25.01.2022

Wurzeln für die Zukunft sind das Bündnis für die Zukunft seit 11.8.2001!

Wurzeln_f_r_die_Zukunft_27.11.2021


Die  Wurzeln für die Zukunft sind das Bündnis für die Zukunft seit 11. August 2001!


                               -  ökologisch  -  sozial  -  direktdemokratisch  -  gewaltfrei  -


Diese Grundwerte bzw. Absichtserklärungen sind und bleiben für uns Leitziele unseres Engagements. Gemeinsam mit dir arbeiten wir für die Durchsetzung dieser Ziele!


                                                                   Unsere Botschaft

Mit der Gründung der Partei Bündnis für die Zukunft am 11. August 2001beabsichtigten wir den konsequenteren Transport von dringend notwendigen Reformen, die als die Voraussetzung für eine stabile Weiterentwicklung unserer Gesellschaft anzusehen sind.
Seit 2008 arbeiten wir als Initiative, die offen für alle Interessierten ist, ohne Parteistatus weiter.


Wichtige Ziele sind für uns:

  • Sicherheit und Stabilität durch Solidarisierung aller Menschen in einem arbeitsteiligen Wirtschaftssystem!
  • Kontrolle globaler Märkte zugunsten der regionalen Wirtschaft!
  • medizinischer und technischer Fortschritt zum Nutzen aller Menschen!
  • Förderung der Demokratie und gleiche Rechtsstandards weltweit!
  • Gewaltfreie Politik!

Wir betrachten unsere Aufgabe darin, außerparlamentarischen Gruppen und Einzelpersonen eine Stimme zu geben. Gleichzeitig möchten wir Anregungen für bestehende Parteien geben, wie eine eine Wahlalternative für zukunftsorientierte Wähler aussehen könnte und der Wahlbetrug, als die Folge von Verfilzung, zu verhindern wäre.


Die Möglichkeit in Parteien satzungsgemäß demokratischen Grundziele festzuschreiben, dürften bei glaubwürdigen Parteien keiner Regierungsbeteiligung geopfert werden.

Wir wehren uns gegen die Übernahme unseres Namens durch einen österreichischen Rechtspopulisten, dessen politische Ziele mit unserem Engagement für mehr Menschlichkeit, soziale Demokratie und Engagement für Frieden und Gerechtigkeit nicht vereinbar sind. Wir sprechen alle konsequent engagierten Menschen an! Unterstützen Sie das Bündnis für die Zukunft!

Schreiben Sie uns!


Bündnis für die Zukunft
Leinaustr. 3

D-30451 Hannover


e-mail: libertom@htp-tel.de

web: https://buendnis-zukunft.de

25.01.2022

Klingbeil warnt vor Krieg »mitten in Europa«

spiegel.de, 25.01.2022, 21.08 Uhr

Es stehe »Spitz auf Knopf«, sagt SPD-Chef Lars Klingbeil und verteidigt den Kurs der Ampel gegenüber Russland. Im Falle einer Invasion der Ukraine lägen »alle Optionen auf dem Tisch«.


Lars Klingbeil ist davon überzeugt, dass sich ein Einmarsch Russlands in die Ukraine noch verhindern lässt. Aber es stehe »Spitz auf Knopf«, sagte der SPD-Parteivorsitzende im SPIEGEL-Spitzengespräch mit Markus Feldenkirchen. In den nächsten Wochen werde sich klären, ob es »Krieg mitten in Europa« gebe.

ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE

Im besten 5G-NetzEinzigartig zusammen. iPhone 12 für 1 €* im MagentaMobil M mit Top-Smartphone.

Jetzt sichern

Klingbeil verteidigte den Kurs der Ampelregierung in der Russlandkrise gegen den Vorwurf der Uneinigkeit und Unentschlossenheit. Zu der Anmerkung, dass die SPD einen Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ablehnt und auch nicht bereit sei, Nord Stream 2 infrage zu stellen, betonte Klingbeil, im Falle eines russischen Angriffs lägen »alle Optionen auf dem Tisch«. Das habe auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gesagt.

Der SPD-Vorsitzende rechtfertigte, dass die Regierung bisher nicht offen sage, welche Sanktionen im Falle einer Invasion verhängt würden: »Wer so denkt, hat nicht verstanden, wie internationale Politik funktioniert.« Wie genau Deutschland reagieren würde, »das wird die russische Seite in dem Moment zu spüren kriegen, wo sie diese Grenze überschreitet.« Er halte es für falsch, die Gegenseite in die Karten gucken zu lassen. Jetzt gehe es aber darum, nicht über Krieg zu reden, sondern über Frieden.

Click here!

The North Face Sale -70%*

Funktionale Outdoormode von The North Face jetzt zum Top-Preis. Nur bei limango.de

Jetzt stöbern

Click here!

Fit in 3 Minuten?

Diese 17 Übungen machen es möglich

Jetzt testen!

Anzeige

Anzeige

Eine kriegerische Auseinandersetzung würde den Kontinent komplett verändern, warnte Klingbeil. Das kürzlich vereinbarte Treffen im Normandie-Format, in dem Gespräche zwischen Beratern von FrankreichDeutschland, der Ukraine und Russland stattfinden, sei auch deswegen so wichtig.

Auch Klingbeil schließt Waffenlieferungen aus

Waffenlieferungen an die Ukraine schloss Klingbeil aus. Man müsse auch darüber nachdenken, wie es in Russland ankomme, wenn jeden Tag neue Drohungen kämen. Jede Gesprächseinladung an Russland würde es den Hardlinern in Moskau schwerer machen, die Situation weiter eskalierten zu lassen. Außerdem sei im Koalitionsvertrag klar verabredet, dass es keine Waffenlieferungen in Krisengebiete mehr geben wird. Deutschland brauche eine restriktivere Rüstungspolitik.

ANZEIGE

Der SPD-Chef antwortete nicht direkt auf die Frage, ob Altbundeskanzler Gerhard Schröder als Russland-Lobbyist bezeichnet werden könne. Er habe bei Schröder vor allem den Blick auf jemanden, der die Partei über lange Zeit geprägt habe. Schröder selbst würde laut Klingbeil »gar nicht mal widersprechen«, dass er eine enge Bindung zu Russland habe.

Klingbeil werde sich auch »nicht dafür entschuldigen, dass ich mit Gerhard Schröder einen engen Draht habe. Aber Politik mache jetzt ich als Parteivorsitzender. Ich kann meine Entscheidungen schon selbst treffen.«

Mehr zum Thema

SPD wählt Esken und Klingbeil zu Parteichefs

 Der Weg des Olaf Scholz zum Triumph: Erst verlacht, jetzt Kanzler Von Markus Feldenkirchen, Christoph Hickmann, Veit Medick und Christian Teevs

Erst verlacht, jetzt Kanzler

Kriegsgefahr in der Ukraine: USA und europäische Verbündete rufen Russland zur Deeskalation auf

USA und europäische Verbündete rufen Russland zur Deeskalation auf

Die Nato-Osterweiterung unter Schröder als Kanzler sei kein Fehler gewesen. »Das ist ja sogar unter Absprache mit der russischen Seite passiert.« Man dürfe sich nicht einreden lassen, man hätte gegen Absprachen oder Prinzipien verstoßen.

Klingbeil äußerte sich im SPIEGEL-Spitzengespräch auch zur AfD-Bundespräsidenten-Kandidatur des CDU-Mitglieds Max Otte. Dass der Chef der WerteUnion für die AfD antritt, bezeichnete er als skandalös. »Es zeigt, wie zerrüttet die Union ist.« Er könne die CDU nur warnen, »dass es keine Stimme mehr für Herrn Otte gibt, als die AfD stimmberechtigte Mitglieder in der Bundesversammlung hat«. Darauf werde man genau achten.

 

svs


Info:

25.01.2022

Ukraine-Krise: Wie DDR-Haubitzen die Bundesregierung in Bedrängnis bringen

sueddeutsche.de, 25. Januar 2022, 5:00 Uhr, Von Matthias Kolb, Brüssel, Paul-Anton Krüger und Mike Szymanski, Berlin

Estland plant Ausrüstung sowjetischer Bauart in die Ukraine zu liefern. Das Problem: Die Waffen stammen aus NVA-Beständen - und deswegen hat Berlin ein Wörtchen mitzureden.


Zitat: Die Ukraine wisse, woher sie welche Waffen bekommen könne, sagte Außenminister Dmytro Kuleba beim Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock vergangenen Montag. Das hörte sich noch so an, als könne Kiew ganz gut leben mit der Haltung der Ampelkoalition, keine letalen Waffen zu liefern. Doch der Ton hat sich deutlich gewandelt seither. Der Grund: neun mittelschwere Haubitzen des sowjetischen Typs D-30, Kaliber 122 Millimeter, Reichweite 15 Kilometer.


Diese Artilleriegeschütze wollte Estland der Ukraine überlassen. Allerdings hatte sie das baltische Land selbst aus Finnland erhalten. Dorthin wiederum waren die Haubitzen aus Deutschland gekommen, aus Beständen der Nationalen Volksarmee. Diese Lieferkette bringt Berlin wieder ins Spiel, genau genommen das Bundesverteidigungsministerium. Denn jeder Weitergabe an einen dritten Staat - in diesem Fall die Ukraine - müssen die Vorlieferanten zustimmen, also Finnland und Deutschland.



Helsinki will Berlin die Entscheidung nicht abnehmen

Helsinki hat offenbar nicht vor, Berlin diese Entscheidung abzunehmen. Es sei an jedem Land, eigenständig nach seinen Regularien über Waffenexporte zu entscheiden, sagte Außenminister Pekka Haavisto vor dem Treffen der EU-Ressortchefs am Montag in Brüssel. "Deutschland wird seine Entscheidung treffen, und wir schauen uns die Situation dann danach an." Zumindest hieß es, dass Baerbock am Rande des EU-Außenrates mit Haavisto sprechen werde, der wie sie zu den Grünen gehört.


Kiew indes hat den Ton drastisch verschärft. Die deutsche Haltung mit Blick auf die Weitergabe von defensiven Waffen durch Dritte sei "enttäuschend" und entspreche "nicht der gegenwärtigen Sicherheitslage", twitterte Kuleba am Wochenende. Er warf der Bundesregierung gar vor, den russischen Präsidenten Wladimir Putin dadurch zu neuen Angriffen auf sein Land "zu ermutigen".


Die Entscheidung in Berlin ist noch nicht getroffen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann stellte am Montag klar: "Die Bundesregierung hat ihre Haltung gegenüber Waffenlieferungen, der Lieferung vor allem von letalen Waffen in die Ukraine, nicht verändert." Entsprechende Genehmigungen würden nicht erteilt. Allerdings, sagt sie auch, gehe es "in diesem Fall nicht um deutsche Waffenlieferungen, sondern um Waffenlieferungen aus Estland" - das lässt Spielraum für Interpretationen.


Allerdings tut man sich in Berlin schwer mit Kulebas Charakterisierung eines Geschützes als defensive Waffe. Bei den von Deutschland und Frankreich vermittelten Minsker Vereinbarungen für eine Waffenruhe in der Ostukraine sei schwere Artillerie einer der zentralen Punkte - was schon zeige, wie sensibel das Thema ist. Defensivwaffen hat Deutschland auch in Krisengebiete schon geliefert - zuletzt Milan-Panzerabwehrraketen an die kurdischen Peschmerga im Nordirak zum Kampf gegen die Terrormiliz IS.


Inzwischen wächst auch innenpolitisch der Druck. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte der Süddeutschen Zeitung, er halte Waffenlieferungen an die Ukraine für "moralisch und politisch legitim", um ihre Selbstverteidigung zu unterstützen. Er halte es aber genauso für richtig, wenn die Bundesregierung weiter davon absehe. Es könne sinnvoll sein, dass Deutschland "besondere Gesprächsmöglichkeiten gegenüber Russland bewahrt, die andere so nicht haben und die im Falle von Waffenlieferungen an die Ukraine schwer beschädigt würden".


Manch einer in Berlin mutmaßt, dass es Kiew weniger um die alten Geschütze geht als darum, die immer noch relativ guten Beziehungen zwischen Berlin und Moskau abzukühlen. Die Haubitzen sind aus Röttgens Sicht allerdings anders gelagert. Estland sei zwar an eine Zustimmung Berlins gebunden. "Politisch ist das aber keine Frage, die in Deutschland zu entscheiden ist", sagt er. "Das Zustimmungserfordernis sollte darum aufgelöst werden, Deutschland sollte die Entscheidung Estlands respektieren."


Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Florian Hahn, fordert, die Bundesregierung solle konkrete Anfragen der Ukraine "im Einzelfall ergebnisoffen prüfen". Panzerabwehrwaffen, Luftverteidigungssysteme oder Schiffe für den Küstenschutz hätten klaren Defensivcharakter, sagt der CSU-Politiker. Wenn Berlin die Lieferungen von alten DDR-Haubitzen verhindere, mute das an wie "ein Treppenwitz der Geschichte und lässt all unsere Verbündeten nur noch kopfschüttelnd zurück".


In der Koalition hatte sich die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack- Zimmermann, zuvor schon bereit gezeigt, über Anfragen aus der Ukraine und die deutsche Haltung "nachzudenken". Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte im Mai in der Ostukraine als Co-Vorsitzender der Grünen gesagt, man könne der Ukraine Defensivwaffen "kaum verwehren". Auffällig still verhalten sich die Außen- und Sicherheitspolitiker der Sozialdemokraten.


Die Bundeswehr schickt "Eurofighter" ans Schwarze Meer

Bei manchen ausländischen Verbündeten wachsen aber offenbar Zweifel an Deutschlands Verlässlichkeit, geschürt auch durch die Debatte um die umstrittene russische Pipeline Nord Stream 2 oder Forderungen, etwaige Sanktionen dürften der Wirtschaft hierzulande nicht schaden. Da kam die Nachricht gelegen, dass die Bundeswehr demnächst zur Stärkung der Nato-Präsenz an der Ostflanke beitragen wird.


Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums wird die Luftwaffe - wie bereits im vergangenen Jahr - bei der Luftraumüberwachung im Süden der Ostflanke eingesetzt. Nach SZ-Informationen sollen im Februar insgesamt drei Eurofighter auf einen Militärstützpunkt in der Nähe der Stadt Constanţa am Schwarzen Meer in Rumänien verlegt werden. Partner bei der Mission ist in diesem Jahr Italien. Die Entsendung der Kampfjets allerdings ist keine Reaktion auf den russischen Truppenaufmarsch in der Region oder Teil der zusätzlich von der Nato in Aussicht gestellten Truppen, sondern eine lange geplante Routinemission.


