunition übernehmen und an Rheinmetall liefern.[3] Die strategische Partnerschaft eröffnet Rheinmetall zudem den Zugang zu wichtigen Rohstoffen und sichert die Lieferketten, wobei ein weiterer Ausbau der Zusammenarbeit geplant ist. Der zeitliche Rahmen und der Gesamtwert der Vereinbarung sind bislang nicht bekannt.


Ehrgeizige Pläne

Zur Unterstützung der Zusammenarbeit mit Diehl Defence und Rheinmetall wird Reliance in der Dhirubhai Ambani Defence City im indischen Bundesstaat Maharashtra eine eigene Produktionsstätte errichten. Die Anlage, die eine der größten in Südasien sein wird, wird Präzisionslenkmunition herstellen und über eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 200.000 Artilleriegeschossen, 10.000 Tonnen Sprengstoff und 2.000 Tonnen Treibmitteln verfügen, die sie an Rheinmetall liefern wird. Mit den beiden Verträgen erhöht sich die Zahl der internationalen Rüstungspartnerschaften von Reliance auf insgesamt vier, nachdem das Unternehmen bereits Partnerschaften mit der französischen Dassault Aviation und der Thales-Gruppe eingegangen ist. Die Verträge spiegeln die Pläne der noch jungen Reliance Defence wider, sich zu einem der führenden Unternehmen im schnell wachsenden indischen Rüstungssektor zu entwickeln. Auf der anderen Seite wollen sowohl Diehl als auch Rheinmetall vom Plan der indischen Regierung profitieren, bis 2029 Rüstungsexporte im Wert von 5 Milliarden US-Dollar zu erzielen.[4]


Indien von Russland lösen

Die Deals von Rheinmetall und Diehl mit Reliance Defence stehen im Kontext mit den 2022 gezielt intensivierten Bemühungen Deutschlands, Indiens hohe Abhängigkeit von russischen Rüstungsimporten zu verringern. Bereits im Februar 2023 forderte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Indienreise eine größere Unterstützung New Delhis für die westlichen Versuche, Russland zu isolieren; dazu gehörte auch eine verstärkte Beschaffung von Rüstungsgütern in Deutschland.[5] Im Juni 2023 erklärte der damalige Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch in Indien: „Es ist nicht im Interesse Deutschlands, dass Indien langfristig von Waffenlieferungen aus Russland abhängig bleibt“; die Bundesrepublik könne ihrerseits Waffen liefern.[6] Pistorius‘ Gespräche mündeten in die Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung zwischen den beiden Ländern über den Bau von sechs nicht-nuklearen U-Booten in Indien, den die deutsche ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und die indische Mazagon gemeinsam durchführen sollen.[7] Mit der Verabschiedung des Papiers „Fokus auf Indien“ durch die Bundesregierung im Oktober 2024 wurde schließlich die Absicht, Indien „stärker auf deutsche Rüstungsunternehmen“ zu orientieren, explizit mit dem Ziel verbunden, Indiens „rüstungspolitische Orientierung an Russland“ zu verringern.[8] Parallel bauten beide Länder ihre praktische Militärkooperation einschließlich gemeinsamer Luft- und Seemanöver im und am Indischen Ozean aus.


Chengdu J-10C vs Rafale

Der jüngste militärische Konflikt zwischen Indien und Pakistan, der auch als Testfall für das Aufeinandertreffen westlicher und chinesischer Militärtechnik angesehen wird, hat die Konkurrenz um den großen indischen Verteidigungsmarkt weiter verschärft.[9] Der Waffengang erstreckte sich über vier Tage; beide Seiten setzten ihr modernstes Arsenal ein, einschließlich ihrer modernsten Kampfjets.[10] Übereinstimmenden Berichten zufolge gelang es der pakistanischen Luftwaffe, einen oder mehrere Rafale-Kampfflugzeuge der indischen Luftwaffe mit Hilfe von J-10C-Kampfjets aus chinesischer Herstellung abzuschießen; beide Jets werden der Generation 4,5 zugerechnet.[11] Seitdem bemühen sich die USA verstärkt um eine Ausweitung ihrer Waffenverkäufe an Indien, einschließlich des Verkaufs von Kampfjets F-35 der fünften Generation. Bereits kurz vor dem Konflikt unterzeichnete Indien mit Frankreich ein milliardenschweres Abkommen über den Kauf von 26 zusätzlichen Rafale-Kampfjets, die die russischen MiG 29K-Kampfjets ersetzen sollen.[12] Im Gegenzug hat Russland Indien den Verkauf seiner Su-57 angeboten – ebenfalls ein Kampfjet der fünften Generation. Im Gegensatz zu den USA bot Russland allerdings an, die Jets auch in Indien zu produzieren, einschließlich eines Technologietransfers. Dieser würde es Indien ermöglichen, die Flugzeuge mit einheimischen Radar- und Waffensystemen auszustatten.[13] Im Vergleich zu Frankreich und den USA war Deutschland zuletzt – abgesehen von dem U-Boot-Geschäft – nicht in der Lage, größere Rüstungsaufträge von Indien zu erhalten, dem weltweit größten Importeur von Rüstungsgütern.


Reliance, der kontroverse indische Gigant

Reliance Defence Ltd. ist eine Tochtergesellschaft von Reliance Infrastructure Ltd., die wiederum Teil der Reliance Group ist.[14] Die Reliance Group ist einer der führenden indischen Großkonzerne mit einem Gesamtvermögen von rund 47 Milliarden US-Dollar und einer großen Basis von fast acht Millionen Aktionären.[15] Zu ihr gehören weitere Tochtergesellschaften wie Reliance Communications, Reliance Capital, Reliance Power, Reliance Defence and Engineering Limited und Reliance Defence Technologies Private Limited. Der Konzern hat eine kontroverse Vergangenheit. Die Reliance Group ist im Besitz von Anil Ambani, der im Jahr 2008 als sechstreichster Mensch der Welt eingestuft wurde.[16] Allerdings war sie im Jahr 2019 mit bis zu zwei Milliarden US-Dollar bei verschiedenen Investoren verschuldet.[17] Im Jahr 2020 musste Anil Ambani vor einem britischen Gericht Bankrott erklären, nachdem er von drei chinesischen Banken wegen unbezahlter Kredite in Höhe von 700 Millionen US-Dollar verklagt worden war. Einen weiteren schweren Schlag versetzte ihm das schwedische Telekommunikationsunternehmen Ericsson, das eines seiner Unternehmen wegen unbezahlter Rechnungen verklagte. Anil Ambani wurde in diesem Fall nur durch seinen älteren Bruder Mukesh Ambani, den heute reichsten Menschen Indiens [18], vor einer Haftstrafe bewahrt, der sich einschaltete und die Schulden beglich.


Bemerkenswerte Kompensationsgeschäfte

Die kriselnde Reliance Group erhielt vom indischen Premierminister Narendra Modi einen Lebensretter in Form eines hoch überteuerten Rüstungsvertrags mit dem französischen Unternehmen Dassault Aviation für den Kauf von 36 Rafale-Kampfjets im Gesamtwert von 8,8 Milliarden US-Dollar.[19] Als Teil des im April 2015 unterzeichneten Vertrags wurde die Reliance Group als Kompensationspartner angekündigt: Dassault sollte einen sehr großen Teil der Erträge in Reliance reinvestieren, um weitere Rüstungsgüter zu beschaffen und die einheimischen Produktionskapazitäten zu stärken. Dies wurde der Reliance Group gewährt, obwohl sie keine Erfahrung im Rüstungssektor hatte. Tatsächlich gründete die Reliance Group ihre Tochtergesellschaft Reliance Defence Limited nur dreizehn Tage vor der Bekanntgabe des Abkommens mit Dassault. Einige Tage nach der Unterzeichnung des Abkommens wiederum gründete die Reliance Group die Dassault Reliance Aerospace Limited, die zum wichtigsten Offset-Partner von Dassault werden sollte. Der verschuldete Ambani-Konzern, der keinerlei Erfahrung in der Luft- und Raumfahrt hatte, war also plötzlich Garant für ein milliardenschweres Luft- und Raumfahrtgeschäft.

 

[1] Diehl Defence und Reliance Defence stärken strategische Partnerschaft. diehl.com 10.06.2025.

[2] Reliance Infra eyeing revenue worth ₹10,000 cr after contract with Germany’s Diehl. financialexpress.com 10.06.2025.

[3] German-Indian cooperation: Rheinmetall and Reliance enter into strategic partnership. rheinmetall.com 21.05.2025.

[4] Anil Ambani’s Reliance Defence signs pact with German firm for artillery shells, explosives supply. indianexpress.com 22.05.2025.

[5] Ashok Sharma, Frank Jordans: German leader seeks Indian support for Russia’s isolation. apnews.com 25.02.2023.

[6] Deutschland offen für Waffenlieferungen an Indien. dw.com 05.06.2023.

[7] thyssenkrupp Marine Systems und Mazagon Dock Shipbuilders Limited erklären Absicht zum Bau von U-Booten für und in Indien. thyssenkrupp.com 07.06.2023.

[8] The Federal Government: Focus on India. Berlin, October 2024.

[9] Tom Hussain: Why a Pakistan-India war would be a Chinese vs Western arms proving ground. scmp.com 30.04.2025.

[10] Ajai Shukla: The 100-hour War: India Versus Pakistan. thediplomat.com 09.06.2025.

[11] Memphis Barker: How China helped Pakistan shoot down Indian fighter jets. telegraph.co.uk 08.05.2025.

[12] India says signs deal with France for 26 Rafale fighter jets. france24.com 28.04.2025.

[13] Rashi Randev: Russia’s Su-57 deal can be a game-changer for India’s defence manufacturing. firstpost.com 10.06.2025.

[14] About Us. rinfra.com.

[15] Anil Dhirubhai Ambani, Chairman – Reliance Group. relianceada.com.

[16] The downfall of Anil Ambani: $42 billion net worth to zero in 12 years. thenewsminute.com 11.02.2020.

[17] Mrinal Dwivedi: The Fall of a Billionaire: What Really Happened to Anil Ambani and the Brutal Lessons Every Young Entrepreneur Must Learn. msn.com 13.06.2025.

[18] Mukesh Ambani. forbes.com.

[19] Shailendra Bhojak: On a Wing and a Prayer. caravanmagazine.in 05.09.2018.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10028


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Marandi-Escobar / Jacques Baud zum US-Angriff

aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Juni 2025, 15:22 Uhr


*Marandi und Escobar: USA haben sich mit ihrem Angriff größeren Schaden

zugefügt als Iran *


In einem Gespräch auf dem YouTube-Kanal "Dialogue Works" diskutieren

Seyed Mohammad Marandi, ehemaliger Berater im iranischen

Atomverhandlungsteam, und der politische Analyst Pepe Escobar die

Angriffe der USA vom 22. Juni 2025 auf Ziele in Iran. Beide sind sich

einig, dass die Schäden an den iranischen Atomanlagen weitaus geringer

sind als von den USA behauptet.


Screenshot_2025_06_24_at_22_37_31_Marandi_und_Escobar_USA_haben_sich_mit_ihrem_Angriff_gr_eren_Schaden_zugef_gt_als_Iran

/Siehe: Video https://rumble.com/v6v8vd1-marandi-und-escobar-usa-haben-sich-mit-ihrem-angriff-greren-schaden-zugefgt.html Dauer 7:47 Min.


*Die US-Bombardierung von Irans Atomanlagen -

Eine Analyse von Oberst Jacques Baud


*Oberst Jacques Baud ist ein ehemaliger Analyst für militärische

Aufklärung in der Schweizer Armee und Autor zahlreicher Bücher. Oberst

Baud spricht über den amerikanischen Angriff auf Irans Atomanlagen und

die Täuschung, die diesen Angriffskrieg begleitet. Internationales

Recht, Verträge und Institutionen werden allesamt untergraben, um Iran

zu zerstören und die amerikanische Vorherrschaft wiederherzustellen.


/Hier zum Video:

/https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/iran/die-us-bombardierung-von-irans-atomanlagen-eine-analyse-von-oberst-jacques-baud*


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Die US-Bombardierung von Irans Atomanlagen - Eine Analyse von Oberst Jacques Baud

seniora.org, vom 23. Juni 2025, 22.06.2025 Video-Interview von Glenn Diesen mit Jacques Baud - über nommen von glenndiesen.substack.com

Baud: "Ich habe 4 Jahre bei der UNO verbracht. Die UNO wurde von den USA gekapert, das muss aufhören. Wir müssen weg von der regelbasierten Ordnung, wieder zurück zur auf dem Völkerrecht ruhenden Ordnung."


Screenshot_2025_06_24_at_16_40_33_Seniora.org_Die_US_Bombardierung_von_Irans_Atomanlagen_Eine_Analyse_von_Oberst_Jacques_Baud

Video https://www.youtube.com/watch?v=HDrpzlAeNjY  Dauer 48:36 Min.


Oberst Jacques Baud ist ein ehemaliger Analyst für militärische Aufklärung in der Schweizer Armee und Autor zahlreicher Bücher. Oberst Baud spricht über den amerikanischen Angriff auf Irans Atomanlagen und die Täuschung, die diesen Angriffskrieg begleitet. Internationales Recht, Verträge und Institutionen werden allesamt untergraben, um Iran zu zerstören und die amerikanische Vorherrschaft wiederherzustellen.

 

Quelle: Prof. Dr. Glenn Diesen

https://glenndiesen.substack.com



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/iran/die-us-bombardierung-von-irans-atomanlagen-eine-analyse-von-oberst-jacques-baud


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Doctorow: Donald Trump, der Macher der Waffenruhe?

seniora.org, 24. Juni 2025, Von Gilbert Doctorow 24.06.2025 - übernommen von gilbertdoctorow.com


Wir müssen unsere Einschätzung von Trumps Rationalität und Absichten revidieren.

Screenshot_2025_06_24_at_16_23_52_Seniora.org_Doctorow_Donald_Trump_der_Macher_der_Waffenruhe

Waffenruhe?

(Red.) Doctorow benutzt einen sehr eingängigen Vergleich: ein Duell, bei dem niemand verletzt wurde. Interessant ist auch, dass der Hegemon doch einen Unterschied hinsichtlich seiner "Stellvertreter" macht - Israel soll offenbar doch erhalten bleiben, im Gegensatz zur Ukraine, die dem Untergang geweiht ist. Wie auch immer: vorläufig können wir durchatmen - der Dritte Weltkrieg ist wenigstens verschoben worden.(am)

Gestern wurden Amerika und die Welt erneut von einer Ankündigung des amerikanischen Präsidenten zum Konflikt zwischen Iran und Israel überrascht. Trump behauptete, dass zwischen den Kriegsparteien eine Waffenruhe vereinbart worden sei. Diese soll zunächst 12 Stunden dauern, könnte aber auf unbestimmte Zeit verlängert werden und damit 11 Tage der Hölle für die Bürger beider Länder beenden, die vor Luftangriffen und Raketenbeschuss fliehen mussten, die Wohnhäuser und Infrastruktur in ihrer Umgebung zerstörten.

Man könnte sich sogar vorstellen, dass mit dieser Waffenruhe die Frage des iranischen Atomprogramms, das seit fast dreißig Jahren als Vorwand für die Kriegstreiberei von Premierminister Netanjahu dient, ein für alle Mal gelöst wird und sich damit die Sicherheit in der Region verbessert.

Trumps Ankündigung war umso bemerkenswerter, als sie nur wenige Stunden nach dem unvorstellbaren Schritt des Iran erfolgte, einen Vergeltungsraketenangriff auf das wichtigste militärische Koordinationszentrum der USA im Nahen Osten, den Luftwaffenstützpunkt in Katar, zu starten. Globale Kommentatoren gingen davon aus, dass dieser Akt der Trotzreaktion einen schrecklichen totalen Krieg mit den Vereinigten Staaten auslösen würde.

Bis zur Ankündigung der Waffenruhe haben fast alle meine Kollegen Donald Trumps direkten Einstieg in den Iran-Israel-Konflikt durch die Bombardierung von drei iranischen Nuklearanlagen am vergangenen Wochenende auf das Schärfste verurteilt. Donald Trump sei ein kranker Mann, meinte einer. Er sei dem Wahn der zionistischen Einflussnehmer in der US-Außenpolitik erlegen, meinte ein anderer. Ein weiterer meinte, dies sei „nur ein PR-Gag, dumm und ein Fehlschlag“, und verwies auf ein angebliches Versagen des US-Geheimdienstes, der Trump nicht darüber informiert habe, dass die anzugreifenden Anlagen leer seien, da die Iraner eine Woche zuvor wertvolle Zentrifugen und ihre Vorräte an angereichertem Uran aus diesen Anlagen entfernt hätten. Hinzu kamen noch all die Rechtswissenschaftler, die sich mit Kommentaren dazu äußerten, dass die Handlungen des Präsidenten gegen die US-Verfassung verstießen, gegen das amerikanische Gesetz, wonach er vor dem Einsatz militärischer Gewalt gegen einen souveränen Staat den Kongress konsultieren muss, und natürlich gegen das Völkerrecht.

Kurz gesagt, alle Kritiker von Donald Trump hatten einen „großen Tag“, wie man im amerikanischen Volksmund sagt, und feierten Trumps Unwürdigkeit für sein Amt.

Ich möchte hier nicht übertreiben und behaupten, dass ich es „vorher gesagt habe“, aber allein dadurch, dass ich über den Tellerrand hinausgeschaut und Fragen gestellt habe, die ein unvoreingenommener Ermittler zu den möglichen Motiven für Trumps scheinbar unerklärliche Aggression stellen sollte, war ich zu dem Schluss gekommen, den nun wohl fast jeder akzeptieren muss: Trump wusste, was er tat, nämlich einen potenziellen, vielleicht sogar wahrscheinlichen israelischen Atomangriff auf den Iran zu verhindern, um das zu erreichen, was die Amerikaner nach eigenen Angaben in Fordow, Isfahan und Natanz mit konventionellen Waffen erreicht hatten, die nur sie an ihr Ziel bringen konnten.

Mit seiner Erklärung nach der Mission, dass diese Standorte „ausgelöscht“ worden seien und das iranische Atomprogramm nicht mehr existiere, nahm Trump Netanjahu jeden Grund, seinen Krieg gegen den Iran fortzusetzen. Er verschaffte dem israelischen Staatschef damit praktisch einen Ausweg, eine Gelegenheit zu sagen, dass der Casus Belli erfolgreich neutralisiert worden sei, und einen Krieg zu beenden, der sich gegen Israel gewendet hatte und dessen Lebensfähigkeit durch die tägliche Zerstörung seiner lebenswichtigen Infrastruktur in Frage stellte.

Bis heute Morgen europäischer Zeit wurde die Waffenruhe noch nicht umgesetzt. Gestern hat Israel die umfangreichsten Luftangriffe auf iranische Städte seit Beginn der Feindseligkeiten geflogen. In der Nacht reagierten die Iraner, wenn auch mit weniger Feuerkraft. Es besteht jedoch jede Chance, dass die Waffenruhe hält. Der iranische Außenminister hat die frühere Position seines Landes bekräftigt, dass der Iran seine Gegenangriffe einstellen werde, wenn die Israelis ihre Angriffe einstellen. Wir drücken also die Daumen und hoffen das Beste.

