Die EU soll "Druck machen für Neuwahlen" in Belarus:
German Foreign Policy, 25. August 2020
Dies fordert ein langjähriger führender Politiker von Bündnis 90/Die Grünen. Wie Ralf Fücks, Ex-Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, seit 2017 Geschäftsführer der transatlantischen Denkfabrik "Zentrum Liberale Moderne", behauptet, operiere die Union in den Machtkämpfen in Belarus nicht offensiv genug. Deutsche Außenpolitiker raten unterdessen zu systematischer Unterstützung der belarussischen "Zivilgesellschaft"; auf diese Weise ließen sich prowestliche Milieus in dem Land, das sehr enge Beziehungen zu Russland unterhält, mit Millionensummen fördern.
Zitat: Eine allzu intensive Abhängigkeit vom östlichen Nachbarland fürchtend, hatte Lukaschenko zuletzt freilich enger mit dem Westen kooperiert - gemeinsame Militärübungen mit NATO-Staaten inklusive.
Zitat: Anders als etwa in der Ukraine sind die jahrelangen westlichen Umsturzbemühungen - mit Hilfe intensiver Unterstützung der stark zersplitterten prowestlichen Opposition [4] - allerdings erfolglos geblieben. Ursache war, dass Lukaschenko sich lange Zeit auf sichere Mehrheiten stützen konnte, da es ihm gelang, einen Ausverkauf der belarussischen Wirtschaft an Oligarchen und einen sozialen Absturz der Bevölkerung, wie er sich beispielsweise in der Ukraine vollzog, zu verhindern.
Zitat: Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am 19. August beschlossen, eine Million Euro für die "Zivilgesellschaft", zwei Millionen Euro für Opfer staatlicher Repressionen und darüber hinaus 50 Millionen Euro "Corona-Soforthilfe" nach Belarus zu transferieren - Mittel der Einmischung im geostrategischen Einflusskampf um Minsk.
Zitat: Dabei haben die Parteigänger Berlins und des Westens in den belarussischen Proteststrukturen bereits Erfolge erzielt. So gehören dem siebenköpfigen "Koordinationsrat für die Machtübergabe", den die Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja gegründet hat, drei Personen an, die erst kürzlich in einem Manifest einen Bündniswechsel des Landes hin zu EU und NATO gefordert haben
Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8359
Kommentar: Die transatlantisch geprägte Wertegemeinschaft sucht pausenlos die Unabhängigkeit/Souveränität von Staaten besonders finanziell zu unterwandern. Auch das ist schon ein Mittel des Krieges, für das sich führende Politiker etablierter Parteien, wie z. B. der Grünen, bereitwillig instrumentalisieren lassen. Thomas Bauer