  • Ukraine-Krise: Putins Optionen                                                                                                         Die russische Armee setzt ihren Aufmarsch nahe der Ukraine fort. Der Kreml schafft sich militärische Handlungsmöglichkeiten - bis hin zu einer groß angelegten Invasion.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/putin-russland-ukraine-1.5513599


Info: https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-waffenlieferungen-bundesregierung-nato-russland-1.5514377


25.01.2022

US-Truppen könnten nach Osteuropa entsandt werden

The New York Times, 25. Januar 2022, Von Natasha Frost
Das Pentagon gab gestern bekannt, dass es 8.500 amerikanische Soldaten für einen möglichen Einsatz in Osteuropa in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt habe, da sich die NATO und die USA auf eine mögliche russische Invasion der Ukraine vorbereiteten. "Es ist sehr klar, dass die Russen im Moment nicht die Absicht haben, zu deeskalieren", sagte John F. Kirby, der Sprecher des Pentagon.

Zitat: Die meisten der 8.500 Soldaten würden an einer NATO-Reaktionstruppe teilnehmen, die bald aktiviert werden könnte, sagte Kirby. Das verbleibende Personal wäre Teil einer spezifischen Reaktion der USA auf die sich verschärfende Krise, sagten Beamte des Verteidigungsministeriums, höchstwahrscheinlich um den amerikanischen Verbündeten in Osteuropa Sicherheit zu geben, die befürchten, dass sich Russlands Pläne für die Ukraine auf das Baltikum und andere Länder in der sogenannten Ostflanke der NATO erstrecken könnten.

Die Biden-Regierung besteht weiterhin darauf, dass die USA nicht beabsichtigen, wegen dieser Frage in einen Krieg mit Russland zu ziehen. Da die Ukraine nicht in der NATO ist, ist das Bündnis nicht durch seinen Vertrag verpflichtet, zur Verteidigung der Ukraine zu kommen. Aber Russlands Truppenaufbau an der ukrainischen Grenze und die Reaktion der NATO haben dennoch das Gespenst eines Krieges heraufbeschworen, der eskalieren und sich ausweiten könnte.

NATO: Einige Mitgliedsländer stellen ihre Streitkräfte in Bereitschaft und schicken zusätzliche Schiffe und Kampfjets nach Osteuropa, um die Verbündeten in der Region zu beruhigen, da Großbritannien sich den USA angeschlossen hat, um Familien von Diplomaten aus der Ukraine zu beordern, unter Berufung auf "die wachsende Bedrohung durch Russland".
Analyse: Hier, wie US-amerikanische und russische Diplomaten einen Krieg abwenden könnten.

Info:
https://messaging-custom-newsletters.nytimes.com/template/oakv2?campaign_id=51&emc=edit_mbe_20220125&instance_id=51200&nl=morning-briefing%3A-europe-edition&productCode=MBE&regi_id=179513371&segment_id=80647&te=1&uri=nyt%3A%2F%2Fnewsletter%2F226df908-0aa4-52c6-8de7-8d9519bb75a2&user_id=f32ef16f74a315d2f30cf28f5b3b49a1
25.01.2022

text


24.01.2022

Kriegstrommeln in Deutschland    Bundeswehr-Generalinspekteur a.D. übt scharfe Kritik am Umgang mit Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach. Schönbach hatte für eine Kooperation mit Russland gegen China plädiert.

german-foreign-policy.com, 24. Januar 2022

BERLIN/NEW DELHI/MOSKAU(Eigener Bericht) – Harte Kritik am Umgang mit dem zurückgetretenen Marineinspekteur Kay-Achim Schönbach übt der einstige Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat. Schönbach habe mit seinen Äußerungen in New Delhi, die einen Proteststurm in Deutschland ausgelöst hatten, im Kern lediglich „die amerikanische Position“ vertreten, urteilt Kujat; dies gelte bezüglich seiner Aussagen zur Krim ebenso wie bezüglich seines Plädoyers, einen Keil zwischen Russland und China zu treiben: Auch die USA strebten aktuell „ein stabiles Verhältnis mit Russland an“, da die Volksrepublik für sie „der größere, der gefährlichere Gegner“ sei. Schönbach hatte für sein Urteil, die Krim sei für die Ukraine de facto verloren, und für den Vorschlag, Moskau in den Kampf gegen Beijing einzuspannen, volle Zustimmung seitens des Think-Tanks in New Delhi erhalten, bei dem er seine Äußerungen getätigt hatte: Indien kooperiert eng mit Russland und kauft russische Waffen, um sich gegen China zu rüsten. Auch in den Vereinigten Staaten fordern Experten Deeskalation gegenüber Moskau, um einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden. Kujat warnt eindringlich vor „Kriegstrommeln in Deutschland“.


Zitat: „Respekt kostet nichts“

Anlass für den Proteststurm in der deutschen Politik und Öffentlichkeit und für Schönbachs anschließenden Rücktritt waren Äußerungen, die der Inspekteur der Deutschen Marine am Freitag in New Delhi getätigt hatte. Dort war er in einer Diskussionsveranstaltung des Manohar Parrikar Institute for Defence Studies and Analyses (MP-IDSA) nach der Position der Bundesrepublik zur NATO-Osterweiterung befragt worden, dies auch mit Blick auf eine mögliche Bündnisaufnahme Georgiens und der Ukraine. In diesem Zusammenhang hatte Schönbach unter anderem geäußert, die Krim sei für die Ukraine „weg, sie wird nicht zurückkommen“; dass Moskau aktuell darauf abziele, sich ukrainisches Gebiet anzueignen, sei „Unsinn“.[1] Was Russlands Präsident Wladimir Putin im derzeitigen Konflikt „wirklich will, ist Respekt auf Augenhöhe“, urteilte der Vizeadmiral: „Und – mein Gott – jemandem Respekt entgegenzubringen, kostet nichts. Würde man mich fragen: Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er fordert – und den er vermutlich auch verdient.“


„Nur der Rummel ist größer geworden“

Schönbach hätte sich bei seinen Äußerungen unter anderem auf den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, beziehen können. Selenskyj hatte noch vor wenigen Tagen bekräftigt, die Gefahr einer russischen Invasion in sein Land sei „nicht größer“ als zuvor: „Größer ist nur der Rummel um sie geworden.“[2] Die Meinung, die Ukraine werde die Krim nicht wiedergewinnen können, wird – dies ist längst bekannt und wird aktuell erneut bestätigt – „hinter vorgehaltener Hand auch teilweise von wichtigen Akteuren in der NATO und in der EU geteilt“.[3] Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, bauschte diese Einschätzung der Faktenlage zum Angriff auf internationales Recht auf: „Vizeadmiral Schönbach stellt offen die europäische Sicherheitsstruktur und das Völkerrecht in Frage. Sein Rücktritt ist folgerichtig.“[4] Strack-Zimmermann hatte noch vor wenigen Tagen öffentlich massive Kritik an den Spitzenmilitärs der Bundeswehr geübt: „Ich persönlich wünsche mir von der Generalität im Ministerium insgesamt deutlich mehr Klarheit und weniger Geschwurbel“, verlangte sie; es gehe nicht an, dass führende Offiziere stets der politischen Spitze „nach dem Mund“ redeten.[5] Was zu erwarten hat, wer dieser Aufforderung Folge leistet, zeigt der Fall Schönbach.


Strategische Partner

Unerwähnt geblieben ist in der Debatte, dass Schönbach mit seinen Äußerungen beim MP-IDSA in New Delhi auf volle Zustimmung gestoßen ist. „Wir könnten mit Ihnen nicht stärker übereinstimmen“, erwiderte Sujan R. Chinoy, der Generalsekretär des Think-Tanks, „denn Indien hat eine starke strategische Partnerschaft mit Russland“.[6] In der Tat haben New Delhi und Moskau bereits im Jahr 2000 eine „strategische Partnerschaft“ geschlossen, die ein jährliches Gipfeltreffen und umfangreiche russische Rüstungslieferungen umfasst; der Anteil russischer Lieferungen am gesamten indischen Rüstungsimport lag im Fünfjahreszeitraum von 2016 bis 2020 bei rund 49 Prozent. Unter anderem hat Indien trotz wütender Proteste der Vereinigten Staaten das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben; die ersten Teile wurden Ende vergangenen Jahres geliefert. New Delhi hat das Abwehrsystem mit Blick auf seine zunehmende Rivalität mit Beijing gekauft. Russland und Indien führen außerdem regelmäßig gemeinsame Manöver durch; im August 2021 etwa hielten die Streitkräfte beider Länder bereits die zwölfte Nummer ihrer Manöverserie „Indra“ ab.[7] Erst kürzlich sprach sich das MP-IDSA ausdrücklich für die Vertiefung der indisch-russischen Kooperation aus – im und am Indischen Ozean, in der Arktis und in Russlands Fernem Osten, wie es in einer Publikation des Think-Tanks hieß.[8]


Mit Russland gegen China

Auf sichere Zustimmung in New Delhi setzen konnte Schönbach bei seinem Plädoyer, dem russischen Präsidenten „Respekt“ zu erweisen, auch deshalb, weil er dies als Schritt hin zum Aufbau einer gemeinsamen Front gegen China begreift. „Indien und Deutschland brauchen Russland gegen China“, erklärte der Vizeadmiral; als Katholik sehe er ein Bündnis mit dem christlichen Russland im Machtkampf mit der Volksrepublik ohnehin als strategisch richtig an.[9] Zwischen Moskau und Beijing einen Keil zu treiben sei auch von Nutzen, weil „China Russlands Ressourcen braucht“, urteilte Schönbach am Freitag beim MP-IDSA. Der Plan ist nicht neu. Auch in den Vereinigten Staaten dringen wachsende Teile des politischen Establishments darauf, den Machtkampf gegen Moskau etwas zu entspannen, um alle Kräfte auf den Machtkampf gegen Beijing werfen zu können. Ein Zweifrontenkrieg gegen Russland und China werde die Fähigkeiten der US-Streitkräfte „wahrscheinlich übersteigen“, urteilte im Sommer vergangenen Jahres A. Wess Mitchell, einst für Europa und Eurasien zuständiger Spitzenfunktionär im US-Außenministerium unter Präsident Donald Trump; es müsse daher „zu den wichtigsten Zielen“ jeder US-Strategie gehören, einen Zweifrontenkrieg strikt zu vermeiden (german-foreign-policy.com berichtete [10]). Die Biden-Administration strebt mit ihren Verhandlungen mit der russischen Regierung nun in der Tat die Dämpfung der Spannungen an.


„Einen Krieg herbeireden“

Scharfe Kritik am Umgang mit Schönbach hat gestern der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat geübt. Kujat urteilt, der Vizeadmiral habe bezüglich der Krim „nur geschildert, was die amerikanische Position ist“: Washington sei erklärtermaßen nicht bereit, die militärische Rückeroberung der Krim zu unterstützen; diese sei damit auf absehbare Zeit für die Ukraine verloren. Zu Schönbachs Plädoyer, Russland „auf Augenhöhe“ zu behandeln, stellt Kujat fest: „Genau das tun die Vereinigten Staaten.“ Seit dem Beginn der aktuellen Verhandlungen strebten „die USA ein stabiles Verhältnis mit Russland an“, weil „China für sie der größere, der gefährlichere Gegner ist“.[11] Kujat bekräftigt, er hätte, wäre er noch im Amt, alles versucht, um Schönbach im Amt zu halten. Der Generalinspekteur a.D. weist außerdem auf die „aufgeheizte Situation“ hin: „Auch in Deutschland werden ja täglich die Kriegstrommeln gerührt, es wird im Grunde genommen versucht, tatsächlich einen Konflikt herbeizureden“. Er habe „manchmal den Eindruck“, niemand begreife mehr, was ein Krieg wirklich bedeute: „Es kann nicht sein, dass wir immer nur von Krieg reden und nicht davon, wie ein Krieg verhindert werden kann.“

 

Mehr zum Thema: „Gleiches Recht auf Sicherheit“ und „Eine Atombombe für die Kapitalmärkte“.

 

[1] Mike Szymanski: Ende eines Ausflugs in die Weltpolitik. sueddeutsche.de 22.01.2022.

[2] Gefahren eines russischen Einmarschs laut Selenskyj „nicht größer geworden“. spiegel.de 20.01.2022.

[3] Christoph B. Schiltz: Warum Vizeadmiral Schönbach gehen musste. welt.de 23.01.2022.

[4] Mike Szymanski: Ende eines Ausflugs in die Weltpolitik. sueddeutsche.de 22.01.2022.

[5] Kritik an Generalen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 18.01.2022.

[6] Talk by Vice Admiral Kay-Achim Schonbach, Chief of the German Navy. youtube.com 21.01.2022.

[7] India, Russia To Hold 13-Day Mega Joint Military Exercise From August 1. ndtv.com 30.07.2021.

[8] Anurag Bisen: India-Russia Cooperation in Indian Ocean Region, Arctic and Russian Far East. idsa.in 06.12.2021.

[9] Talk by Vice Admiral Kay-Achim Schonbach, Chief of the German Navy. youtube.com 21.01.2022.

[10] S. dazu Führung aus einer Hand (II).

[11] Kujat kritisiert Umgang mit Schönbach. tagesschau.de 23.01.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8819

23.01.2022

Nach Ukraine-Eklat Deutscher Marinechef Schönbach tritt ab

Deutscher_Marinechef_Sch_nbach_tritt_ab


tagesschau.de, Stand: 23.01.2022 01:18 Uhr

Nach umstrittenen Äußerungen zum Ukraine-Konflikt tritt Admiral Schönbach als Inspekteur der deutschen Marine ab. Er selbst teilte am Abend mit, Verteidigungsministerin Lambrecht habe sein Gesuch angenommen.


Zitat: Seine Äußerungen zum Ukraine-Konflikt haben Konsequenzen: Deutschlands Marinechef Kay-Achim Schönbach muss gehen. Er selbst teilte am Abend über die Pressestelle der Marine mit: "Ich habe soeben die Frau Bundesministerin der Verteidigung gebeten, mich von meinen Aufgaben und Pflichten als Inspekteur der Marine mit sofortiger Wirkung zu entbinden." Schönbach begründete seine Entscheidung damit, Schaden abwenden zu wollen: "Meine in Indien gemachten unbedachten Äußerungen zu Sicherheits- und Militärpolitik lasten zunehmend auf meinem Amt. Um weiteren Schaden von der Deutschen Marine, der Bundeswehr, vor allem aber der Bundesrepublik Deutschland zu nehmen, halte ich diesen Schritt für geboten."


Verteidigungsministerin Christine Lambrecht nahm das Rücktrittsgesuch an. Schönbach soll nun übergangsweise von Konteradmiral Jan Christian Kaack ersetzt werden.


"Es bleibt die Frage, ob Schönbach ein Dienstvergehen begangen hat", Harald Kujat, Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr


7 Min

"Es bleibt die Frage, ob Schönbach ein Dienstvergehen begangen hat", Harald Kujat, Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr tagesschau24 12:00 Uhr, 23.1.2022

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-977627.html


Schönbach musste zum Rapport

Schönbach hatte bei einer Veranstaltung in Indien in einem im Internet veröffentlichten Video unter anderem gesagt: "Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen." Den von westlichen Staaten befürchteten Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine bezeichnete er als "Nonsens". Was Russlands Präsident Wladimir Putin wirklich wolle, sei "Respekt auf Augenhöhe", sagte der Vizeadmiral. "Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er will - und den er wahrscheinlich auch verdient."