Und wir müssen unsere Einschätzung von Trumps Rationalität und Absichten revidieren.

Gestern habe ich in einer Diskussion mit Professor Glenn Diesen gesagt, dass die Intervention der USA in diesem Konflikt keine militärische Mission sei, sondern eine politische, da die B2-Bomber gegen leere Hüllen geschickt wurden, was dem Pentagon bekannt gewesen sein muss. Es war ein Stück politisches Theater.

Gestern Abend habe ich in einer Podiumsdiskussion des iranischen Fernsehsenders Press TV (Link wird hier veröffentlicht, sobald ich ihn erhalte) gesagt, dass der iranische Angriff auf die amerikanische Basis in Katar ebenfalls politisches Theater war: Sie haben sechs ihrer weniger fortschrittlichen, leichter abzufangenden Raketen auf Katar abgefeuert und die Amerikaner sogar im Voraus gewarnt, um sicherzustellen, dass es keine Opfer geben würde. Darüber hinaus war Teheran sicherlich bewusst, dass auch sie nur auf leere Hüllen schießen würden, da die amerikanischen Truppen in der Woche zuvor größtenteils abgezogen worden waren. Wie ich weiter ausführte, entsprach dieses Verhalten ganz der Tradition der Duelle im 19. Jahrhundert: Die Ehre eines Gentleman verlangte, dass er jeden, der ihn beleidigte, zum Duell herausforderte, aber die Regeln verlangten nicht, dass der Beleidigte tödlich schießen musste   – er konnte seine Pistole in die Luft abfeuern und so seine Ehre zurückgewinnen, ohne jemanden zu verletzen. Genau das hat der Iran gestern getan.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich in meinem Gespräch mit Glenn Diesen gesagt habe, dass Washington Israel als Stellvertreter benutzt, um Iran eine Niederlage zuzufügen, genauso wie es die Ukraine benutzt, um Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. In beiden Fällen nimmt der Stellvertreter alle Schäden auf sich, während die Amerikaner bequem zusehen, wie der Kampf ausgetragen wird, der nur dank der Lieferung amerikanischer Militärgüter möglich ist. Angesichts der gestrigen Entwicklungen bei der Vereinbarung eines Waffenstillstands im Nahen Osten ist Washington jedoch gegenüber Jerusalem freundlicher gesinnt als gegenüber Kiew.

Ich schließe diesen kurzen Essay mit der Klarstellung, dass ich nicht behaupte, klüger zu sein als meine Kollegen. Ich frage mich jedoch, warum so viele von ihnen ihre Aufmerksamkeit auf ein einziges aktuelles Thema konzentrieren und nicht um sich herum schauen, um andere Themen zu sehen, die für die aktuelle Angelegenheit von Bedeutung sind. Alle sind zu sehr mit ihrem eigenen psychologischen Porträt eines Donald J. Trump beschäftigt. Sie konzentrieren sich zu sehr auf seinen Narzissmus und seine Vergangenheit als Immobilienentwickler. Sie ignorieren das Umfeld, in dem er heute agiert. Damit sind sie genauso weit von der Wahrheit entfernt wie die Kommentatoren, die Putin nur anhand von Bildern aus seiner Kindheit und seiner Karriere als KGB-Geheimdienstler in der längst vergangenen Vergangenheit beurteilen.


Quelle: Gilbertdoctorow - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus

https://gilbertdoctorow.substack.com/p/donald-trump-the-ceasefire-maker?utm_source=post-email-title&publication_id=1203055&post_id=166703401&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=false&r=1y536l&triedRedirect=true&utm_medium=email



Info: https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/politik/doctorow-donald-trump-der-macher-der-waffenruhe


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

HintergrundRosa Luxemburg - Krieg / Frieden - Militarisierung Rosa Luxemburg: der Krieg ist das Problem, nicht Sieg oder Niederlage

rosalux.de08.03.2023, Autor Lutz Brangsch

Luxemburg wurde auch wegen ihrer konsequenten Gegnerschaft zu Militarismus und Krieg gewürdigt


Rosa Luxemburg spricht von der Bühne zu den Leuten beim Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, 1907

Rosa Luxemburg beim Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, 1907








In der Vergangenheit wurde Rosa Luxemburg auch und teilweise vor allem wegen ihrer konsequenten Gegnerschaft zu Militarismus und Krieg gewürdigt. Im Umfeld ihres diesjährigen Geburtstages ist es bemerkenswert still um diese Seite ihres politischen Vermächtnisses geblieben. Nun mag dies daran liegen, dass auch diese Seite ihres Denkens und Handelns kaum an den Originalquellen studiert wird. Ihr diesjähriger Geburtstag soll deshalb als Anlass dienen, die Entwicklung ihrer Vorstellungen über das Verhältnis von Krieg, Kapitalismus und Frieden in Erinnerung zu rufen.


Rosa Luxemburg wirkte in einer Zeit, in der es zwar in Zentraleuropa ruhig war, aber in anderen Weltteilen, auch im Süden Europas, kriegerische Konflikte an der Tagesordnung waren. Die Ruhe im Verhältnis zwischen den Großmächten England, Frankreich, Deutschland und Russland war zwar nur eine scheinbare, aber immerhin blieb diese Region von unmittelbaren kriegerischen Auseinandersetzungen verschont. Vor diesem Hintergrund, der weiter unten noch zu charakterisieren ist, entwickelte Rosa Luxemburg eine Position zu Krieg und Frieden, die sich in folgenden sechs Prämissen zusammenfassen lässt.


  1. Krieg ist ein Kulturbruch, ein Ausdruck von Barbarei.
  2. Krieg ist ein Ausdruck der dem Imperialismus eigenen Widersprüche und als solcher nicht durch Abkommen und andere Formen der Diplomatie zu verhindern. Ein dauerhafter Frieden ist unter imperialistischen Verhältnissen nicht möglich, soweit ihn nicht das Proletariat erzwingt.
  3. Das erfordert aber eben ein handlungsfähiges Proletariat. Man muss einen Krieg konsequent aus den Interessen des Proletariats heraus beurteilen, nicht unter dem Gesichtspunkt nationaler Interessen, die im gegebenen imperialistischen Milieu(!) von vornherein die Klasseninteressen der Bourgeoisie darstellen.
  4. Man muss immer hinter die ideologischen Phrasen und die Propaganda schauen, wenn man eine seriöse Beurteilung entstehender Kriege vornehmen will. Dabei spielt die Analyse des Werdens der Widersprüche, die sich in einem Krieg entladen, eine zentrale Rolle. Phrasen, wie Vaterlandsverteidigung, Selbstbestimmungsrecht der Nation, Verteidigung der Demokratie usw. sind in einem imperialistischen Milieu immer ein Mantel imperialistischer Expansionsinteressen. Krieg bringt keine Demokratie, daher muss man sich der Scheinalternative Sieg oder Niederlage entziehen. Bei der Analyse von Kriegsursachen und der Bestimmung von Auswegen geht es um die „geschichtliche Erfassung des Ganzen und seiner Weltzusammenhänge.“[1] Wer sich einer Analyse der Kriegsursachen entzieht, arbeitet imperialistischen Tendenzen in die Hände.
  5. Die Aufgabe der Partei besteht darin, die Massen zu befähigen, ihre eigenen Interessen zu erkennen und damit sich ihr eigenes Handeln zu ermöglichen. Auch in Kriegszeiten ist nicht der Parteiapparat die entscheidende Instanz, sondern die Partei. Die „Parteiinstanzen“ sind nicht zuletzt durch ihre soziale Stellung und ihre Einbindung in das politische System keine unkritisierbare und schon überhaupt nicht unfehlbare Institution.
  6. Ihre grundsätzliche Position zu imperialistischen Kriegen formuliert sie in dieser Weise:

«Es ist eben der Krieg als solcher und bei jedem militärischen Ausgang, der die denkbar größte Niederlage für das europäische Proletariat bedeutet, es ist die Niederkämpfen des Krieges … durch die internationale Kampfaktion des Proletariats, die den einzigen Sieg für die proletarische Sache bringen kann.»[2]

Vor allem die Aussage, dass der Krieg als solcher das Problem ist, ist in der heutigen Linken nicht mehr unumstritten. Daher soll nun die Frage behandelt werden, wie Rosa Luxemburg eigentlich zu dieser weitreichenden und für die gegenwärtige Linke offensichtlich unerhörten Position kommt, dass Kriege kein Mittel von Politik sein können.

Betrachten wir zum Verständnis die Zeit, in der Rosa Luxemburg ihre Positionen formulierte. In Zentraleuropa war das eine friedliche, wenn auch angespannte, in anderen Weltregionen durchaus kriegerische Zeit. Ende des 19. Jahrhunderts trat China in den Fokus der konkurrierenden Interessen der europäischen Großmächte. Mit der Beteiligung an der Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes in China hatte sich Deutschland bereits in prononcierter Weise auf das Parkett imperialistischer Politik begeben. Dieser Krieg war außerordentlich brutal und bildete neben dem Flottenbauprogramm einen der Ausgangspunkte für die Entstehung einer ganzen Reihe von Widersprüchen, die schließlich im Ersten Weltkrieg endeten. Das Flottenbauprogramm war ein gigantisches Aufrüstungsprogramm, das auf 20 Jahre berechnet war. Militärisch und politisch ging es darum, die Vorherrschaft Großbritanniens zur See zu brechen. Damit hatte das Deutsche Reich die bisher vorherrschende Orientierung seiner Außenpolitik auf Europa, wie sie von Bismarck begründet wurde, aufgegeben. Dies zeigte sich in der ersten Marokko-Krise, in der Deutschland in offene Konfrontation mit Frankreich und letztlich auch England trat. Die zweite Marokko-Krise 1911 und das zunehmende Engagement deutscher Unternehmen (vor allem der Deutschen Bank) in der Türkei ab 1911 führten zu einer Verschärfung des Verhältnisses sowohl zu Frankreich als auch zu Großbritannien.

Dieses Bündel von Widersprüchen war in der Zweiten Internationale durchaus nicht unbekannt. Alle Parteien bekundeten den Willen, gemeinsame Aktionen zur Verhinderung bzw. zum Abbruch eines Krieges in Europa durchzuführen. Diese Bekundungen, die noch wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges von allen Parteien wiederholt wurden, erwiesen sich als hohle Phrasen. Abgesehen von der russischen, serbischen und italienischen Sozialdemokratie verwandelten sich alle Parteien der Zweiten Internationale in chauvinistische Befürworter des Krieges. Sie konstatiert mit Bezug auf die Kriegspropaganda der Sozialdemokratie ironisch:

«Zum ersten Male, seit die moderne Arbeiterbewegung besteht, gähnt hier ein Abgrund zwischen den Geboten der internationalen Solidarität der Proletarier und den Interessen der Freiheit und nationalen Existenz der Völker, zum ersten Male stehen wir vor der Entdeckung, daß Unabhängigkeit und Freiheit der Nationen gebieterisch erfordern, daß die Proletarier verschiedener Zungen einander niedermachen und ausrotten.»[3]

Wenn man Rosa Luxemburgs Position zum Krieg verstehen will, muss man also die Reden und Artikel zur Marokko-Krise, ihre Analyse des Imperialismus in ihrer Schrift „Akkumulation des Kapitals“, ihre Kritik des Verhaltens der Reichstagsfraktion in haushaltspolitischen Debatten und schließlich ihre Schrift „Die Krise der Sozialdemokratie“[4] zum Bezugspunkt nehmen. Dabei bildet letztgenannte Schrift Knotenpunkt und Bilanz ihrer friedens- und sicherheitspolitischen Überlegungen. Die Schrift wurde unter dem Titel „Junius-Broschüre“ bekannt. Junius war ihr Pseudonym, unter dem sie veröffentlicht wurde. In den heutigen Diskussionen wird kaum wahrgenommen, welche komplexe Gesellschaftsanalyse Luxemburg hier vornimmt. Die Broschüre wird bzw. wurde in der bolschewistisch kommunistischen Strömung eher in der Lesart der Kritik Lenins wahrgenommen. Das Urteil Lenins kannten viele, die Schrift selber wenige. Allerdings geht diese Kritik am Kern der Darlegungen völlig vorbei. Aber das ist ein anderes Thema.

Betrachtet man sich die Publikationen Luxemburgs unter diesem Gesichtspunkt, zeigen sich folgende Fixpunkte ihres friedens- und sicherheitspolitischen Konzeptes. Diese Fixpunkte prägen auch ihre Methode der Analyse von Krieg und internationalen Konflikten.

  1. Alle politischen Prozesse betrachtet sie unter globalem Gesichtspunkt. Die gesellschaftliche Entwicklung ist für sie von vornherein keine nationale mehr. Sowohl die Entfaltung des Imperialismus als damals gegebenem Stadium der Entwicklung des Kapitalismus als auch die Entwicklung der Arbeiterklasse ist für sie von vornherein globaler Natur.
  2. Daraus ergibt sich ein konsequenter klassenbezogene Ansatz. Im Mittelpunkt stehen für sie nicht nationale Interessen sondern die Interessen des internationalen Proletariats.

«Noch mehr: In dem heutigen imperialistischen Milieu kann es überhaupt keine nationalen Verteidigungskriege mehr geben, und jede sozialistische Politik, die von diesem bestimmenden historischen Milieu absieht, die sich mitten im Weltstrudel nur von den isolierten Gesichtspunkten eines Landes leiten lassen will, ist von vornherein auf Sand gebaut.»[5]

  1. Sie berücksichtigt, wie bereits angemerkt, nicht nur den historischen Hintergrund des Werdens der zum Krieg führenden Widersprüche, sondern auch das Zusammenspiel politischer ideologischer und ökonomischer Faktoren. Die Reproduktion des Kapitalverhältnisses betrachtet sie also unter dem Gesichtspunkt der zum Krieg führenden Faktoren in ihrer Ganzheitlichkeit.
  2. Das Zusammenspiel von ökonomischer und militärisch getragener Expansion, Militarismus, Rüstungspolitik und Entfaltung des Finanzkapitals bilden aus ihrer Sicht den Kern des Verständnisses der Kriege ihrer Zeit.
  3. Sie arbeitet konsequent quellenbasiert. Sie lässt sich nicht von emotional aufgeheizten Berichten, Gerüchten, durch Regierungsautorität scheinbar bestätigte Thesen usw. in die Irre führen. Sie weicht auch gegenteilig erscheinenden Interpretationen des Geschehens nicht aus, sondern prüft ihre Plausibilität an den harten Interessen der im Widerstreit stehenden Seiten.

Zentral war für sie dabei, die Argumente, die die Reichstagsfraktion der SPD und die Parteiführung für die Unterstützung des Krieges anführten, zu prüfen. Es ging ihr vor allem um die von der Reichstagsfraktion aufgebaute Fiktion, im Krieg ginge es um die Verteidigung von nationaler Selbstbestimmung und Demokratie in Deutschland gegen den russischen Zarismus. Abgesehen davon, dass Russland gar nicht in der Lage war, Deutschland zu erobern, betont sie:

«Denken wir uns für einen Augenblick — um das Phantom des „nationalen Krieges”, das die sozialdemokratische Politik gegenwärtig beherrscht, nachzuprüfen —, daß in einem der heutigen Staaten der Krieg in seinem Ausgangspunkt tatsächlich als reiner nationaler Verteidigungskrieg begonnen hat, so führt vor allem militärischer Erfolg zur Besetzung fremder Gebiete. Bei dem Vorhandensein höchst einflußreicher kapitalistischer Gruppen aber, die an imperialistischen Erwerbungen interessiert sind, werden im Laufe des Krieges selbst Expansionsappetite geweckt, die imperialistische Tendenz, die zu Beginn des Krieges erst im Keime vorhanden war oder schlummerte, wird im Verlauf des Krieges selbst wie in einer Treibhausatmosphäre aufwuchern und den Charakter des Krieges, seine Ziele und Ergebnisse bestimmen. Ferner: Das System der Bündnisse zwischen den Militärstaaten, das seit Jahrzehnten die politischen Beziehungen der Staaten beherrscht, bringt es mit sich, daß jede der kriegführenden Parteien im Verlaufe des Krieges auch aus reinen Defensivrücksichten Bundesgenossen auf ihre Seite zu bringen sucht. Dadurch werden immer weitere Länder in den Krieg mit hineingezogen und damit unvermeidlich imperialistische Kreise der Weltpolitik berührt und neue geschaffen.»[6]

Für sie erscheint also ein Krieg „im imperialistischen Milieu“ in seinen Konsequenzen unbeherrschbar, welche Motive aus immer dahinter stehen mögen. Sie zieht die Konsequenz:

«So ist die proletarische Politik, wenn sie vom Standpunkte des Fortschritts und der Demokratie für die eine oder die andere Seite im heutigen Kriege Partei ergreifen sollte, die Weltpolitik und ihre weiteren Perspektiven im ganzen genommen, zwischen der Scylla und der Charybdis eingeschlossen, und die Frage Sieg oder Niederlage kommt unter diesen Umständen für die europäische Arbeiterklasse in politischer genau wie in ökonomischer Beziehung auf die hoffnungslose Wahl zwischen zwei Trachten Prügel hinaus. Es ist deshalb nichts als ein verhängnisvoller Wahn, wenn die französischen Sozialisten vermeinen, durch militärische Niederwerfung Deutschlands den Militarismus oder gar den Imperialismus aufs Haupt zu schlagen und der friedlichen Demokratie die Bahn in der Welt zu brechen. Der Imperialismus und in seinem Dienste der Militarismus kommen vielmehr bei jedem Siege und bei jeder Niederlage in diesem Kriege vollauf auf ihre Rechnung, ausgenommen den einzigen Fall: wenn das internationale Proletariat durch seine revolutionäre Intervention einen dicken Strich durch jene Rechnung macht. Die wichtigste Lehre für die Politik des Proletariats aus dem heutigen Kriege ist deshalb die unerschütterliche Tatsache, daß es sich weder in Deutschland noch in Frankreich, weder in England noch in Rußland zum kritiklosen Echo der Losung Sieg oder Niederlage machen darf, einer Losung, die einzig vom Standpunkte des Imperialismus realen Gehalt hat und für jeden Großstaat mit der Frage Erwerb oder Verlust der weltpolitischen Machtstellung, der Annexionen, Kolonien und der militärischen Vorherrschaft identisch ist. Für das europäische Proletariat im ganzen sind heute von seinem Klassenstandpunkt Sieg und Niederlage jedes der kriegführenden Lager gleich verhängnisvoll. Es ist eben der Krieg als solcher und bei jedem militärischen Ausgang, der die denkbar größte Niederlage für das europäische Proletariat bedeutet, es ist die Niederkämpfung des Krieges und die schleunigste Erzwingung des Friedens durch die internationale Kampfaktion des Proletariats, die den einzigen Sieg für die proletarische Sache bringen kann. Und dieser Sieg allein kann zugleich wirkliche Rettung Belgiens wie der Demokratie in Europa bewirken. In dem heutigen Kriege kann das klassenbewußte Proletariat mit keinem militärischen Lager seine Sache identifizieren.»[7]

Es bleibt den Leser*innen überlassen, das in Bezug auf heutige Entwicklungen zu prüfen und sich zu fragen, ob man sich künftig weiter auf Rosa Luxemburg als Tradition und Inspiration zu eigenem politischem Handeln beziehen möchte. Jedenfalls liegt das Herangehen Luxemburgs an die Frage nach der Position Linker zu Krieg und Frieden weit weg von dem , was uns heute als feministische Außenpolitik verkauft wird. Hier werden die Kriegsfolgen tränenreich bedauert – der Krieg selber als Mittel der Konfliktlösung aber nicht ausgeschlossen. Eine mögliche Konsequenz der luxemburgschen Position ist, dass Krieg eben KEIN Instrument zur Lösung von Widersprüchen ist – eine Position, wie sie sich im Neuen Denken der 1980er Jahre durchgesetzt hatte.