Schönbach selbst versuchte, den Schaden später in Grenzen zu halten und bezeichnete seine Aussagen auf Twitter als "klaren Fehler". Das Verteidigungsministerium distanzierte sich von seinen Äußerungen. "Diese entsprechen in Inhalt und Wortwahl in keiner Weise der Position des Bundesverteidigungsministeriums", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Der Vizeadmiral werde sich bei seinem Vorgesetzten, Generalinspekteur Eberhard Zorn, erklären müssen.


Christine Lambrecht mit Kay-Achim Schönbach | EPA

22.01.2022

Konflikt mit Russland Deutscher Marinechef sorgt für Wirbel

Der deutsche Marinechef Schönbach sorgte mit gewagten Aussagen zu Russland für Furore.




Massive Verstimmung in Kiew

Das ukrainische Außenministerium bestellte wegen der Angelegenheit die deutsche Botschafterin in Kiew, Anka Feldhusen, ein. Bei dem Gespräch habe man deutlich gemacht, dass die Kommentare des Marine-Chefs inakzeptabel seien, teilte das ukrainische Außenministerium mit. In einem Schreiben betonte das Ministerium die "Unannehmbarkeit" der Äußerungen.


Nach der Rücktrittankündigung Schönbachs erklärte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, dieser Schritt reiche nicht aus: "Wir begrüßen zwar, dass Herr Schönbach seinen Rücktritt angeboten hat", sagte Melnyk der "Welt". Der Eklat hinterlasse aber "einen Scherbenhaufen" und stelle die internationale Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit Deutschlands "massiv in Frage".


Zuvor hatte der ukrainische Außenminister, Dmytro Kuleba, bereits Unmut darüber geäußert, dass die Bundesregierung der Ukraine keine Waffen liefern will. "Die derzeitigen Äußerungen Deutschlands enttäuschen", schrieb er auf Twitter. Dies widerspreche der seit 2014 geleisteten Hilfe, für die Kiew dankbar sei. "Jetzt ist wie noch nie die Einheit des Westens gegenüber Russlands wichtig." Um Russland zu zügeln, seien "zusammen beträchtliche Anstrengungen" nötig, so Kuleba. Die deutschen Partner müssten aufhören, mit "Äußerungen und Handlungen diese Einheit zu untergraben".


Ukraine Fahne weht über dem Parlamentsgebäude in Kiew | REUTERS

22.01.2022

Äußerungen des Marine-Chefs Ukraine beruft deutsche Botschafterin ein

Die umstrittenen, "inakzeptablen" Äußerungen des deutschen Marine-Chefs und das deutsche Nein zu Waffenlieferungen haben in der Ukraine Missstimmungen ausgelöst.



Furcht vor Invasion

Angesichts des aktuell massiven russischen Truppenaufmarsches an der ukrainischen Grenze appelliert die Regierung in Kiew seit Längerem an die Bundesregierung, ihre sogenannten Defensivwaffen und militärische Ausrüstung zu liefern. Russland hatte sich 2014 die ukrainische Halbinsel Krim am Schwarzen Meer einverleibt. Im Osten des Landes kämpfen seither von Moskau unterstützte Rebellen gegen die prowestliche Regierung in Kiew.


Die USA und die NATO befürchten, Russland könnte einen Einmarsch in das Nachbarland planen.


Info: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/admiral-schoenbach-ruecktritt-103.html



Weiteres:



Geopolitik: Was hat Vizeadmiral Schönbach wirklich gesagt?


berliner-zeitung.de, 23.1.2022 - 20:07 Uhr, Michael Maier

Der Rücktritt des Marine-Chefs zeigt: Militärs sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie sich politisch äußern.


Für den Chef der Marine, Vizeadmiral Lay-Achim Schönbach, muss die Veröffentlichung seiner Ausführungen zur geopolitischen Lage wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen sein. Schönbach, ein bisher völlig unbescholtener Offizier, der seine Karriere unter anderem als Adjutant beim legendären Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan begonnen hatte, war bei einem vertraulichen Treffen mit indischen Diplomaten bei der Denkfabrik Manohar Parrikar Institute for Defense Studies and Analyses (MP-IDSA) in Neu-Delhi gefragt worden, wie er die Situation mit Russland in Europa und in der Nato einschätzte.


Was Schönbach offenbar nicht bewusst war, dass der Auftritt gefilmt wurde – über den der Business Insider berichtete –, später tauchte ein etwa zweiminütiger Videoausschnitt auf Twitter auf.

Innerhalb weniger Stunden zog am Samstag ein Orkan über Schönbach auf. Politiker aller Couleur forderten seinen Rücktritt. Seinem Rauswurf kam Schönbach durch seine Bitte an die Bundesverteidigungsministerin um Versetzung in den Ruhestand nach.


Im wesentlichen hatte Schönbach Folgendes gesagt: Jedes souveräne Land sei berechtigt, der Nato beizutreten, wenn es den demokratischen Standards der EU entspreche.


Niemals gäbe es „ein Recht Russlands auf ein Veto“. Wenn Schweden und Finnland der Nato beitreten wollten, gäbe es keinen Grund, das abzulehnen. Auch Georgien erfülle die Bedingungen, es wäre jedoch „nicht klug („smart“), Georgien zum jetzigen Zeitpunkt aufzunehmen.

Die Ukraine erfülle die Bedingungen dagegen nicht, „weil ein Teil des Landes von einem anderen Land besetzt wurde“, nämlich der Donbass, und zwar „von der russischen Armee, oder wie Russland behauptet, von Milizen“. Er glaube nicht, dass Russlands Präsident Wladimir Putin „wegen eines kleinen Landstrichs“ in der Ukraine „einmarschieren“ werde, das zu glauben sei „Nonsens“.


Putin, dem man entgegentreten müsse, nutze die Situation, um die EU zu spalten. Schönbach weiter: „Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen, das ist eine Tatsache.“ Schönbach sagte, was Putin „wirklich will, ist Respekt auf Augenhöhe. Und – mein Gott – jemandem Respekt entgegenzubringen, kostet fast nichts, kostet nichts. Also würde man mich fragen – aber man fragt mich nicht –: Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er fordert – und den er vermutlich auch verdient.“


Er sehe die größere Bedrohung in China, sagte Schönbach: „Selbst wir, Indien, Deutschland, brauchen Russland, weil wir Russland gegen China brauchen.“ Dies sagte Schönbach offenbar, um seine indischen Gesprächspartner einzubeziehen. Zwischen Indien und China tobt seit Jahren ein erbitterter Grenzstreit, der immer wieder auch zu militärischen Zwischenfällen geführt hat.

Schönbach sagte, dass er als katholischer Christ sich näher zum christlich-orthodoxen Russland hingezogen fühle, auch wenn Putin ein Atheist sei. Europa und die EU hätten mehr mit Russland gemeinsam als mit China. Diese These ist eine der Kernthesen des führenden geopolitischen Strategen der USA, Henry Kissinger, zuletzt ausgeführt in seinem Buch „Weltordnung“.


Schönbach hat militärische Einsätze im Rahmen der Operation Enduring Freedom und der Operation Atalanta hinter sich. Vor seiner Ernennung zum Chef der Marine arbeitete Schönbach als stellvertretender Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im Bundesverteidigungsministerium. Der grüne Außenpolitik-Experte Reinhard Bütikofer schrieb auf Twitter zu den Aussagen von Schönbach: „Unbefuckinglievable.“


Artikel anhören


Info: https://www.berliner-zeitung.de/welt-nationen/kopf-schoenbach-li.207677

23.01.2022

UKRAINE   Eklat um Marinechef Schönbach weckt Zweifel an Deutschlands Umgang mit Russland

handelsblatt.com, 23. Januar 2022, 18:34 Uhr

Der deutsche Marinechef Schönbach zeigt öffentlich Verständnis für Russland und muss zurücktreten. Die Ukraine reagiert empört.


Zitat: Berlin, Washington Die Affäre um den nach umstrittenen Äußerungen zurückgetretenen deutschen Marineinspekteur Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach nährt die Zweifel der Verbündeten an der Haltung der Bundesregierung im Umgang mit Russland. Während die USA, Großbritannien und andere Nato-Partner immer klarere Anzeichen eines militärischen Einmischens Russlands in der Ukraine sehen, hatte der bisherige Marinechef Schönbach, es als „Nonsens“ bezeichnet, dass sich Russland Teile der Ukraine aneignen wolle.


„Solche Äußerungen befördern den Verdacht gegen Deutschland, am besten gar nichts tun und mögliche Sanktionen so klein wie möglich halten zu wollen. Und über allem thront ein stiller Bundeskanzler“, sagte Thomas Kleine-Brockhoff, Vice President des German Marshall Fund und früher Chef des Planungsamts beim damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Und er ergänzte: „Das zahlt ein auf ein Konto, das die neue Bundesregierung wiedereröffnet hat, auf dem die Zweifel an Deutschland verwaltet werden.“


- ab hier Bezahlschranke -


Info: https://www.handelsblatt.com/politik/international/ukraine-eklat-um-marinechef-schoenbach-weckt-zweifel-an-deutschlands-umgang-mit-russland/28000554.html



Weiteres:



KOMMENTAR    Darum lag der Marinechef falsch: Die Stabilität in Osteuropa ist akut in Gefahr

handelsblatt.com, 23. Januar 2022, 17:13 Uhr

Russland ist heute kein verlässlicher Partner mehr. Es ist Rivale und schlimmstenfalls Gegner. Für eine neue Partnerschaft muss sich Moskau ändern.


Zitat: Die Äußerungen des inzwischen zurückgetretenen obersten deutschen Marinekommandeurs sind der wohl beste Beleg dafür, dass die Behauptungen des Kremls, Russland werde bedroht, reine Fantasien sind. Im Gegenteil: Sogar in der Bundeswehr gibt es eine Denkweise, die Bedrohung durch Russland herunterzuspielen und von Bündnissen mit Moskau zu träumen.


Das nährt die ohnehin wieder gewachsenen Zweifel der Verbündeten in EU und Nato an Deutschlands Bündnistreue und vermehrt die Sorgen über einen deutschen Sonderweg.


Das ist verheerend in einer Lage, in der der Westen zusammenstehen muss, will er eine einseitige Moskauer Revision der nach 1991 entstandenen Sicherheitsarchitektur verhindern. Und diese Stabilität und Prosperität im Osten Europas, die durch EU- und Nato-Erweiterung herausgebildet wurde, ist durch die Forderungen des Kremls nach Moskauer Einflusszonen akut in Gefahr.


- ab hier Bezahlschranke -


Info: https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-darum-lag-der-marinechef-falsch-die-stabilitaet-in-osteuropa-ist-akut-in-gefahr/28000308.html



Weiteres:



Ukraine-Konflikt: Scholz weist Russlands Forderung nach Ende der Nato-Erweiterung zurück

rp-online.de, 23. Januar 2022 um 18:30 Uhr

Berlin/Moskau Russland fordert aktuell Sicherheitsgarantien und ein Ende der Nato-Osterweiterung. Bundeskanzler Olaf Scholz antwortet mit deutlichen Worten: „Diese Garantie kann es nicht geben.“


Zitat: „Ein Beitritt weiterer Länder aus dem Osten Europas in die Nato steht aktuell überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Was soll da die russische Forderung? Diese Garantie kann es nicht geben“, sagte der SPD-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Russland fordert Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato, durch die sich Russland bedroht sieht. Die USA und ihre westlichen Verbündeten verlangen ihrerseits einen Rückzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen russischen Truppen.


„Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, wie sie die Schlussakte von Helsinki meint, kann es nur geben, wenn es nicht die Vorstellung von Einflusszonen gibt, in denen Länder nicht selbst über ihre eigene Entwicklung bestimmen dürfen“, fügte Scholz in dem Interview hinzu. Zur aktuellen Situation sagte er: „Wir sind in einer sehr ernsten Lage.“ Es sei nicht zu übersehen, dass einhunderttausend Soldaten und viel Militärgerät von Russland entlang der Grenze zur Ukraine zusammengezogen worden sei.


Scholz sprach von einer Bedrohung für Frieden und Sicherheit in Europa. „Dass Grenzen nicht infrage gestellt werden, gehört zu den Errungenschaften der Entspannungspolitik und der Verständigungen nach 1990, genauso wie die territoriale Integrität der Länder. Das bedeutet, dass wir nicht mit Gewalt nationale Grenzen verschieben, nur weil in alten Büchern vielleicht andere Grenzen verzeichnet sind. Recht und Regeln müssen gelten und nicht militärische Macht.“


Info: https://rp-online.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-olaf-scholz-weist-russlands-forderung-nach-ende-der-nato-erweiterung-zurueck_aid-65564151



Weiteres:



Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr Kujat kritisiert Umgang mit Schönbach


tagesschau.de, 23.01.2022 13:56 Uhr

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Kujat, hat den Umgang mit dem "Fall Schönbach" kritisiert. Er hätte sich hinter den Vizeadmiral gestellt, sagte er im Interview mit tagesschau24.


Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat den Umgang mit dem in die Kritik geratenen und nun abgetretenen Marinechef Kay-Achim Schönbach kritisiert. Im Interview mit tagesschau24 sagte Kujat: "Wenn ich noch im Amt wäre, hätte ich mich vor Admiral Schönbach gestellt, und ich hätte versucht, seine Entlassung zu verhindern - und zwar mit allen Mitteln."


Kujat stellte in Zweifel, dass es sich bei den Äußerungen Schönbachs um Dienstvergehen handelt. "Ein Dienstvergehen hätte er begangen, wenn er gegen das Soldatengesetz verstoßen hätte und das Ansehen der Bundeswehr oder die Achtung und das Vertrauen, dass seine dienstliche Stellung erfordern, ernsthaft beeinträchtigt hätte." Das sehe er nicht, sagte Kujat.


"Zu einer Entspannung kommen mit Russland"

Die Kritik an der Art der Formulierungen Schönbachs sei gerade in einer "aufgeheizten Situation" zwar verständlich. Im Kern habe dieser aber die amerikanische Position wiedergegeben und damit die des "engsten Verbündeten" Deutschlands.


Mit Blick auf die derzeit angespannte Lage sagte Kujat: "Es muss doch unser Interesse sein, zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, zu deeskalieren und auch zu einer Entspannung zu kommen mit Russland und natürlich immer unter Berücksichtigung auch der Sicherheitsinteressen der Ukraine. Das ist doch völlig klar." Es könne nicht sein, "dass wir immer nur von Krieg reden und nicht davon, wie ein Krieg verhindert werden kann".