Vielleicht lohnt ein Blick zurück, um vorwärts zu kommen?

 
Der Beitrag erschien zuerst auf Mehring1.


[1] Luxemburg, Rosa (1974). Die Krise der Sozialdemokratie, in: Rosa Luxemburg Gesammelte Werke Band 4 August 1914 bis Januar 1919, Berlin: Dietz Verlag, 140.

[2] ebd. 158.

[3] ebd. 64.

[4] ebd. 49–164.

[5] ebd. 136.

[6] ebd. 139.

[7] ebd. 157f.

Lutz Brangsch war lange Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Der Wirtschaftswissenschaftler arbeitet zur Demokratie- und Staatstheorie sowie zu Netzwerken der solidarischen Gesellschaft.


Info: https://www.rosalux.de/news/id/50091/rosa-luxemburg-der-krieg-ist-das-problem-nicht-sieg-oder-niederlage


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Screenshot_2025_06_24_at_12_00_36_Doku_Kein_Land_f_r_Niemand_Premiere_Juni_2025


Screenshot_2025_06_24_at_12_01_23_Doku_Kein_Land_f_r_Niemand_Premiere_Juni_2025


Synopsis

Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag angenommen – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.

Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Die Dokumentation beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, dokumentiert die katastrophale Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben.


Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politiker*innen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?

In eindringlichen Geschichten zeigt der Film eine zunehmend beängstigende Realität aus Sicht von Geflüchteten und analysiert die Dynamiken hinter dem historischen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen fordert Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den brutalen Status quo und die scheinbar unaufhaltsame Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.

Denn damit es auch in Zukunft bei einem glaubhaften „Nie wieder“ bleibt, brauchen wir Alternativen – Alternativen, die der unvermeidbaren Realität von Migration in einer krisenhaften Welt und einem Einwanderungsland im Umbruch gerecht werden.


Info: http://kein-land-fuer-niemand.de


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Militär und MigrationVon Aufrüstung und technokratischer Migrationsabwehr

taz.de, 22.6.2025 14:10 Uhr, Essay von Georgiana Banita

Feindbilder und Abschottung drängen verstärkt auf die Agenda der Politik. Moderne Technik gehört zur Aufrüstung der Armeen und der Grenzkontrollen.

Foto: Katja Gendikova

A n deutschen Grenzübergängen geschieht dieser Tage, was an dystopische Science-Fiction erinnert: Binnen Sekunden erkennt ein Detektor, von Polizeibeamten an der Außenwand eines Transporters befestigt, ob sich im Frachtraum weitere Personen verbergen. Der Sensor soll Schleusungsversuche aufdecken und illegale Grenzübertritte verhindern. So weit, so technoautoritär, ganz im Einklang mit einer Regierung, die gern hätte, dass alles, was sich verdächtig nähert, geräuschlos von Deutschlands digital gepanzerter Karosserie abperlt.

Im Vergleich zum sonstigen Waffenarsenal der Polizei klingt ein kleiner gelber Kasten erst einmal harmlos – zumal die Behörden nicht müde werden zu betonen, die Kontrollen dienten auch dem Schutz der Geflüchteten. Immer häufiger kämen diese ums Leben, wenn Schleuser mit hoher Geschwindigkeit vor der Polizei fliehen und ihre eng gedrängten Passagiere mit in den Tod reißen. Bei der Vorführung des Personendetektors im Februar 2024 meldete die bayerische Polizei sieben Tote bei einem verunglückten Fluchtauto.

Grenzschutz als Außen- und Sicherheitspolitik im Namen eines „gemeinsamen Horizonts von Werten“ Deutschlands und Europas – um die Regierungserklärung von Friedrich Merz zu zitieren. Diese Werte treten jedoch nur noch als Munition in Erscheinung: an der Grenze und in der Aufrüstungspolitik. Der Migrantendetektor erkennt einzig den Herzschlag von Menschen, nicht ihren Schutzbedarf, die Ursache ihrer Flucht oder ihren rechtlichen Status.

Was der Kasten misst, ist der Puls als biometrisches Signal einer illegalisierten Existenz. Sobald auf dem Monitor die schematisierte Strichzeichnung eines Körpers erscheint, bleibt von dem, was kurz zuvor noch ein Mensch war, nur noch ein maschinell erfasstes Zielobjekt. Dass der Migrantendetektor ursprünglich als Häftlingsmonitor zur Verhinderung von Gefängnisausbrüchen entwickelt wurde, passt ins Bild.

Der Scanner-Staat

Staatliche Macht materialisiert sich in einem präzisen Frühwarnsystem, rund um die Uhr im Empfangsmodus, wenn es um die Ortung kriminalisierter Körper geht. Der Polizeirausch an der Grenze ist auch ein Waffenrausch – und damit Ausdruck einer neuen Politik der Wehrhaftigkeit, die auf maximale Risikoabwehr zielt, ­innen- wie außenpolitisch. Dabei weicht das Ethos des Asyls einer militärischen Logik der Sichtbarmachung, die auf die biometrische Identifizierung von Feinden abzielt.

Der „wehrhafte Grenzstaat“, um den es in diesem Text geht, bezeichnet eine grotesk überinszenierte Waffenvernarrtheit, ein ideologisches Projekt der autoritären Machtsicherung, ein biopolitisches Dispositiv zur Abwehr potenzieller „Risiken“ – und nicht zuletzt ein nationales Selbstbild, das sich zunehmend über Kampfbereitschaft und männliche Härte definiert.

Die Sicherheitspraxis an den deutschen und EU-Außengrenzen entwickelt sich zusehends zum Labor wehrhafter Außenpolitik. Die Merz-Regierung hat eine Agenda geschmiedet, die Ausrüstung und Grenzschutzoffensive machtpolitisch miteinander verschränkt. Dass diese militarisierte Antiasylpolitik selbst innerhalb der EU auf Irritation stößt, bleibt weitgehend unkommentiert – obwohl sie die europäische Einigkeit gegenüber Russlands expansionistischem Machtstreben massiv untergräbt.

Dass Kriegsrhetorik mit dem Stoppen einer latenten Grenzinvasion verschwimmt, wird dabei gern übersehen. Dabei wächst in Europa schon seit Jahren die Schnittmenge zwischen militärischer Verteidigung und Migrationskontrolle. Seit 2021 testet Frontex Überwachungssysteme, die mit bewaffnungsfähigen israelischen Drohnen, Wärmebildkameras und biometrischen Scans operieren. In griechischen Lagern wird diese Technik mit der digitalisierten Verwaltung von Geflüchteten als Risikoobjekte kombiniert.

Feindbilder und Abschottung

Was sich hier abzeichnet, ist mehr als bloße Effizienzsteigerung. An den Rändern der EU – und zunehmend auch an deutschen Übergängen – vollzieht sich eine ideologische Annäherung an ein Grenzkrieg-Denken: genährt vom Vokabular des Nato-Flankenschutzes, im Kern jedoch zurückzuführen auf ein Konfliktverständnis, das autoritäre Staaten prägt, die sich in permanenter Konfrontation mit benachbarten Feinden sehen – allen voran die USA, Israel und Russland.

In diesem Kalkül verschmelzen Grenze und Krieg zu einer Strategie des stabilisierenden Ausnahmezustands. Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Wladimir Putin: Ihre Macht stützt sich auf Feindbilder und Abschottung, um das Eindringen auf eigenes Territorium zu verhindern, was maximale Undurchdringlichkeit rechtfertigt. Gehört Merz bald auch in diese Reihe?

Die Ausweitung militärischer Abwehrmechanismen wird unter dem Schlagwort „hybride Bedrohungen“ verhandelt, gemeint sind informa­tionsbasierte Formen der Demokratiesabotage, die nicht auf militärische Hardware wie Panzer oder Kampfjets zielen, sondern auf soziale Software – auf das Vertrauen in Parlamente, auf die Integrität politischer Prozesse und auf die Stabilität europäischer Strukturen insgesamt.

Der Anschlag von Magdeburg im Dezember 2024 etwa wurde in sozialen Netzwerken von rechtsextremen deutschen wie ausländischen Akteuren aufgegriffen, um dem Täter islamistische Motive zu unterstellen und gleichzeitig das Narrativ von einer drohenden Islamisierung Deutschlands zu befeuern – obwohl der saudische Einwanderer militante islamkritische Inhalte verbreitet und AfD-Sympathien geäußert hatte. Diese Vorstellung vom muslimischen Mann als einer tickenden Zeitbombe prägt inzwischen den Ton der Grenzpolitik.

Biometrisierung des Lebens

Wer Fluchtbewegungen nicht mehr als humanitäre Herausforderung gelten lässt, sondern als unkonventionelle Kriegsstrategie, und Asylsuchende als verschleierte Kombattanten sieht, hält es womöglich auch für legitim, an den Grenzen Polizeieinheiten, Sensoren und Drohnen scharfzumachen. Es ist aber nicht nur so, dass Grenzen wie Frontlinien aufgerüstet werden, der Krieg selbst sammelt sich an den Peripherien.

Grenzregionen wie das Mittelmeer, Litauen – wo inzwischen auch eine deutsche Brigade stationiert ist – und selbst die Ukraine als möglicher Nato-Ostrand wandeln sich zu militärischen Pufferzonen, die dazu dienen, geopolitische Spannungen abzuschirmen. Was wir derzeit erleben, ist eine Art technologische Immunisierung entlang der nationalen, europäischen und Nato-Außengrenzen, wo strategisch platzierte „Antikörper“ in Gestalt von Sicherheitskräften, Sensorik und Drohnenmauern verhindern sollen, dass die Konfliktzone weiter westwärts vordringt.

Deutschland investiert derweil in stationäre Verteidigungsarchitekturen wie Brücken und Bahntrassen, aber auch in mobile Infrastrukturen. Die Bundeswehr hat sogenannte loitering ­munitions beschafft: mit Sprengstoff beladene Drohnen, die kreisend in der Luft verharren, bis ein Ziel am Boden ausgemacht ist, auf das sie sich im entscheidenden Moment herabstürzen.

Es handelt sich um eine neue Form des Luftkriegs: geduldig, maschinell, entpersonalisiert. Dazu passt auch der geplante „Drohnenwall“ entlang der Nato-Ostflanke – ein „intelligentes“ Schutzsystem, das bei jeder Bewegung zuschnappt. Währenddessen wächst in den Kultur- und Geisteswissenschaften seit Jahren der Widerstand gegen die technologische Verflachung und Biometrisierung des Lebens.

Wehrhafter Staat und wehrloser Mensch

Philosophen wie Roberto Esposito und Giorgio Agamben haben darauf hingewiesen, dass da, wo der Körper sichtbar, vermessbar und kontrollierbar wird, eine neue Spielart biopolitischer Macht am Werk ist. Gemeint ist eine Macht, die über das Leben selbst entscheidet: darüber, wer dazugehört und wer nicht, wer leben darf und wer sterben muss. Wie der Kulturwissenschaftler Joseph Pugliese argumentiert, beruhen biometrische Grenztechnologien – von Gesichtserkennung bis Lügen­detektor – letztlich auf strukturellen Machtverhältnissen.

Die Frage „Wer bist du?“ sei dabei stets von einer anderen überlagert: „Was bist du?“ – also von einer Kategorisierung, der eine soziale Hie­rar­chie vorausgeht. Nichtweiße Asylsuchende verfangen sich besonders tief in dieser weißen Infrastruktur des Verdachts, die ihre Identität als potenziellen Betrug konstruiert. Und zu allem Überfluss endet die biometrische Grenze nicht am Zaun. Deutschland ist das einzige Land weltweit, das in Asylverfahren automatisierte Dialekt­erkennung einsetzt, um Herkunftsangaben zu überprüfen; das BAMF spricht dabei von „Sprachbiometrie“.

Die realen und digitalen Projektile, mit ­denen Deutschland verteidigungs- wie migrations­politisch hantiert, treffen erstaunlich zielsicher auch nach innen. Eine militärromantische Tes­tos­te­ron­politik trifft auf ohnehin schon gewaltgeladene Geschlechterbilder und rechten Revanchismus in Teilen der männlichen Bevölkerung. Denn neben der militärischen steht auch eine sittliche Ertüchtigung auf dem Plan.

Der Vorschlag von Verteidigungsminister Boris Pistorius, junge Männer per Fragebogen nach körperlicher und geistiger Diensttauglichkeit zu screenen, illus­triert, dass deutsche Bürger ebenfalls als Daten emittierende Körper verfügbar gemacht werden für einen Krieg, der in der Ferne liegt – und dennoch schon jetzt männliche Lebensläufe und Selbstbilder auf Verwertbarkeit im ­Verteidigungsapparat hin zu normieren beginnt.

Mag Aufrüstung auch alternativlos erscheinen: Die eigentliche Gewissensfrage unserer Zeit lautet, wie sich die schleichende Erosion der einstigen Alternativlosigkeit europäischer Werte aufhalten lässt. Was fehlt, ist nicht die Bereitschaft zur Abwehr, sondern die Idee, wofür überhaupt noch gekämpft werden soll. Die automatisierten Messinstrumente der Grenzpolizei wie auch KI-gesteuerte Einsätze an den EU-Außengrenzen und im Ukrainekrieg sind auf ganzer Linie würdevergessen. Was bleibt zu verteidigen, wenn der Staat wehrhaft wird – und der Mensch dabei wehrlos?



Georgiana Banita

ist Dozentin an der Universität Bamberg. Zu ihren Schwer­punkten gehören die Themen Polizeikultur und Migration sowie nordamerikanische Literatur und Kultur.

taz debatte Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.


Info: https://taz.de/Von-Aufruestung-und-technokratischer-Migrationsabwehr/!6092656&s=Aufrüstung%2Bmigrationsabwehr/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Screenshot_2025_06_24_at_11_42_33_Wadephul_k_ndigt_Phase_zwei_der_Zeitenwende_an_es_reicht_

nachdenkseiten.de, 24. Juni 2025 um 9:00 Ein Kommentar von  Marcus Klöckner

„Jetzt beginnt Phase zwei der Zeitenwende“, sagte gerade der deutsche Außenminister in einem Interview mit dem Spiegel. Wenn aktuell die zweite Phase einer Politik der Kriegstreiberei anläuft, wie sieht dann die dritte Phase aus? Der offene Weltkrieg? Die „Zeitenwende“ ist eines der schlimmsten Propagandastücke, das die Mächtigen je auf der Bühne der Republik aufgeführt haben. Es reicht! 

Wann ist es genug? Wo ist die Grenze einer Politik, die längst ein Trümmerfeld hinterlassen hat und immer noch glaubt, das sei der richtige Weg? Die Politik der Zeitenwende ist eine Politik der Kriegstreiberei. Es gab und gibt keine „Zeitenwende“. Die „Zeit“ hat sich nicht gewendet. Sie ist heute so, wie sie gestern war und morgen sein wird. Schon von einer „Zeitenwende“ zu sprechen, geht an der Realität vorbei.   Was es gibt, ist ein Angriff Russlands auf die Ukraine. Was es gibt, ist eine dreckige Vorgeschichte dieses Krieges.   Was es gibt, ist eine Politik, die die Diplomatie zerstört und den Konfrontationskurs mit Russland gesucht hat.   Was es gibt, ist ein Völkerrecht, das nur auf dem Papier existiert.   Was es gibt, ist eine Politik, die mit zweierlei Maß misst. Was es gibt, ist ein Angriff von einem Land auf ein anderes Land, den Politik und Medien einmal verurteilen und ein anderes Mal bejubeln.   Was es gibt, ist eine Politik von historischer Asozialität gegenüber Russland.   Was es gibt, ist eine Politik, die auf Kosten der Steuerzahler ein gigantisches Aufrüstungsprogramm forciert.   Was es gibt, ist eine Politik, die nicht aufhört, ihr Feindbild im Kopf zur öffentlichen Angelegenheit und somit zu einer Angelegenheit von uns allen zu machen.   Was es gibt, sind Medien, die der Politik in Nibelungentreue sekundieren. Und, längst nicht zuletzt:   Was es gibt, ist eine Politik, die jene Werte, von denen sie permanent spricht, Tag für Tag verrät.


Ja, all das soll der mit intellektueller Dürftigkeit unterfütterte Begriff „Zeitenwende“ verschleiern.

Doch: Es geht hier nicht um eine Zeitenwende. Es geht um einen Angriff auf den Verstand der Gesellschaft. Die „Zeitenwende“ ist eines der schlimmsten Propagandastücke, das Politiker, Medienvertreter und Legitimationsexperten je auf der Bühne der Republik aufgeführt haben. Die Zeitenwende ist eine „Wende“ in der Politik, und diese politische Neuausrichtung ist nicht durch den an den Haaren herbeigezogenen „Feind“ bedingt. Sie ist das Produkt einer eiskalten Geo-, Tiefen- und Machtpolitik, die sich außerhalb demokratischer Willensprozesse in Stellung gebracht hat.

Auf Ebene der politischen Darstellung öffnen sich die Türen für Akteure, die im besten Fall tragikomisch wirken und im schlimmsten Fall den Weg in den Untergang mit vorbereiten.

Und dann gibt es da noch Johann Wadephul. Man wünscht dem Minister, dass er sich aus der Politik zurückzieht. Man wünscht ihm, einfach die Finger von einer Materie zu lassen, die er nicht durchdringt. Das wünscht man übrigens nicht nur ihm, sondern all jenen, die derzeit über das politische Parkett schlittern, als würden sie angetrunken zum ersten Mal auf Schlittschuhen stehen.

Auf die gewohnt gekonnte Vorlage des Spiegels: „Tut die Bundesregierung genug, um ihre Anstrengungen in der Verteidigungspolitik den Menschen zu erklären?“ antwortet unser Außenminister:

„Wir müssen noch viel mehr über unsere Sicherheit reden. Jetzt beginnt Phase zwei der Zeitenwende. Wir sollten den Bürgerinnen und Bürgern deutlich sagen, dass ohne ein großes Investitionsprogramm in unsere Verteidigung Deutschland und Europa in der Zukunft nicht sicher sein werden. Dazu gehört mehr Personal in der Bundeswehr, aber auch eine deutliche Stärkung des Zivilschutzes. Das ist eine große Vermittlungsaufgabe für uns in der Regierung.“

Wadephul hat nichts verstanden, aber er darf an der großen Politik mit herumschrauben. Wenn jetzt die „zweite Phase“ einer „Zeitenwende“ – die es nicht gibt – eingeläutet wird: Wie wird dann erst die zu erwartende dritte Phase aussehen? Reden wir dann vom offenen dritten Weltkrieg?

Es reicht. Die Politik, die hier aufgetischt wird, zerstört das Land.


Titelbild: Screenshot N


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Aufrüstung Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


Schlagwörter: 


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=134941


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Konzentrationslager: Eine Geschichte, die der Westen lieber vergisst

freedert.online, 24 Juni 2025 08:15 Uhr, Von Dmitri Orechow

Das westliche Bild von Russland ist geprägt von Mythen über Folter und Lager. Doch historisch betrachtet liegen Ursprung und Praxis vieler Repressionsformen eher im Westen als im Osten – ein Plädoyer für historische Ehrlichkeit.


© Getty Images / narvikk


Symbolbild


Die Europäer sind in Panik: Die Russen haben sich einen Teil der Ukraine angeeignet und stehen kurz davor, Europa zu erobern! Hilfe, die Freiheit ist in Gefahr! Bald werden europäische Städte von NKWD-Mitarbeitern (sowjetisches Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) in Lederjacken und blauen Mützen mit rotem Rand überschwemmt sein, und ganz Europa wird sich in einen riesigen Gulag verwandeln.


Briefwechsel für die Geschichtsbücher: Die ausgestreckte Hand wurde nicht ergriffen




Analyse

Briefwechsel für die Geschichtsbücher: Die ausgestreckte Hand wurde nicht ergriffen





Warum haben die Europäer solche Angst vor Russland, warum sind sie bereit, selbst die absurdesten Lügen über uns so selbstvergessen zu glauben? Wahrscheinlich, weil sie sich seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten, eingeredet haben, dass Russland ein Land der Gefängnisse, Folter und Henker ist. Diese Vorstellung hat sich beim westlichen Menschen tief festgesetzt – bis in seine Träume.

Diese Angst ist jedoch künstlichen Ursprungs. Um die russische "Dunkelheit" zu fürchten, muss man glauben, dass die westliche Zivilisation "hell" ist. Aber ist das wirklich so? In früheren Zeiten gab es in unserer Geschichte natürlich alles Mögliche, aber das Gefängnis ist keine russische Erfindung. Die Konzentrationslager hingegen wurden von Westeuropäern erfunden und von ihnen in großem Umfang eingesetzt.

In gewisser Weise kann man den gesamten Weg der westlichen Zivilisation als eine Bewegung in Richtung Konzentrationslager betrachten. War die Zeit der "Einhegung" in England mit ihren massenhaften Übergriffen auf die friedliche Bevölkerung nicht eine Art Probe für den zukünftigen Völkermord an den farbigen Völkern in der Neuzeit? War die systematische Hinrichtung von Menschen (mithilfe der Guillotine) nicht eine französische Erfindung? Waren es nicht die Angelsachsen, die Stacheldraht erfunden und gegen Menschen eingesetzt haben? Waren es nicht die Briten, die während des Burenkriegs ein System von Konzentrationslagern geschaffen haben, in denen ein ganzes Volk vernichtet wurde? Und die Deutschen – diese konsequentesten und diszipliniertesten Schüler der Angelsachsen – waren nicht sie es, die die Völker der Herero und Nama in Südwestafrika in Konzentrationslager trieben? Waren nicht sie es, die diese kolonialen Praktiken nach Europa übertrugen?

Was hält die heutigen Europäer noch wach? Die Bestrafung mit Stockschlägen? Diese wird heute noch im Rahmen des Rechtssystems einiger Länder des Britischen Commonwealth praktiziert. Ja, genau, des Britischen Commonwealth, nicht irgendwelcher GUS-Staaten. Denn es war nicht das barbarische Russland, das Malaysia, Brunei und Singapur die Prügelstrafe aufgedrängt hat, sondern das schöne parlamentarische England, und die moderne Prügelstrafe in diesen Ländern ist ein Erbe des königlichen Strafvollzugssystems, ein Geschenk der englischen Kolonialherren.

Folter? Die US-Amerikaner haben im Irak und Afghanistan häufig Folter angewendet. In ihren geheimen Gefängnissen, die über die ganze Welt verstreut sind, schrecken die US-Amerikaner auch heute noch nicht davor zurück, Gefangene zu schlagen, ihnen Säcke über den Kopf zu stülpen, sie starker Hitze oder Kälte auszusetzen, sie mit Strom oder Feuer zu foltern, sie in Wasser zu ertränken, sie von Hunden zerfleischen zu lassen, Hinrichtungen vorzutäuschen und so weiter, wobei das Weiße Haus diesbezüglich keine besonderen Gewissensbisse hat.


Der Westen nutzt immer diejenigen aus, die sich in ihn verlieben





Meinung

Der Westen nutzt immer diejenigen aus, die sich in ihn verlieben




Was macht den Europäern noch Angst? Ketten und Fesseln? Abgetrennte Köpfe? Nun, Frankreich hat noch vor relativ kurzer Zeit Menschen in Ketten gelegt und ihnen die Köpfe abgeschlagen. Davon berichten beispielsweise die Bücher von Henri Alleg, dem Herausgeber der Zeitung Alger républicain, der drei Jahre lang ohne Gerichtsverfahren und Untersuchung im Gefängnis Barberousse (im französischen Algerien) festgehalten wurde. In diesen Büchern kann man lesen, wie in engen Kellerzellen an die Wände gekettete Gefangene schmachten und wie unter dem Messer der Guillotine die Köpfe von Verfechtern der Unabhängigkeit (Algeriens) auf den blutüberströmten Gefängnishof fliegen. Alleg schreibt:

"Zwei Patrioten hat die Guillotine heute Morgen geholt.

Die Schreie der Gefangenen und der Gesang der Frauen, bedrohlich wie ein geschliffener Dolch, begleiteten sie zum Ort ihrer Hinrichtung."

Dunkles Mittelalter, werden Sie sagen? Keineswegs, es war die Zeit der Fünften Republik, der Beginn der Herrschaft des glorreichen antifaschistischen Präsidenten Charles de Gaulle!

Man erkennt, wie sehr die sowjetischen Lager mit ihren Wachtürmen und Hunden an Schrecken und Bedeutung verloren haben, sobald man sie nicht mehr vor dem leuchtenden Hintergrund idealer Gerechtigkeit sieht, sondern im Vergleich zu den Verbrechen westlicher Gefängnisse und Lager. Ja, natürlich sind die Repressionen, die es gab, unser Schmerz, unsere Strafe für die revolutionären Wirren und unsere Tragödie. Wir sind jedoch nicht in andere Teile der Welt vorgedrungen, um dort unter Einsatz von Stacheldraht ganze Bevölkerungsgruppen zu vernichten, die uns missliebig waren.

Lesen Sie eben diesen Alleg, und Sie werden erfahren, wie die Franzosen den Mangel an Ketten und Fesseln für die Algerier durch selbstgebaute Handschellen aus Fahrradketten ausglichen, deren unnachgiebige Glieder sich bei der geringsten Bewegung ins Fleisch der Handgelenke gruben. Wie die mit Ketten gefesselten Gefangenen gemeinsam ihre Notdurft verrichteten. Oder wie Ärzte in die Folterkammer geschickt wurden, deren einziges Vergehen darin bestand, dass sie ihrer beruflichen Pflicht nachgingen und Verwundete verbanden. Auch werden Sie erfahren, wie bettlägerige Kranke hingerichtet wurden, wie Gefangene an den Füßen an einen Jeep gebunden und mit hoher Geschwindigkeit über den Boden geschleift wurden. Oder wie sie an einer Querstange aufgehängt, mit Ochsenpeitschen geschlagen, mit Feuer, Strom und Wasser gefoltert wurden, wie sie durch eine Reihe von Gendarmen und Aufsehern getrieben wurden, die die Gefangenen mit Gewehrkolben, Knüppeln und Schraubenschlüsseln schlugen. Auch werden sie erfahren, wie den Gefangenen, die unter den französischen Henkern gelitten hatten, Filme gezeigt wurden, die die weißen Kolonisatoren als "Entdecker, Erbauer und Heiler" verherrlichten.

Natürlich ist Algerien nicht das einzige Beispiel. Man denke nur an das Konzentrationslager, in das englische Siedler das Leben der australischen und tasmanischen Ureinwohner verwandelt haben; an das belgische Konzentrationslager im Kongo; an das französische Konzentrationslager in Indochina; an das niederländische Konzentrationslager in Indonesien; das US-amerikanische Konzentrationslager in Vietnam... und viele andere Konzentrationslager, die vom Westen in den unterschiedlichsten Teilen der Welt eingerichtet wurden.

All dies sind Themen, die Russland aufgreifen muss – wenn es sich natürlich nicht bis zum Ende des dritten Jahrtausends für seine Repressionen rechtfertigen will. Aimé Césaire sagte einst:


22. Juni – Tag der Erinnerung und Trauer: Gedenken in Moskau, Brest und Berlin





22. Juni – Tag der Erinnerung und Trauer: Gedenken in Moskau, Brest und Berlin






"Der Westen muss sich für den größten Berg von Leichen in der Geschichte verantworten."

Und man muss sich nicht aus Boshaftigkeit, Widerspenstigkeit oder kleinlicher Rachsucht damit beschäftigen, sondern einfach deshalb, weil dies die Realität des kognitiven Krieges ist. Das Fehlen von Worten (Büchern, wissenschaftlichen Arbeiten, Filmen, Artikeln, Ausstellungen et cetera) wird als Fehlen von Argumenten wahrgenommen. Wenn einer der Streitenden schweigt (selbst aus höchst moralischen Gründen) und der andere unaufhörlich lügt, werden die Menschen wohl oder übel unter den Einfluss des Lügners geraten.

Außerdem hat eine konsequente Arbeit in dieser Richtung alle Chancen, das Gefühl der Überlegenheit ‒ das unseren Feinden immer wieder hilft, die westeuropäischen Völker für einen Vorstoß gegen den Osten zu vereinen ‒ eines Tages zunichtezumachen. Die Wahrheit ist auf unserer Seite, und auf alle Vorwürfe der Barbarei können wir der feindlichen Zivilisation eine würdige Antwort geben:

Schließlich waren nicht wir, sondern Sie es, die die Konzentrationslager erfunden haben.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 23. Juni 2025 auf der Webseite der Zeitung Wsgljad.

Dmitri Orechow (geb. 1973 in Leningrad) ist ein russischer Schriftsteller, Journalist sowie Autor von Drehbüchern für Animationsfilme und Theaterstücke. Er schloss sein Studium der Philologie und Orientalistik an der Sankt Petersburger Staatsuniversität mit Auszeichnung ab. Seine Werke verkauften sich in einer bisherigen Gesamtzahl von über einer Million Exemplaren. Orechow veröffentlicht seine Kommentare sowohl in russischen Medien wie Wsgljad als auch auf seinem eigenen Telegram-Kanal.


Mehr zum Thema – Banker ergreifen die Macht: So werden Revolutionen vollzogen


Screenshot_2025_06_24_at_09_15_00_Konzentrationslager_Eine_Geschichte_die_der_Westen_lieber_vergisst_RT_DE

Video https://rumble.com/v6v66vx-gedenk-und-trauertag-prsident-putin-legt-blumen-am-grab-des-unbekannten-sol.html Dauer 7:04 Uhr


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/248761-westen-muss-staendig-an-seine-konzentrationslager-erinnert-werden/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.06.2025

Sanchez macht es richtig, Macron widerspricht Merz & Meuterei gegen VdL

lostineu.eu, 24. Juni 2025

Die Watchlist EUropa vom 24. Juni 2025 – Heute mit News und Updates zum Nato-Gipfel in Den Haag, zum Angriff auf Iran und zur Vertrauens-Krise im Europaparlament.

Dieser Newsletter wird von seinen Lesern finanziert. Bitte unterstützen Sie uns – werden Sie Mitglied bei STEADY und lesen Sie auch hinter der Paywall weiter

Der Nato-Gipfel in Den Haag soll in die Annalen eingehen – als historischer “Quantensprung” bei der Aufrüstung. So hat es Nato-Generalsekretär Rutte hinausposaunt. Auch Kanzler Merz plant Großes: Er will sich als Vorreiter der europäischen Verteidigung präsentieren.

Doch wie unser Faktencheck zeigt, steht das neue Nato-Ziel von fünf Prozent für die Rüstung auf wackligen Füßen. Auch der neue deutsche Führungsanspruch in der Nato ist fragwürdig.

Nicht nur Spanien setzt sich ab. Auch Belgien und Polen haben Bauchschmerzen, die Slowakei und Italien melden sogar grundsätzliche Zweifel an der Nato und ihrem Nutzen an.

Hinter Deutschland steht keiner

Hinter Merz steht – keiner. Für Frankreich geht er zu weit, für die Balten geht er nicht weit genug. Und US-Präsident Trump wird es ihm auch nicht danken. Er sucht selbst nach Ausreden.

Man könne es sich in diesen Zeiten einfach nicht leisten, Trump zu widersprechen, heißt es in Berlin. Besser sei es, ihn einzubinden und die USA in Europa zu halten, so lange es geht.

Doch dieses Kalkül hat sich als falsch erwiesen: Beim Handel, bei den Russland-Sanktionen, zuletzt im Krieg gegen den Iran. Trump lässt sich nicht einbinden, auch nicht von Merz.

Wie man es richtig macht, zeigt Spaniens Premier Sanchez. Der Sozialist hat gezeigt, dass man Trump die Stirn bieten kann und dabei sogar noch innenpolitisch Punkte sammelt.

Spanien spart sich 2,9 Prozent

Er hat auch die Argumentation von Rutte widerlegt. Um neue militärische Kapazitäten für die Nato zu erwerben, müsse das Rüstungsbudget auf 3,5 bzw. 5 Prozent steigen, behauptet der Niederländer.

Doch diese Zahl ist unrealistisch, Trump hat sie aus der Luft gegriffen, nicht einmal die USA werden das neue Plansoll erreichen. Und die Hochrüstung ist offenbar auch gar nicht nötig.

Er werde die nötigen Fähigkeiten mit nur 2,1 Prozent schaffen, sagt Sanchez. Die übrigen 2,9 Prozent kann er sich und seinem Land dann ersparen. Die damit verbundenen Schulden und Sozialkürzungen auch.

Sanchez macht es richtig – und wenn es gut läuft, wird er beim Nato-Gipfel auch noch Mitstreiter finden. Belgien ist ein guter Kandidat – denn auch in Brüssel glaubt niemand an das “historische” Fünf-Prozent-Ziel…

Unser Faktencheck steht hier

News & Updates

  • Macron widerspricht Merz im Iran-Krieg. Bundeskanzler Merz (CDU) hat sich erneut hinter die Luftangriffe auf den Iran gestellt. “Es gibt für uns und auch für mich persönlich keinen Grund, das zu kritisieren, was Israel vor einer Woche begonnen hat, und keinen Grund, das zu kritisieren, was Amerika am vergangenen Wochenende getan hat”, sagte er. Frankreichs Präsident Macron sieht das anders: Die US-Schläge seien nicht durch internationales Recht gedeckt, erklärte er. – Der Honeymoon zwischen Berlin und Paris ist wohl auch schon zu Ende, Merz’ Treue zu den USA und Israel ist nunmal größer als die Liebe zu Frankreich und zum Völkerrecht…
  • Verteidigungs-Abkommen mit Kanada. Die EU und Kanada wollen bei Verteidigung und Wirtschaft enger zusammenarbeiten. Beide Seiten unterzeichneten bei einem Gipfeltreffen in Brüssel ein Abkommen, in dem sie bekräftigten, weiterhin die Ukraine zu unterstützen, sich stärker bei Verteidigungsfragen auszutauschen und sich gemeinsam für eine regelbasierte internationale Ordnung stark zu machen. – Von den USA, die Kanada annektieren wollen, war offenbar keine Rede…
  • Keine EU-Sanktionen wegen Gaza. Obwohl sogar der Auswärtige Dienst der EU deutliche Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen in Gaza hat, wollen die Außenminister weiter keine Sanktionen gegen Israel verhängen. Die EU-Außenbeauftragte Kallas sagte, man werde Israel an seine humanitären Pflichten erinnern und im Juli nochmal in Ruhe über alles sprechen. – Für diese windelweiche Haltung ist vor allem Deutschland verantwortlich – es stemmt sich gegen Sanktions-Vorstöße aus Spanien.

Das Letzte

Meuterei gegen von der Leyen. Bisher haben die Europaabgeordneten der machtbewussten EU-Kommissionschefin alles durchgehen lassen. Doch nun liegt eine Meuterei in der Luft. Erst klagten Grüne, Sozialdemokraten und Liberale darüber, dass von der Leyen eigenmächtig das geplante EU-Gesetz gegen “Greenwashing” zurückgezogen hat. Nun droht das EU-Parlament auch noch mit einer Klage gegen den neuen, 150 Mrd. Euro schweren Rüstungsfonds. Der Grund: Der Fonds soll in einem Eilverfahren eingerichtet werden, ohne Beteiligung der Straßburger Kammer. Das gefällt den Abgeordneten gar nicht. Sie wollen zwar auch in Windeseile aufrüsten – doch wenigstens formal möchten sie beteiligt sein. Nun könnte der Streit vor Gericht landen…

Mehr Newsletter hierMehr News & Updates hier

‹ Historisch und zukunftssicher? – Faktencheck zur Hochrüstung der Nato

2 Comments

  1. Guido B.
    24. Juni 2025 @ 08:28

    Die hündische Unterwürfigkeit der Deutschen Eliten gegenüber Washington wird höchstens noch von den Balten und Polen übertroffen. Wahrscheinlich sind die Deutschen so devot, weil sie noch keine eigene Atombombe haben und auf „nukleare Teilhabe“ angewiesen sind. Da lobe ich mir die Franzosen und die Spanier.

    Aber die Führungsrolle der Deutschen bei der EU- und NATO-Expansion (dieses Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen!) wird wohl unvermeidlich sein. Am Ende dominiert natürlich der mit der stärksten Wirtschaftsleistung.

    Kombiniert Deutschland die wirtschaftliche Dominanz in Europa mit der militärischen, wird es wohl auch rasch vorbei sein mit der Unterwürfigkeit. Die tüchtigen Deutschen können gar nichts anders als dominieren. Der „Master of the Universe“ Donald J. Trump hat bekanntlich auch deutsche Gene, und es ist kein Zufall, das Merz ihn im Weissen Haus darauf hingewiesen hat. Make Germany Great Again!