Kritik wegen Aussagen zur Ukraine

Schönbach hatte bei einer Veranstaltung in Indien unter anderem gesagt: "Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen." Den von westlichen Staaten befürchteten Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine bezeichnete er als "Nonsens". Was Russlands Präsident Wladimir Putin wirklich wolle, sei "Respekt auf Augenhöhe", sagte der Vizeadmiral.


Die Aussagen hatten scharfe Kritik hervorgerufen, auch in der Ukraine. Das ukrainische Außenministerium bestellte wegen der Angelegenheit die deutsche Botschafterin in Kiew, Anka Feldhusen, ein. Das Verteidigungsministerium distanzierte sich von seinen Aussagen.


Schönbach bat schließlich um seinen Rücktritt. Er soll nun übergangsweise von Konteradmiral Jan Christian Kaack ersetzt werden.




Info: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/admiral-schoenbach-ruecktritt-105.html




Weiteres:



Warum begehen die NATO-Staaten energiepolitischen Selbstmord?


corona-transition.org, am 23. Januar 2022

Wind- und Solarenergie als kohlenstofffreie Option sind ein Betrug. Mit der De-Industrialisierung des Westens drohen der Zusammenbruch der Volkswirtschaften, der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen und Krieg. Von William Engdahl


Die zunehmend aggressive militärische Haltung der USA und der NATO gegenüber Russland und China ist ein grosses Paradoxon, wenn man sie mit der eindeutig selbstmörderischen nationalen Wirtschaftspolitik der Grünen Agenda der USA und der EU- und NATO-Staaten vergleicht. Eine erstaunliche Transformation der Volkswirtschaften der fortschrittlichsten Industrieländer der Welt ist im Gange und nimmt Fahrt auf.


Das Herzstück dieser Transformation ist die Energie und die absurde Forderung nach einer «kohlenstofffreien» Energieversorgung bis 2050 oder früher. Den Kohlenstoff aus der Energiewirtschaft zu eliminieren, ist derzeit nicht möglich und wird es vielleicht auch nie sein. Dieses Ziel zu verfolgen, bedeutet jedoch, die produktivsten Volkswirtschaften der Welt in Stücke zu reissen. Ohne eine funktionierende industrielle Energiebasis werden die NATO-Länder zu einem militärischen Witz. Wir können bei Solar- und Windkraftanlagen sowie Batteriespeichern nicht von «erneuerbarer» Energie sprechen. Wir müssen von unzuverlässiger Energie sprechen. Dies ist eine der kolossalsten wissenschaftlichen Wahnvorstellungen in der Geschichte.


Am 31. Dezember schaltete die neue deutsche Koalitionsregierung drei der sechs verbliebenen Kernkraftwerke endgültig ab. Sie taten dies zu einem Zeitpunkt, als die Erdgasreserven zu Beginn eines harten Winters extrem niedrig waren und jede schwere Kaltfront zu Stromausfällen führen kann. Aufgrund der deutschen Weigerung, die Inbetriebnahme einer zweiten russischen Gaspipeline, Nord Stream 2, zu genehmigen, sieht sich Deutschland mit einem Anstieg des Spotpreises für Strom um 500% im Vergleich zum Januar 2021 konfrontiert.


Windmühlen und Massenwahn

Für Deutschland, ein Land mit nicht optimaler Sonneneinstrahlung, ist die Windkraft die wichtigste Alternative. Das Problem mit Windkraftanlagen ist, wie der Winter 2020/21 gezeigt hat, dass der Wind unregelmässig bläst. Das führt zu Stromausfällen. Es braucht also ein zuverlässiges Notfallsystem, zum Beispiel basierend auf Kohle oder Erdgas, da die Kernkraft verdrängt wird. Windkraftanlagen werden irreführenderweise nach ihrer theoretischen Bruttokapazität bewertet, wenn Staaten wie Deutschland mit ihren Fortschritten im Bereich der erneuerbaren Energien prahlen wollen.


In Wirklichkeit kommt es auf die im Laufe der Zeit tatsächlich erzeugte Elektrizität an oder auf den sogenannten Kapazitätsfaktor oder Lastfaktor. Bei der Solarenergie liegt der Kapazitätsfaktor in der Regel nur bei etwa 25%. In Nordeuropa oder Nordamerika scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Auch der Himmel ist nicht immer wolkenlos. Ebenso weht der Wind nicht immer und ist kaum zuverlässig. Deutschland rühmt sich damit, 45% der Bruttoenergie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, doch das täuscht über die Realität hinweg.


In einer Studie aus dem Jahr 2021 schätzt das Frauenhofer-Institut, dass Deutschland mindestens sechs- bis achtmal so viel Solarenergie wie heute installieren muss, um das Ziel von null Kohlenstoffemissionen bis 2045 zu erreichen. Die Regierung weigert sich, die Kosten dafür zu schätzen, aber private Schätzungen gehen in die Billionen. Dem Bericht zufolge muss die derzeitige Bruttosolarkapazität von 54 GW bis 2045 auf 544 GW anwachsen. Das würde eine Landfläche von 1,4 Millionen Hektar bedeuten, was mehr als 16’000 Quadratkilometern fester Solarpaneele im ganzen Land entspräche. Hinzu kämen grosse Windkraftanlagen. Das ist ein selbstmörderisches Rezept.


Der Betrug mit Wind- und Solarenergie als vernünftige kohlenstofffreie Option beginnt sich zu realisieren. Am 5. Januar dieses Jahres, in Alberta (Kanada), wo die Regierung wie wahnsinnig Wind- und Solaranlagen baut, lieferten an einem sehr kalten Tag mit Temperaturen von fast -40°C die 13 an das Netz angeschlossenen Solaranlagen mit einer Nennleistung von 736 Megawatt lächerliche 58 Megawatt ins Netz. Die 26 Windparks mit einer kombinierten Nennkapazität von 2269 Megawatt lieferten sagenhafte 18 Megawatt an das Netz. Das waren nur 76 Megawatt der theoretischen Gesamtmenge von 3005 Megawatt an vermeintlich grüner und erneuerbarer Energie (2,5%!). Texas hatte während der starken Schneefälle im Februar 2021 die gleichen Probleme mit Solar- und Windenergie wie Deutschland. Übrigens sind Solarfarmen, wenn es schneit, nutzlos.


Ebenso müssen riesige Landflächen mit Solarreflektoren bedeckt oder für Windparks genutzt werden, um eine CO₂-freie Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen zu erreichen. Schätzungen zufolge beträgt die Fläche, die für die 46‘480 geplanten Photovoltaikanlagen in den USA benötigt wird, 650‘720 Quadratmeilen. Dies entspricht der Fläche von Texas, Kalifornien, Arizona und Nevada zusammengenommen. Allein im US-Bundesstaat Virginia hat ein neues grünes Gesetz, der Virginia Clean Economy Act (VCEA), zu einem enormen Anstieg der Anträge für Solarprojekte geführt, die bislang 780 Quadratmeilen Solarpanels umfassen. Wie David Wojick betont, entspricht dies etwa 500‘000 Morgen Land, Ackerland oder Wald, die zerstört und gepflastert werden, mit etwa 500 einzelnen Projekten. Diese werden einen grossen Teil des ländlichen Virginia abdecken und eine erstaunliche Anzahl von 160 Millionen Solarpanels erfordern, die grösstenteils aus China stammen und alle dazu bestimmt sind, zu tausenden Tonnen Sondermüll zu mutieren.


Millionen von Arbeitsplätzen?

Die Biden-Administration und der Zar für erneuerbare Energien, John Kerry, haben fälschlicherweise behauptet, dass ihr grünes Programm (oder «Build Back Better») zu Millionen neuer Arbeitsplätze führen würde. Sie verschweigen, dass diese Arbeitsplätze in China geschaffen werden, das die meisten Solarpanels herstellt – ein Quasi-Monopol, nachdem es vor zehn Jahren die amerikanische und europäische Konkurrenz mit subventionierten, in China hergestellten Billigpanels vernichtet hat.


In der Zwischenzeit setzt China Rekordmengen an Kohle ein und verschiebt sein Versprechen, das «Null-Kohlenstoff-Ziel» zehn Jahre nach der EU und den USA zu erreichen, auf 2060. Es will seine industrielle Vorherrschaft nicht zugunsten einer Klimatheorie aufs Spiel setzen, die auf falschen Daten und Lügen beruht, wonach CO₂ dabei ist, den Planeten zu zerstören.


Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hat kürzlich geschätzt, dass das Land seit 2011 allein im Bereich der erneuerbaren Energien rund 150’000 Arbeitsplätze verloren hat, hauptsächlich weil mit den chinesischen Solarmodulen die grössten deutschen Solarunternehmen zerstört wurden. Und Deutschland ist das umweltfreundlichste Land der EU. Weil die weniger energieintensiven erneuerbaren Energien, Wind- und Solarenergie, per Definition die Grundkosten für Strom in die Höhe treiben, vernichten sie in der Gesamtwirtschaft mehr Arbeitsplätze als sie schaffen.


Der industrielle Zusammenbruch der NATO

Da Solar- und Windenergie in Wirklichkeit viel teurer sind als konventionelle Kohlenwasserstoffe oder Atomstrom, werden die Gesamtkosten der Industrie für elektrische Energie ansteigen. Dies zwingt viele Unternehmen zur Schliessung oder zum Umzug. Nur der offizielle Statistikbetrug verschleiert dieses Phänomen. Europa und die USA werden riesige Mengen an Stahl und Beton benötigen, um die erwarteten Millionen von Solarpanels oder Windparks zu bauen. Dafür werden riesige Mengen an konventioneller Kohle oder Kernenergie benötigt. Wie viele Ladestationen für Elektroautos werden gebraucht, um 47 Millionen deutsche Elektroautos zu Hause aufzuladen? Wie hoch ist der zusätzliche Strombedarf?


Eine grosse US-amerikanische Denkfabrik für grüne Energie, RethinkXveröffentlichte eine Propagandastudie für erneuerbare Energien im Jahr 2021 mit dem Titel «Rethinking Energy 2020-2030: 100% Solar, Wind and Batteries is only the beginning» (Energie 2020-2030 überdenken: 100% Solar, Wind und Batterien sind erst der Anfang). Ihre Antwort auf die Probleme der geringen Kapazität bei Wind- und Solarenergie ist, dass sie 500% oder sogar 1000% mehr als geplant bauen, um den geringen Kapazitätsfaktor von 25% auszugleichen. Sie behaupten absurderweise ohne jeden konkreten Beweis:

«Unsere Analyse zeigt, dass 100% sauberer Strom aus einer Kombination von Solar-, Wind- und Batterieenergie (SWB) bis 2030 auf dem gesamten Kontinent der USA sowie in der überwältigenden Mehrheit der anderen bevölkerten Regionen der Welt sowohl physisch möglich als auch wirtschaftlich erschwinglich ist ... Diese Überfülle an sauberer Energieerzeugung – wir nennen sie Super Power – wird während des grössten Teils des Jahres zu Grenzkosten nahe Null verfügbar sein».

Diese Aussage wird ohne ein Jota an Daten oder einer konkreten wissenschaftlichen Machbarkeitsanalyse präsentiert. Sie bleibt eine dogmatische Behauptung.


Der verstorbene kanadische Architekt der Agenda 21 der Vereinten Nationen, Maurice Strong, ein milliardenschwerer Ölfreund von David Rockefeller, war Untersekretär der Vereinten Nationen und Generalsekretär der Earth Day-Konferenz, die im Juni 1972 in Stockholm stattfand. Ausserdem war er Mitglied des Kuratoriums der Rockefeller-Stiftung. Mehr als jeder andere ist er für die Deindustrialisierungs-Agenda der kohlenstofffreien «nachhaltigen Wirtschaft» verantwortlich. Auf dem UN-Erdgipfel in Rio 1992 verkündete er offen die brutale Agenda der Anhänger der radikalen Eugenik wie Gates und Schwab:

«Ist es nicht die einzige Hoffnung für den Planeten, dass die industrialisierten Zivilisationen zusammenbrechen? Liegt es nicht in unserer Verantwortung, ihn herbeizuführen?»

Dieses Programm ist grösstenteils der Great Reset von heute.


Gibt es jetzt einen Krieg?

Wenn die ehemals fortschrittlichen und energieintensiven Volkswirtschaften der NATO-Mitgliedsländer in Europa und den USA diesen selbstmörderischen Weg weitergehen, wird ihre Fähigkeit, eine überzeugende Verteidigung oder einen militärischen Angriff zu organisieren, zu einer Fata Morgana werden. Kürzlich erklärte die korrupte Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass die deutsche Hightech-Rüstungsindustrie und ihre Zulieferer keine Bankkredite erhalten sollten, weil sie nicht «grün» oder «nachhaltig» genug seien. Es scheint, dass die Banken die Botschaft bereits verstanden haben. Zusammen mit Öl und Gas wird nun auch die Rüstungsproduktion ins Visier genommen. Von der Leyen war als deutsche Verteidigungsministerin dafür bekannt geworden, dass sie die deutsche Verteidigung bis zu einem katastrophalen Zustand zusammenbrechen liess.


In ihrer einseitigen Verfolgung der Agenda 2030 und des Null-Kohlenstoff-Programms bringen die Biden-Administration und die EU ihre Industrie schon lange vor dem Ende dieses Jahrzehnts auf den Weg der Zerstörung. Führt dies wiederum die aktuelle NATO-Agenda in Richtung Russland in die Ukraine, nach Weissrussland, Armenien und nun nach Kasachstan? Wenn die NATO-Mächte wissen, dass sie in naher Zukunft nicht über die grundlegende militärisch-industrielle Infrastruktur verfügen werden – könnten sie es dann vorziehen, jetzt einen möglichen Krieg mit Russland zu provozieren, um deren potenziellen Widerstand gegen ihre Deindustrialisierungs-Agenda auszuschalten? Neben China ist Russland das einzige Land, das der NATO im Falle einer Provokation einen verheerenden Schlag versetzen könnte.


Massenbildungspsychose oder Massenwahn

1852 schrieb der englische Historiker Charles Mackay einen Klassiker mit dem Titel «Memoirs on extraordinary popular deliries and mass madness». Er gab darin einen wenig bekannten Einblick in die Massenhysterie, die den grossen religiösen Kreuzzügen des 12. Jahrhunderts, der Hexenverfolgung oder dem holländischen Tulpenwahn und vielen anderen Volkswahnsystemen zugrunde liegt. Es ist relevant, den weltweiten irrationalen Ansturm auf den wirtschaftlichen und politischen Selbstmord zu verstehen.


Die gleichen Schlüsselakteure, die hinter den Covid-Massenimpfmandaten für einen experimentellen, genetisch veränderten Impfstoff und den damit verbundenen weltweiten Lockdowns stehen, darunter Bill Gates und Papst Franziskus, stehen hinter Klaus Schwabs grossem Reset des Weltwirtschaftsforums und seinem grünen Null-Kohlenstoff-Wahnsinn der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Diese soll die Welt dazu bringen, beispiellose drakonische wirtschaftliche Massnahmen zu akzeptieren.


zum Originalartikel (auf Französisch)

****************

William F. Engdahl ist ein US-amerikanischer Autor, Ökonom und Experte in Geopolitik und Risikoanalyse.