Antworten

  • Stef
    24. Juni 2025 @ 07:31

    Erstaunlich ist schon, wie schnell aus dem verhassten MAGA-Trump der Präsident wurde, dem man besser nicht widerspricht. Trumps Mindset des narzisstischen Psychopathen hat immer noch keiner unserer Oberen verstanden.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/sanchez-macht-es-richtig-macron-vs-merz-und-wackelt-die-leyen-truppe/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Historisch und zukunftssicher? – Faktencheck zur Hochrüstung der Nato


    Screenshot_2025_06_24_at_08_56_14_Lost_in_EUrope_Update

    Nato-Generalsekretär Rutte spricht von einem “Quantensprung”. Dass künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgegeben werden sollen, sei “historisch und grundlegend für die Sicherung unserer Zukunft”. Really? – Ein Faktencheck. Quelle



    lostineu.eu, vom 23. Juni 2025

    Nato-Generalsekretär Rutte spricht von einem “Quantensprung”. Dass künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgegeben werden sollen, sei “historisch und grundlegend für die Sicherung unserer Zukunft”. Really? – Ein Faktencheck.

    • Wie wird das Fünf-Prozent-Ziel begründet? US-Präsident Trump hat die Zahl aus der Luft gegriffen und behauptet, dass die EUropäer ihre Sicherheit auf Kosten der USA herstellen. Ganz anders Nato-Generalsekretär Rutte: Der Niederländer begründet das Ziel mit der Aufrüstung Russlands und Fähigkeitslücken der Allianz. Außerdem behauptet er, Russland könne in einigen Jahren die Nato angreifen – die Abschreckung könne versagen.
    • Ist das nachvollziehbar? Nein. Die Nato hat Russland nach dem Ende des Kalten Krieges und in den ersten drei Jahren des Ukraine-Krieges erfolgreich abgeschreckt. Die Europäer haben in der Ukraine den Großteil der militärischen Last übernommen und auch sonst massiv aufgerüstet. Die angeblichen Fähigkeitslücken sind nicht nachvollziehbar, da sie streng geheim sind – ebenso wie die Vorgaben an die Nato-Länder und an Deutschland.
    • Um welche Fähigkeiten geht es? Das ist geheim. In Nato-Kreisen ist die Rede von Luftverteidigung, weitreichenden Raketen, Präzisionsschlägen, aber auch Munition und Drohnen. Das ist offenbar nicht nur zur Abschreckung, sondern auch zur “Vorwärts-Verteidigung” gedacht. Schon jetzt hilft die Nato bei der Vorbereitung von Militärschlägen der Ukraine auf russischem Staatsgebiet. Nicht auszuschließen, dass sie künftig noch weiter gehen will.
    • Lassen sich die Europäer von Trump erpressen? Ja. Anders ist die Hochrüstung nicht zu erklären. Vor allem in Deutschland und Osteuropa geht die Angst um, Trump könne die Nato hängen lassen, wenn man sich nicht als gefolgsam erweist. Kanzler Merz hat prompt Ja gesagt. Diese Zustimmung ist voreilig, wie das Nein von Spaniens Premier Sanchez zeigt. Er will die Fähigkeitsziele erreichen, ohne auf fünf Prozent zu gehen.
    • Nimmt Deutschland eine Führungsrolle ein? Ja und Nein. Einerseits stimmte Berlin als Erstes, ohne Absprache und Verhandlungen, der neuen Vorgabe zu. Zudem werden in Wiesbaden die militärischen Planungen für die Ukraine koordiniert. Dies sei eine “geheime Waffe”, heißt es. Andererseits hat es Berlin nicht geschafft, alle Alliierten mitzunehmen. Spanien schert aus, auch die USA wollen sich nicht an das Fünf-Prozent-Ziel halten.
    • Ist Russland eine Bedrohung für die Nato? Nein. In drei Jahren Krieg konnte die russische Armee nur ca. 20 Prozent der Ukraine besetzen. Eine mögliche Bedrohung wird in Brüssel erst für den Friedensfall gesehen. Dann könnte Russland sein Militär gegen andere Länder wenden. Doch niemand weiß, ob und wann Moskau dazu bereit wäre. Mal heißt es in zwei bis drei Jahren, mal 2029. Die Experten widersprechen sich; die Studien sind geheim.
    • Kommt die Rüstungs-Industrie hinterher? Nein. Bisher ist unklar, ob die Industrie genügend Waffen für eine rasche Aufrüstung produzieren kann. Rutte sagte, das Thema halte ihn “nachts wirklich wach”. Verteidigungsminister Pistorius sprach von einer “Herausforderung, über die niemand wirklich spricht”. Es gehe darum, “wie viel Geld wirklich ausgegeben werden” könne, “wenn die Industrie nicht liefern kann”.
    • Wer profitiert von der Aufrüstung? Vor allem die USA. Laut einer Sipri-Studie stiegen die US-Waffenimporte zwischen 2020 und 2024 im Vergleich zum vorigen Zeitraum um mehr als das Dreifache. Laut Draghi-Report gingen 2022/23 nicht weniger als 63 Prozent der europäischen Rüstungsausgaben an die USA. Vor allem die Ukraine, UK, Norwegen und die Niederlande kaufen dort ein. Nato-Generalsekretär Rutte ist übrigens Niederländer…
    • Welche Rolle spielt die EU? Keine gute. Laut EU-Vertrag darf sie kein Geld aus dem Gemeinschafts-Budget für Rüstung ausgeben. Nun macht sie es doch. Nach ungeschriebenen Regeln sollte sie keine “Doppelstrukturen” mit der Nato aufbauen. Nun tut sie es doch. Die Aufrüstung der EU wird zudem ohne parlamentarische Kontrolle betrieben – das Europaparlament ist außen vor. Missbrauch und Korruption werden so Tür und Tor geöffnet.
    • Ist das alles noch seriös? Nein. Viele Staaten schaffen mit Ach und Krach die vereinbarten zwei Prozent. Fünf Prozent sind ein unseriöses und unrealistisches Ziel – militärisch, aber auch finanziell. Die Hochrüstung ist ohne Verschuldung und Sozialkürzungen nicht zu finanzieren. Dabei ist sie gar nicht nötig. Die Europäer wollen sich vor allem gegen Trump absichern und verteidigen, doch der könnte Europa trotzdem fallen lassen…

    ‹ Neuer Rückschlag für Merz: Trump hat Deutschland und die EU nicht informiert › Sanchez macht es richtig, Macron widerspricht Merz & Meuterei gegen VdL

    10 Comments

    1. Arthur Dent
      23. Juni 2025 @ 23:37

      Physikalisch gesehen ist ein Quantensprung eher winzig.
      Was Rutte sagt, glaubt er vermutlich selbst nicht – als langjähriger Ministerpräsident hätte er ja aus Überzeugung Holland längst hochrüsten müssen. Bis 2023 hat Holland rund 1,5 % des BIPs in die Rüstung gesteckt.
      “Es ist also offensichtlich, dass es überhaupt keine „Verteidigungslücke“ in der EU gibt” – eigentlich gibt es nur Lücken. Mit FCAS kommt man nicht recht weiter – vielleicht ist man 2040 soweit. Italien kooperiert mit GB und Japan (GCAP). Herr Pistorius möchte 50.000 – 60.000 Soldaten mehr für NAto-Aufgaben – will er wirklich Wehrpflichtige in Litauen einsetzen, im Indo-Pazifik usw.? Was versteht Herr Pistorius unter “Landesverteidigung”? (Es steht ein Soldat am Wolgastrand, hält Wache für sein Vaterland – glaubt er wirklich, die Jugend sei ganz erpicht darauf)? Wollte Frau Kramp-Karrenbauer nicht einen Flugzeugträger? – Weiß man eigentlich, was man so braucht? Man hat 135 Mio.Euro für die Restauration der Gorch-Fock ausgegeben und hundeerte von Millionen Euro für Beraterverträge. Weiß jemand, was mit den 100 Mrd. Euro Sondervermögen passiert ist. Ich sehe da nicht so wirklich einen Plan – man redet viel, wenn der Tag lang ist.

    Antworten

    • ebo
      24. Juni 2025 @ 00:21

      Stimmt. Solange Rutte noch Regierungschef in den Niederlanden war, hat er Nato und EU kurz gehalten, er war der Chef der “Frugalen”.
      Nun will er plötzlich klotzen und der Nato bzw. Trump das Vierfache dessen genehmigen, was die EU bekommt (ca. 1,2 Prozent des BIP).
      Normalerweise wird um jeden Cent gefeilscht – und nun nicken das alle einfach so ab, obwohl sie jetzt schon knapp bei Kasse sind?
      Das zeigt, wie unseriös es hier zugeht. Das ist kein normales Gipfeltreffen, es erinnert eher an eine kollektive Geiselnahme…

      Antworten

      • KK
        24. Juni 2025 @ 01:49

        “Das ist kein normales Gipfeltreffen, es erinnert eher an eine kollektive Geiselnahme…”

        Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Trump von allen die 5% fordert – für die USA selbst diese 5% aber nicht zahlen möchte.
        Vielleicht auch schon unter Berücksichtigung eines massiv steigenden US-BIP durch die Abpressung EUropäischen Geldes mittels Zolldrohungen und Energieabhängigkeit.

        Die gegenwärtige USA ist nichts anderes als eine Zecke, die EUropa das Blut aussaugt – und dabei mit einer tödlichen Krankheit (Krieg!) infiziert…

  • No more
    23. Juni 2025 @ 22:36

    Das Sozialstaatsprinzip hat in Deutschland die Ewigkeitsgarantie, es ist somit als zentrales Staatsstrukturprinzp bewusst geschützt in unserer Ordnung.

    Klar hängt die Realisierung dieses davon ab dass der Staat weiterhin existiert, nichts desto trotz ist damit halt verbunden die Verpflichtung des Staatsorgane die Außenpolitik möglichst kompatibel zu diesem Ziel zu handeln und militärische Großmachtsansprüche die zu einer Verunmöglichung oder substantiellen Minderung der Realisierung des Sozial, sprich Wohlfahrtsstaates führen müssen, zu unterlassen.

    Es ist an der Zeit das zu dieser Rechtspflege berufene Kollegen endlich entsprechend Verfassungsbeschwerde erheben, aber eigentlich habe ich ob der Parteiischen Capture des Gerichts über die letzten 10 Jahre eher ein schlechtes Gefühl was die Erfolgschancen angeht.
    Nix destro trotz, es muss versucht werden.

    Antworten

  • umbhaki
    23. Juni 2025 @ 22:26

    Die Wahrheit ist, dass die Nato in praktisch allen Einzeldisziplinen dem russischen Militär HAUSHOCH überlegen ist. Hierzu Statista:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/379080/umfrage/vergleich-des-militaers-der-nato-und-russlands/

    Selbst nur die EU-Staaten alleine sind dem russischen Militär immer noch überlegen.
    https://armedforces.eu/compare/country_Russia_vs_European_Union_EU

    Es ist also offensichtlich, dass es überhaupt keine „Verteidigungslücke“ in der EU gibt. Wir werden eindeutig belogen. Zudem gibt es nicht das geringste Anzeichen dafür, dass Russland irgend ein Nato-Land anzugreifen gedenkt – was uns Berufslügner wie Masala, Kiesewetter, Strack-Zimmermann, Neitzel und alle deren Komplizen erzählen, ist völlig frei erfunden.

    Mir fallen zwei Gründe ein, warum man uns seit einiger Zeit mit großem Nachdruck weismachen will, dass wir hier in Europa unsere Rüstungsanstrengungen verDREIfachen müssten:

    (1) Man will uns, also unseren Gemeinwesen, eine möglichst große Summe Geldes aus dem Kreuz leiern zum Frommen von ein paar Rüstungskonzernen. Nebeneffekt: Ein paar Arbeitsplätze zum Beispiel für Automobilarbeiter, die keiner mehr braucht. Hochrüstung also als Konjunktur- und Umverteilungsprogramm. Hat beim Adolf ja auch schon prima funktioniert, die Bilder 1933 ff und 2025 ähneln sich da verblüffend (Rüstung, Infrastruktur → Kanzler Merz setzt die Autobahnen instand!)

    (2) Man bereitet sich WIRKLICH auf einen konventionellen Waffengang mit Russland vor. Das heißt: Man will zum gegebenen Zeitpunkt (ca. 2029/30) angreifen. Der Überfall auf ein anderes Land ist nur erfolgversprechend, wenn der Angreifer stark überlegen ist. Die uns jetzt annoncierte Hochrüstung würde diese Überlegenheit herbeiführen, sie ist also als Angriffsvorbereitung zu werten.
    Das Muster ist bekannt und wird jetzt gerade auch schon umfassend praktiziert, Beispiel Iran: Dieses Land wird gerade unprovoziert angegriffen und alle westliche Welt fordert von denen, sie mögen doch verhandeln und die Aggression unterlassen. Ähnlich funktioniert es seit mindestens 17 Jahren (seit 2008) mit Russland – hier versucht man alles, um dieses Land einzukesseln (Baltikum, Georgien, Ukraine, Aserbaidschan …), ignoriert alle Bedenken Russlands, verweigert jeden Kompromiss und beschuldigt dieses Land der Aggressivität.

    (2a) Vielleicht bilden unsere Machthaber sich ein, sie könnten durch die westliche Hochrüstung Russland ohne Krieg „in die Knie zwingen“ und ihm den westlichen Willen aufzwingen. Dabei geht es wohl im Wesentlichen um die natürlichen Ressourcen in diesem größten Flächenstaat der Erde. Das aber wird meiner Einschätzung nach nicht gelingen – Russland wird, bevor es sich unterwirft, eher zum äußersten Mittel greifen.

    Antworten

    • KK
      23. Juni 2025 @ 22:59

      Soweit nachvollziehbar, allerdings geht es mE nicht in erster Linie um Russland oder den Iran, sondern um das mit diesen in der BRICS assoziierte China. Der Angriff auf Russland muss daher – nach der jetzt begonnenen Ausschaltung Irans – von EUropa allein geführt werden, damit die USA sich dann mit den pazifischen Komplizen um China „kümmern“ können…

      Antworten

  • Reykjavik
    23. Juni 2025 @ 21:19

    Bezeichnend auch, wie man so ganz salopp vom “5 Prozent” spricht, höchstens mal vom ” 5 Prozent vom BIP”. Für den durchschnittlichen Konsumenten von Mainstreammedien ist eine Zahl bei 5 Prozent vielleicht nicht besorgniserregend – würde er das auch noch mit einem Schulterzucken schlucken, wenn man ihm mitteilen würde, dass 5 Prozent des BIP derzeit ca. 40 Prozent des gesamten Bundeshaushalts bedeuten? Nix sozialer Wohnungsbau, nix Schulen, Krankenhäuser, Pflegeleistungen, erschwinglicher ÖPNV, Mindestlohn, Bürgergeld, NIX mehr für die Bürger, aber so gut wie alles für US-Waffenhersteller, Rheinmetall & Co. Wollen wir wirklich, statt mündiger und selbstbestimmter Bürger, staatlich verpflichtete Sklaven für die Rüstungsindustrie sein?

    Antworten

    • KK
      23. Juni 2025 @ 22:53

      In einem Wort: Kriegswirtschaft!

      Antworten

  • Guido B.
    23. Juni 2025 @ 19:55

    Zumindest ein Ziel erreicht diese martialische Politik: Sie verbreitet Angst und Schrecken und holt das Schlechteste aus den Menschen hervor. Das ist genau die Stimmung, die unsere Warlords in der von ihnen provozierten Vorkriegszeit erzeugen wollen, damit die Menschen im Krieg kaputt genug sind, um jede Grausamkeit zu akzeptieren.

    Es hat schon 1933 bis 1945 funktioniert.

    Tschüss Zivilisation, hallo Barbarei!

    Antworten

  • KK
    23. Juni 2025 @ 19:52

    Ich denke, bevor die EUropäer ihr Militär für eine Invasion aus Russland wappnen müssten, benötigen sie es eher für die Verteidigung Grönlands gegen die USA! Während Russland nie mit einer Annektion gedroht hat, haben die USA das sehr wohl – auch den Niederlanden mit einem Einmarsch, falls je ein US-Bürger (oder vielleicht ja auch nur ein “Freund” wie “Bibi”?) vor dem IStGH landen sollte.

    Wer solche Freunde hat, braucht in der Tat keinen Feind mehr zu fürchten – vor allem, nicht mehr zu fürchten als den “Freund”!

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/qa-zur-hochruestung-der-nato/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Neuer Rückschlag für Merz: Trump hat Deutschland und die EU nicht informiert


    lostineu.eu, vom 23. Juni 2025

    US-Präsident Trump hat Frankreich und Großbritannien vorab von seinem Militärschlag gegen Iran informiert – Deutschland und die EU aber nicht. Es ist ein weiterer Rückschlag für Kanzler Merz.

    Nachdem das Völkerrecht abserviert wurde, erleben wir nun die Ausbildung einer neuen internationalen “Hackordnung”. Kanzler Merz und EU-Präsidentin von der Leyen stehen offenbar ziemlich weit unten auf der Leiter.

    Jedenfalls wurden sie nicht vorab von Trump informiert – anders als Präsident Macron und Premier Starmer. Frankreich und Großbritannien haben Atomwaffen und werden von den USA ernst genommen – Merz und VDL nicht.

    Indeed, while the U.S. informed the U.K. and France of its intention to drop the bombs, there was no call to top EU officials because the bloc doesn’t have its own armed forces, per a Commission spokesperson.

    Politico

    Es ist ein weiterer Rückschlag für Merz, der ja bekanntlich die EU “führen” will. Bisher führt er sie – wenn überhaupt – lediglich ins außenpolitische Abseits. In der Iran-Politik hat die EU nichts mehr zu melden.

    Dabei war sie vor 20 Jahren angetreten, zu zeigen, dass es auch ohne Krieg geht. Genau dafür hatte die EU das Atomabkommen mit Iran konzipiert. Trump hat es erst aufgekündigt und dann zerschossen.

    Merz folgt dem US-Präsidenten trotzdem immer weiter, bei der Nato setzt er treu dessen irrwitzige Vorgaben um. Er ist eben ein alter und unbeirrbarer Transatlantiker…

    Siehe auch Angriff auf Iran: Nun ist es Trumps Krieg und Trumps Krieg: Diese EU-Reaktion macht alles noch schlimmer

    P. S. Besonders peinlich ist das alles für Außenminister Wadephul. Er hatte behauptet, Trump würde den Iran nicht angreifen – seine Diplomaten waren besonders ahnungslos..

    ‹ Greenwashing: Empörung über von der Leyen › Historisch und zukunftssicher? – Faktencheck zur Hochrüstung der Nato

    10 Comments

    1. Arthur Dent
      23. Juni 2025 @ 23:00

      “Der deutsche Kanzler Friedrich Merz sieht keinen Grund, die Angriffe der USA und Israels auf den Iran zu kritisieren.” – Muss er nicht, machen wir ja schon.
      Deutschland wünscht sich ja auch von Zeit zu Zeit immer mal wieder die “Bombe” – man sollte vorsichtshalber immer den Himmel nach B-2-Bombern im Auge behalten. Schutzräume haben wir ja auch nicht. (Was ich denk und tu, trau ich allen anderen zu).
      ????