Quelle:

Mondialisation: Pourquoi les États de l’OTAN commettent-ils un suicide énergétique? - 16. Januar 2022


Info: https://corona-transition.org/warum-begehen-die-nato-staaten-energiepolitischen-selbstmord



Weiteres:



Nach Äußerungen zum Ukraine-Konflikt: Deutscher Marine-Chef Schönbach tritt ab


(Youtube) tagesschau, 23.01.2022,1,11 Mio. Abonnenten, https://www.youtube.com/channel/UC5NOEUbkLheQcaaRldYW5GA


Deutschlands Marine-Chef Kay-Achim Schönbach ist zurückgetreten. Hintergrund sind einige seiner Äußerungen zum Ukraine-Konflikt. Bei einer Veranstaltung in Indien sagte Schönbach unter anderem: "Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen." Den von westlichen Staaten befürchteten Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine bezeichnete er als "Nonsens". Was Russlands Präsident Wladimir Putin wirklich wolle, sei "Respekt auf Augenhöhe", sagte der Vizeadmiral. "Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er will - und den er wahrscheinlich auch verdient." Schönbach selbst versuchte, den Schaden später in Grenzen zu halten und bezeichnete seine Aussagen auf Twitter als "klaren Fehler".


Das Verteidigungsministerium distanzierte sich von seinen Äußerungen. Das ukrainische Außenministerium bestellte wegen der Angelegenheit die deutsche Botschafterin in Kiew ein. Nach der Rücktrittsankündigung Schönbachs erklärte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, dieser Schritt reiche nicht aus: "Wir begrüßen zwar, dass Herr Schönbach seinen Rücktritt angeboten hat", sagte Melnyk der "Welt". Der Eklat hinterlasse aber "einen Scherbenhaufen" und stelle die internationale Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit Deutschlands "massiv in Frage".  


Weitere Informationen:

https://www.youtube.com/redirect?event=video_description&redir_token=QUFFLUhqbks4akNuNnVqRmNlR3dnRXpGWlFzaUtnYUZ3UXxBQ3Jtc0tuSUxBbzlCNzBmb1JWZ3Z2Um44a3pZOFBUdHo2R0FtbEtEZzkzaUhYMkxRM3FPaXN6TF8zZ1dscEhnRjJfd2JLaUhJSHRDUDZ1MS1aZ2w3RC1CclJsbHpoUmQ4TzBIM3ZpUTI0SWxUZG1YbHZiYUY4TQ&q=https%3A%2F%2Fwww.tagesschau.de%2Finland%2Finnenpolitik%2Fadmiral-schoenbach-ruecktritt-103.html


Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=wQdcP33edoo&fbclid=IwAR1_7ycIFPyWLwDYKMYYUFNeFIrF9xK_udZ8nvz7t7UrmRV5EOHzi2hQgLQ Dauer 9:03 Min.  (https://www.youtube.com/watch?v=wQdcP33edoo)

23.01.2022

Gütesiegel für Atomkraft und Gas     Rechtsexperte erwartet EuGH-Aus für die Taxonomie

Protest_gegen_das_G_tesiegel_Nachhaltig_f_r_Atomkraft_und_Gas


tagesspiegel.de, 23. Januar 2022, 15:39 Uhr,

Der Europavertrag verbietet die Regelung „wesentlicher Aspekte“ durch einen delegierten Rechtsakt der Kommission ausdrücklich. Eine Analyse.


Zitat: Die Vorgaben der EU-Kommission für die Förderung von Atom- und Gaskraftwerken sind nach Einschätzung des EU-Experten Götz Reichert „rechtlich wirkungslos“. Im Falle einer Klage, die einige EU-Staaten bereits angekündigt haben, müsse der Europäische Gerichtshof (EuGH) sie für „nichtig“ erklären, sagt der Leiter der Abteilung für europäisches Energierecht am Centrum für europäische Politik (cep) im Gespräch mit dem Tagesspiegel.


Am Wochenende ist die Frist für die Stellungnahme der EU-Staaten zur so genannten Taxonomie abgelaufen. In ihrem Entwurf hat die Kommission Atomkraft als „nachhaltig“ eingestuft und ebenso Gaskraftwerke wegen ihrer Funktion als Brückentechnologie.


Diese Vorgehensweise ist ein Kompromiss zwischen zwei Lagern unter den 27 EU-Mitgliedern. Das eine setzt unter Führung Frankreichs auf Atomkraft, weil sie emissionsarm sei und helfe, die Klimaziele zu erreichen. Deutschland und weitere Staaten lehnen das Gütesiegel für Atomstrom ab, Luxemburg und Österreich haben eine Klage angekündigt.


Die Bundesregierung befürwortet es aber für moderne Gaskraftwerke. Die deutsche Versorgungsstrategie sieht den Ausstieg aus Atom und Kohle vor, setzt aber für eine Übergangszeit auf Gas, bis erneuerbare Energiequellen die Lücke füllen.


Klage wegen Kompetenzüberschreitung

Experte Reichert kommt in einer Studie, die am Dienstag veröffentlicht wird, zu dem Schluss: Die Klagen sollten nicht bei der Frage ansetzen, ob Atomstrom angesichts der ungelösten Probleme wie der Endlagerung nachhaltig sei. Die Kläger sollten einwenden, dass die EU-Kommission nicht berechtigt sei, über diese Einstufung in einem delegierten Rechtsakt zu entscheiden.


Artikel 290 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verbietet die Delegation der Aufgabe an die Kommission durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat, das Gremium der nationalen Regierungen. Sie sei nur bei „unwesentlichen“ Fragen erlaubt, bei „wesentlichen Aspekten“ hingegen „ausgeschlossen“. Die EU-Kommission handele also jenseits ihrer Kompetenzen.


„Klagen gegen die EU-Klimataxonomie müssten viel grundsätzlicher ansetzen“ als beim Streit um Nachhaltigkeit, sagt Reichert. „Die Europäische Kommission konnte europarechtlich überhaupt nicht ermächtigt werden, über die politisch hochumstrittene Frage der ökologischen Nachhaltigkeit zum Beispiel von Atomkraft zu entscheiden."


"Über derart ,wesentliche’ Grundsatzfragen" erläutert Reichert, "darf, wenn überhaupt, allenfalls der EU-Gesetzgeber selbst – also Europäisches Parlament und Rat – befinden. Der Europäische Gerichtshof müsste daher bereits die entsprechende Entscheidungsdelegation auf die Kommission für nichtig erklären. Damit wäre automatisch auch ihre darauf basierende Einstufung von Atomenergie als ,ökologisch nachhaltig’ rechtlich wirkungslos.“


Kommission und Bundesregierung in der Klemme

Das hohe Risiko, dass der EuGH die Taxonomie stoppt, bringt die Kommission, aber auch die Bundesregierung in eine politische Klemme. Die Kommission steht vor der Wahl, ob sie sofort klein beigibt und ihren Vorschlag zurückzieht. Oder ob sie trotz der Einwände bei der Einstufung von Atomkraft und Gas als nachhaltig bleibt, was zu Klagen beim EuGH führt.


So oder so wäre es eine politische Niederlage, wenn ihr Versuch, ihre Zuständigkeit auszuweiten, scheitert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der EuGH zu ihren Gunsten entscheidet, halten Reichert und weitere Experten für gering.


Das sieht die Bundesregierung offenbar ebenso. In ihrer Stellungnahme konzentriert sie sich zwar auf Argumente, die gegen die Bewertung von Atomstrom als nachhaltig gelten und verteidigt das von ihr gewünschte Gütesiegel für moderne Gaskraft.


In einer Passage argumentiert sie jedoch wie Reichert: Die Kommission könne die Taxonomie nicht durch einen delegierten Rechtsakt vorgeben. „Angesichts der sehr grundsätzlichen und politischen Bedeutung der hier behandelten Fragen, wäre aus Sicht der Bundesregierung ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren und eine öffentliche Konsultation angemessen, weil dies angemessene Einflussmöglichkeiten der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments gewährleistet hätte.“


Ein Erfolg dieser Argumentation hat freilich zur Folge, dass die Bundesregierung das gewünschte Gütesiegel für Gas auch nicht bekommt.


Das Delegieren der Entscheidung glich einer Irreführung

Die Chancen, den Streit um die Nachhaltigkeit der Energiequellen in einem europäischen Gesetzgebungsverfahren zu klären, sind nicht sehr groß. Die Spaltung der EU in Lager pro und contra Atomkraft verhindert die notwendigen Mehrheiten in Parlament und Rat. Dann müssten die Atomgegner Farbe bekennen, ob ihnen das Gütesiegel für die eigene Energiestrategie so wichtig ist, dass sie, um Mehrheiten zu ermöglichen, auch das Gütesiegel für die andere Strategie mittragen, die sie offiziell ablehnen.


Deshalb waren die drei europäischen Machtzentren auf einen Ausweg verfallen, der prompt als Irreführung der Öffentlichkeit kritisiert wurde: Parlament und Rat delegieren die Aufgabe an die Kommission. Um einen delegierten Rechtsakt zu kippen, brauchen die Gegner eine qualifizierte Mehrheit. Die ist aber auch nicht in Sicht.


So bestand lange die Erwartung, dass alle Beteiligten durch die stillschweigende Duldung eines delegierten Rechtsakts der Kommission bekommen, was sie wollen: Frankreich und seine Verbündeten das Gütesiegel für Atomstrom. Deutschland und seine Partner das Gütesiegel für Gas.

Zugleich könnten alle behaupten, sie hätten nicht für den angeblich faulen Kompromiss gestimmt. Es habe nur leider die qualifizierte Mehrheit gefehlt, um ihn zu verhindern. Die angekündigten Klagen durchkreuzen dieses Kalkül.


Mehr zum ThemaDrei unangenehme Einsichten für die GrünenSchluss mit dem Opponieren, ran ans Regieren  Christoph von Marschall


Mit der Taxonomie macht die EU-Kommission keine Vorgaben, welche Energiequellen EU-Länder nutzen dürfen. Die Energiepolitik liegt in der Kompetenz der Mitgliedstaaten. Das Siegel als „grüne Energie“ hat aber finanzielle Folgen, weil es die Bereitschaft privater Investoren fördert, in diese Energien zu investieren. Und so Milliardeninvestitionen lenkt.


Info: https://www.tagesspiegel.de/politik/guetesiegel-fuer-atomkraft-und-gas-rechtsexperte-erwartet-eugh-aus-fuer-die-taxonomie/28000234.html



Weiteres:



KOMMENTAR

Der Streit um die Taxonomie wird für die Grünen zum Realitätscheck

handelsblatt.com, 23.01.2022 - 19:35 Uhr

Die Parteiführung der Grünen akzeptiert die Rolle von Gas als Brückentechnologie und geht Kompromisse ein, die sie von der Basis entfremden könnten.


Still und heimlich haben Steffi Lemke und Robert Habeck ihre Fahnen eingerollt. Die Bundesumweltministerin und der Wirtschaftsminister haben am Samstag noch schnell eine gemeinsame Presseerklärung veröffentlicht, in der sie sich vehement gegen die Aufnahme der Atomkraft in die EU-Taxonomie wenden, beim Thema Gas hingegen sind sie kleinlaut geworden.


Sie stützen den Kompromiss, auf den sich die Bundesregierung verständigt hat. Dieser Kompromiss zielt darauf ab, den Bau von Gaskraftwerken im Vergleich zu den Vorschlägen der EU-Kommission noch zu erleichtern.


Willkommen in der Realität. Die Grünen-Spitzenpolitiker durchleben einen Prozess, der sie noch viel Kraft kosten wird. Und der zudem das Potenzial birgt, einen Keil zwischen Parteibasis und Parteiführung zu treiben.


Lemke und Habeck handeln schlicht rational.


Sie wissen, dass der Betrieb von Gaskraftwerken noch für einige Jahre unumgänglich sein wird. Und dass es politisches Ziel sein muss, den Bau neuer Gaskraftwerke zu beschleunigen – und ihn nicht zu behindern.


Info: https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-der-streit-um-die-taxonomie-wird-fuer-die-gruenen-zum-realitaetscheck/28000154.html

22.01.2022

Ukraine-Krise: Deutscher Marinechef tritt nach umstrittenen Äußerungen zur Krim zurück

sueddeutsche.com, 22. Januar 2022, 21.35 Uhr

  • Nach umstrittenen Äußerungen zur Krim, tritt der deutsche Marinechef zurück.
  • Der russische Außenminister Lawrow und sein US-Kollege Blinken gehen nach anderthalb Stunden auseinander.
  • Russland plant weitere Militärmanöver mit insgesamt etwa 10 000 Soldaten noch im Januar und Februar.
  • Großbritannien warnt Russland und China vor einem starken Zusammenhalt des Westens gegen antidemokratische Kräfte in der Welt.


Zitat: Der deutsche Marinechef Kay-Achim Schönbach tritt nach seinen umstrittenen Äußerungen zur Krim zurück. Schönbach hatte bei einem Besuch in Indien gesagt, die von Russland annektierte Halbinsel Krim sei für die Ukraine verloren, und damit der von Deutschland und seinen Partnern offiziell vertretenen Position widersprochen. Zu Putins Motivation hatte er erklärt, der russische Präsident verlange lediglich Respekt und verdiene diesen wahrscheinlich. Dieser Wunsch sei leicht zu erfüllen.


Mit seinen Äußerungen hatte Schönbach Irritationen ausgelöst. Das ukrainische Außenministerium berief die deutsche Botschafterin in der Ukraine, Anka Feldhusen, ein. Es gehe um die "Unannehmbarkeit der Äußerungen des Oberkommandierenden der Kriegsmarine Deutschlands, Kay-Achim Schönbach", hieß es in einem Schreiben des Ministeriums. Es gehe auch darum, dass Schönbach geäußert habe, "dass unser Staat den Mitgliedskriterien für die Nato nicht entsprechen wird".


Das Bundesverteidigungsministerium distanzierte sich bereits zuvor von Schönbachs Äußerungen. Dieser werde "auf eigene Bitte" abgelöst und zunächst von Konteradmiral Jan Christian Kaack ersetzt, bis eine Nachfolge gefunden sei. Der Vizeadmiral bezeichnete seine Äußerungen als Fehler. Schönbach leitet als Inspekteur der Marine seit März des vergangenen Jahres die deutschen Seestreitkräfte. Der 56-Jährige hatte sich nach eigenen Angaben in einer Gesprächsrunde eines Think Tanks in Indien geäußert. Eine Videoaufnahme davon war im Internet verbreitet worden.