    Antworten

  • Guido B.
    23. Juni 2025 @ 16:05

    Der Pinocchio-Kanzler hat wieder zugeschlagen. Aktuelle Meldung auf srf.ch:

    “Der deutsche Kanzler Friedrich Merz sieht keinen Grund, die Angriffe der USA und Israels auf den Iran zu kritisieren.«Es gibt für uns und auch für mich persönlich keinen Grund, das zu kritisieren, was Israel vor einer Woche begonnen hat», sagte der CDU-Vorsitzende am Tag der Industrie des Wirtschaftsverbandes BDI. «Und es gibt auch keinen Grund, das zu kritisieren, was Amerika am letzten Wochenende getan hat», fügte er mit Blick auf die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen hinzu.

    Weils so schön ist, wie sich die notorischen Lügner zur Höchstform lügen, hier gleich noch eine aktuelle Aussage von Mark Rutte (gleiche Quelle):

    “Rutte: US-Angriff in Einklang mit internationalem Recht
    Die US-Angriffe auf die iranischen Atomanlagen stehen nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Einklang mit internationalem Recht. Das betont Rutte vor dem Nato-Gipfel am Dienstag und Mittwoch in Den Haag. Es wäre für ihn die grösste Gefahr, wenn der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommen würde, sagte Rutte auf einer Pressekonferenz.”

    Man kann es nicht anders sagen: Unsere Eliten sind ein gewissen- und rückgratloses Verbrechersyndikat. Einer übler wie der andere.

    Antworten

  • Arthur Dent
    23. Juni 2025 @ 14:39

    War bestimmt nur ein Versehen. Kissinger hat ja schon geklagt, er kenne die Nummer der EU nicht.
    Hat DT denn Meloni angerufen?
    ????

    Antworten

  • Guido B.
    23. Juni 2025 @ 12:55

    Es spielt keine Rolle, wer bezüglich der Nahostpolitik wen informiert. Es sind sich alle (Israel, USA, EU, UK) einig, was das Ziel der Nahostpolitik ist: volle Kontrolle über die regionalen Ressourcen. Wer diese Kontrolle in Frage stellt und die Ressourcen an die „falschen“ Kunden liefert, wird entfernt. Beispiele: Irak, Libyen, Syrien und jetzt Iran. Iran liefert Ressourcen an China und handelt mit Russland. Das reicht dem Westen, um den Iran zu zerstören.

    Antworten

  • european
    23. Juni 2025 @ 12:31

    Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass fuehrende Politiker ihre Aktienportfolios offenlegen sollten, damit man sieht, wessen Interessen sie vertreten.

    Deutschland sollte wg Merz nicht ueberrascht sein. Wer sehen wollte, konnte es sehen. Ihm ging es nur ums Amt und dafuer war jede Verbiegung recht. Deutschland und die EU sind bedeutungslos geworden.

    Antworten

  • Michael
    23. Juni 2025 @ 11:57

    Macron und Starmer dürften wohl eher benachrichtigt worden sein weil sie im UN Security Council sitzen, erst in zweiter Linie weil es Atommächte sind. Im UN SC eine Mehrheit der Vetomächte zu haben ist keine zu vernachlässigende Größe!

    Antworten

  • KK
    23. Juni 2025 @ 11:44

    “Er ist eben ein alter und unbeirrbarer Transatlantiker…”

    Transatlantiker… ist das eine Schoßhündchenrasse?

    Antworten

    • ebo
      23. Juni 2025 @ 11:47

      Jedenfalls kein scharfer deutscher Schäferhund ????

      Antworten

      • KK
        23. Juni 2025 @ 12:20

        Kommt wohl darauf an, auf wen er gerade trifft… ????

    • Karl
      23. Juni 2025 @ 12:40

      Eher so ein alter Gaul, der sein Leben lang seinen Herrschaften vom US Blackrock-Konsortium treu gedient hat, ohne groß drüber nachzudenken. Auch wurde er nie für etwas ausgebildet, außer dem Trott zu folgen, den schon seine Eltern- und Großelterngäule gegangen sind – aber mit der „Drecksarbeit“, dem Leichenwegfahren, damit hat sich auch sein NSDAP-Opagaul nicht die Hufen dreckig gemacht, soviel weiß der Gaul dann doch.

      Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/neuer-rueckschlag-fuer-merz-trump-hat-deutschland-und-die-eu-nicht-informiert/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.06.2025

    Innovationen
    Was junge Menschen zum Gründen bewegt – und was sie davon abhält

    makronom.de, vom 23. Juni 2025,  J. Schüler, M. Baum, I. Andrade & T. Bürger Deutschland

    Deutschland hat ein hohes Gründungspotenzial bei jungen Menschen – das aber nicht genutzt wird. Eine zielgerichtete Förderung mit Start-up-Grundsicherung, besseren Kapitalzugängen und sichtbaren Unterstützungsangeboten könnte die Gründungsdynamik deutlich stärken.

    Screenshot_2025_06_24_at_08_43_28_Was_junge_Menschen_zum_Gr_nden_bewegt_und_was_sie_davon_abh_lt

    Bild: Riccardo Annandale via Unsplash


    Deutschland schöpft sein junges Gründungspotenzial nicht aus. Dabei zeigen aktuelle Studien: Die Lust am Gründen ist da – es fehlt aber an richtigen Rahmenbedingungen. Besonders finanzielle Unsicherheiten, unzureichender Zugang zu Kapital, mangelndes Wissen und fehlende Netzwerke hemmen junge Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit. Die Konsequenz: Obwohl Gründungen von jungen Menschen wichtige Impulse für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit liefern könnten, bleiben diese Potenziale bislang zu oft ungenutzt. Um das zu ändern, braucht es differenzierte und wirksame Unterstützungsangebote.

    Gründungsinteresse ja – Umsetzung nein

    Die Diskrepanz zwischen dem Interesse an einer Gründung und dem tatsächlichen Gründen ist auffällig. Zwar geben rund 40% der 14- bis 25-Jährigen an, sich eine Unternehmensgründung vorstellen zu können. Doch nur etwa 11% der 18- bis 24-Jährigen setzen diese Idee auch um. Zum Vergleich: In den Niederlanden und den USA liegt die Gründungsquote dieser Altersgruppe mit 23,3 bzw. 24,1% mehr als doppelt so hoch. Die OECD schätzt, dass in Deutschland rund 1,6 Millionen zusätzliche Gründungen möglich wären, wenn junge Menschen so gründungsaktiv wären wie die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen.

    Die Ursachen für dieses Missverhältnis sind vielfältig: Neben finanzieller Unsicherheit hemmen vor allem fehlende Netzwerke, unzureichende unternehmerische Bildung und der erschwerte Zugang zu Startkapital die Gründungsaktivität. Hinzu kommen subjektive Hürden wie mangelndes Zutrauen oder Angst vor Überforderung. Rund 25% der jungen Befragten der repräsentativen Umfrage gaben an, eine Selbstständigkeit sei ihnen zu unsicher und weitere 20% trauten sich eine Selbstständigkeit nicht zu.

    Was junge Gründer:innen wirklich brauchen

    Der Young Founders Monitor beleuchtet, welche konkreten Unterstützungsangebote das Gründungsgeschehen befördern können. Grundlage ist ein Conjoint-Experiment mit 297 gründungsinteressierten jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die insgesamt 4.752 Entscheidungen zu hypothetischen Förderszenarien trafen. Untersucht wurden sieben Unterstützungsmaßnahmen, die in unterschiedlicher Ausprägung kombiniert wurden:

    1. Start-up-Grundsicherung
      Eine unbürokratische finanzielle Absicherung für Erstgründer:innen von bis zu einem Jahr. Sie umfasst Leistungen in Höhe der allgemeinen Grundsicherung sowie einen Kündigungsschutz, falls eine abhängige Beschäftigung vorliegt.
    2. Zugang zu Wagniskapital
      Der vereinfachte Zugang zu Risikokapital durch digitale Plattformen, Austauschformate und spezifische Förderprogramme.
    3. Vernetzungsmöglichkeiten
      Angebote zum gezielten Austausch mit anderen Gründer:innen, Investor:innen, potenziellen Kund:innen und Förderpartner:innen. Sie ermöglichen frühe Kontakte zu unternehmerischen Netzwerken.
    4. Mentoringprogramme
      Programme, in denen erfahrene Gründer:innen oder Branchenexpert:innen als Sparringspartner für junge Gründende fungieren und mit Know-how, Kontakten und Erfahrungswissen unterstützen.
    5. Spezifische Unterstützungsprogramme für junge Menschen
      Maßnahmen, die sich gezielt an junge Erwachsene richten – z. B. Stipendienprogramme für Studierende, Auszubildende oder Berufseinsteiger:innen mit Gründungsambitionen.
    6. (Weiter-)Bildungsangebote zu Start-up-Gründungen
      Flächendeckende Bildungsformate, die Gründungsinteressierten praxisnahe Inhalte vermitteln – etwa zu Themen wie Business Development, Ideenvalidierung, Digitalisierung oder Teamführung.
    7. Spezifische Unterstützungsprogramme für soziale Start-ups
      Förderformate für gemeinwohlorientierte Gründungen, etwa durch soziale Innovationsstipendien, Coaching oder finanzielle Hilfen für unternehmerische Vorhaben mit gesellschaftlicher Wirkung.

    Das Ergebnis: Alle Maßnahmen erhöhen die wahrgenommene Attraktivität einer Gründung – aber nicht gleichermaßen:

    Screenshot_2025_06_24_at_08_39_26_Abb1_768x448.jpg_JPEG_Grafik_768_448_Pixel_

    Ergebnisse zu Unterstützungsmaßnahmen (Quelle: Andrade et al. 2024)

    Finanzielle Unterstützung besonders wirksam

    Am stärksten würde die Einführung einer Start-up-Grundsicherung die Gründungsattraktivität erhöhen: Wenn eine Start-up-Grundsicherung angeboten wird, erhöht sich die wahrgenommene Attraktivität einer Gründung, gemessen auf einer Skala von 1 bis 7, im Durchschnitt um 1,22 Punkte. An zweiter Stelle folgt der erleichterte Zugang zu Wagniskapital mit einem durchschnittlichen Zugewinn von 0,84 Punkten.

    Die starke Wirkung finanzieller Maßnahmen verweist auf eine zentrale Barriere: Viele junge Menschen empfinden die finanzielle Unsicherheit als größte Hürde. Die Grundsicherung schafft Sicherheit in der Übergangsphase, während ein vereinfachter Zugang zu Wagniskapital die Chance auf Wachstum verbessert – was besonders für technologieorientierte oder innovative Gründungsvorhaben relevant ist.

    Auch Netzwerke, Mentoring und Bildung sind gefragt

    Maßnahmen mit mittlerer Wirkung sind Vernetzungsmöglichkeiten (+0,72), Mentoringprogramme (+0,70) und spezifische Förderprogramme für junge Menschen (+0,68). Hier geht es um Zugang zu erfahrenen Gründenden, um Austausch mit Investor:innen, Kund:innen oder Kooperationspartner:innen sowie um gezielte Unterstützung durch Stipendien oder Beratung.

    (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten zu Start-up-Gründungen zeigen ebenfalls positive Effekte (+0,59), etwa wenn sie Themen wie Business Development, Ideation oder den Einsatz digitaler Tools adressieren. Programme speziell für soziale Start-ups wirken zwar grundsätzlich positiv (+0,47), bleiben in der Effektstärke aber hinter anderen Formaten zurück.

    Zielgruppenspezifische Unterschiede

    Zu berücksichtigen ist auch, dass nicht alle Maßnahmen bei allen jungen Menschen gleich wirken. Die Studie zeigt deutliche Unterschiede nach Geschlecht, Herkunft, Gründungserfahrung und unternehmerischer Selbstwirksamkeit, also dem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, unternehmerische Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können.

    Junge Frauen legen besonders großen Wert auf finanzielle und soziale Sicherheit. Ihnen ist eine Start-up-Grundsicherung um 14 Prozentpunkte wichtiger als jungen Männern, spezifische Förderprogramme sogar um 32 Prozentpunkte. Gleichzeitig messen sie dem Zugang zu Wagniskapital deutlich weniger Bedeutung bei (-15 Prozentpunkte).

    Junge Menschen mit Migrationshintergrund bewerten insbesondere Vernetzung (+20 Prozentpunkte) und den Zugang zu Wagniskapital (+17 Prozentpunkte) als deutlich relevanter. Da sie über weniger bestehende Netzwerke verfügen, sehen sie in diesen Maßnahmen einen entscheidenden Hebel, um strukturelle Nachteile auszugleichen.

    Gründungserfahrene bewerten die meisten Unterstützungsangebote als weniger relevant. Dies vermutlich, weil sie davon ausgehen, bereits über das nötige Wissen und etablierte Netzwerke zu verfügen. Für sie ist die Relevanz einer Start-up-Grundsicherung um 13 Prozentpunkte geringer, Bildungsangebote und Programme für soziale Start-ups sind für sie sogar bis zu 39 Prozentpunkte weniger relevant.

    Auch junge Menschen mit hoher unternehmerischer Selbstwirksamkeit reagieren generell zurückhaltender auf Unterstützungsangebote: Mentoringprogramme werden von ihnen um 18 Prozentpunkte, Bildungs- und Förderangebote um 28 Prozentpunkte weniger stark bewertet.

    Drei Hebel für mehr Gründungsdynamik

    Auf Basis dieser Erkenntnisse lassen sich vor allem drei Hebel identifizieren, die die Gründungsdynamik erhöhen könnten:

    1.

    Finanzielle Absicherung stärken: Die Einführung einer Start-up-Grundsicherung ist ein zentraler Hebel zur Steigerung der Attraktivität, ein Unternehmen zu gründen. Ergänzt um den gezielten Ausbau des Zugangs zu Wagniskapital, lassen sich die wichtigsten strukturellen Hemmnisse adressieren.

    2.

    Zielgruppenspezifisch fördern: Ein differenzierter Blick auf die Bedarfe ist unerlässlich: Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Gründungsunerfahrene benötigen andere Formen der Unterstützung als erfahrene Gründer:innen mit hoher unternehmerischer Selbstwirksamkeit. Förderprogramme müssen dies widerspiegeln.

    3.

    Bestehende Angebote besser sichtbar machen: Viele Maßnahmen scheitern nicht an ihrer Konzeption, sondern an fehlender Sichtbarkeit. Informationsasymmetrien können verhindern, dass junge Menschen überhaupt Kenntnis von passenden Unterstützungsformaten erhalten. Eine niederschwellige, zielgruppengerechte Kommunikation ist deshalb unerlässlich.

    Fazit: Innovationspotenziale konsequent aktivieren

    Junge Menschen verfügen über Ideen, technologische Offenheit und Veränderungswillen. Sie gründen häufiger mit digitalen Technologien, sind exportorientierter und innovationsgetriebener als ältere Gründende. Doch ohne strukturelle Absicherung und gezielte Förderung bleiben viele Potenziale ungenutzt. Eine moderne Gründungspolitik muss daher mutiger investieren – in finanzielle Sicherheit, in differenzierte Angebote und in Sichtbarkeit. Nur so gelingt es, die nächste Generation von Unternehmer:innen zu mobilisieren – und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern.

     

    Zu den Autoren:

    Jens Schüler ist Postdoc am Institut für Entrepreneurship und Innovation der Universität Bayreuth.

    Matthias Baum ist Professor für Entrepreneurship und digitale Geschäftsmodelle am Institut für Entrepreneurship und Innovation der Universität Bayreuth.

    Ivo Andrade ist Project Manager bei der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh.

    Tobias Bürger ist Senior Project Manager und Co-Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh.


    Info: https://makronom.de/was-junge-menschen-zum-gruenden-bewegt-und-was-sie-davon-abhaelt-49277?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-junge-menschen-zum-gruenden-bewegt-und-was-sie-davon-abhaelt


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.06.2025

    Nachrichten von Pressenza: Dialog für Abrüstung und Weltfrieden: Reiner Braun im Gespräch mit Kalif Masroor Ahmad“

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. Juni 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.06.2025


    Dialog für Abrüstung und Weltfrieden: Reiner Braun im Gespräch mit Kalif Masroor Ahmad“


    Reiner Braun, der deutsche Journalist, Historiker, bekannte Friedensaktivist und ehemaliger Geschäftsführer des Internationalen Ständigen Friedensbüros (IPB), wurde kürzlich mit einer privaten Audienz bei Seiner Heiligkeit Hazrat Mirza Masroor Ahmad (aba), dem fünften Kalifen der Ahmadiyya Muslim-Gemeinde, geehrt. Dieses wichtige Treffen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/06/dialog-fuer-abruestung-und-weltfrieden-reiner-braun-im-gespraech-mit-kalif-masroor-ahmad/


     -----------------------


    Warum Israel den Iran angegriffen hat


    Als ob der Völkermord in Palästina nicht schon genug wäre, hat Israel gleichzeitig durch eine unverhohlene und groß angelegte Aggression einen Krieg ausgelöst. Entspricht Israel nicht vielmehr der Beschreibung eines &#8222;Schurkenstaates&#8220;,die die Vereinigten Staaten wahllos auf die von ihnen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/06/warum-israel-den-iran-angegriffen-hat/


     -----------------------


    Brasilien: Vielstimmige Kritik an Aufweichung der Umweltgesetzgebung


    Mehrere Mitglieder des Europäischen Parlaments, darunter die deutsche Grünen-Abgeordnete Anna Cavazzini, haben in einem Brief an Hugo Motta, Präsident der brasilianischen Abgeordnetenkammer, ihre Besorgnis über das Ende Mai im Kongress eingebrachte Allgemeine Gesetz zur Umweltlizenzierung (PL 2159/2021) geäußert. Das Gesetz steht&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/06/brasilien-vielstimmige-kritik-an-aufweichung-der-umweltgesetzgebung/


     -----------------------


    Gewaltlosigkeit ist so amerikanisch wie Apfelkuchen


    „Die wahre amerikanische Tradition ist nicht Krieg – es ist der Widerstand der Menschen dagegen.“ Am 16. Juni berichtete Rolling Stone über die jüngsten „No Kings“-Demonstrationen, die etwas Tiefgreifendes über amerikanische Werte offenbarten. In dem Artikel wurde darauf hingewiesen, dass&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/06/gewaltlosigkeit-ist-so-amerikanisch-wie-apfelkuchen/


     -----------------------


    Klare Mehrheiten gegen Aufrüstung sowie Nato-Beitritt und für UNO-Anliegen


    Mit Spannung hat die GSoA die Umfrage-Ergebnisse der Militärakademie (MILAK) und des Center for Security Studies (CSS) erwartet und zur Kenntnis genommen. Die GSoA erachtet die Umfragen als seriös, wenn auch bei der Interpretation die VBS-Nähe merkbar wird. Die Studie&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/06/klare-mehrheiten-gegen-aufruestung-sowie-nato-beitritt-und-fuer-uno-anliegen/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.06.2025

    Ob Hartz IV oder Bürgergeld – es bleibt viel zu wenig

    freedert.online, 24 Juni 2025 06:30 Uhr

    Es gibt zwei Methoden, Armut zu messen: anhand eines statistischen Schwellenwerts oder anhand dessen, was den Menschen in ihrem Leben fehlt. Eine aktuelle Studie ergibt, dass sich zwar der Name der Grundsicherung geändert hat, aber das Geld nach wie vor nicht reicht.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Ute Grabowsky


    Symbolbild; Kleinkind mit Spardose


    Während in der neuen Koalition die Debatte über Sanktionen beim gerade zwei Jahre alten Bürgergeld wieder eröffnet wurde, befasst sich eine kleine Studie (https://sanktionsfrei.de/assets/Buergergeldstudie_Sanktionsfrei_2025.pdf) mit den realen Lebensverhältnissen der Bezieher: Der Verein Sanktionsfrei e.V. finanzierte eine Internet-Umfrage unter Bürgergeldbeziehern, um Daten zu einigen Details zu erhalten. Die meisten dieser Ergebnisse überraschen Kenner der Materie nicht.

    So gaben 72 Prozent der Befragten an, mit dem Regelsatz kein würdevolles Leben führen zu können. Eine Aussage, die objektiv längst bestätigt ist – der Paritätische, der bereits seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 berechnet, wie hoch der Regelsatz sein müsste, kam im vergangenen Jahr auf eine Höhe von 813 Euro anstelle der aktuellen 563 Euro monatlich.


    Sozialabbau: Wie die GroKo den Arbeitsmarkt prekarisiert und dafür Grundrechte aushebelt




    Meinung

    Sozialabbau: Wie die GroKo den Arbeitsmarkt prekarisiert und dafür Grundrechte aushebelt





    Dabei sagen selbst bei Lebensmitteln und Getränken nur 30 Prozent der Befragten, die finanziellen Mittel dafür reichten eher oder vollkommen aus. Bei Freizeit sind das nur 7 Prozent, bei Haushaltsgeräten 10, bei Bildung 11 und bei Kleidung 12 Prozent. Zahlen, die man eigentlich umkehren muss: bei 70 Prozent reicht das Geld nicht oder bestenfalls nur teils/teils für Lebensmittel und Getränke, bei Haushaltsgeräten reicht es dann bei 90 Prozent nicht.

    Ein großer Teil der Befragten, 59 Prozent, leidet unter körperlichen Einschränkungen; aber nur 9 Prozent sagen, man könne sich mit dem Regelsatz gesund ernähren; 69 Prozent erklären, das gehe nicht. Fast jeder Fünfte, 19 Prozent, erklärt, im Haushalt würden nicht alle satt, 34 Prozent verzichten auf Essen, um andere notwendige Dinge finanzieren zu können, und 54 Prozent verzichten zugunsten ihrer Kinder auf Essen.

    Auch wenn die Entwicklung der Regelsätze mit der Inflation Schritt hielt – gerade die Preise von Nahrungsmitteln und Strom sind weit überdurchschnittlich gestiegen, aber prozentual sind das die beiden größten Positionen im Bürgergeld, während sie bei Gutverdienern vergleichsweise schwach zu Buche schlagen. Theoretisch sollen Bezieher von Bürgergeld – eine Regelung, die mit Hartz IV im Jahr 2005 eingeführt wurde – für größere Ausgaben, wie beispielsweise den Ersatz einer kaputten Waschmaschine, ansparen. Vor 2005, in der Sozialhilfe, waren das Einzelleistungen, die bei Bedarf finanziert wurden. Spielraum gibt es jedoch kaum, so die Antwort der Befragten: 41 Prozent gaben an, niemanden zu kennen, der sie im Ernstfall finanziell unterstützen könnte; und 28 Prozent erklärten, sie müssten sich verschulden, um das tägliche Leben bewältigen zu können.

    Ein großes Problem sind auch immer noch die Wohnkosten. Demnach müssen 12 Prozent der Befragten einen Teil ihrer Miete selbst zahlen, da das Jobcenter nach einem Jahr nur noch "angemessene Wohnkosten" übernimmt; auf Grundlage jeweils örtlicher Tabellen, für deren Obergrenzen aber in den meisten Regionen keine Wohnungen zu finden sind. Wenn die Miete höher ist, als es die Obergrenze zulässt, muss der Rest aus der Regelleistung bestritten werden. Durchschnittlich sind das 118 Euro. Allerdings machen sich auch 51 Prozent der übrigen Bürgergeldbezieher Sorgen, die Wohnung zu verlieren. Eine Sorge, die sich mit einer Wiedereinführung der Totalsanktionen (d. h. der Möglichkeit, nicht nur die Regelleistung, sondern auch die Kosten der Unterkunft zu streichen), wie das gerade in der Koalition debattiert wird, deutlich erhöhen dürfte. 48 Prozent sagen, die finanzielle Lage mit Bürgergeld sei für sie psychisch stark belastend; 29 Prozent sagen, sie sei eher belastend.

    Von 5,5 Millionen Menschen, die Bürgergeld beziehen, sind über 800.000 Aufstocker; 1,5 Millionen sind nicht erwerbsfähig (darunter befinden sich beispielsweise alle Kinder, die noch zur Schule gehen); 1,1 Millionen stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, etwa wegen kleiner Kinder oder zu pflegender Angehöriger; und von den Verbliebenen haben 88 Prozent "Vermittlungshemmnisse". Was einfach heißen kann, dass sie über 55 Jahre alt sind. Oder sie haben Kinder, aber keine Betreuung, oder körperliche Einschränkungen.

    74 Prozent würden gerne ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können, aber nur 26 Prozent sind zuversichtlich, eine Stelle zu finden, mit der sie aus dem Bürgergeld entkommen können; 59 Prozent gehen davon aus, selbst wenn sie eine Stelle finden, weiter aufstocken zu müssen.


    Deutsche Professorin will weniger Rente für Frauen





    Meinung

    Deutsche Professorin will weniger Rente für Frauen






    52 Prozent fühlen sich vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. 79 Prozent gehen davon aus, dass Politiker kein realistisches Bild davon haben, wie es Menschen mit Bürgergeld geht, 72 Prozent haben große Angst vor weiteren Verschärfungen und 80 Prozent beängstigt es, wie manche Politiker über Bezieher von Bürgergeld sprechen.

    Die Zusammensetzung der 1.014 Befragten wich in einigen Punkten von der Zusammensetzung der Bürgergeldbezieher insgesamt ab. Am deutlichsten bei dem Punkt "Ausländische Staatsbürgerschaft" – die 47 Prozent aller Bürgergeldbezieher haben, aber nur 6 Prozent der Befragten. Die Studie spiegelt also vor allem die Lebenswirklichkeit der deutschen Bürgergeldbezieher wider. Außerdem sind in der Studie 17 Prozent alleinerziehend, während es insgesamt nur 14 Prozent sind; befragt wurden zu 57 Prozent Frauen, während es im Gesamtbezug 51 Prozent sind; und das Bildungsniveau der Befragten ist in Summe höher – 41 Prozent haben mittlere Reife, im Vergleich zu 23 Prozent in der Gesamtheit, und fünf Studienteilnehmer hatten sogar promoviert, während nur 7 Prozent keinen Schulabschluss hatten (insgesamt 25 Prozent).


    Mehr zum Thema"Polyworking": Moderne Hungerlöhner im Job-Turbo


    Screenshot_2025_06_24_at_06_59_05_Ob_Hartz_IV_oder_B_rgergeld_es_bleibt_viel_zu_wenig_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6udykn-missbrauch-des-brgergelds-koalition-plant-alternative-form-der-grundsicheru.html Dauer 7:34 Uhr


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/248772-ob-hartz-iv-oder-buergergeld/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.06.2025

    Schlagzeile







    Info: 


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.06.2025

    Krieg als Schlacht zwischen Industrien    NATO-Gipfel beginnt am heutigen Dienstag mit Verteidigungsindustrieforum. Dieses soll helfen, in „noch nie dagewesenem Tempo“ hochzurüsten und KI sowie weitere modernste Technologien in die Waffenherstellung zu integrieren.

    german-foreign-policy.com, 24. Juni 2025

    DEN HAAG/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit einem großdimensionierten Treffen zahlreicher Verteidigungsminister, Wehrexperten sowie Rüstungsindustrieller beginnt am heutigen Dienstag der NATO-Gipfel in Den Haag. Das NATO-Verteidigungsindustrieforum (Defence Industry Forum) soll dazu beitragen, die Hochrüstung der NATO-Staaten, wie das Militärbündnis erklärt, „in einem noch nie dagewesenen Tempo“ quantitativ zu steigern sowie modernste Technologien für die künftige Kriegsführung stärker nutzbar zu machen. Militärtechnologische Maßstäbe setzen derzeit die israelischen Angriffe auf Iran, bei denen Künstliche Intelligenz (KI) umfassender denn je zuvor zum Einsatz kommt. Israels Streitkräfte integrierten mit Hilfe vor allem von KI „Luft-, Cyber- und Bodenoperationen“, um „Drohnenschwärme, Tarnkappenets und Sabotageeinsätze in Realzeit zu orchestrieren“, wird berichtet. Während die USA ebenfalls mit hohem Tempo die Integration von KI in die Rüstung vorantreiben, erzielen inzwischen auch deutsche Startups Erfolge, so etwa in der Herstellung KI-gesteuerter Drohnen. Zu ihnen zäht Helsing, ein Rüstungs-Startup, das mittlerweile als teuerstes deutsches Startup gilt – klar vor zivilen Firmen.


    Zitat: „In noch nie dagewesenem Tempo“

    Die NATO zieht auf ihrem diesjährigen Verteidigungsindustrieforum (Defence Industry Forum), mit dem am heutigen Dienstag das Gipfeltreffen des Militärbündnisses in Den Haag beginnt, die Konsequenzen aus der Erfahrung, dass Kriege zu einem beträchtlichen Teil durch die bei den Kriegsparteien verfügbaren rüstungsindustriellen Kapazitäten entschieden werden. Der Ukraine-Krieg etwa sei zu einer „Schlacht zwischen Industrien“ geworden, urteilt der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans, dessen Ministerium das Forum gemeinsam mit der NATO und in Zusammenarbeit mit der Industriellenvereinigung VNO-NCW sowie dem Außenministerium der Niederlande abhält. Wer Rüstungsgüter in größerer Zahl und vor allem schneller herstellen könne, habe einen entscheidenden Vorteil.[1] Eingeladen sind mehr als 400 Teilnehmer, darunter Verteidigungsminister, Wehrexperten und insbesondere Repräsentanten der Rüstungsindustrie. Man werde diskutieren, wie man die Waffenproduktion „in einem noch nie dagewesenen Tempo ausdehnen und verstärken“ könne, heißt es vor dem Treffen; neben der quantitativen Steigerung gehe es um Optionen zur Finanzierung sowie darum, die modernsten Technologien für die Kriegsführung nutzbar zu machen, „darunter autonome Systeme“.


    Kriegsführung per KI

    Einen Eindruck davon, worum es bei der Nutzung modernster Technologien geht, bietet ein Blick auf Berichte zu den Operationen der israelischen Streitkräfte im Iran-Krieg. Dass dort Drohnen eingesetzt werden, ist nicht neu; der Durchbruch des Drohnenkriegs erfolgte im Jahr 2020 mit Aserbaidschans Krieg gegen Armenien. Drohnen prägen zur Zeit in hohem Maß den Ukraine-Krieg. Im Iran-Krieg kommt der umfassende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) hinzu: „KI-basierte Kriegsführung“ stehe zum ersten Male „im Mittelpunkt“, heißt es in einer Analyse des Onlineportals Al Monitor.[2] So integriere Israel mit Hilfe von KI „Luft-, Cyber- und Bodenoperationen ..., um Drohnenschwärme, Tarnkappenjets und Sabotageeinsätze in Realzeit zu orchestrieren“, wird ein Experte vom Washingtoner Middle East Institute (MEI) zitiert. KI-basierte Cyberangriffe sowie KI-basierte elektronische Kampfführung erlaubten es zudem, Irans Luftabwehr zu neutralisieren. Als Paradebeispiel nennt der MEI-Experte die Installation einer verdeckten Drohnenbasis unweit Teheran durch den Mossad, von der aus es Tel Aviv möglich gewesen sei, aus der Ferne KI-gesteuerte Angriffe durchzuführen. Israel nutze darüber hinaus in iranischen Städten zivile, mit Sprengsätzen präparierte Autos, die mit Hilfe von KI als Angriffswaffen eingesetzt würden.[3]


    Rüstung aus dem Silicon Valley

    In den Vereinigten Staaten ist die Trump-Administration bemüht, die Neuorientierung auf High-Tech-Kriegsführung unter anderem mit Hilfe von KI weiter zu forcieren. So wird der Militärhaushalt, der schon heute mehr als ein Drittel der globalen Militärausgaben umfasst, um 13,4 Prozent auf 1,01 Billionen US-Dollar aufgestockt.[4] Parallel werden Mittel und Kapazitäten ein Stück weit weg von den traditionellen US-Rüstungskonzernen – Lockheed Martin, RTX (Ex-Raytheon), Northrop Grumman, Boeing – und hin zu Startups aus der KI- und Raumfahrtbranche verschoben. Ein Beispiel bieten die Pläne für den Golden Dome, ein kontinental dimensioniertes Raketenabwehrsystem nach dem Vorbild des israelischen Iron Dome, bei dem etwa Elon Musks SpaceX bzw. Starlink und junge Tech-Konzerne wie Palantir (Datenanalyse, KI) oder Anduril (autonome Systeme) auf immense Aufträge hoffen dürfen. Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley sind trotz des Rückzugs von Elon Musk personell weiterhin stark in der Trump-Administration vertreten; so haben Mitarbeiter von Palantir-Chef Alex Karp einflussreiche Posten im State Department wie auch im Pentagon inne.[5] Im US-Verteidigungsministerium herrsche mittlerweile ein „neue[r] Ton“, der unter „Start-ups und Tech-Konzernen an der US-Westküste“ jetzt eine „regelrechte Euphorie“ auslöse, heißt es.[6]


    Deutschlands teuerstes Startup

    Ist die Bundeswehr noch weit von Vergleichbarem entfernt, so zeichnen sich mittlerweile erste Erfolge beim Bestreben ab, auch in der deutschen Rüstungsbranche High-Tech-Startups ähnlich denjenigen in den Vereinigten Staaten aufzubauen. Aktuell wertvollstes deutsches Startup ist das Unternehmen Helsing aus München, dessen Mitgründer Gundbert Scherf einst als McKinsey-Mitarbeiter ins Bundesverteidigungsministerium unter Ministerin Ursula von der Leyen entsandt wurde – als „Beauftragter Strategische Steuerung Rüstung“ (2014 bis 2016). Helsing hat sich nicht zuletzt mit der Fertigung von Kamikazedrohnen für die Ukraine einen Namen gemacht, die mit Hilfe von KI gesteuert werden und von Störsendern nicht zu stoppen sind. Kürzlich wurde berichtet, ukrainische Soldaten stuften die Helsing-Drohnen als stark überteuert, aber qualitativ hinter manches Konkurrenzmodell zurückfallend ein.[7] Helsing ist dennoch als Ausrüster für einen etwaigen „Drohnenwall“ an der NATO-Ostflanke im Gespräch. Abseits der Drohnen entwickelt das Startup jedoch vor allem KI etwa für Kampfjets, U-Boote und Panzer, die damit in Zukunft effizienter eingesetzt werden sollen. Helsing, aktuell mit einem Wert von zwölf Milliarden Euro das teuerste deutsche Startup, soll nun etwa gemeinsam mit Saab aus Schweden Eurofighter für elektronische Kampfführung ausrüsten.[8]


    Am FCAS beteiligt

    Im Aufstieg begriffen ist neben der KI- und Drohnenfirma Helsing unter anderem auch der Drohnenhersteller Quantum Systems aus Gilching bei München. Quantum Systems ist 2015 von dem früheren Bundeswehroffizier Florian Seibel gegründet worden. Das Unternehmen produziert nicht nur für die Bundeswehr, sondern auch für die Ukraine.[9] Außerdem wird es in Zukunft intensiv mit Airbus Defence kooperieren. Eine diesbezügliche Absichtserklärung wurde vor kurzem am Rande der diesjährigen Paris Air Show auf dem Flughafen Le Bourget unterzeichnet. Demnach wird Quantum Systems in den Bau des Future Combat Air System (FCAS) einbezogen, eines Kampfjets der sechsten Generation, der im Verbund mit Drohnen und Drohnenschwärmen operieren soll.[10] Quantum Systems wird unter anderem von Airbus Defence finanziert – bislang mit 40 Millionen Euro.


    Nicht unabhängig

    Handelt es sich bei Helsing und bei Quantum Systems um deutsche Firmen, so kooperiert Rheinmetall in puncto Drohnen und KI mit einem US-Unternehmen – mit Anduril, an dessen Finanzierung der ultrarechte US-Tech-Milliardär Peter Thiel beteiligt ist. Rheinmetall und Anduril haben erst in der vergangenen Woche eine strategische Partnerschaft zum Bau militärischer Drohnen vereinbart.[11] Damit gelingt es einem US-Tech-Konzern, sich eine wichtige Position beim Ausbau der Rüstungstechnologie in Europa zu sichern: ein Gegensatz zu den Bestrebungen in Berlin und Brüssel, bei der Waffenherstellung möglichst autonom respektive unabhängig von den Vereinigten Staaten zu werden.

     

    [1] About the Defence Industry Forum. english.defensie.nl.

    [2], [3] Francesco Schiavi: Israel’s war in Iran redefining AI’s warfare role: The Gulf is taking notes. al-monitor.com 21.06.2025.

    [4] Karl Dewey: President Trump’s FY2006 defence budget: continuing priorities, new missons. iiss.org 23.05.2025.

    [5], [6] Philipp Alvares de Souza Soares, Annett Meiritz: Amerikas Traum vom modernsten Militär der Welt. handelsblatt.com 09.05.2025.

    [7] S. dazu Die Rüstungsregierung im Amt.

    [8] Nadine Schimroszik: Rüstungsfirma steigt zum wertvollsten deutschen Start-up auf. handelsblatt.com 19.06.2025.

    [9] Nadine Schimroszik: Airbus und Quantum Systems vertiefen Kooperation bei Software. handelsblatt.com 16.06.2025.

    [10] S. dazu Streit um das Luftkampfsystem und Die Konzentration der europäischen Rüstungsindustrie.

    [11] Roman Tyborski: Rheinmetall arbeitet jetzt mit weltgrößtem Militär-Start-up zusammen. handelsblatt.com 18.06.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10027


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.06.2025

    "Nur eine politische Show" – Scott Ritter über US-Angriff auf Irans Atomanlagen

    rumble.com, 23. Juni 2025,  ca.18:30 Uhr

    Nach Ansicht des ehemaligen Offiziers des US-Marine Corps und einstigen UN-Waffeninspekteurs Scott Ritter werden die jüngsten US-Angriffe auf iranische Nuklearanlagen das iranische Atomprogramm nicht stoppen können. In einem aktuellen Interview mit dem ehemaligen "Fox-News"-Moderator
    Andrew Napolitano sagt der Ex-Militär, Satellitenbilder sollen zeigen, dass die Iraner am 18. und 19. Juni wertvolle Zentrifugen zusammen mit dem gesamten angereicherten Uran des Landes in andere, bisher unbekannte Anlagen verlegt hätten. Ritter zufolge war der Angriff eine "politische Show" des US-Präsidenten Donald Trump, "der unbedingt als entschlossener Anführer wahrgenommen werden will".