Das Bundesverteidigungsministerium erklärte, die Äußerungen entsprächen in Inhalt und Wortlaut in keiner Weise der Position des Ministeriums. Schönbach bezeichnete auf Twitter seine Äußerungen als "unbedacht, fehleingeschätzt in der Situation" und fügte hinzu: "Das war ein klarer Fehler." Es handle sich um seine persönliche Meinung, die nicht der Position des Ministeriums entspreche.


Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba kritisierte die Äußerungen. Sie liefen Deutschlands Unterstützung für die Ukraine und den diplomatischen Bemühungen der Bundesrepublik zuwider. (22.01.2022)



Lawrow: Russland bedroht niemanden


Ukraine_22_1_2022-Kopie


Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken haben ihr Krisengespräch im Ukraine-Konflikt in Genf früher als geplant beendet. Das Treffen dauerte etwa anderthalb Stunden und war damit kürzer als die angesetzten zwei Stunden, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.


Die beiden Chefdiplomaten hatten sich gegen 11 Uhr in einem Hotel am Genfersee mit Handschlag begrüßt. Beide machten zum Auftakt deutlich, dass sie keinen Durchbruch bei den Gesprächen erwarteten und haben Hoffnungen auf eine baldige Entspannung gedämpft. Wie tief die Differenzen sein müssen, zeigt sich auch daran, dass Lawrow und Blinken danach auf getrennten Pressekonferenzen über das Gespräch berichteten.


Lawrow sagte, sein Land habe das ukrainische Volk niemals bedroht und hege auch keinerlei Angriffspläne. Er hoffe, dass sich die Gemüter wieder beruhigen würden. Der Nato warf Lawrow allerdings vor, gegen Russland zu arbeiten. Seine Regierung sei besorgt über die Entsendung von Waffen und Militärberater in die Ukraine, sagte Lawrow. Präsident Wladimir Putin sei immer bereit, in Kontakt mit US-Präsident Joe Biden zu treten. Allerdings sollte jeglicher Kontakt zwischen beiden Staatsoberhäuptern gut vorbereitet sein.


US-Außenminister Blinken sagte, das Gespräch mit Russlands Ressortchef Lawrow sei ein offener Austausch von Ansichten gewesen, aber keine Verhandlung. Beide Seiten hätten nun ein besseres Verständnis der Position des jeweils anderen. Er sei sich einig mit Lawrow, dass der diplomatische Prozess fortgesetzt werden müsse. Wenn ein Gipfeltreffen der beiden Präsidenten die Situation entschärfen könne, seien die USA auch dazu bereit.


Er habe dem russischen Außenminister seine Sorge mitgeteilt, dass Russland aus Sicht der USA an mehreren Orten in der Welt die internationale Sicherheit gefährde und ihn erneut vor einem Einmarsch in der Ukraine gewarnt: "Wir haben deutlich gemacht, dass es sich um eine erneute Invasion handelt, wenn sich irgendwelche russischen Streitkräfte über die Grenze der Ukraine bewegen. Darauf werden die Vereinigten Staaten und unsere Partner und Verbündeten schnell, hart und mit vereinten Kräften reagieren", sagte Blinken.



Der US-Außenminister kündigte an, erneut mit Lawrow zusammenzukommen, nachdem die Regierung in Russland die schriftliche Antwort auf deren Sicherheitsanfragen studiert habe. Klar sei allerdings, dass die Nato-Politik der offenen Tür nicht infrage gestellt werde. Jedes Land dürfe aus freien Stücken über seine Sicherheit bestimmen. (21.01.2022)



Russland kündigt Manöver an

Inmitten des Streits mit dem Westen über einen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine kündigt die russische Regierung zahlreiche Manöver an Land und zur See an. An einem Einsatz der Marine seien alle russischen Flotten vom Pazifik bis zum Atlantik beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Daran würden 140 Kriegsschiffe und Unterstützungseinheiten, 60 Flugzeuge und etwa 10 000 Soldaten teilnehmen. Geplant seien die Manöver zur See noch im Januar und im Februar. Die iranische Agentur Irna zitierte unterdessen einen Mitarbeiter des Pressestabs der iranischen Streitkräfte mit den Worten, China, Russland und Iran würden am Freitag gemeinsame Marine-Übungen abhalten.


Außerdem teilt das russische Verteidigungsministerium am Freitag mit, für ein Manöver sein Luftabwehrsystem S-400 ins Nachbarland Belarus zu verlegen. Zwei Divisionen seien im äußersten Osten des Landes auf Eisenbahnwagen verladen worden. Über Tausende Kilometer soll es aus dem russischen Gebiet Chabarowsk nach Belarus gebracht werden, wo in gut drei Wochen Militärübungen der beiden Verbündeten beginnen. Das Manöver soll auch an den Grenzen zur Ukraine im Süden und der EU im Westen abgehalten werden. Zehn Tage sind dafür angesetzt.

Laut russischem Verteidigungsministerium überschreitet die Gesamtzahl der Soldaten nicht die im Wiener Dokument festgeschriebene Höchstzahl einer regulären Übung. Die US-Regierung hatte den Zeitpunkt der Verlegung russischer Truppen ins Nachbarland als "bemerkenswert" bezeichnet. "Russland könnte beabsichtigen, unter dem Deckmantel gemeinsamer Manöver Truppen in Belarus zu stationieren, um die Ukraine möglicherweise von Norden her anzugreifen", hatte das US-Außenministerium mitgeteilt. Das Belarussische Außenministerium wies das zurück. (21.01.2022)




Großbritannien warnt Russland und China vor starkem Zusammenhalt des Westens

Großbritannien warnt den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping davor, dass der Westen zusammenstehen werde, um für die Demokratie gegen Diktaturen zu kämpfen. "Es ist an der Zeit, dass die freie Welt ihren Standpunkt vertritt", sagt die britische Außenministerin Liz Truss in ihrer Rede am Lowy Institute im australischen Sydney. Der Westen müsse gemeinsam auf globale Bedrohungen reagieren, die Beziehungen zu den Demokratien im indopazifischen Raum vertiefen und globalen Aggressoren die Stirn bieten, so die Ministerin. Truss erklärte, Präsident Putin solle von der Ukraine ablassen, bevor er einen großen strategischen Fehler begehe. (21.01.2022)



Ukraine fordert Ausschluss Russlands aus Swift-Zahlungssystem

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat einen Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift gefordert. "Die Ukrainer fordern daher die Ampel-Regierung auf, alle Bedenken beiseitezulegen und Russland von Swift abzukoppeln", sagte Melnyk der Funke-Mediengruppe. Diese harte Strafmaßnahme müsse "im Werkzeugkasten von höllischen Sanktionen als effiziente Abschreckung gegenüber Putin unbedingt bleiben".



Können Banken das internationale Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift nicht mehr nutzen, kann das weitreichende Folgen für ihre Geschäfte haben. Denn die Institute sind dann quasi von internationalen Geldströmen ausgeschlossen. Geld aus dem Ausland in ein Land zu transferieren, wird dann schwieriger, umgekehrt genauso. Ein möglicher Ausschluss Russlands aus Swift wird als Sanktion gegen das Land im angespannten Ukraine-Konflikt intensiv diskutiert. (21.01.2022)



Blinken bezeichnet russischen Einmarsch in die Ukraine als "reale Gefahr"

US-Außenminister Tony Blinken hat erneut vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine gewarnt. "Es ist ein reales Risiko und es ist ein hohes Risiko", sagte Blinken am Donnerstag im ZDF-"Heute-Journal". Jüngst seien bereits russische Soldaten nach Belarus geschickt worden.

Zu den Äußerungen von US-Präsident Joe Biden, der am Mittwoch erklärt hatte, eine kleinere Aggression Russlands würde eine mildere Reaktion des Westens auslösen als eine großangelegte Invasion, sagte Blinken: Wenn auch nur ein russischer Soldat über die Grenze in die Ukraine eindringe, dann handele es sich um einen "ganz klaren Angriff", der eine entsprechende Antwort nach sich ziehe. Biden habe sich mit seinen Aussagen dagegen auf Szenarien bezogen, die anders als ein Einmarsch gelagert seien, etwa Versuche, einen Staatsstreich in der Ukraine herbeizuführen.


Auf die Frage, ob er am Freitag bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Sicherheitsgarantien abgegeben werde, sagte Blinken: "Wir haben bereits ein Entgegenkommen gezeigt. Nicht nur in den vergangenen Wochen, sondern über viele Jahre hinweg." Die Nato habe Russland immer wieder die Hand ausgestreckt, unglücklicherweise sei sie zurückgewiesen worden. Zu möglichen deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine sagte Blinken, jedes Land treffe eigene Entscheidungen. Man müsse aber natürlich sicherstellen, dass sich die Ukraine verteidigen könne. (20.01.2022)



Baerbock warnt Russland vor "gravierenden Konsequenzen"

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat Russland mit deutlichen Worten vor einer weiteren Aggression im Ukraine-Konflikt gewarnt und ihre Bereitschaft zu harten Maßnahmen gezeigt. Nach einem Gespräch mit ihrem US-Amtskollegen Tony Blinken sagte Baerbock, der Weg aus der Krise sei ein politischer Weg, der nur über Dialog führe. Leider spreche das russische Verhalten "eine andere Sprache", etwa durch Truppenverlegungen nach Belarus und Militärmanöver im Grenzgebiet zur Ukraine. "Wir fordern Russland dringend dazu auf, Schritte zur Deeskalation zu unternehmen", sagte Baerbock. Jede weitere Aggressivität würde "gravierende Konsequenzen" nach sich ziehen.


Die Bundesaußenministerin betonte: "In der Sache geht es um nicht weniger als den Erhalt der europäischen Friedensordnung. Sie ist für uns existenziell." Man habe keine andere Wahl, als konsequent für sie einzutreten. Das gelte ausdrücklich auch, wenn die Maßnahmen "für uns selbst wirtschaftliche Konsequenzen haben". Baerbock kündigte zudem eine baldige gemeinsame Reise mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian in die Ukraine an. (20.01.2022)



Biden löst mit Äußerungen zu westlicher Reaktion Irritationen aus

US-Präsident Joe Biden hat mit seinen Äußerungen zur Reaktion auf einen möglichen russischen Einmarsch in die Ukraine Irritationen ausgelöst. Der US-Demokrat schien bei einer Pressekonferenz am Mittwoch anzudeuten, dass angedrohte Sanktionen der Nato vom Ausmaß eines potenziellen russischen Einmarschs abhängen könnten: "Es ist eine Sache, wenn es sich um ein geringfügiges Eindringen handelt", sagte Biden. "Aber wenn sie tatsächlich das tun, wozu sie mit den an der Grenze zusammengezogenen Streitkräften in der Lage sind, dann wird das für Russland eine Katastrophe werden." Als "geringfügiges Eindringen" betrachte er etwa Cyberangriffe auf die Ukraine oder Versuche russischer Agenten, eine prorussische Stimmung in der Ukraine zu erzeugen, sagte Biden auf Nachfrage.


Der US-Sender CNN zitierte einen ungenannten ukrainischen Regierungsvertreter mit den Worten, er sei "schockiert, dass US-Präsident Biden zwischen Eindringen und Einmarsch unterscheidet". Die US-Opposition reagierte entrüstet auf Bidens Pressekonferenz. Der republikanische Senator Lindsey Graham kommentierte, er sei "fassungslos" über Bidens Äußerung. Der konservative Senator Tom Cotton erklärte auf Twitter, Biden gebe Putin "grünes Licht" für eine Invasion.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, bemühte sich kurz nach Bidens Auftritt um Klarstellung: "Präsident Biden hat sich gegenüber dem russischen Präsidenten klar geäußert: Wenn sich russische Streitkräfte über die ukrainische Grenze bewegen, ist das eine erneute Invasion, und darauf werden die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten schnell, hart und geschlossen reagieren". Der US-Präsident wisse aber, dass Russland "über ein umfangreiches Instrumentarium für Aggressionen" unterhalb der Schwelle militärischer Aktionen verfüge - beispielsweise Cyberangriffe und paramilitärische Taktiken. Biden habe bekräftigt, dass auch solche Aggressionen der Russen "mit einer entschlossenen, gegenseitigen und gemeinsamen Antwort beantwortet werden".


Der Kreml warnt unterdessen nach Bidens Drohungen vor einer Eskalation des Konflikts. Die Äußerungen trügen nicht zur Entspannung bei und könnten zu einer Destabilisierung der Lage führen, sagte Sprecher Dmitrij Peskow am Donnerstag. "Sie könnten den Hitzköpfen einiger Vertreter der ukrainischen Führung falsche Hoffnung einflößen, dass sie sich dazu entschließen, erneut einen Bürgerkrieg zu beginnen und das Problem im Südosten (Donbass) mit Gewalt zu lösen." (20.01.2022)



Info:  sc_src=email_2885475&sc_lid=253531476&sc_uid=NSPwjxpLQb&sc_llid=22923&utm_medium=email&utm_source=emarsys&utm_content=www.sueddeutsche.de%2Fpolitik%2Fukraine-russland-krim-putin-marinechef-1.5509792&utm_campaign=%2B%2B%2B_Eilmeldung_%2B%2B%2B__Deutscher_Marinechef_tritt_nach_umstrittenen_Äußerungen_zur_Krim_zurück_22-01-2022_21%3A17%3A01&sc_eh=12cf1f27507601111

21.01.2022

Austrittsserklärung aus der DKP wegen der Haltung der Parteiführung zur Corona-Politik der Herrschenden

netzwerk-linker-widerstand.ru, 12. Januar 2022


ein OFFENER BRIEF


Liebe Genossinnen und Genossen,


hiermit trete ich aus der Deutschen Kommunistischen Partei aus.

Der aktuelle Anlass meines Austritts ist die Haltung der Parteiführung, aber sicherlich auch großen Teilen der Mitgliedschaft, zur aktuellen Corona-Politik der Herrschenden, die sich zuspitzt in der Haltung zum geplanten Impfzwang.


Wir erleben hierzulande nun seit fast zwei Jahren, wie die öffentliche Daseinsvorsorge geschliffen wird, wie der Monopolisierung- und Zentralisierungsprozess des Monopolkapitals vorangetrieben werden in unbekanntem Maße, während immer größere Bevölkerungsteile in den Bankrott und/oder die innere Migration getrieben werden. Innerhalb kürzester Zeit ist es den Herrschenden gelungen, entlang eines Impfstatus die Menschen zu spalten und diese Spaltungen scheinen kein Ende zu finden, wenn wir die aktuellen Nachrichten verfolgen. Diese Spaltung zerreißt nicht nur soziale und familiäre Zusammenhänge – sie legt auch das Lager der Fortschritts- und Friedenskräfte faktisch lahm – auch die DKP.