    Info: Video https://rumble.com/v6v7l2v-nur-eine-politische-show-scott-ritter-ber-us-angriff-auf-irans-atomanlagen.html Dauer 3:46 Min.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.06.2025

    "Für Israel die Büchse der Pandora geöffnet": UN-Länder verurteilen US-Angriff auf den Iran

    freedert.online, 23 Juni 2025 22:46 Uhr

    Russland, China und Pakistan haben dem UN-Sicherheitsrat eine Resolution zu den US-Angriffen auf iranische Nuklearanlagen vorgelegt. Diese Länder fordern einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand.


    Screenshot_2025_06_24_at_00_12_11_F_r_Israel_die_B_chse_der_Pandora_ge_ffnet_UN_L_nder_verurteilen_US_Angriff_auf_den_Iran_RT_DE

    Quelle: RT

    Video https://rumble.com/v6v7xy1-fr-israel-die-bchse-der-pandora-geffnet-un-lndern-verurteilen-us-angriff-au.html  Dauer 4:17 Min.


    Der russische UN-Botschafter Wassilij Nebensja verurteilte Washington am Montag dafür, dass es die radioaktive Gefahr ignoriere, die seine Angriffe in der Region und darüber hinaus verursachen könnten.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/kurzclips/video/248819-fuer-israel-buechse-pandora-geoeffnet/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.06.2025

    Washington zieht in den Krieg – Keine Einigkeit in der Bevölkerung

    freedert.online, 23 Juni 2025 21:46 Uhr

    US-Präsident Donald Trump erklärte, es gehe nicht um einen Regimewechsel im Iran. Der amerikanische Staatschef ist jedoch der Ansicht, dass ein Wechsel der politischen Führung in Teheran der richtige Weg sei, um den Iran wieder groß zu machen.


    Screenshot_2025_06_24_at_00_06_26_Washington_zieht_in_den_Krieg_Keine_Einigkeit_in_der_Bev_lkerung_RT_DE

    Quelle: RT

    Video https://rumble.com/v6v7wi3-washington-zieht-in-den-krieg-keine-einigkeit-in-der-bevlkerung.html  Dauer 5:20 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/kurzclips/video/248814-washington-zieht-in-krieg-innenpolitisch-keine-einigkeit/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.06.2025

    China verurteilt US-Bombardierung: "Schwerer Bruch des Völkerrechts"

    freedert.online, 23 Juni 2025 19:44 Uhr

    Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, hat am Montag die jüngsten US-Angriffe auf iranische Nuklearanlagen scharf verurteilt und bezeichnete sie bei einer regulären Pressekonferenz am Montag in Peking als schwere Verletzung des Völkerrechts.


    Screenshot_2025_06_23_at_23_59_36_China_verurteilt_US_Bombardierung_Schwerer_Bruch_des_V_lkerrechts_RT_DE

    Quelle: RT 

    Video https://rumble.com/v6v7p35-china-verurteilt-us-bombardierung-schwerer-bruch-des-vlkerrechts.html Dauer 1:31 Min.


    "China hat seinen Standpunkt deutlich gemacht. Ein Angriff auf Nuklearanlagen, die unter der Aufsicht der IAEO stehen, stellt einen schweren Verstoß gegen die Ziele und Grundsätze der UN-Charta sowie des Völkerrechts dar", sagte Guo.


    Mehr zum Thema - "Unprovozierte Aggression": Putin verurteilt Angriffe auf Iran


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/kurzclips/video/248807-china-verurteilt-us-bombardierung-irans/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.06.2025

    Rüstungshaushalt: Weitere 153 Milliarden für die Kriegskasse

    freedert.online, 23 Juni 2025 22:00 Uhr, Von Dagmar Henn

    Jetzt wird also versucht, die irrwitzigen Aufrüstungspläne der NATO im deutschen Haushalt umzuwandeln. Nach dem Prinzip "Koch den Frosch", unter langsamer Erhöhung der Temperatur. Leider sieht es bisher danach aus, als würden die Deutschen sich das bieten lassen.


    Quelle: www.globallookpress.com © Arne Dedert


    Bundeswehrwerbung auf dem Hessentag, 16. Juni 2025


    Fast 153 Milliarden sollen also im Jahr 2029 in die Kriegskasse wandern – das Verteidigungsministerium macht sich daran, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einzuholen. Nach den aktuellen Werten des Haushaltsentwurfs 2025, der ein Volumen von 488 Milliarden Euro umfasst, wären das dann über 30 Prozent, also fast jeder dritte Euro, den der Bund ausgibt.

    Wobei die 62,4 Milliarden, die dieses Jahr in den Topf für Panzer und Granaten wandern sollen, ohnehin geschummelt sind. Schließlich fließt ein guter Teil der geplanten neuen Schuldenaufnahme in den "Sondervermögen" ebenfalls in dieses Budget. Ganz zu schweigen von den verdeckten Ausgaben, wenn Brücken und Gleise für Militärtransporte ertüchtigt werden sollen.


    Financial Times: Frankreich kann sich Aufrüstung nicht leisten





    Financial Times: Frankreich kann sich Aufrüstung nicht leisten






    Alles wegen des vermeintlich bösen Russen, der aus unerfindlichen Gründen ein Interesse daran haben soll, sich Westeuropa einzuverleiben? Oder doch nicht vielmehr, weil gewisse Investmentfirmen, wie BlackRock, gerade in der Rüstungsindustrie vorzügliche Gewinne einfahren? Und weil es ein allzu günstiger Anlass ist, weitere Teile des Steuerkuchens in überteuerte, nutzlose Gegenstände zu stecken, die aber höchst ertragreich für die Hersteller sind? Immerhin haben Rüstungswaren den Vorteil, in den Details so geheim zu sein, dass die Preisgestaltung nicht kontrollierbar ist – im Gegensatz zu Alltagsgegenständen, bei denen es schnell auffällt, wenn etwas für den dreifachen Preis erworben wird.

    Doofe Masken und unnütze bis schädliche Injektionen kann man schließlich nicht jeden Tag verkaufen, aber irgendwie muss ja das Geld von unten nach oben geschaufelt werden, oder? Was man durchaus unter alltäglichem Betrug und einfacher Korruption verbuchen und dem Wähler vorhalten könnte, er sei schließlich selbst schuld, wenn er das dulde – wenn da nicht die echte Gefahr wäre, dass sie sich auch noch einbilden, diese Waren gebrauchen zu wollen. Ökonomisch macht das Sinn, schließlich kann man nur einmal Panzer verkaufen, wenn die danach vierzig Jahre lang in den Kasernen stehen, während im Nutzzustand die Haltbarkeit dieser Güter äußerst begrenzt ist. Aber noch sind lebende Menschen darin verwickelt.

    Wobei jetzt schon klar ist, dass all diese Berechnungen nicht aufgehen werden, sobald sich die deutsche Politik daran macht, wirklich eine Wehrpflicht einführen zu wollen. Im vergangenen Jahr betrugen die Aufwendungen unter dem Haushaltsposten 821 03-032 (Beschaffung von Liegenschaften für militärische Zwecke) ganze 5,2 Millionen Euro. Dumm nur, dass mit der Abschaffung der Wehrpflicht die Kasernengrundstücke ziemlich schnell veräußert wurden und jetzt nicht mehr da sind oder zumindest anderweitig genutzt werden.

    Das dürfte ziemlich ins Geld gehen; die alten Kasernengrundstücke waren ja zu großen Teilen bereits vor über hundert Jahren dieser Verwendung zugeführt worden, vielfach in Stadtrandlagen, die später von den Städten umschlossen wurden. Hat überhaupt schon jemand ausgerechnet, wie hoch die Kosten werden, angefangen mit dem Grundstück selbst, über Erschließung, Bau und Ausstattung? Kaum anzunehmen. Also muss man davon ausgehen, dass die 62,4 Milliarden, die Finanzminister Klingbeil jetzt für 2025 ansetzt, nur eine vorläufige Zahl sind; und man spätestens in einigen Monaten zu hören bekommen wird, leider, leider bräuchte es noch einen Nachschlag, denn da ist ja der böse Russe …


    Wehrpflicht: Union macht Druck






    Wehrpflicht: Union macht Druck






    Der hat schließlich von der NATO schon einen Termin gesetzt bekommen, wann er einzumarschieren hat, um das ganze Spektakel zu rechtfertigen, nämlich 2029. Nun weiß man ja, dass Pünktlichkeit nicht so deren Sache ist, weshalb man jetzt doch die NATO-Planungen mit den irrwitzigen fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt etwas gestreckt hat. Aber trotzdem, fest daran glauben: Irgendwo hinter Polen droht der böse Russe. Überhaupt müssen wir Deutsche auch die armen, verfolgten Balten schützen.

    Übrigens, da gab es gerade einen geradezu glorreichen Moment, als EU-Außenvertreterin Kaja Kallas (Diplomatin kann man das nicht nennen) ausgerechnet einem Iren gegenüber das Klagelied anstimmte, wie sehr die armen Balten doch unter der Sowjetunion gelitten hätten, und dass er, der Ire, das überhaupt nicht nachvollziehen könne; schließlich sei seine Sprache nie verboten gewesen (Kallas' Sprache war das in der Sowjetunion nicht, aber allzu viel Bildung darf man beim EU-Personal nie erwarten). Der derart Angesprochene hatte natürlich extrem gute Karten, um zu kontern. Mit der Verschleppung von Iren in britische Kolonien oder der großen Hungersnot, von verbotener Sprache ganz zu schweigen. Aber so ist sie nun einmal, unsere EU. Die Fiktion ist immer stärker als die Realität.

    Historisch gesehen war es immer eher eine deutsche Krankheit, das Baltikum haben zu wollen, und viele besonders unangenehme politische Gestalten waren Deutschbalten. Im Zusammenhang mit Russland fallen einem da insbesondere Paul Rohrbach und Alfred Rosenberg ein, letzterer der Mann, der nicht nur die Rassenlehre der Nazis entwarf, sondern auch einen Plan zur Aufteilung der Sowjetunion, der heutzutage von Gremien wie dem Europarat wieder aufgewärmt wird. Dass eine Bundeswehrbrigade dort oben stationiert wird, hat also auch Tradition. Und kostet, versteht sich. Aber diese Kosten sind schon im Haushalt des Vorjahres, spielen also im Zusammenhang mit der aktuellen Aufrüstung keine Rolle. Außer natürlich, man wollte die Panzerbrigade auch noch mit Panzern ausstatten.


    Pistorius: Bundeswehr braucht 60.000 Soldaten mehr – ohne Russland gäbe es "ein Erklärungsproblem"



    Pistorius: Bundeswehr braucht 60.000 Soldaten mehr – ohne Russland gäbe es "ein Erklärungsproblem"





    Eigentlich genügte es zu dem Thema, sich die Washingtoner Parade anzusehen (ein Ausschnitt von 30 Sekunden genügt), um zu erkennen, dass das keinen Zweck hat, wenn schon das große Vorbild so aussieht. Und natürlich müsste man sich fragen, ob das Geld nicht weitaus besser angelegt wäre (und weniger davon benötigt würde), wenn man Diplomaten heranzüchten würde statt Kommissköpfe. Zum einen ist der Mangel an Diplomaten weitaus größer und schwerer zu beseitigen, und zum anderen benötigen sie deutlich weniger Fußvolk und schweres Gerät. Vielleicht ist man auch zu dem Schluss gekommen, dass die geistigen Reserven für diese Art der Aufrüstung einfach nicht vorhanden sind.

    Aber es steht ja nichts zu fürchten, das Volk lässt es mit sich machen. So zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage, nach der 58 Prozent im Osten und 67 Prozent im Westen eine Verdoppelung der Verteidigungsausgaben befürworten (geplant ist übrigens eine Verdreifachung). Bundesweit glauben übrigens nach derselben Umfrage 61 Prozent, dass Russland in den kommenden Jahren ein NATO-Land angreift. Bei den Grünen-Wählern (nicht wirklich erstaunlich) glauben das sogar 85 Prozent. Aber die sind immerhin dafür bekannt, auch sonst allerlei zu glauben.

    Nur, wirklich ehrlich sind diese Umfragen natürlich nicht. Weil sie nämlich nie gleichzeitig fragen, was denn dann alles dafür nicht mehr passieren soll. Also nie wirklich gefragt wird, ob sie nun Kasernen statt Wohnungen oder eben Kanonen statt Butter wollen, sondern so getan wird, als gäbe es da keine Kollision. Was ja letztlich auch der Grund ist, warum mit diesen "Sondervermögen" gearbeitet wird, also erst einmal mit zusätzlicher Schuldenaufnahme. Denn wenn wegen zu hoher Schulden dann ganz andere Vorhaben oder Leistungen gestrichen werden, haben die meisten Wähler glücklicherweise schon vergessen, dass diese Schulden in die Aufrüstung geflossen sind.

    Wirklich raffiniert an der ganzen Sache ist natürlich, vorher Russland zum Feind zu erklären. Denn ginge es einfach nur um den Erwerb vernünftiger militärischer Ausstattung zu einem vernünftigen Preis, wäre die Lösung ganz einfach. Und zur Not gäbe es auch noch China. Die Gesamtkosten lägen bei einem Bruchteil und das gekaufte Zeug würde sogar funktionieren (im Gegensatz zu den F-35, auf die sich Deutschland bereits eingelassen hat). Allerdings hätte dann BlackRock nichts davon. Die Arbeitsplätze kann man übrigens vernachlässigen, das sind derzeit ganze 17.000 in Deutschland; da wird jährlich in der Kfz-Zulieferindustrie mehr abgebaut.


    Zündstoff vor Gipfel: Spanien lehnt Fünf-Prozent-Ziel der NATO ab




    Analyse

    Zündstoff vor Gipfel: Spanien lehnt Fünf-Prozent-Ziel der NATO ab






    Wie auch immer. Vielleicht bildet sich ja jemand ein, das Vielvölkergemisch der jüngeren Generation der deutschen Einwohnerschaft ließe sich durch die "Schule der Nation" ordentlich in Reih und Glied bringen. Pass gegen Barras sozusagen. Das haben die USA lange versucht; hat nicht wirklich funktioniert, aber man kann sich die Messerverbotszonen auf dem Kasernengelände schon bildlich vorstellen.

    Übrigens, die Steigerung von den aktuellen 13 Prozent heute auf die für 2029 geplanten 30 Prozent hat natürlich die Voraussetzung, dass der Bundeshaushalt so groß bleibt, wie er heute ist. Noch ein Punkt, über den diese bizarre Berechnung nach BIP hinwegtäuscht: Eine schrumpfende Wirtschaft ergibt auch schrumpfende Steuereinnahmen, wodurch dann die Haushaltsmittel zurückgehen, und entweder die Verschuldung noch höher wird, oder eben weit mehr als 30 Prozent des Haushalts in der Aufrüstung verschwinden.

    Was natürlich alles zur Voraussetzung hat, dass das mit der Verschuldung auch klappt, die ausgegebenen Schuldpapiere also auch Käufer finden. Natürlich hat Deutschland da im Konzert der EU-Aufrüster noch verhältnismäßig gute Karten, verglichen zum längst völlig bankrotten Frankreich. Aber ein klein wenig schwieriger wird das schon, wenn mehr oder weniger alle EU-Staaten ihre Staatsverschuldung in die Höhe treiben, während gleichzeitig die Tendenz weltweit eben nicht EU-Staatspapiere in Euro, sondern Gold lautet. Aber wer will schon so viel Wirklichkeit.

    Nein, der brave Deutsche soll es toll finden, dass er wieder einmal kriegstüchtig werden darf, marschbereit, und schon mal den Wecker stellen, für 2029. Und wenn die Russen nicht mitspielen wollen, kümmern wir uns selbst darum, darin haben wir schließlich Erfahrung.


    Aufrüstung der Bundeswehr: Debatte über die Rückkehr der Wehrpflicht gewinnt an Fahrt



    Aufrüstung der Bundeswehr: Debatte über die Rückkehr der Wehrpflicht gewinnt an Fahrt






    Ja, da hätte man fast gedacht, mit der Scholz'schen Zeitenwende sei der Boden erreicht. Jetzt heißt es aus der Regierung zu der Rüstungsexplosion: "Unsere Sicherheit und Freiheit sind in einem Maße bedroht, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr der Fall war." Eine interessante Formulierung vor dem Hintergrund, dass die Bedrohung für Sicherheit und Freiheit davor Deutschland hieß. Die auch damals mit einer Grunderzählung in Szene gesetzt wurde: Da, vor der Tür, steht er, der böse Russe.

    Nun, im Gegensatz zu den Jahren von 1933 bis 1939, als tatsächlich Millionen Arbeitslose in Rüstungsarbeiter verwandelt wurden (um anschließend auf den Schlachtfeldern zu verschwinden), wird Klingbeils großzügiger Panzertopf nichts auffangen können, was durch den politischen Wahn zertrümmert wird. Was eine Außenpolitik anrichtet, deren Grundsatz der Spruch "Viel Feind, viel Ehr" zu sein scheint, lässt sich nicht kompensieren, indem man den Militärhaushalt aufbläst. Eine Bundesregierung, der nichts Besseres einfällt, als nach dem israelischen Angriff auf Iran dieses bösartige Regime des Herrn Netanjahu mit frischen Waffen zu beliefern, mag sich mit gutem Grund angreifbar fühlen. Aber da hilft auch ein vierfacher Rüstungshaushalt nicht.

    Vor vielen Jahrzehnten gab es einmal ein populäres Plakat, das später zu einem beliebten Autoaufkleber wurde. Es zeigt einen gepanzerten Dinosaurier (zugegeben, die Gattung passt nicht ganz), und die Aufschrift lautet: "Ausgestorben! Zu viel Panzer – zu wenig Hirn." Wie hätte man damals ahnen können, dass spätere Bundesregierungen sich das zum Lebensmotto erheben?


    Mehr zum ThemaBundeswehr mit Wehrpflicht: Auf Sand gebaut


    Screenshot_2025_06_23_at_23_41_41_R_stungshaushalt_Weitere_153_Milliarden_f_r_die_Kriegskasse_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6v4hx9-spanischer-regierungschef-fnf-prozent-ziel-kann-negative-folgen-fr-spanisch.html Dauer 6:48  Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/248792-ruestungshaushalt-weitere-153-milliarden-fuer/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 163 von 1027

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 130 .. 140 .. 150 .. 160 161 162 163 164 165 166 .. 170 .. 180 .. 190 .. 200 .. 300 .. 400 ... 700 .. 800 .. 900 .. 1000 .. 1010 .. 1020 .. 1024 1025 1026 1027 >