Um diese Politik durchzusetzen, haben die Herrschenden auf allen Ebenen die Daumenschrauben angezogen und greifen zu restriktiven Methoden, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Es sind nicht einfach nur die Repressionsorgane, die in Stellung gebracht werden, sondern der wissenschaftliche Betrieb, die Medien und gesellschaftliche Institutionen werden auf Linie der reaktionärsten Kräfte der Monopolbourgeoisie gebracht. Im Schulterschluss mit der Klimapolitik und der Kriegsmobilisierung gegen Russland und China sind dies die wichtigsten Momente des aktuellen Klassenkampfes, in denen eine Faschisierung der heutigen Zeit zum Ausdruck kommt, die im vollen Gange ist, aber weder von unserer Partei noch großen Teilen einer sogenannten »antifaschistischen« Bewegung gesehen wird.


Die Gründe dafür, dass der Klassengegner trotz der zunehmenden und für jeden sichtbaren Krisenhaftigkeit des staatsmonopolistischen Kapitalismus hierzulande nicht gestoppt bzw. abgebremst werden kann, sind nicht in der Klasse zu suchen. Die Hauptverantwortung dafür, dass sich seit dem letzten Jahrzehnt kein Klassenwiderstand formiert, haben sich die Organisationen der Arbeiterbewegung selbst anzulasten – und dafür trägt auch die DKP ihre Verantwortung. Dies spitzt sich in der aktuellen Situation zu: Werktätige gehen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen und den geplanten Impfzwang zu protestieren. Ein nennenswerter Teil dieser Werktätigen ist geimpft und hat besseres zu tun als Corona zu leugnen, sondern wendet sich dagegen, dass sie und ihre Kinder gezwungen werden sollen, sich faktisch zwei Impfstoffe verabreichen zu lassen, die – ein Blick in den RKI-Wochenbericht ist ausreichend – NICHT verlässlich schützen. In dieser Situation wäre es Aufgabe der DKP, das Agieren der Menschen zu begrüßen und sich ihnen anzuschließen – nicht zuletzt auch, um dafür zu sorgen, dass reaktionäre Kräfte wie die AfD keinen Einfluss gewinnen bei den Protesten. Was aber macht die DKP?


• In einigen Regionen werden Booster-Impfungen in Parteibüros verabreicht, bei denen sich Staaten wie Cuba bis heute weigern, sie ihrer Bevölkerung zu verabreichen, während die Forderung nach der Zulassung chinesischer Impfstoffe (mit WHO-Empfehlung) nicht mal in Erwägung gezogen wird.


• Andere Genossen wiederum in der DKP übertragen – noch dazu idealisiert – die Verhältnisse in einem sozialistischen Land wie China schablonenartig auf die Bedingungen im imperialistischen Deutschland, wenn sie eine Corona-Bekämpfung wie in China wollen (oder eine Impfpflicht »wie in der DDR«). Sie »vergessen« die »Kleinigkeit«, welche Klasse in dem jeweiligen Land herrscht. Noch deutlicher wird dieser Irrglaube in Form von ZERO-COVID-Strategien und ähnlichen Ansätzen, die in der Partei vertreten werden.


• Größere Teile der Partei und auch der Parteiführung erliegen im ideologischen Klassenkampf der Annahme, dass das, was der staatlich finanzierte Wissenschaftsbericht derzeit ausspuckt, identisch sei mit »Wissenschaft«. Dieses Dogma führt diese Genossen dann zu der Einschätzung, dass es nicht mehr um einen Klassenkampf geht bzw. sich dieser in einem Kampf »Irrationalität« gegen »Rationalität« darstellt, und verabschieden sich damit von einer historisch-materialistischen Herangehensweise. Dabei handelt es sich nicht einfach um ein theoretisches Problem, sondern eine aktuelle große Gefahr, die Triebkräfte und Klassenkräfte der momentanen Faschisierung nicht zu erkennen und somit auch keine dringend notwendige antifaschistische Gegenwehr organisieren zu können.


Natürlich gibt es neben diesen Haltungen auch andere Positionen in der DKP. Es ergibt sich aber eine Gesamtlage in der DKP, in der die Parteileitung einerseits blockiert und gelähmt ist, und andererseits die Gliederungen immer mehr dazu übergehen, nach ihren eigenen politische Überzeugungen vor Ort zu agieren. Das ist Ausdruck eines anhaltenden Zersetzungsprozesses der DKP. Dieser Zersetzungsprozess ist meines Erachtens nicht mehr aufzuhalten, weil mittlerweile die Grundlage fehlt, die Partei entlang einer gemeinsamen politischen Praxis auch gemeinsame Schritte der theoretischen Reflexion gehen zu lassen. Selbst politisch für sich genommen sinnvolle Aktivitäten – wie in der Friedenspolitik oder auch beim Agieren gegen Energiepreiserhöhungen – führen in der Praxis doch nur dazu, den Elefant namens Corona-Politik, der in der Klassenkampf-Arena trompetet, nicht als solchen wahrzunehmen (oder wahrnehmen zu wollen). Das aber isoliert die DKP immer weiter von den werktätigen Menschen. Damit verliert die DKP aber nicht nur ihre Fähigkeit, Vorhut der Arbeiterklasse zu sein bzw. zu werden, sondern leistet sogar einen Beitrag zur anhaltenden Lähmung kommunistischer Kräfte in diesem Land.


Liebe Genossinnen und Genossen,


Ich bin seit 27 Jahren Mitglied der DKP gewesen. Diese Partei ist für meine gesamte Persönlichkeit prägender als meine Familie. Ich habe der DKP auch nach meinem Austritt vieles zu verdanken, das Bestand hat. Ich habe mich zu diesem Schritt allerdings nicht plötzlich entschieden, sondern mein Entschluss ist das Ende einer langen Reise, bei der ich mich nicht wie ein passiver Fahrgast zurückgelehnt habe, um abzuwarten, wohin der DKP-Zug uns und mich bringt. Ich weise darauf hin, weil ich es politisch infantil fände, aus der DKP auszutreten, weil man mit ihrer aktuellen Haltung zu Corona-Politik oder ihrer nicht vorhandenen Haltung zum Impfzwang nicht einverstanden ist. Was mich zum Austritt bewegt, ist die Gesamttendenz in der DKP, die ich in den letzten zehn Jahren erlebe. Meine Bilanz lautet: Bei nahezu allen Schweinen, die der Klassengegner zur Durchsetzung seiner Agenda durchs Dorf getrieben hat in den letzten zehn Jahren, hat die DKP sich entweder einbinden lassen (wie z.B. bei der Migrationspolitik, Klima- und auch Corona-Politik) oder ist den aktuellen Anforderungen erst Jahre zu spät halbwegs gerecht geworden (wie bei der Friedenspolitik gegenüber Russland und China). Bei alledem erkenne ich beim besten Willen in der DKP und ihrer Führung keinen Lerneffekt, sondern eine Wiederkehr klassenpolitischer Fehleinschätzungen, die sich nur dem jeweiligen Thema anpassen (das der Klassengegner vollends bestimmt). Insbesondere wird an diesen klassenpolitischen Fehleinschätzungen immer und immer wieder deutlich, dass die DKP zwar in programmatischen Worten und Reden das Erbe der DDR würdigt, aber sich als unfähig erweist, entlang der aktuellen Klassenkämpfe daraus Konsequenzen zu ziehen und sich das theoretische Erbe der SED anzueignen.


Lange Zeit hat mich zuletzt der Widerspruch beschäftigt, dass Kommunist sein immer auch einschließt, organisiert zu sein. Es stellte und stellt sich somit für mich natürlich die Frage, wie ich mich als Kommunist alternativ organisieren kann.


Ich möchte – auch um Spekulationen vorzubeugen – dazu erklären: Ich habe keine organisatorische Alternative und beabsichtige in der nächsten Zeit auch nicht, mich anderweitig zu organisieren. Ich kann diesen Widerspruch also für mich in diesem Moment nicht aufheben. Allerdings stelle ich auch fest: Ich kann nicht länger die Verantwortung tragen, in einer Partei maßgeblich mitzuwirken, die meines Erachtens mehr zur Demobilisierung von Klassenkämpfen in unserem Lande beiträgt als zu ihrer Formierung. Dieser Widerspruch wiegt für mich schwerer.


Ich wünsche der DKP als Partei im Interesse der Werktätigen aus ganzem Herzen viel Erfolg und bereue gegebenenfalls meinen Austritt gerne. Unabhängig davon wünsche ich den Genossinnen und Genossen, mit denen ich zum Teile Jahrzehnte zusammen gekämpft habe in einer Partei, alles Gute.


Mit herzlichen roten Grüßen


Info: https://netzwerk-linker-widerstand.ru/magma/2022/01/austrittsserklaerung-aus-der-dkp-wegen-der-haltung-der-parteifuehrung-zur-corona-politik-der-herrschenden

21.01.2022

Ukraine fordert trotz bisheriger Absage Militärhilfe von Deutschland

handelsblatt.com, 22.01.2022 - 10:27 Uhr

Wenigstens Helme und Schutzwesten für Freiwillige solle Berlin liefern, erbittet der ukrainische Botschafter in Berlin. Olaf Scholz müsse sich persönlich einschalten.


Zitat: Berlin Während Russland immer mehr Truppen um die Ukraine zusammenzieht und inzwischen zahlreiche Nato-Staaten Waffenlieferungen an Kiew ankündigten, werden auch entsprechende Forderungen an Deutschland lauter: „Der Ernst der Lage verlangt von der Ampel-Regierung sofortiges Umdenken und Kursänderung in der Frage von Waffenlieferungen an die Ukraine“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, dem Handelsblatt. Sein Land werde „nicht ruhen, die Bundesregierung und die Opposition zu überzeugen, Defensivwaffen in die Ukraine zu liefern“.


Deutschland solle hinsichtlich der jüngsten Zusagen von Großbritannien, Kanada, Tschechien und den baltischen Staaten „nicht mehr Abseits stehen“, meint Melnyk. Zuletzt hatten Estland, Lettland und Litauen Waffenlieferungen an die Ukraine bekanntgegeben, zuvor bereits andere Nato-Mitglieder. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte indes am Freitag nach der Klausurtagung seiner Koalitionsregierung erneut derartige Forderungen zurückgewiesen.


Hilfe von Deutschland erhofft sich Kiew auch bei der Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland: „Für die Wiederaufnahme des Normandie-Formats wäre es sehr wichtig, dass sich Bundeskanzler Scholz jetzt stark höchstpersönlich dafür einsetzt“, erklärte Melnyk. Im Normandie-Format verhandeln seit 2014 Deutschland und Frankreich mit Russland und der Ukraine. Allerdings hat es seit Monaten kein Treffen der vier mehr gegeben.


Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sei „jederzeit bereit, auch direkte Gespräche mit Präsident Putin zu führen“, sagte Melnyk und fügte hinzu: „Diesen Dialog und seine ausgestreckte Hand hat Moskau leider immer wieder schroff abgelehnt.“



Deutschland bremst indes sogar andere Nato-Staaten bei ihren Bemühungen um Unterstützungen der Ukraine: Dem Handelsblatt wurde ein Bericht des „Wall Street Journals“ bestätigt, dem zufolge von Estland zur Übergabe an Kiew vorgesehen Artilleriewaffen aus deutscher Produktion nun doch nicht ausgeliefert werden. Großbritannien hatte bereits wegen der Sorge vor Komplikationen mit der Bundesregierung leichte Panzerabwehrwaffen an die Ukraine unter Umgehung des deutschen Luftraums geliefert.


Von Deutschland erbittet die Ukraine momentan sogar nicht einmal Waffen, sondern vor allem „dringend 100.000 Helme und Schutzwesten für die Freiwilligen, die sich gerade für die Landwehr melden, um ihre Heimat zusammen mit den Streitkräften zu verteidigen“, sagte Melnyk. Sein Land hoffe aber „weiter auf Verteidigungswaffen aus Deutschland und verliert nicht die Hoffnung, dass die Ampelkoalition ihre bisher ablehnende Haltung jetzt angesichts der akuten Bedrohungslage überdenkt“.


Russland marschiert auf

Russland hat 100.000 Soldaten um die Ukraine herum stationiert und massenweise Panzer, Artillerie, Raketen, Kriegsschiffe und Luftwaffeneinheiten im Süden, Osten und Norden des Landes zusammengezogen.


Russland betont, keinen Angriff auf die Ukraine zu planen. Die USA und andere westliche Staaten bezweifeln dies und haben inzwischen auch Geheimdiensterkenntnisse über eine russische Kriegsvorbereitung. Es würden auch weitere russische Waffen und Soldaten an die Grenze zur Ukraine verlegt, sagte Pentagon-Sprecher John Kilby am späten Freitagabend. Russland zeige keinerlei Bemühungen zur Deeskalation.


In der Ukraine melden sich immer mehr Menschen freiwillig, um sich militärisch ausbilden zu lassen und die Armee zu unterstützen. Ein Treffen der Außenminister der USA und Russlands, Antony Blinken und Sergej Lawrow, zur Ukraine-Krise war am Freitag in Genf weitgehend erfolglos verlaufen.


Mehr: Weltrisiko Putin – wie Putin den Westen herausfordert


Info: https://www.handelsblatt.com/politik/international/bedrohung-durch-russland-ukraine-fordert-trotz-bisheriger-absage-militaerhilfe-von-deutschland/27998456.html



Weiteres:



DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN  Dialog statt Sanktionen – Die deutsche Politik-Elite und ihre Putin-Versteher

Handelsblatt.com, 22.01.2022 - 11:00 Uhr

Die außenpolitischen Positionen des Kremls treffen in Deutschland noch auf viel Verständnis. Doch wo liegt die Grenze zwischen Dialogbereitschaft und strategischer Naivität?


Zitat: Berlin, Hamburg Während Russlands Truppen an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren und der Kreml der Nato mit Kriegsdrohungen Zugeständnisse abzupressen versucht, sind in deutschen Medien bemerkenswerte Stellungnahmen zu vernehmen.


„Gedanklich kann ich die russische Bedrohungsanalyse nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht teile“, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich der „taz“. Die Militärausgaben der Nato seien „um ein Vielfaches höher als die Russlands“. Allein die USA gäben mehr als das Zehnfache für ihr Verteidigungsbudget aus.


Mützenichs Parteifreund Kevin Kühnert vertrat die Auffassung, man dürfe potenzielle internationale Konflikte, also einen möglichen Angriff Russlands auf die Ukraine, nicht herbeireden, „um Projekte auf diesem Wege zu beerdigen, die einem schon immer ein Dorn im Auge waren“. So der SPD-Generalsekretär in Anspielung auf die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 und an die Adresse des grünen Koalitionspartners.


- ab hier Bezahlschranke -


Info: https://www.handelsblatt.com/politik/international/deutsch-russische-beziehungen-dialog-statt-sanktionen-die-deutsche-politik-elite-und-ihre-putin-versteher/27993000.html



Weiteres:



Ukraine-Krise:Mehr Kriegsgerät für Kiew

sueddeutsche.de, 22. Januar 2022, 11:07 Uhr, Von Matthias Kolb, Brüssel

Während Russlands Truppenaufmarsch nahe der Ukraine weitergeht, liefern immer mehr Nato-Partner Waffen an Kiew. Und im Baltikum wird das Militärbudget erhöht.


Zitat: Der russische Truppenaufmarsch an den Grenzen zur Ukraine setzt sich nach Überzeugung westlicher Geheimdienste unvermindert fort. "Wir gehen davon aus, dass sich mehr als ein Drittel der kampfbereiten russischen Soldaten dort befinden", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung. Die Zahl der Soldaten bezifferte er mit 106 000, sie sei etwas niedriger als ukrainische Zahlen, da diese die von Russland unterstützten Separatisten mitrechnen würden. In der vergangenen Woche, als russische Diplomaten drei Mal in verschiedenen Formaten mit den USA zusammenkamen, sei eine gewisse Verlangsamung der Truppenverlegung festzustellen gewesen. Diese sei jedoch vorbei und die Intensität weiter sehr besorgniserregend.


Seit Längerem macht die US-Regierung klar, dass sie einen russischen Angriff auf die Ukraine für ein "reales Risiko" hält. Daher überrascht es nicht, dass Washington nun Estland, Lettland und Litauen erlaubt, die Ukraine mit tödlichen Waffen aus US-Produktion zu versorgen. So beabsichtigt Estland, Javelin-Panzerabwehrwaffen weiterzugeben, und Litauen wird schultergestützte Stinger-Luftabwehrraketen liefern.



Auch Tschechiens neue Regierung überlegt, der Ukraine Munition und Waffen zu verkaufen, wie Verteidigungsministerin Jana Tschernochowá in einem Interview sagte: "Wenn die Ukraine unsere Hilfe braucht, dann werden wir unser Bestes tun." Zwischen 2013 und 2020, also vor der jüngsten russischen Eskalation an den Grenzen zur Ukraine, hatte unter den EU-Ländern nur Polen mehr Rüstungsgüter an Kiew verkauft als Tschechien. Bei den Verkäufen aller EU-Länder ging es etwa um gepanzerte Fahrzeuge und eine Gesamtsumme von 270 Millionen Euro.


Wie irrelevant diese Verkäufe über den langen Zeitraum waren, verdeutlicht eine andere Zahl: Allein die nächste Lieferung der USA an die Ukraine, die Munition und Panzerabwehrraketen umfasst und in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht wird, hat einen Wert von 175 Millionen Euro. Dies wissen natürlich auch die Balten, denen bewusst ist, dass ihre Waffenlieferungen nichts am Kräfteverhältnis ändern. Sie gehören allerdings zu den größten Unterstützern für eine enge Anbindung der Ukraine an EU und Nato - beiden Organisationen gehören die Länder, die jahrzehntelang von der Sowjetunion besetzt waren, seit 2004 an. Angesichts von Moskaus Truppenaufmarsch und der Entsendung von russischen Soldaten nach Belarus, das an Litauen und Lettland grenzt, konkretisieren sich in der Region nun Pläne, die Militärausgaben weiter zu erhöhen.

Estland wünscht sich mehr Nato-Soldaten im eigenen Land

Estlands Premierministerin Kaja Kallas kündigte an, bis 2025 zusätzliche 380 Millionen Euro in die Armee zu investieren. Dies entspricht einer Erhöhung des Verteidigungsbudgets von mehr als zehn Prozent pro Jahr. Zudem wird Estland in Israel mehr als 500 Panzerabwehrlenkwaffen kaufen. Kallas sagte, dass es noch keine militärische Bedrohung für Estlands Sicherheit durch Russland gebe und rief dazu auf, "in nervösen Zeiten" ruhig und selbstbewusst zu bleiben. Allerdings investiere das Land auch mehr, damit die eigene Bitte um Unterstützung bei den Verbündeten glaubwürdiger sei.


Als Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 hat die Nato multinationale Kampfverbände in Polen und den baltischen Republiken aufgebaut, um Russland von einem Angriff abzuhalten. Aktuell sind im Rahmen des Programms "Enhanced Forward Presence" (EFP) in jedem Land zwischen 1200 und 1500 Nato-Soldaten stationiert, und Kallas fordert seit Wochen, deren Zahl zu erhöhen. Während die Bundeswehr in Litauen die Führung übernommen hat, entsendet Großbritannien die meisten Soldaten nach Estland. Laut der Times überlegt London, Hunderte weitere Soldaten nach Estland und Polen zu entsenden. Dass die Briten leichte Panzerabwehrwaffen in die Ukraine schicken, findet in Ost- und Mitteleuropa große Zustimmung.


Dort löst die deutsche Ablehnung, Kiew mit Waffen zu unterstützen ebenso großen Frust aus wie die Forderung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dass die EU eigene Vorschläge für eine europäische Sicherheitsarchitektur entwickeln und diese mit Russland diskutieren solle. Da in der EU bei außenpolitischen Fragen Einstimmigkeit herrschen muss, hat Macrons Vorschlag keine Chance - vor allem nicht in der aktuellen Krise. Positiv aufgenommen wurde jedoch die Ankündigung aus Paris, Soldaten nach Rumänien zu entsenden, wenn dort ein internationaler EFP-Verband der Nato aufgebaut werden sollte.


Dänemark will der Ukraine mit einem 22 Millionen Euro umfassenden Paket helfen, seine Armee an die Nato-Standards anzupassen. Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine schickt Spanien, das Ende Juni in Madrid den Nato-Gipfel ausrichten wird, die Fregatte Blas de Lezo früher als geplant ins Schwarze Meer. Das Kampfschiff werde bald auslaufen, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles und wiederholte die Haltung des Bündnisses: "Russland darf keinem Land vorschreiben, was es zu tun hat."


Info: https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-nato-waffenlieferungen-1.551271



Weiteres:



Ukraine: "Wir verteidigen hier Europa"

sueddeutsche.com, 22. Januar 2022, 10:44 Uhr, Von Florian Hassel, Hranitne, u. Stefan Kornelius

In dem Dorf Hranitne im Donbass hatten sie gerade angefangen, die zerstörten Hausdächer zu reparieren. Dann wollten sie eine Brücke bauen, es flogen Granaten, Streitkräfte zogen auf, Diplomaten reisten um die Welt. Die Geschichte einer Eskalation.


Zitat: An den Dächern erkennt man den Krieg, das war schon immer so. Man kann ihn an anderen Orten vielleicht auch in der Ferne sehen, nachts, wenn die Mündungsfeuer blitzen. Aber in Hranitne, Oblast Donezk, sind es die Dächer, die Auskunft geben. Im Herbst hatten die Bewohner ein gutes Gefühl, da hat die Verwaltung einen Waffenstillstand ausgehandelt, zumindest für die Tagstunden. Da hatten sie 43 Dächer repariert. 140 sollten noch folgen. Aber die Hoffnung wurde schnell zerschossen. Von Granaten.


- ab hier Bezahlschranke -

Info: https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-putin-nato-biden-1.5512856?reduced=true



Weiteres:



WAFFENSENDUNGEN

Estland bittet Deutschland um Zustimmung für Lieferung von DDR-Haubitzen an die Ukraine

welt.de,

Estland will die Ukraine mit Panzerabwehrraketen und Haubitzen unterstützen. Weil die Haubitzen aus DDR-Beständen stammen, muss der Lieferung auch Deutschland zustimmen. Eine entsprechende Anfrage bringt die Bundesregierung weiter in Bedrängnis.


Zitat: Der Bundesregierung liegt eine Anfrage Estlands zur Genehmigung einer Lieferung von Haubitzen an die Ukraine vor. Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte am Donnerstagabend in Berlin, die Anfrage werde geprüft und sei „in der Ressortabstimmung“. Auch mit Finnland müsse der Vorgang abgestimmt werden.


Estland hatte zuvor erklärt, dass es „dutzende“ Javelin-Panzerabwehrraketen und einige 122-mm-Haubitzen in die Ukraine schicken wolle. Die Haubitzen stammen noch aus der DDR, gehörten später der Bundesrepublik und wurden in den 1990er-Jahren zunächst nach Finnland verkauft. Finnland und Deutschland müssen deshalb einer Lieferung der Geschütze an die Ukraine zustimmen.


Die Bundesregierung hat es mehrfach abgelehnt, der Ukraine im aktuellen Konflikt mit Russland Waffen zu liefern. Die Position sei, „dass keine letalen Waffen geliefert werden“, hatte Regierungssprecher Steffen Hebestreit erklärt. Diese Ablehnung gelte auch für Defensivwaffen, falls diese „letal“- also todbringend – eingesetzt werden könnten.


Die USA leisten hingegen Militärhilfe und kommen damit den Bitten der Regierung in Kiew nach. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Washington den baltischen Staaten die Lieferung von Waffen aus US-Produktion an die Ukraine gestattet hat.


Deutsche_Haubitze_22_1_2022

Die DDR verfügte wie viele sozialistische Staaten über die 122-mm-Haubitze D-30 aus sowjetischer Entwicklung, hier auf einer Aufnahme von einem Training der russischen Armee


„Die europäischen Verbündeten haben, was sie brauchen, um in den kommenden Tagen und Wochen zusätzliche Sicherheitshilfe für die Ukraine zu leisten“, sagte ein Beamter des US-Außenministeriums in Berlin. Wie die Nachrichtenagentur AFP von einer weiteren mit den Vorgängen vertrauten Quelle erfuhr, erfolgte die Genehmigung auf die dringende Bitte Estlands, Lettlands und Litauens.


LESEN SIE AUCH  UKRAINE-KRISE Die Einheit des Westens gegen Putin bröckelt


Info: https://www.welt.de/politik/deutschland/article236374919/Waffenlieferungen-an-die-Ukraine-Estland-bringt-Deutschland-in-Bedraengnis.html


unser Kommentar:  Überschrift-Zitat: "Dialog statt Sanktionen – Die deutsche Politik-Elite und ihre Putin-Versteher" Zitatende. Wer auf diese populistische Weise schon in der Artikelüberschrift die Versuche einer diplomatischen Annäherung der letzten fünfzig Jahre verhöhnt, die eher zur beibehaltung der Entspannungpolitik beitrugen, der begreift wohl auch nicht, dass das Folgen hat, wenn bald wieder mit deutschen Waffen auf abtrünnige Gebiete in der Ostukraine und auf russische Soldaten geschossen werden wird.

21.01.2022

Bundesregierung Klares Nein zur Atomkraft gegenüber EU – Gas als Brückentechnologie

ksta.de, 21. Januar 2022, 21:32

Die Bundesregierung wendet sich bei der EU-Kommission klar gegen die Einstufung von Atomkraft als nachhaltig, unterstützt aber eine entsprechende Einstufung von Gas als Brückenlösung. Das geht aus der deutschen Stellungnahme zur sogenannten Taxonomie hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und die am Freitagabend nach Brüssel übermittelt wurde.

„Aus Sicht der Bundesregierung ist Atomenergie nicht nachhaltig“, heißt es in dem Schreiben. Für die nach Ansicht der Bundesregierung wichtige Brückentechnologie Erdgas müssten realistische Werte angesetzt werden, damit der Ausbau eines mittel- bis langfristig auf erneuerbaren Energieträgern beruhenden Gasenergiesystems nicht behindert werde.


Info: https://www.ksta.de/politik/bundesregierung-klares-nein-zur-atomkraft-gegenueber-eu---gas-als-brueckentechnologie-39400382


unser Kommentar: Das heißt ebenso ein klares Jein, falls die deutsche Bundesregierung als EU-Staat dazu bereit ist die Investitionsfreundlichkeit der mehrheitlichen EU-Staaten im Zusammenhang mit der Taxonomie, ab jetzt widerspruchslos hinzunehmen und mitzutragen.

21.01.2022

Die britische Regierung gibt zu, dass Impfstoffe das natürliche Immunsystem derjenigen geschädigt haben, die doppelt geimpft wurden

tapnewswire.com, Di 12:06 Uhr +00:00, 18 Jan 2022, gepostet von Weaver

Die britische Regierung gibt zu, dass Impfstoffe das natürliche Immunsystem derjenigen geschädigt haben, die doppelt geimpft wurden. Die britische Regierung hat zugegeben, dass Sie, sobald Sie doppelt geimpft wurden, nie wieder in der Lage sein werden, eine vollständige natürliche Immunität gegen Covid-Varianten - oder möglicherweise ein anderes Virus - zu erlangen. Schauen wir uns also an, wie die "echte" Pandemie jetzt beginnt! In seinem "COVID-19 Vaccine Surveillance Report" in Woche 42 gibt das britische Gesundheitsministerium auf Seite 23 zu, dass "die N-Antikörperspiegel bei Menschen, die sich nach zwei Impfdosen infizieren, niedriger zu sein scheinen". Weiter heißt es, dass dieser Rückgang der Antikörper im Wesentlichen dauerhaft ist. Was bedeutet das? Wir wissen, dass Impfstoffe eine Infektion oder Übertragung des Virus nicht verhindern (tatsächlich zeigt der Bericht an anderer Stelle, dass geimpfte Erwachsene jetzt viel häufiger infiziert sind als ungeimpfte). Die Briten finden nun heraus, dass der Impfstoff die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigt, antikörper nach einer Infektion nicht nur gegen das Spike-Protein, sondern auch gegen andere Teile des Virus zu bilden. Insbesondere scheinen geimpfte Menschen keine Antikörper gegen das Nukleokapsidprotein, die Hülle des Virus, zu bilden, die ein entscheidender Teil der Reaktion bei ungeimpften Menschen ist. Langfristig sind die Geimpften weitaus anfälliger für Mutationen im Spike-Protein, auch wenn sie bereits einmal oder mehrmals infiziert und geheilt wurden. Die Ungeimpften hingegen werden dauerhafte, wenn nicht sogar dauerhafte Immunität gegen alle Stämme des angeblichen Virus erlangen, nachdem sie auch nur einmal auf natürliche Weise damit infiziert wurden.


Quelle:https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1027511/Vaccine-surveillance-report-week-42.pdf


Die ersten Versicherungsgesellschaften machen einen Rückzieher, weil eine riesige Welle von Ansprüchen auf sie zukommt. Anthony Fauci bestätigt, dass der PCR-Test keine lebenden Viren nachweisen kann. Anthony Fauci bestätigt, dass weder der Antigentest noch der PCR-Test uns sagen können, ob jemand ansteckend ist oder nicht!!! Damit werden alle Grundlagen der sogenannten Pandemie für ungültig erklärt. Der PCR-Test war der einzige Hinweis auf eine Pandemie. Ohne PCR-TEST keine Pandemie Für alle Pressearbeiter, Ärzte, Anwälte, Staatsanwälte etc. DAS ist der letzte Schlüssel, der ultimative Beweis dafür, dass die Maßnahmen alle sofort aufgehoben werden müssen!


Info: https://tapnewswire.com/2022/01/the-uk-government-admits-that-vaccines-have-damaged-the-natural-immune-system-of-those-who-have-been-double-vaccinated

Seite 1 von 89

< 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 60 .. 70 .. 80 .. 86 87 88 89 >
Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz ok